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Verlust des KSK-Schutzes


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40 Antworten zu diesem Thema

#1
Ruth

Ruth
  • 1.779 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.07

Ihr Lieben,

 

was passiert eigentlich (bzw. was muss ich tun?), wenn ich das Mindesteinkommen, das die KSK verlangt, nicht mehr erreiche? Es gibt ja sechs Jahre lang den "Welpenschutz", wenn man Berufsanfänger ist. Der greift bei mir aber leider nicht mehr. 

 

Ich habe von einer Kollegin, bei der die KSK eine Prüfung vorgenommen hat, gehört, dass ihr rückwirkend die Rentenansprüche aberkannt wurden, ohne dass sie allerdings ihre Beiträge zurückgezahlt bekommen hätte. Wie es mit der Krankenversicherung war, weiß ich nicht. 

 

Bei mir ist momentan nicht abzusehen, dass ich wieder über die Grenze rüber komme. Muss ich mich jetzt abmelden? Droht mir dadurch eventuell eine Prüfung der letzten Jahre? 

 

Wer weiß Rat?

 

Danke im Voraus und liebe Grüße,

 

Ruth



#2
HeikeF

HeikeF
  • 1.091 Beiträge
  • Dabei seit 22.02.12

Hallo Ruth,

 

das ist blöd!

Um drinzubleiben gibt es nur die Möglichkeit, das Einkommen zu erhöhen oder sich in einer anderen Sparte anzumelden, um wieder in die Berufsanfangsphase zu rutschen. Eine Alternative wäre vielleicht auch noch, das Einkommen durch Lektorat aufzustocken, Lektoren sind ja auch über die KSK versichert.

 

Die Rentenansprüche, die man dort sammelt bei geringem Einkommen, sind ja so gering, das ist nicht das Hauptproblem, das liegt eher in der Notwendigkeit der Krankenversicherung allgemein. Falls Du verheiratet bist, kommst Du ja kostenlos in die Familienversicherung Deines Mannes. Und wenn Du solo bist: Irgendwovon musst Du ja leben, von daher könnte die Versicherung auch über einen Nebenjob laufen. Bist Du im VS oder Selfpublisherverband? Dort könntest Du Dich auch beraten lassen. Auch die Arbeitsagenturen müssten eigentlich dazu etwas sagen können und wenn man sich arbeitslos meldet, zahlen sie ja auch die Krankenversicherung.

 

Nachtrag: Gerade bei freien Musikern zieht sich das mit Anmelden von der KSK, kurz darauf wieder Abmelden und arbeitslos melden über mehr als zehn Jahre hin. Das kennen die schon.

 

LG
Heike


Bearbeitet von HeikeF, 23.02.2016 - 11:49,


#3
Ruth

Ruth
  • 1.779 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.07

Liebe Heike,

 

hab vielen Dank für deine Antwort. Ich bin verheiratet, würde also wieder über meinen Mann in die Familienversicherung rutschen. 

 

Ich bin vom Kinderbuch zur Erwachsenenliteratur gewechselt. Leider betrachtet die KSK das nicht als Neuanfang, durch den man dann wieder in den Genuss des "Welpenschutzes" kommt. Ich habe extra nachgefragt.

 

Zum Musiker oder bildenden Künstler werd ich in diesem Leben wohl eher nicht mehr … 

 

Liebe Grüße,

 

Ruth



#4
CorneliaL

CorneliaL
  • 2.671 Beiträge
  • Dabei seit 04.10.09

Liebe Ruth,

 

du sprichst von 6 Jahren Welpenschutz. Ich kenne nur 3 Jahre. (So ist das zumindest bei mir und ich hab diese Zahl auch schon von anderen Autoren gehört.)

 

Allerdings wundert es mich schon ein bisschen, dass du als Autorin von Erwachsenenliteratur nicht über die 3.900 im Jahr kommst. Hast du keinen Verlag, keine Einkünfte, oder sind die - wegen Kleinverlag - so gering?

 

LG Cornelia



#5
AndreasE

AndreasE
  • 1.889 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Ich habe von einer Kollegin, bei der die KSK eine Prüfung vorgenommen hat, gehört, dass ihr rückwirkend die Rentenansprüche aberkannt wurden, ohne dass sie allerdings ihre Beiträge zurückgezahlt bekommen hätte. 

 

Oh, toll. Sprich, gerade die, die am dringendsten auf Hilfe angewiesen sind, werden auch noch vom Staat ausgeraubt.  >:(


Bearbeitet von AndreasE, 23.02.2016 - 14:32,


#6
Evelyne

Evelyne
  • 164 Beiträge
  • Dabei seit 29.04.15

Liebe Ruth,

ich würde mal bei der KSK anrufen, die sind sehr nett am Telefon. Ich glaube mich nämlich zu erinnern, dass man innerhalb von vier oder fünf Jahren einmal unter die Grenze von 3900 Euro rutschen kann darf, ohne die Versicherung zu verlieren.

Viel Glück

Evelyne


Bearbeitet von Evelyne, 23.02.2016 - 15:19,

www.laye.org


#7
Rudi

Rudi
  • 866 Beiträge
  • Dabei seit 01.05.06

 

Ich habe von einer Kollegin, bei der die KSK eine Prüfung vorgenommen hat, gehört, dass ihr rückwirkend die Rentenansprüche aberkannt wurden, ohne dass sie allerdings ihre Beiträge zurückgezahlt bekommen hätte. 

 

Oh, toll. Sprich, gerade die, die am dringendsten auf Hilfe angewiesen sind, werden auch noch vom Staat ausgeraubt.  >:(

 

Holt man sich später im Alter über die Sozialhilfe ja wieder ;)
Makaber, ich weiß, aber ist ja so. Denn selbst wenn die Ansprüche bestehen bleiben würden, wäre kaum zu erwarten, bei solch kleinen Rentenbeiträgen später eine Rente zu erhalten, die über der Grundsicherung liegt.


Bearbeitet von Rudi, 23.02.2016 - 16:11,

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#8
Lisa

Lisa
  • 1.553 Beiträge
  • Dabei seit 14.11.06

Allerdings wundert es mich schon ein bisschen, dass du als Autorin von Erwachsenenliteratur nicht über die 3.900 im Jahr kommst. Hast du keinen Verlag, keine Einkünfte, oder sind die - wegen Kleinverlag - so gering?

 

 

Liebe Cornelia,

Ruth schreibt ja, dass sie vom Kinderbuch in den Erwachsenenroman gewechselt hat. Sie schreibt in der E-Sparte und dort werden Manuskripte in der Regel erst von Verlagen gekauft, wenn sie komplett fertig sind. Und die meisten E-Autoren brauchen im Schnitt 2 bis 3 Jahre, bis sie mit einem Roman fertig sind. In dieser Zeit haben sie Einkünfte aus Lesungen, sofern sie bereits ein Buch draußen haben (was bei Ruth ja nicht der Fall ist) oder durch Stipendien (die wiederum aber nicht von der KSK als Gewinn anerkannt werden). So kann man als AutorIn für Erwachsenenliteratur schon mal schnell für 2 bis 3 Jahre unter die 3900 Euro rutschen.

 

Liebe Grüße

Lisa


Neu: "Max und die Wilde Sieben - Die Drachenbande" (Kinderbuch ab 8, Oetinger) www.lisamariedickreiter.de


#9
CorneliaL

CorneliaL
  • 2.671 Beiträge
  • Dabei seit 04.10.09

Danke Lisa für die Erklärung. Aber was ist mit Garantiehonoraren?

 

LG Cornelia



#10
AndreasS

AndreasS
  • 842 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

Wenn Du nicht jedes Jahr ein Buch ablieferst oder verkauft bekommst, hast Du ja auch nicht jedes Jahr einen Vorschuss.

Und selbst wenn, ist immer noch die Frage, wie hoch er ist.



#11
AndreasG

AndreasG
  • 1.168 Beiträge
  • Dabei seit 16.09.07

Wenn Du nicht jedes Jahr ein Buch ablieferst oder verkauft bekommst, hast Du ja auch nicht jedes Jahr einen Vorschuss.

Und selbst wenn, ist immer noch die Frage, wie hoch er ist.

 

Zumal es in der E-Literatur üblich ist, Texte erst anzubieten, wenn sie fertig sind. Es kann also auch passieren, dass man am Ende gar nichts kriegt.

 

Andreas


"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018


#12
Lisa

Lisa
  • 1.553 Beiträge
  • Dabei seit 14.11.06

Danke Lisa für die Erklärung. Aber was ist mit Garantiehonoraren?

 

 

Ein Garantiehonorar bekommst du als AutorIn doch erst, wenn du dein Manuskript - egal, welche Sparte - an einen Verlag verkauft hast! Und das geht in dem Bereich, in dem Ruth schreibt, wie gesagt in der Regel (besonders als Debütantin) erst, wenn das Manuskript fertig ist. Das heißt, es kann sein, dass Ruth in zwei Jahren ein feines Garantiehonorar bekommt, nur nutzt ihr das jetzt eben nichts. Sie braucht ja erstmal die Zeit zum Schreiben. 


Neu: "Max und die Wilde Sieben - Die Drachenbande" (Kinderbuch ab 8, Oetinger) www.lisamariedickreiter.de


#13
AndreasS

AndreasS
  • 842 Beiträge
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Da hab ich mir ja, ohne es zu wissen, ein wenig Luft verschafft. Vor ein paar Jahren (muss ich direkt mal nachsehen, wann das war) hatte ich nämlich die Sparte von Journalist auf Schriftsteller umgestellt.

Wenn ich das hier richtig verstehe, läuft die "Schutzfrist" damit noch mal neu an?



#14
Gerswid

Gerswid
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  • Dabei seit 20.03.06

Also dieser "Welpenschutz" in der KSK gilt nur für drei Jahre. Und dann darfst du innerhalb von 5 Jahren (oder sind es 4?) einmal unter die Grenze von 3900€ rutschen. 

Aber wenn du doch familiensichert sein kannst, Ruth, dann hast du doch eigentlich nichts zu verlieren und könntest ruhig aus der KSK austreten. Und wenn du die Grenze dann durch höhere Einnahmen wieder überschreitest, dann trittst du eben wieder ein. Das ist auf jeden Fall besser, als wenn sie dann doch einmal kontrollieren und feststellen, dass du zu lange unter dem Grenzwert warst und  dann evtl. doch etwas nachzahlen musst.

 

LG Gerswid



#15
Ruth

Ruth
  • 1.779 Beiträge
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Ja, liebe Gerswid, 

 

das klingt eigentlich ganz vernünftig. Ich werde mich einfach erkundigen, wie so ein On-Off-Modus normalerweise gehandhabt wird. Es kann ja nicht sein, dass ich die einzige mit diesem Problem bin. 

 

Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend euch allen,

 

Ruth



#16
Karina

Karina
  • 581 Beiträge
  • Dabei seit 04.01.09

Vor ein paar Jahren (muss ich direkt mal nachsehen, wann das war) hatte ich nämlich die Sparte von Journalist auf Schriftsteller umgestellt.

Wenn ich das hier richtig verstehe, läuft die "Schutzfrist" damit noch mal neu an?

Da wäre ich mir nicht so sicher. Es gibt ja vier Sparten in der Künstlersozialkasse: Musik, Darstellende Kunst, Bildende Kunst und Wort. Du hast lediglich innerhalb von Wort den Schwerpunkt verändert, das dürfte keine Verlängerung der "Schutzfrist" bewirken, sicher bin ich mir aber nicht. Wenn es aktuell wird, würde ich bei der KSK sicherheitshalber nachfragen.


Unser Gefühl weist uns immer das richtige Licht für unserer Lebensträume ...

und unser Verstand prüft die Machbarkeit!


#17
SabineB

SabineB
  • 1.284 Beiträge
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Hallo,

 

ein kurzer Hinweis zu der Befürchtung, geprüft zu werden.

Ja, die Befürchtung ist absolut berechtigt.

 

Die KSK hat vor einigen Jahren die Rentenversicherungsanstalt damit beauftragt, die Prüfungen flächendeckend vorzunehmen.
Ich kenne zwar nur die Seite der Zahlenden (weil ich Veranstalterin bin), aber da kriegen die wirklich jeden über Kurz oder Lang.

 

Liebe Grüße

Sabine



#18
Hannah Simon

Hannah Simon
  • 1.988 Beiträge
  • Dabei seit 13.09.05

Ja, liebe Gerswid, 

 

das klingt eigentlich ganz vernünftig. Ich werde mich einfach erkundigen, wie so ein On-Off-Modus normalerweise gehandhabt wird. Es kann ja nicht sein, dass ich die einzige mit diesem Problem bin. 

 

Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend euch allen,

 

Ruth

 

Liebe Ruth,

 

ja, stimmt, da bist Du absolut nicht die Einzige! Jetzt, wo Du das hier so erwähnst, merke ich, dass ich auch in diese Kategorie falle. Nur, dass ich nicht bei meinem Mann familienversichert sein kann, falls ich aus der KSK austreten muss ... Ich wusste so im Hinterkopf, dass ich durch die Elternzeit - zwei Mal - diesen Welpenschutz noch genieße; aber es dürfte gerade der Zeitpunkt gekommen sein, zu dem diese Zeit um ist. 

 

Danke für's hier Fragen, denn ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass die sich nicht von alleine bei mir melden.

Oder mir einfach nur ein Selfie mit einem Den-Vogel-zeigenden Mitarbeiter schicken, wenn ich meine Schätzung für das Jahreseinkommen abgebe.

 

Ich werde dann wohl auch mal dort anrufen, hmpf.

Liebe Grüße!

Hannah


Was wäre, wenn du allergisch gegen Glück wärst - und dich dann verliebst? "Felix", FVA 2015, ISBN 978-3-627-00213-8

 

www.hannahsimon.de


#19
HeikeF

HeikeF
  • 1.091 Beiträge
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Wobei ich mich frage: Wenn man die Chance einer Familienversicherung hat, ist die KSK doch sowieso die schlechtere Variante, wenn man nicht genug Geld verdient. Dann zahlt man zu viel, bekommt deutlich mehr Leistung, wenn man das ganze Geld, das man in die KSK gesteckt hätte, in eine private Rentenversicherung steckt. Sonst kommt man für eine Krankenversicherung auf, die man eigentlich kostenlos bekäme. Da hat man doch nichts von.

 

LG
Heike



#20
Gerswid

Gerswid
  • 531 Beiträge
  • Dabei seit 20.03.06

Ja, Heike, das sehe ich auch so. Der Sinn, in die KSK einzutreten, bei bereits bestehender oder möglicher Familienversicherung erschließt sich mir eigentlich auch nicht. Denn dann zahlt man ja Beiträge für die Krankenversicherung doppelt, die im Grunde bereits durch die Familienversicherung abgedeckt sind. 

Aber die KSK wird dann  zu einer Pflichtversicherung, wenn der Gewinn aus literarischer Tätigkeit über 3900€ liegt. 

 

LG Gerswid