Inhalte aufrufen

Profilbild

Als Autor aus dem Ausland arbeiten!?

Auswandern Leben im Ausland Arbeiten in Deutschland

  • Zum Antworten bitte anmelden
6 Antworten zu diesem Thema

#1
Regine

Regine
  • 47 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Hallo Ihr Lieben,

 

seit einiger Zeit überlege ich, wie es wäre, nach Frankreich auszuwandern. Hat jemand von euch vielleicht Erfahrungen damit, welche beruflich-organisatorischen Folgen das hat, wenn man im Ausland lebt, aber für Verlage in Deutschland arbeitet?

 

Ich bin hauptberufliche Autorin und in der KSK. Da müsste ich wahrscheinlich raus, wenn ich in Frankreich leben würde, oder? Wo müsste ich Steuern zahlen? Welchen Umsatzsteuersatz würde ich dann auf Rechnungen angeben? Den französischen oder den deutschen? Hätte es irgendwelche Nachteile für meine Kunden (Verlage) in Deutschland? 

 

Ich würde mich wirklich RIESIG freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte!

TAUSEND DANK SCHON IM VORAUS!

 

Ganz herzlich grüßt euch 

Regine


Bearbeitet von Regine, 24.08.2016 - 15:06,


#2
GesineS

GesineS
  • 304 Beiträge
  • Dabei seit 13.05.13

Liebe Regine,

 

Du könntest Petra van Cronenburg fragen. Sie wohnt im Elsass und hat in ihrem sehr lesenswerten Blog auch mal über Steuerbestimmungen geschrieben, meine ich.

https://cronenburg.blogspot.de/

 

LG

Gesine



#3
Elli

Elli
  • 1.823 Beiträge
  • Dabei seit 01.09.08

Soweit ich weiß wohnt unser Andreas auch in Frankreich.


Bearbeitet von Elli, 24.08.2016 - 15:40,

Autorenseite | Google+ | Wolf Magazin

Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet. (J. W. Goethe)


#4
Susann

Susann
  • 1.966 Beiträge
  • Dabei seit 21.01.07

Hallo Regine,

 

das wird soweit ich weiß mit den Vereinbarungen bezüglich Doppelbesteuerungsabkommen geregelt. Vielleicht findest du hier, was du suchst:

http://www.bundesfin...frankreich.html

Ansonsten mal nach 'Doppelbesteuerungsabkommen Frankreich' suchen.

 

Krankenkasse könnte auch noch ein Problem werden. Ich weiß nicht, ob man in einer deutschen Kasse bleiben kann, wenn man seinen Hauptwohnsitz im Ausland hat.

 

Viele Grüße

Susann


Bearbeitet von Susann, 24.08.2016 - 15:47,

Eat the frog in the morning (Mark Twain)


#5
UlrikeR

UlrikeR
  • 304 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.09

Hallo Regine,

 

ich wohne zwar nicht in Frankreich, sondern in den USA, aber ich hab auch diese Doppelsteuerbescheinigung,  d.h. ich zahle nur Steuern, wo ich wohne. Das ist eigentlich alles. In die deutsche  Versicherung kannst du dann sicher nicht mehr, denn die ist ja sicher wohnortsgebunden.

Ansonsten ist es auch nicht groß anders, als ein deutscher Autor in Deutschland, geht ja eh alles per Internet. Höchstens die Zeitdifferenz beim Telefonieren und  dass du einen längeren Anreiseweg für Buchmessen usw. hast.  ;D  Aber Frankreich ist ja ein Katzensprung.  :)  Lebt nicht auch Nina George in Frankreich?


www.ulrikerylance.com

 

"Penny Pepper 4  - Tatort Winterwald", dtv junior, Oktober 2016


#6
AndreasE

AndreasE
  • 1.796 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Ich bin hauptberufliche Autorin und in der KSK. Da müsste ich wahrscheinlich raus, wenn ich in Frankreich leben würde, oder? Wo müsste ich Steuern zahlen? Welchen Umsatzsteuersatz würde ich dann auf Rechnungen angeben? Den französischen oder den deutschen? Hätte es irgendwelche Nachteile für meine Kunden (Verlage) in Deutschland? 

 

In Frankreich wird man als Autor Pflichtmitglied in der AGESSA, der französischen Künstlersozialversicherung.

Steuern zahlen muss man in der EU grundsätzlich dort, wo man lebt (der berühmte "Lebensmittelpunkt"), das wäre also auch in Frankreich. Praktisch geht das so, dass man sich mit einem kleinen Brief beim örtlichen Finanzamt vorstellt, damit die einem eine Steuernummer zuteilen. Die Einkünfte eines Schriftstellers müssen als BNC versteuert werden, als bénéfices non commerciaux (das wird einem aber in einem Dossier erklärt, das man zugeschickt bekommt).

Umsatzsteuer gibt man keine mehr an, denn Umsatzsteuer verbleibt immer in dem Land, in dem sie anfällt (der Verrechenbarkeit wegen). D.h. der deutsche Verlag muss die Umsatzsteuer selber abführen. Das sind Verlage aber gewohnt, schließlich stammt ein großer Teil der Texte aus dem Ausland und muss auch dorthin bezahlt werden.

 

Nachteile gibt es keine. Es ist eines der wesentlichen Prinzipien der EU, dass man als EU-Bürger keine steuerlichen Nachteile davon haben darf, in einem anderen Land der EU zu leben. Das funktioniert auch.

 

Steuern spart man allerdings keine dadurch, dass man in Frankreich lebt; die Abgaben sind insgesamt eher höher als in Deutschland. Das muss es einem halt wert sein …  ;-)



#7
IlonaS

IlonaS
  • 606 Beiträge
  • Dabei seit 14.08.13

Wie Ulrike lebe ich in den USA, was ein bisschen anders ist, als wenn du in der EU bleibst. Wie schon von den Vorrednern angesprochen, zahlst du Steuern dort, wo du lebst (und die Leistungen des Staats in Anspruch nimmst). Spezifisches zu Frankreich kann ich nicht bieten, aber etwas zur Ergänzung:

 

Als Autor kannst du die Freistellung von den deutschen Umsatzsteuern bei dem Bundesfinanzamt beantragen, dazu brauchst du den Verlagsvertrag und den Nachweis, dass du in dem anderen Land tatsächlich Steuer zahlst. (Geht also erst nach mindestens einem Jahr). Die Freistellung gilt für drei Jahre und muss für jedes Buch und Verlag neu beantragt werden. (Ein Hoch auf die deutsche Bürokratie). Solltest du USt gezahlt haben, dann kannst du über diesen Freistellungsantrag den Betrag zurückbekommen.

 

Als Alternative gibt es das KMV, das Kontrollmeldeverfahren, das bei Umsätzen unter 5500 Euro angewendet werden kann. Dazu braucht der Verlag nur deine ausländische Steuernummer.

 

Wenn du einen Agenten bezahlst, ist die Sache mit der USt schwieriger, wie man die zurückbekommt, habe ich noch nicht herausgefunden. Vielleicht weiß das einer?


Bearbeitet von IlonaS, 27.08.2016 - 18:39,