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Klassische Fehler von Erstautoren


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40 Antworten zu diesem Thema

#1
Anni Bürkl

Anni Bürkl
  • 3.292 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Bin nicht sicher, ob ich das hier so verlinken darf.

Ich habe neulich gesammelt, welche Fehler von Erstautoren mir einfallen.

Wie finde ich einen Verlag für mein erstes Buch?
+ Klassische Fehler von Autoren bei ihrem ersten Roman:

http://www.einbuchsc...rstes-buch.html

 

Auszug:

 

  1. Die Geschichte wird zu schnell erzählt. Nach 20 Seiten (oder 50) ist alles zu Ende.
  2. Die Geschichte wird zu langsam erzählt. Sie geht endlos nicht los, es gibt keinen Konflikt.
  3. Die Figuren sind zu gut, einfach nur gut, dazu sind sie noch wunderschön und haben generell absolut keine Fehler. Nicht einen einzigen.
  4. Es fehlt die Spannung. Das Pulver wird entweder zu früh verschossen oder gar nicht. Es gibt überhaupt keine offenen Fragen, die den Leser neugierig machen und zum Weiterlesen animieren würden.
  5. Die Figuren tragen keinerlei Konflikte miteinander aus. Sie stehen nur in der Handlung herum und reden (oder nicht einmal das).

 

Liebe Grüße
Anni


Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher


#2
JenniferB

JenniferB
  • 2.183 Beiträge
  • Dabei seit 17.01.11

Hmm ... ich mache nun auch schon eine ganze Weile Coachings für Schreibanfänger, aber über diese Entwicklungsstufe sind eigentlich alle schon weg, die das Geld dafür in die Hand nehmen. Und zwar schon lange ;)

Der Text klingt, als richte er sich an Erwachsene, die aufgezählten Fehler sind aber eher bei schreibenden Kindern oder Jugendlichen zu finden. Oder Leuten, die sich nie damit beschäftigt haben und auch selbst nicht lesen. Aber die buchen kein Coaching, sondern behaupten, sie könnten schreiben.

 

Ein typischer Anfängerfehler, der mir oft begegnet, ist der Badezimmeranfang. Wecker klingelt, Figur steht müde auf, sehnt sich nach Kaffee, geht aber erstmal ins Bad, um sich vor dem Spiegel zu beschreiben. Dann geht es zur Arbeit oder zur Schule und da angekommen (bei 4 von 10) oder auf dem Weg (ebenfalls bei 4 von 10), passiert dann was. Bei den restlichen zwei erst auf dem Nachhauseweg oder im nächsten Kapitel.

(9/10 frühstücken nicht, trinken aber Kaffee!)

 

Ich finde es nicht so verlockend, erstmal auf den Fehlern herumzureiten, zumal da eben schnell der Eindruck erweckt wird, dass man über diesen Punkt ohnehin längst hinweg ist.

Ich würde das Coaching eher attraktiver anbieten. "Sie würden Ihre Figuren gern noch vielschichtiger charakterisieren und lebendiger handeln lassen?" klingt einfach eher nach einem "Ja - unbedingt - mussichhaben!" als "Sie schreiben bloß lahme Pappkameraden und kriegen einfach keine glaubwürdige Charakterisierung zustande? Will das einer lesen?!"



#3
Anni Bürkl

Anni Bürkl
  • 3.292 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Naja, ich wollte einmal sammeln, was mir so unterkommt - und dass das Pulver zu schnell verschossen wird, kam ja schon mal als Buchtitel "Nach ... Seiten waren alle tot". Ich weiß nur nicht mehr, wer das geschrieben hat.

 

Aber klar, für die Coaching-Werbung wäre es natürlich anders formuliert besser. Vielleicht schmeiße ich die Werbung am Ende einfach raus.

 

Haha, das Badezimmer ist mir dafür noch nicht untergekommen, sehr lustig.


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#4
ChristineN

ChristineN
  • 1.156 Beiträge
  • Dabei seit 04.12.06

Was mir bei Texten von AnfängerInnen auffällt, ist die Belanglosigikeit und die fehlende Kraft die Geschichte voran zu treiben.

Es wird herumgeredet und herumgehandelt. So als schriebe jemand einfach drauf los, ohne selbst zu wissen, was in dem Kapitel passieren sollte, um die Geschichte voranzutreiben und am Ende wird vergessen, all das Belanglose wieder zu streichen.

Ich weiß nicht, ob es am fehlenden Plotting liegt, es gibt ja auch gute Bauchschreiber. Dieses geniale Bauchschreiben muss sich wohl erst entwickeln.

AnfängerInnen würde ich auf jeden Fall empfehlen, die Geschichte vorzuskizzieren, z.B. immer das Exposé vor Augen zu halten - oder in deinem Fall, Anni, den Coach :).

 

lg

Christine


Bearbeitet von ChristineN, 14.09.2016 - 15:18,

Spargelmorde

 

 


#5
Anni Bürkl

Anni Bürkl
  • 3.292 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Was mir bei Texten von AnfängerInnen auffällt, ist die Belanglosigikeit und die fehlende Kraft die Geschichte voran zu treiben.

Es wird herumgeredet und herumgehandelt. So als schriebe jemand einfach drauf los, ohne selbst zu wissen, was in dem Kapitel passieren sollte, um die Geschichte voranzutreiben und am Ende wird vergessen, all das Belanglose wieder zu streichen.

 

 

 

Klassisches Warmschreiben. :-) Oder eben Bauchschreiben, ja.

Und ja, das war auch bei mir eine Entwicklung.


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#6
Brunhilde

Brunhilde
  • 2.314 Beiträge
  • Dabei seit 19.02.11

Wie wäre es mit endlosen Rückblenden nach einer kurzen (Badezimmer-)einleitung? Sieht man auch oft. Nach drei, vier Sätzen geht es ab in die Vergangenheit. Wäre ja nicht ganz so tragisch, aber dabei kommt oft eben Infodump raus.

 

Muntere Perspektivwechsel sind auch beliebt, habe ich ja früher auch getan.

 

Brunhilde


www.brunhilde-witthaut.de  www.michelle-cordier.de

 


#7
Frau Klein

Frau Klein
  • 290 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13

Der gute alte vergewaltigte Prolog ... elendig lang, elendig unnütz. 

 

(Bin ich die Einzige, auf deren Bildschirm der Blogeintrag total krum und schief ist?



#8
Christa

Christa
  • 6.114 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Wie wäre es mit endlosen Rückblenden nach einer kurzen (Badezimmer-)einleitung? Sieht man auch oft. Nach drei, vier Sätzen geht es ab in die Vergangenheit. Wäre ja nicht ganz so tragisch, aber dabei kommt oft eben Infodump raus.

 

Muntere Perspektivwechsel sind auch beliebt, habe ich ja früher auch getan.

 

Brunhilde

 

Badezimmer ist ja noch harmlos - ich habe mal ein Buch gelesen, in dem der Held am Anfang tödlich getroffen um sein

Leben ringt - und dann kamen so viele Rückblenden, dass ich das Buch verzweifelt aus der Hand warf.

 

@Klarissa: Ich sehe es nicht verzerrt. Aber langer und überdehnter Prolog ist auch nix, ebenso wie ewiger Epilog.

Oder eine Geschichte, die überhaupt nicht mehr aufhören will, wenn sie eigentlich schon zu Ende erzählt ist. Da könnte

einem noch viel einfallen.

 

Christa



#9
AlexandraB

AlexandraB
  • 331 Beiträge
  • Dabei seit 22.02.12

Liebe Anni und Co,

 

die sich ebenfalls mit Text- und Schreibcoaching befassen. :-)

 

Badezimmer, Selbstbetrachtung im Spiegel und das Problem, zwar eine Idee zu haben, aber keine Handlung konstruieren zu können - das begegnet einem in der Schreibberatung immer wieder. 

​Was ich als "typisches Anfängerproblem" wahrnehme, ist der mangelnde Mut zur Lücke, sprich: Infodumping über Absätze und Seiten hinweg.

​Ich stehe voll auf das Konzept "lebenslanges Lernen", gerade beim Schreiben, und man sieht doch bei allen, die gewillt sind, an sich und ihren Texten zu arbeiten, dass sie etwas voranbringen. Und ja, die Texte, die man nach 5 Jahren oder so aus der Schublade  zieht, die will man nicht mehr mit dem eigenen Namen in Verbindung gebracht sehen. *ggg* 

​liebe Grüße, Alexandra


Propaganda als Machtinstrument. Fakten, Fakes und Strategien. Eine Gebrauchsanleitung.

 

www.alexandrableyer.at


#10
Charlie

Charlie
  • 12.865 Beiträge
  • Dabei seit 02.09.05

Was mir bei Texten von AnfängerInnen auffällt, ist die Belanglosigikeit und die fehlende Kraft die Geschichte voran zu treiben.

Es wird herumgeredet und herumgehandelt. So als schriebe jemand einfach drauf los, ohne selbst zu wissen, was in dem Kapitel passieren sollte, um die Geschichte voranzutreiben und am Ende wird vergessen, all das Belanglose wieder zu streichen.

Ich weiß nicht, ob es am fehlenden Plotting liegt, es gibt ja auch gute Bauchschreiber. 

Hört sich an wie ein Text von mir.

Obwohl mein Bauch gar nicht schreiben kann.


Bearbeitet von Charlie, 14.09.2016 - 18:15,

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 


#11
Rudi

Rudi
  • 858 Beiträge
  • Dabei seit 01.05.06
Spiegelbetrachtung ... um das Aussehen zu beschreiben. Ganz schrecklich ;) Passt bestens zum Bad.

Liebe Grüße
Rudi

P.S. Ah ... Alexandra hatte das auch schon angemerkt :)

Bearbeitet von Rudi, 14.09.2016 - 18:28,

__________________________________________________________

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#12
Anni Bürkl

Anni Bürkl
  • 3.292 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10


​Ich stehe voll auf das Konzept "lebenslanges Lernen", gerade beim Schreiben, und man sieht doch bei allen, die gewillt sind, an sich und ihren Texten zu arbeiten, dass sie etwas voranbringen. Und ja, die Texte, die man nach 5 Jahren oder so aus der Schublade  zieht, die will man nicht mehr mit dem eigenen Namen in Verbindung gebracht sehen. *ggg* 

 

 

 

 

In der Tat, ich werde rot, wenn ich an die Dinger auch nur denke ...!

Wie ging der Spruch nochmal? Manches Unglück stellt sich als Glück heraus?


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#13
Anni Bürkl

Anni Bürkl
  • 3.292 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Wie wäre es mit endlosen Rückblenden nach einer kurzen (Badezimmer-)einleitung? Sieht man auch oft. Nach drei, vier Sätzen geht es ab in die Vergangenheit. Wäre ja nicht ganz so tragisch, aber dabei kommt oft eben Infodump raus.

 

Einfach mal ALLES beschreiben. Und zwar ZU TODE. ;-)


Autorin | Ein  Buch schreiben

Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher


#14
Anni Bürkl

Anni Bürkl
  • 3.292 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

 

Badezimmer ist ja noch harmlos - ich habe mal ein Buch gelesen, in dem der Held am Anfang tödlich getroffen um sein

Leben ringt - und dann kamen so viele Rückblenden, dass ich das Buch verzweifelt aus der Hand warf.

 

 

 

 

Aber das ist doch nur der Film, der während des Sterbens abläuft! Also Christa!! ;-)


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#15
Christa

Christa
  • 6.114 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 

 

Badezimmer ist ja noch harmlos - ich habe mal ein Buch gelesen, in dem der Held am Anfang tödlich getroffen um sein

Leben ringt - und dann kamen so viele Rückblenden, dass ich das Buch verzweifelt aus der Hand warf.

 

 

 

 

Aber das ist doch nur der Film, der während des Sterbens abläuft! Also Christa!! ;-)

 

 

Das war ein Cliffhanger, an dem der Kandidat wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit hing.*gähn*



#16
Margot

Margot
  • 1.877 Beiträge
  • Dabei seit 10.09.10

Ich kann einem Schriftsteller beinahe alles verzeihen, nur wenn er mit der Dallas-Sequenz kommt (für Jüngere unter uns: Am Ende hatte Pam alles nur geträumt und Bobby kommt unbeschadet aus der Dusche), ist Schluss.



#17
Olaf

Olaf
  • 207 Beiträge
  • Dabei seit 19.07.16

 

  1. Die Geschichte wird zu schnell erzählt. Nach 20 Seiten (oder 50) ist alles zu Ende.

Volle 20 Seiten? Den Rekord hält bei mir ein etwa zehnjähriger Junge, der bei einem Workshop innerhalb von 30 min. auf einer halben Seite einen ganzen Krieg geführt hat. Es war ein ziemliches Stück Arbeit, ihn dazu zu bringen, die Schlachten ein wenig genauer zu erzählen (etwas anderes als Schlachten hat ihn nicht interessiert, er wurde wohl von seinen Eltern zum Workshop gezwungen).

 

"Interessant" war auch ein Junge, bei dem es genau entgegengesetzt lief. Er hat ein ganzes Schulheft vollgeschrieben und bestand darauf, dass er beim Vorleseabend für die Eltern die gesamte Geschichte vortragen darf. Erst nach viel Zureden und dem Hinweis, dass auch große Schriftsteller nur einen Teil lesen, damit es für die Zuhörer spannend bleibt, hat er sich auf ein Kapitel herunterhandeln lassen.


Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de


#18
AndreasH

AndreasH
  • 349 Beiträge
  • Dabei seit 18.07.10

Hm, Fehler 3, ich weiß nicht. Mich stößt inzwischen ab, dass jeder männliche Protagonist ein Alkoholproblem und eine Scheidung hinter sich hat, mit seinen Kindern nicht klar kommt und was weiß ich. (Ich übertreibe aus dramaturgischen Gründen.)

 

Bei Protagonistinnen ist mir das noch nicht so aufgefallen. Aber das muss nichts heißen.

 

Gruß

 

A


www.klippenschreiber.de

#19
ChristineN

ChristineN
  • 1.156 Beiträge
  • Dabei seit 04.12.06

Mein Erstlings-Roman hatte über 100 Seiten und war extrem autobiographisch (nach einer Krise). Ich schickte es zum Glück nur an eine Agentur. Von dort kam es zurück mit dem Vermerk: Mit sehr viel Herzblut geschrieben, aber leider als Roman aus verschiedenen Gründen nicht verkäuflich. Lassen Sie es doch selbst drucken und verschenken Sie es an Ihre Familie. Die freuen sich sicher darüber. Haha. Das hat mich so geschockt, dass ich sofort ein Paket Schreibratgeber gekauft habe. Ich denke, diesen Fehler, sich seinen Kummer von der Seele schreiben zu wollen und zu glauben, das sei schon Schriftstellerei, machen viele zu Beginn, aber es ist oft auch der Beginn einer Entwicklung,

 

lg,

Christine


Spargelmorde

 

 


#20
Yvonne

Yvonne
  • 1.798 Beiträge
  • Dabei seit 02.10.10

Mein Erstlings-Roman hatte über 100 Seiten und war extrem autobiographisch (nach einer Krise). Ich schickte es zum Glück nur an eine Agentur. Von dort kam es zurück mit dem Vermerk: Mit sehr viel Herzblut geschrieben, aber leider als Roman aus verschiedenen Gründen nicht verkäuflich. Lassen Sie es doch selbst drucken und verschenken Sie es an Ihre Familie. Die freuen sich sicher darüber. Haha. Das hat mich so geschockt, dass ich sofort ein Paket Schreibratgeber gekauft habe. Ich denke, diesen Fehler, sich seinen Kummer von der Seele schreiben zu wollen und zu glauben, das sei schon Schriftstellerei, machen viele zu Beginn, aber es ist oft auch der Beginn einer Entwicklung,

 

lg,

Christine

... oder trennt die Spreu vom Weizen. Will damit sagen: An dem Punkt entscheidet sich, wer lernen und an sich arbeiten möchte und ein Ziel vor Augen hat, oder wem die eigene Soße reicht. 

Mir ging es ähnlich wie dir, Christine. Nur dass (zum Glück) mein eigener Mann derjenige war, der mir das Manuskript um die Ohren gehauen hat. Das Resultat war das gleiche.  ;)


Neu: "Death Game" Krimi, Juli 2017

http://www.yvonnes-romanwelten.de

Mit wem das Pferd nie durchgeht, der reitet einen hölzernen Gaul (Friedrich Hebbel)