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Tatort - Preis des Lebens, So., 25.10.

Tatort Dilemma Menschenrechte

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42 Antworten zu diesem Thema

#41
BarbaraMM

BarbaraMM
  • 1.348 Beiträge
  • Dabei seit 17.01.11

Ich finde es große Klasse, wie hier in der Diskussion die Frage des Verhältnisses von Vorhersehbarkeit und Spannung diskutiert wurde. Und okay, ich habe zwar kritische Fragen gestellt ...

 

Klar, fragt man sich, "wie konnten die das Kind entführen" und "warum hockt der zweite Täter ohne Handschellen im Auto". Das ist dann aber nicht mehr wichtig,

... aber das heißt ja nicht, dass ich nicht auch gespannt war und gepackt und mit Bootz mitgefiebert habe und um ihre Freundschaft gezittert. Also kommt jetzt schon wieder Spannung auf: wie meistern sie den "Riss"?

Beste Grüße, Barbara


Jedenfalls bleibt die Tatsache, dass es im Leben nicht darum geht, Menschen richtig zu verstehen. Leben heißt, die anderen misszuverstehen ... Daran merken wir, dass wir am Leben sind: wir irren uns. (Philip Roth)

#42
UlrikeS

UlrikeS
  • 1.930 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

So, endlich auch mal Zeit gefunen, ihn zu sehen.

Mir hat er gut gefallen. Eine kleine Ungenauigkeit fand ich - wie konnte Lannert im Showdown so schnell wissen, wo Mendt und Bootz (Gärtnerei) sind? Aber vielleicht war mir nur etwas entgangen.

 

Ob klassischer Krimi oder vielleicht doch eher ein Thriller - dieser Film lebt unheimlich von der Atmosphäre. Stuttgart ist unendlich trostlos, überall Baustellen, Schneeregen, alles ist grau. Die Einzigen, die etwas fröhlicher aussahen, waren die Partyfreunde von Maja (und sie selber, immer wieder, nettes Kind). Also: Setting fand ich klasse. Das Erzähltempo war (trotz aller Spannung) ruhig, man konnte sich gut auf die moralische Frage konzentrieren. Gleich am Anfang die Entführung des Vergewaltigers - fand ich nicht schlimm. Ich sehe mir oft dramatische Serien an, Homeland z.B., dagegen war das pillipalle. Aber ich sehe sonst so gut wie nie Tatort. Daher waren mir auch die Ermittler nicht bekannt, aber weiter oben sagte jemand, Bootz wäre derjenige, der sonst immer den moralischen raushängen lässt. Dann ist es natürlich klasse, wenn er in diesem Konflikt ist und ja: ich hatte es auch so gesehen, dass er nicht nur für seine Tochter sich die Waffe an den Hals hält.

Vorhersagbarkeit spricht nicht unbedingt gegen Spannung - da die ganze Zeit ja auch unklar ist, WIE das Kind gerettet wird, welche Opfer auf dem Weg bis zur Rettung gebracht werden müssen, ob der 2. Vergewaltiger geopfert wird (Verherrlichung von Selbstjustiz passt aber nicht zum Tatort), etc. etc. Und das in diesem trostlosen Setting, das einem die ganze Zeit suggeriert, wie scheiße das Leben ist und das nichts gut endet. Wenn in jeder Szene eine unbeantwortete Frage ist, vergisst man als Zuschauer, dass im großen Plotbogen die Fragen längst beantwortet sind. So tickt das Hirn - siehe Titanic, wo man eigentlich genau weiß, dass Kate überlebt und Leonardo sterben wird. Aber man vergisst die Rahmenhandlung, wird durch viele kleine und große Fragen und Handlungen abgelenkt.

Und so ähnlich tickte auch dieser Tatort.

Großes Kompliment, Holger!!

 

LG Ulrike



#43
Mascha

Mascha
  • 3.440 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Mich stören Sachen wie das Schärfen verpixelter Bilder, die real nicht möglich wären, überhaupt nicht, so lange sie im Rahmen der Erzählung glaubwürdig bleiben, und mir als Laie erscheint so eine Technik durchaus möglich, auch wenn ich sie nicht kenne.

Laserpistolen dagegen würde ich im Krimi nicht, wohl aber in der Science Fiction akzeptieren. Die Aussetzung des Unglaubens passt sich ans Genre an.


Bearbeitet von Mascha, 08.11.2015 - 14:24,