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Wie wähle ich einen Romanausschnitt für eine Lesung aus?


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33 Antworten zu diesem Thema

#21
Susann

Susann
  • 2.020 Beiträge
  • Dabei seit 21.01.07
Hallo!

Das mit der Atmung ist wirklich hilfreich. Ich habe letztes Jahr im
Volkshochschulheim Inzigkofen (Link ungültig) (Link ungültig) ein Seminar mitgemacht, das sich 'Die Kunst des Vorlesens' nannte. Hat mich sehr beeindruckt, was man aus einem Text machen kann, wenn man sich vorher genau überlegt (und im Text markiert), wo man Atempausen machen möchte. Wir haben auch Übungen gemacht (stimmhaft und stimmlos), um nachzuspüren, wie lange der Atem hält, um ihn somit auch richtig einzuteilen.

Stimmt, Yoga ist da sehr hilfreich (auch zum Beruhigen). Ebenfalls ein gutes Training, um unter anderem die Atmung zu lernen: BodyART (Link ungültig) (Link ungültig) Vor allem die Entspannungs- und Atemübungen im Schlussteil (der Rest ist etwas anstrengend und vor allem für Leute mit Yoga- oder Pilates-Erfahrung interessant. Ich find's genial).

Was die Nervosität angeht hab ich noch einen Tipp: Lavendelöl (Link ungültig) (Link ungültig). Im Ernst, nicht lachen, das hilft. Gibt es neuerdings auch in Kapseln beim Apotheker.

Lieben Gruß
Susann

Eat the frog in the morning (Mark Twain)


#22
Anni Bürkl

Anni Bürkl
  • 3.290 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10
Wenn wir schon beim Atmen sind: Sich vor Beginn kurz zurückziehen und zumindest durchschnaufen, lockern, nochmal zu sich kommen (nach den ganzen Begrüßereien usw.!) :s13 Du schaffst das. LG Anni

Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher


#23
JenniferB

JenniferB
  • 2.143 Beiträge
  • Dabei seit 17.01.11
Lachen hilft gegen das "sich aufblähen". Nun ist lachen auf Kommando recht schwierig, aber manche Stellen bieten sich ganz gut an: Wenn man eine "Er lachte ..." - Stelle hat, kann es helfen, dies nicht zu lesen, sondern selbst zu lachen, muss ja nicht laut sein, aber bis komplett ausgeatmet ist.

#24
Nati

Nati
  • 1.052 Beiträge
  • Dabei seit 20.11.05
Liebe kristina, ich halte es meist so, dass ich erst etwas vom Anfang lese. Als Einführung und Vortsellung der Portas. Dann erzähle ich ein bissel mit eigenen Worten aus der Handlung (natürlich nur grob) und versuche dabei den Schwenk zu einer Stelle zu finden, die ich persönlich sehr spannend finde und von der ich glaube, dass die Zuhörer das auch tun. In Leipzig hab ich das jetzt so gemacht und es kam sehr gut an. Zudem ist es immer gut, wenn man sich die Lesezeit so einteilt, dass noch Zeit übrig ist, in der die Zuhörer dem Autor Fragen stellen können. Diesen Tipp gab mir ein Kollege und er ist sehr gut. Der Zuhörer wird quasi mit einbezogen und ist nah am Autor dran. Ich glaube, das gibt nochmals Pluspunkte. Ansonsten sag ich immer. Trau dich, sei locker und du selber. Ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, egal ob nun viel oder nicht so viel Zuhörer da waren. Ein Buch zu schreiben ist toll, aber daraus anderen vor zu lesen ist einfach großartig. Du machst das ganz sicher auch fantastisch. LG Nati :s17

Wer die Flinte ins Korn wirft sollte aufpassen, dass er kein blindes Huhn damit erschlägt.


#25
KristinaS

KristinaS
  • 66 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11
@Anni - vermutlich helfen Atemübungen fürs Singen auch bei Sprechauftritten. Werde ich mal ausprobieren. und üben, ohne Ende. @Jennifer - das mit dem Lachen innerhalb des Textes wird wohl schwer, mein Held hat wenig zu lachen. :) @Nati - Trauen werd ich mich irgendwann wohl müssen. :) Darf ich fragen, welche "spätere Szene" Du gelesen hast? Ich denke mal, wir reden von "Termonia", oder? Dann könnte ich am Buch mal gucken, was Du so gelesen hast. Öffentlich lesen... gnrgh... mir wird jetzt schon schlecht. Und ich wünschte, die Conleute, bei denen ich angefragt habe, würden sich mal melden. Wenn sich keiner meldet, organisiere ich die Lesung alleine, so. Irgendwo ist immer ein bisschen Luft.
"Sage nicht alles, was Du weißt - aber wisse, was Du sagst!" (Seneca)

#26
Imre

Imre
  • 839 Beiträge
  • Dabei seit 05.04.08

Aber Reden? OHgottogott.

Muss man, bei einem Roman sollte man ziemlich viel reden  :), um auch einen Gesamteindruck zu erzeugen. Aber dieses "Reden" kann man sich ja aufschreiben, mit der Zeit schaut man nur noch manchmal auf die Aufschriebe.
Und der Roman im Buch ist (so sehe ich es) nicht ganz identisch mit der Lesung. Ist z. T. hier auch schon angemerkt worden.
Ich nehme mir die Freiheit, beim Lesen vieles wegzulassen oder auch mal leicht zu ändern, um den Ausgang nicht zu verraten, um Überbrückungen zu schaffen.

Bei meinem letzten Roman mit zwei Haupterzählsträgen muss ich mich jeweils entscheiden, auf welchen Strang ich weitest gehend verzichte, weil nun mal nicht alles in die Vorlesezeit gepresst werden kann und darf.
Also "Gesamteinduck" kann auch nicht bedeuten, den Roman in allen Facetten zu präsentieren. Wir dürfen meiner Meinung nach nicht der Versuchung erliegen, die 200, 300 und mehr Seiten zusammenzufassen.
Zumal Zuhören nicht gleich Lesen ist.
Es fällt uns Autoren bei der Präsentation schwer, aber weniger ist oft mehr.
Und die Lesung dient nicht zuletzt dazu, Appetit auf mehr zu machen.

LG Imre
Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

#27
Anika

Anika
  • 34 Beiträge
  • Dabei seit 03.11.10
Ich habe die Zwischentexte für meine Lesung auch komplett ausformuliert und dann als Lesezeichen für die Textstellen benutzt. Aber ich hatte sie so oft geübt, dass ich die Hilfe am Ende fast nicht gebraucht hätte. Ein Tipp, den ich von meiner Agentin bekommen hatte: Vorrangig Textstellen mit möglichst hohem Unterhaltungswert raussuchen, auf innere Monologe etc. weitgehend verzichten. Ist schließlich eine Show, wie Popcornkino. ;)

#28
Claudia Toman

Claudia Toman
  • 1.337 Beiträge
  • Dabei seit 12.06.09
Imre, besser kann man es nicht sagen! lg Claudia

"Widerspruch ist fast immer der Beginn einer Fährte." (Claudia Toman - Jagdzeit)


#29
Imre

Imre
  • 839 Beiträge
  • Dabei seit 05.04.08
Eingefügtes Bild
Danke, Claudia.
Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

#30
Uschi

Uschi
  • 3.023 Beiträge
  • Dabei seit 09.11.05
Hallo Kristina,

nur am Rande:
Ich lese nie aus einem Buch. Auch wenn es nicht ganz so hübsch aussieht, drucke ich mir die Textstellen, die ich lesen will, aus. (In großer Schrift.  ;) )
Das hat den Vorteil, dass ich den Text speziell für die Lesung nochmal ganz neu barbeiten kann. D.h. Sätze oder Passagen, die nur im Zusammenhang mit der Gesamthandlung interessant sind, oder auch Nebenfiguren, die den Zuhörer nur verwirren, kann ich so streichen. Das ist besonders wichtig, wenn man nicht einfach Kapitel eins komplett liest, sondern einige Szenen, die einen kleinen Spannungsbogen bilden. Der natürlich mit einem Cliffhanger endet, schließlich sollen die Leute neugierig werden.  :)
Außerdem kann ich so Sätze verändern, die geschrieben gut klingen, aber sich nicht so gut sprechen lassen.

Wenn man vorhat, öfter zu lesen, sollte man sich ein Sprechtraining gönnen, wie hier schon häufiger empfohlen wurde. Meine Lesungen hielten sich bisher in überschaubaren Grenzen, aber ein paar Stunden mit einer Sprechtrainerin gönne ich mir immer mal wieder. Da sie zudem Regisseurin ist, hilft sie mir auch bei der Szenenauswahl.

Wenn man das nicht möchte, sollte man den Text zumindest einige Mal laut gelesen und möglichst auch zwischendurch aufgenommen haben. Einige Fehler fallen einem dann schon von ganz allein auf.
Außerdem geht es mir so: je häufiger ich den Text laut gelesen habe, desto seltener verspreche ich mich.

Liebe Grüße
Uschi

#31
KristinaS

KristinaS
  • 66 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11
Hallo, ui, noch mal so viele Antworten, vielen Dank! Sorry, ich war ein paar Tage nicht hier, da verliert man leicht den Überblick. Danke für die Links zu den Übungen! Zum Thema Ausdruck - genau das hatte ich vor. Ausdrucken, am besten in tastbarem Großdruck, damit auch das miese Licht nicht alles vor den Augen verschwimmen lässt (ich kenne die Conräume, da ist das Licht immer irgenwie mies). Das Buch liegt ja schick und schön neben mir, versehen mit dem Aufkleber "Nimm mich mit, ich will in dein Regal". Buch - zum Angucken und Rumzeigen ja, aber niemals zum Vorlesen.
"Sage nicht alles, was Du weißt - aber wisse, was Du sagst!" (Seneca)

#32
KristinaS

KristinaS
  • 66 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11
Es wird tatsächlich akut, ich habe meinen ersten Lesungstermin. Super, jezt mach ich mir fast in die Hose. :s09 Aber immerhi hab ich noch bis zum 29. mai Zeit, mir was auszusuchen, womit ich eine halbe Stunde Lesezeit füllen kann.
"Sage nicht alles, was Du weißt - aber wisse, was Du sagst!" (Seneca)

#33
(BettinaSZ)

(BettinaSZ)
Hallo, Ich muss auch noch kurz etwas zu Deiner Frage schreiben, vielleicht hilft es Dir ja auch ein bisschen. Anfangs habe ich mich auch strikt an meine Textstellen gehalten und fand das kam nicht gut an. Da ich schon viele Lesungen hinter mir habe, hatte ich natürlich die Möglichkeit mein Publikum zu beobachten. Heute merke ich sofort wenn ich meine Zuhörer langweile. Dann breche ich ab, erzähle und gehe zum nächsten Lesetext. Diese Erfahrung wirst Du mit der Zeit sicher auch machen. Heute habe ich mich viel aufs freie Erzählen verlegt. Dazu ackere ich mein Buch drei Tage vorher noch mal richtig durch. Ich suche mir dazu drei bis vier verschiedene Textstellen, die irgendwie den Roman zusammenhalten und Spannung aufbauen. Sie dürfen auch nicht zu lang sein. Zu Beginn führe ich meine Zuhörer mit Erzählen in die Geschichte ein, bis ich zu der Stelle komme, die ich lese, danach führe ich meine Zuhörer wieder frei redend weiter durch das Handlungsgeschehen bis zur nächsten Lesestelle. Sehr wichtig ist langsam und laut und betont dabei sprechen, dann klappt es schon! Aber vielleicht hast Du Deine Lesung ja schon mit Bravour absolviert. Liebe Grüße Bettina :s09

#34
Diana I

Diana I
  • 586 Beiträge
  • Dabei seit 22.02.12
Liebe Bettina, danke für deinen Post. Wir haben am Donnerstag unsere erst Lesung, und da hab ich mir natürlich den Thread nochmal angeschaut. Wir halten es so ähnlich wie du: 3 maximal 10 minütige Textstellen, die wir erzählend verbinden. Da wir zu zweit lesen, haben wir vor allem Dialogstellen ausgesucht. Am Anfang flechten wir noch Bilder ein, zwischendrin - 'zum Aufwecken' - unserern Trailer. Mal sehen, wie's wird. LG Diana