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Vormerker? Erstauslieferung? Was heißt das?


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9 Antworten zu diesem Thema

#1
Christiane

Christiane
  • 570 Beiträge
  • Dabei seit 29.08.10
"Was man sich nie zu fragen traute" - das passt irgendwie, deshalb packe ich meine Anfängerfrage mal hier hin: Für mein zweites Buch, das 2012 erscheint, hat mir die Lektorin jetzt erfreut gemeldet, dass es mit "5.000 vorgemerkten Exemplaren in die Erstauslieferung geht". Aber was heißt das? 5.000 war auch die Auflage bei meinem ersten Buch (Frauenunterhaltung nenne ich es mal in Ermangelung eines besseren Wortes). Das war damals die 1. und 2. Auflage zusammen. Diesmal scheint es die erste Auflage zu sein? Und warum freut sich die Lektorin, denn georderte Exemplare sind doch noch lange keine verkauften? Oder wie? Christiane, ahnungslos und dankbar für Aufklärung

#2
MelanieM

MelanieM
  • 11.773 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07
Die Vormerker sind die Bücher, die vom Buchhandel bestellt wurden, damit sie in der Buchhandlung ausgelegt werden. Je mehr Vormerker, in desto mehr Buchläden liegt das Buch und ist für die Kunden sichtbar. Die Erstauflage wird anhand der Vormerker kalkuliert. Deshalb sind die Vormerker so wichtig. Viele Vormerker = hohe Startauflage, niedrige Vormerker = geringe Startauflage. Da es noch immer so ist, dass ein Buch sich dann verkauft, wenn es im Buchhandel liegt, sind hohe Vormerker die halbe Miete. Ob 5000 nun viel oder wenig sind, hängt immer vom Genre und dem Standing des Autors ab. Außerdem steigen die Vormerker bis zum Erscheinungstermin meist noch an. Gruß, Melanie

#3
Charlie

Charlie
  • 12.862 Beiträge
  • Dabei seit 02.09.05
Ich bin froh, dass diese Frage hier mal gestellt wird, denn ich kapiere das ganze System auch ueberhaupt nicht. Ich habe auch gesagt bekommen, dass meine Vormerker Anlass zur Freude waeren, aber ich traue mich ueberhaupt nicht, mich zu freuen, weil ich - genau wie Melanie hier erklaert - denke, das kann sich doch alles noch aendern (Buch erscheint erst im Februar). So wie theoretisch noch Vormerker dazukommen koennen, koennen doch auch noch welche zurueckgezogen werden, oder sehe ich das falsch? Moechte keinen Tag vor dem Abend loben. Und dann hat mir noch mal jemand erklaert: Wenn die Vormerker schlecht sind, wird's dem Verlag angelastet - wenn die Vormerker gut sind, das Buch sich aber als Ladenhueter erweist, dem Autor. Hat einer eine Ahnung, ob das stimmt? (Vielleicht hat mir das auch nur einer erzaehlt, um mich zu troesten, weil meine Vormerker sonst immer nicht so klasse waren ...) Waere toll, wenn sich dieser Thread zu einer Art Anleitung "Vormerker for Dummies" entwickeln wuerde, da es mir sehr peinlich ist, die Zustaendigen (Agent, Verleger) zu fragen, die offenbar alle annehmen, ich muesste da Bescheid wissen. Herzliche Gruesse von Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 


#4
Christiane

Christiane
  • 570 Beiträge
  • Dabei seit 29.08.10
Das mit der Schuldzuweisung im Fall eines Flops macht Sinn: Denn die Händler, die das Buch einkaufen, haben es ja nicht gelesen, sondern gehen nach Titel, Cover und Klappentext. Das kommt in der Regel vom Verlag. Wenn die Leser es dann aber liegen lassen, liegt die Vermutung nahe, dass der Autor gepatzt hat. (Was zu beweisen wäre...) Danke jedenfalls, bin schon ein kleines bisschen schlauer. Christiane

#5
Andrea S.

Andrea S.
  • 6.766 Beiträge
  • Dabei seit 10.01.07
Wird ein Buch von den Vertretern mit großem Engagement (Spitzentitel) in den Markt gedrückt, sind die Vormerker erfreulich hoch. Der Tag der Wahrheit kommt mit der Auslieferung: Nimmt die Leserschaft das Buch ab, gibt es Nachbestellungen, die dann höher als die Vormerker sind. Verweigert die Leserschaft den Kauf, gibt es Remittenden, die dann die ausgelieferten Bücher treffen. Bei hoher Rücksendung können die Verkaufszahlen weit unter den Vormerkern liegen. Flop! Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle


#6
Charlie

Charlie
  • 12.862 Beiträge
  • Dabei seit 02.09.05
Danke, Andrea! Das macht zwar nicht gerade Mut, kratz aber die rosarote Farbe von der Brille. Alles Liebe von Charlie

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 


#7
PeterH

PeterH
  • 162 Beiträge
  • Dabei seit 04.09.08
Also, Iris und mir wurden kürzlich die Vormerker für die Taschenbuchausgabe unserer Goldspinnerin mitgeteilt und der Verlag war recht zufrieden. Und da waren noch nicht mal die Supermärkte und der Bahnhofsbuchhandel dabei. Allerdings ist meine Freude auch noch etwas verhalten wegen der schon von Andrea erwähnten Remittenden mit denen man ja rechnen muß.

#8
Thomas Elbel

Thomas Elbel
  • 61 Beiträge
  • Dabei seit 26.10.11
Zu dem Thema eine kleine Ergänzung: Vormerker heißen wohl auch die professionellen Rezensenten, die ein Rezensionsexemplar geordert haben. Diese Doppeldeutigkeit hat mich nämlich neulich verwirrt, als das Piper Marketing mir mitteilte, mein Buch hätte schon dreißig Vormerker und ich etwas depressiv dachte: "Nur dreißig? Müssten doch hunderte sein?!"
Ich sah Skiteams glitzern vor dem Tannhäuser Tor.

#9
IlonaS

IlonaS
  • 697 Beiträge
  • Dabei seit 14.08.13
Hach, ihr seid gut! :)   Gerade wollte ich das fragen, denn ich bekam die Nachricht des Verlags, es wären jetzt schon, ein halbes Jahr vor dem Erscheinungstermin, soundsoviele Vormerker eingegangen. Leider sagte mir das nun gar nichts, aber dank euch, weiß ich nun, was gemeint ist.

#10
SabineB

SabineB
  • 1.149 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Hallo, ich holen das Thema noch mal nach oben. Bei meinem Jugendbuch, das am 1.Dezember erscheint, sind es rund 1000 Vormerker. Meine Lektorin sagt, das läge im Durchschnitt, aber mir kommt das wahnsinnig wenig vor. Mag jemand aus dem Jugendbuchbereich mal seine Zahlen nennen, gerne auch per PN. Danke Sabine