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Warum das deutsche Fernsehen sterben wird


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46 Antworten zu diesem Thema

#21
AlexanderH

AlexanderH
  • 379 Beiträge
  • Dabei seit 04.11.09

Ich glaube ein wesentlicher Faktor ist auch "nicht müssen". Wir zahlen alle GEZ-Gebühren an die Öffentlich-rechtlichen, egal was diese produzieren und ob es uns gefällt oder nicht. Es gibt kein Konsequenzen-Management im Fall schlechter Quoten oder empörter Zuschauer.

Das ist bei netflix, sky, amazon etc. anders.


Bearbeitet von AlexanderH, 03.11.2016 - 14:03,


#22
AndreasS

AndreasS
  • 710 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

Ich habe manchmal eine andere Befürchtung: dass nicht das deutsche Fernsehen sterben wird - sondern wir, während wir vor dem deutschen Fernsehen sitzen, vor Langeweile. Wenn die Verdumpfbackung des Zuschauers nur konsequent genug fortgeführt wird.

 

Natürlich sagen manche, dass sie die Glotze einfach nicht mehr nutzen. Aber was mir Angst macht, ist, dass lethargische Massen einfach immer weiter jeden Mist fressen, den man ihnen vor die Füße wirft. Man nimmt, was man kriegt. Schlimmstenfalls hält man Schlechtes für Gutes, weil man Gutes zum Vergleich ja gar nicht mehr zu sehen bekommt.

Dasselbe bei Romanen.



#23
jueb

jueb
  • 3.993 Beiträge
  • Dabei seit 01.01.06

Zwei kurze Einwürfe von mir: ich finde es gibt in Deutschland genügend richtig gute Schauspieler, die auch aus schwachen Dialogen ordentlich etwas machen. Daran liegt es, glaube ich, nicht. Meiner Meinung nach gibt es einige Beispiele für durchaus gelungene deutsche Serien, die sich auch international messen lassen können. Z.B. "Die Stadt und die Macht", "Im Angesicht des Verbrechens", "Deutschland 83". Ich glaube schon, dass das noch mehr möglich ist...

 

Herzlichst

jueb


Bearbeitet von jueb, 04.11.2016 - 18:06,

"Dem von zwei Künstlern geschaffenen Werk wohnt ein Prinzip der Täuschung und Simulation inne."&&&&Projekt MD&&"Erdbeeren & Bananen"

#24
AlexanderH

AlexanderH
  • 379 Beiträge
  • Dabei seit 04.11.09

Ich finde es ein Warnsignal, dass meine Generation, die noch mit drei Programmen aufgewachsen ist, schon nichts mehr mit Fernsehen anfangen kann. Das zieht sich durch alle meine Freunde. Bei der Generation U20 sieht es noch sehr viel finsterer aus.

 

Ich brauche Fernséhen für Nachrichten, Live-Sport und ein paar Perlen, wie Inas Nacht, Pelzig hält sich und gerne auch die Serien, die Jueb genannt hat. VIeles davon schaue ich aber schon online in Mediatheken an.

 

Kritik an Schauspielern kommt von mir nicht (ganz im Gegenteil). Nur an den Formaten die produziert werden, vor allem bei den öffentlich-rechtlichen, die (durch die Geldmaschine GEZ) sich mehr trauen könnten.


Bearbeitet von AlexanderH, 04.11.2016 - 18:48,


#25
Christa

Christa
  • 5.957 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Obwohl ich zur Fernseh-Generation gehöre, kann ich seit Jahren dort nicht mehr viel für mich finden-ich verbringe wesentlich mehr Zeit vor dem Computer als vor der "Glotze" und habe auch tatsächlich schon nebenher gebügelt. Am meisten vermisse ich die Spätfilme, alte Schinken mit Humphrey Bogart oder der Dritte Mann oder das Maisfeld-Epos, wie hieß es noch gleich? Allenfalls auf Arte, 3 Sat oder den dritten Programmen finde ich manchmal noch Kultursendungen, ja, und zwei, drei der Tatort-Schauspieler sind ja auch recht gut.

Wenn das Fernsehen stirbt, gibt es vielleicht für die Nostalgiker eine Art Antiquariats-TV? :-*


Bearbeitet von Christa, 04.11.2016 - 20:35,


#26
SusanneL

SusanneL
  • 1.699 Beiträge
  • Dabei seit 14.05.12

Christa, das geht mir ganz genauso.
Spätfilme, die alten Klassiker, wenn es sie denn geben würde, könnte ich mir allerdings nicht ansehen, weil ich Frühaufsteher bin und entsprechend früh auch wieder schlafen gehe. Vor zwei, drei Jahren hab ich mir noch so gut wie jeden Tatort angesehen, inzwischen sortiere ich ganz klar nach dem Team aus. Da gibt's noch ein, zwei, die super sind, allen voran das mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Die sind herrlich erfrischend, das tut richtig gut. Viele andere gehören mMn in die Mottenkiste.
Ich erinnere mich noch gut an den unglaublichen Tatort vor zwei (oder drei?) Jahren, ich glaube, er hieß "Im Schmerz geboren" und wie der die Nation gespalten hat.
Die einen haben gejubelt: Ganz großes Kino! und Endlich trauen die sich mal was! Und die anderen haben aufgestöhnt: Mimimi, wir wollen unseren alten Tatort zurück.
 


Bearbeitet von SusanneL, 05.11.2016 - 06:24,


#27
AndreasE

AndreasE
  • 1.839 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Ja, ich darf hier eigentlich auch nicht mitdiskutieren, denn was mich anbelangt, ist das Fernsehen bereits gestorben. Wir leben jetzt schon über 13 Jahre ohne die Kiste, und wenn ich mal auf Reisen in Hotelzimmern den Fernseher einschalte (in manchen Hotels ist er ja schon an, wenn man das Zimmer betritt), dann bin ich regelmäßig erschüttert, was für ein unglaublicher Müll teilweise gesendet wird (übrigens nicht nur in Deutschland). 



#28
AndreasG

AndreasG
  • 1.135 Beiträge
  • Dabei seit 16.09.07

Ich glaube ein wesentlicher Faktor ist auch "nicht müssen". Wir zahlen alle GEZ-Gebühren an die Öffentlich-rechtlichen, egal was diese produzieren und ob es uns gefällt oder nicht. Es gibt kein Konsequenzen-Management im Fall schlechter Quoten oder empörter Zuschauer.

Das ist bei netflix, sky, amazon etc. anders.

 

Das stimmt nicht. Das Gegenteil ist richtig. Es gibt viel zu schnell Konsequenzen bei schlechten Quoten, sowohl bei den ÖR wie bei den Privaten, wo selbstproduzierte Serien zum Teil schon nach der zweiten Folge abgesetzt oder auf einen späten Sendeplatz verschoben wurden, wenn die Quoten schlecht waren.

 

Im Übrigen: Wir dürfen nicht von unserem Geschmack ausgehen. Ein großer Teil des Publikums will diesen "Schrott" sehen. Die unsäglichen Sendungen haben gute bis sehr gute Quoten. Das Problem, das alle klassischen Sender, vor allem die ÖR, haben, ist die Altersstruktur ihrer Zuschauer. Was sich gerade ändert, ist auch nicht zwangsläufig, dass nach anderen Inhalten verlangt wird, sondern der Vertriebsweg. Mit anderen Worten: In zwanzig Jahren wird vielleicht nicht mehr hauptsächlich nach Programmschema versendet, sondern eben gestreamt, aber es wird immer noch der gleich Schrott sein. (Oder vielleicht inhaltlich und/oder formal etwas anderer Schrott.) Die von uns so verehrten US-Serien konnten entstehen, weil der Pionier-Sender HBO genau diesen Quotendruck von den Machern genommen hat. Geld war genug da, dank der Abo-Einnahmen aus den Sportübertragungen. Deshalb wurde die Maxime ausgegeben: Macht so, wie ihr meint, egal, ob es jemand sehen will. HBO wollte sein Markenprofil mit diesen Serien differenzieren, so wie manche Verlage, die auch schwer verkäufliche Literaten ins Programm nehmen, um das Image aufzupolieren. Viele, vielleicht sogar die meisten dieser US-Serien waren dann kommerziell gesehen auch eher Flops. (Dennoch wurde jede Serie zu Ende erzählt.) Das wird durch den Mega-Erfolg anderer Serien überdeckt.


"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2015


#29
Christa

Christa
  • 5.957 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Vor zwei, drei Jahren hab ich mir noch so gut wie jeden Tatort angesehen, inzwischen sortiere ich ganz klar nach dem Team aus. Da gibt's noch ein, zwei, die super sind, allen voran das mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Die sind herrlich erfrischend, das tut richtig gut. Viele andere gehören mMn in die Mottenkiste.
Ich erinnere mich noch gut an den unglaublichen Tatort vor zwei (oder drei?) Jahren, ich glaube, er hieß "Im Schmerz geboren" und wie der die Nation gespalten hat.
Die einen haben gejubelt: Ganz großes Kino! und Endlich trauen die sich mal was! Und die anderen haben aufgestöhnt: Mimimi, wir wollen unseren alten Tatort zurück.

 

Das habe ich gar nicht mitgekriegt, denn ich hatte länger mit Tatort-Gucken ausgesetzt. Allerdings ist das für mich ein ganz außerordentlich langjähriges Erfolgsmodell und anscheinend nicht totzukriegen. Abschaffen würde ich den Fernseher auch nicht, denn außer den Nachrichten gibt es noch so einiges (s.o.), das ich gern angucke, zum Beispiel, wenn es den ganzen Tag regnet oder ich meine fünfzehn Seiten geschrieben habe. Da ist das Fernsehen einfach eine Abwechslung - den ganzen Mist braucht man ja nicht einzuschalten.



#30
Hannah Simon

Hannah Simon
  • 1.942 Beiträge
  • Dabei seit 13.09.05

Hier ist ein Artikel, der zum Thema passt:

 

Darüber, dass Beziehungsserien oder -filme auch "mutig" sein können, mit einigen gelungenen (?) aktuellen Beispielen (bzw. solchen, die krasse Realität, überzogene Ehrlichkeit etc. einbringen). Scheint vor allem auch etwas mit englischem Humor zu tun zu haben ...

 

http://www.zeit.de/k...e-girls/seite-2


Viele Dinge werden nicht getan, weil sie unmöglich scheinen. Viele Dinge scheinen unmöglich, weil sie nicht getan werden. (Seneca)

#31
AngelikaB

AngelikaB
  • 128 Beiträge
  • Dabei seit 03.02.15

Ich dürfte eigentlich auch nicht mitdiskutieren Als ich im Jahr 2000 meinen Fernseher abschaffte (zu der Zeit, als zu meinem Entsetzen Big Brother in die deutschen Wohnzimmer einzog), galt ich noch als seltsamer Vogel. In den letzten Jahren begegne ich aber immer mehr Menschen, wie man hier im Forum auch sehen kann, die sich keinen Fernseher mehr halten. Mich interessiert das Programm einfach nicht, und ich fühle mich auch erschlagen von der Riesenauswahl an Sendern, die zur Verfügung stehen. Was mich interessiert, finde ich meistens auch im Internet, und das kann ich geziehlt suchen und anschauen. Aber selbst das mache ich äußerst selten. Lustig finde ich die Reaktion einiger Mitmenschen, wenn man ihnen erzählt, dass man nicht fernsieht: "Echt? Was machst du denn dann abends?" :)

 

Eine Ausnahme habe ich dem fernsehabstinenten Zeitraum allerdings gemacht. Mittendrin habe ich mir für 3,5 Jahre wieder einen Fernseher angeschafft, als ich nach Brüssel gezogen bin, einfach um der Landessprachen Herrin zu werden, und da war es auch ziemlich egal, was ich guckte. Inzwischen sitzt das Gerät aber wieder bei einem Freund in Wohnzimmer, der selbst auch keinen Anschluss hat und es nur zum Gucken von DVDs benutzt.

 

LG

Angelika


"Wem die Deutschstunde schlägt", Goldmann Verlag, 2014


#32
Christa

Christa
  • 5.957 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Lustig finde ich die Reaktion einiger Mitmenschen, wenn man ihnen erzählt, dass man nicht fernsieht: "Echt? Was machst du denn dann abends?" :)

 

Es ist wirklich lustig, sich einmal vorzustellen, was die Leute abends machen außer fernsehen. In den Großstädten sitzen sie in den Kneipen und Restaurants oder gehen zu kulturellen Events, bei uns auf dem Land sieht man sie bei VHS - Vorträgen, es flackert in jedem Haus das blaue Licht, wenn man mal die Runde macht (PC oder TV oder DVD usw.). Andere (Jugendliche) hocken mit Wodka im Park, bis der Winter kommt. Ich selbst schreibe und lese abends. Das stößt mancherorts auf Unverständnis: "Wer liest denn heute noch?", fragte unlängst der Vermieter eines Freundes. Und doch hat das Fernsehen noch seine Macht, wie der letzte Tatort beweist(O.T.)

 

LG

Christa



#33
Annette

Annette
  • 1.084 Beiträge
  • Dabei seit 30.08.06

Wow, was für eine spannende Diskussion! Auch wir schauen kaum noch Fernsehen, meine Kinder praktisch gar nicht. Außer Big Bang...

Jüb, Du schreibst: Meiner Meinung nach gibt es einige Beispiele für durchaus gelungene deutsche Serien, die sich auch international messen lassen können. Z.B. "Die Stadt und die Macht", "Im Angesicht des Verbrechens", "Deutschland 83". Ich glaube schon, dass das noch mehr möglich ist...

 

Das Ding ist, dass ich die trotzdem nicht kenne, während ich die amerikanischen oder englischen Sachen dann doch anschaue, weil es sich herumspricht. Meine Kinder wollten unbedingt "Sherlock" sehen. Warum? Es muss sich herumgesprochen haben...

Sind die deutschen Produktionen  dann doch nicht so fesselnd, weil sie sich nciht herumsprechen oder werden die ausländischen Serien  mehr beworben und haben einfach mehr Werbung?

 

Viele Grüße

Annette


Ein heimlicher Weihnachtsgast, Magellan Verlag  2016


#34
AngelikaD

AngelikaD
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  • Dabei seit 21.04.09

hmm... ich habe mich auf der Suche nach einem guten Bügelkrimi mal bei amazon umgeschaut und nichts gefunden, das mir so zugesagt hat, wie Inspector Barnaby. Und Barnaby habe ich damals beim Deutschen Fernsehen entdeckt.

Und ich mag im deutschen Fernsehen das Morgenmagazin, TerraX und natürlich die ganzen Reportagen.

Es laufen auch noch andere Krimiserien, die ich im Fernsehen mag, wie Casle, Forever, the Mentalist, Bones ect...   Und genau sowas ginge nicht in Deutschland. Denn da wäre es undenkbar, dass ein Nichtermittlungsbeamter einfach so als ständiger Berater mit dem Ermittler zusammen unterwegs ist, oder?

 

Was mir das Fernsehen sehr vermiest hat, ist die neue HD-Technik und die Unmöglichkeit, Fernsehen damit auf ein Medium zu speichern und dieses dann mit Freunden zu tauschen, wie man das früher mit Videos gemacht hat. Man kann ja nicht mehrere Sendungen zugleich auf eine Festplatte  aufzeichnen, die paralell laufen.

 

Und ich kann mir Games of Thrones eben nicht made in Deutschland vorstellen. Ich war einmal bei den Filmstudios nahe München als Touristin und die Räumlichkeiten erscheinen mir doch etwas sehr unterdimenstioniert für so eine Serie. Ganz zu schweigen von der nötigen Technik für die ganzen Effekte,

 

Wenn ich so darüber nachdenke, hat Deutschland in den letzten Jahren einen nennenswerten Trickfilm in Spielfilmlänge in die Kinos gebracht?


Bearbeitet von AngelikaD, 11.11.2016 - 19:22,

Vollstrecker der Königin&&... denn auch in der Fantasy gibt es Heldinnen, die mehr können, als auf ihren Prinzen zu warten und Vampire anzuhimmeln

#35
Holger

Holger
  • 879 Beiträge
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Die nötige Technik der Effekte entsteht heutzutage in platzsparenden Hochleistungsrechnern - VFX. Sie sind ausschließlich eine Frage des Geldes.
Deutsche Animationsstudios wie etwa Pixomondo arbeiten hauptsächlich für die US-amerikanische Filmindustrie. 

In Deutschland - für die deutschsprachige Auswertung - geht man über den Daumen von 9, vielleicht 10 Millionen Euro Produktionskosten aus, die sich eventuell mit viel Glück & Marketing & den-Faktor-den-niemand-kennt wieder einspielen. Darüber hinaus ist es eher Harakiri.
Nun hat ein Film wie "Findet Demo" zu seiner Zeit etwa über 90 Millionen Dollar gekostet. Ich glaube, es wäre schwierig bis unmöglich, aus Deutschland heraus einen Trickfilm herzustellen, der diesen Etat benötigt.

 

 

Das verweist aber trotzdem auf einen tiefer liegenden Grund in dieser ganzen Diskussion, den ich noch benennen möchte - das kleine Dänemark hat z. B. international erfolgreiche Serien  wie "Borgen" oder "Die Brücke" (den zusammen mit Schweden) gestemmt. Warum? Weil sie international denken mussten. Sie mussten alles so konzipieren, dass es international funktioniert (und dazu haben sie den Autoren das letzte Wort eingeräumt).
Uns hier in Deutschland zwingt dazu keiner. Die gesamte Fernsehindustrie hat es sich schön gemütlich und behaglich gemacht und produziert und sendet Schema F. Warum? Weil es geht.
Müssten wir alles so gestalten, dass es international funktioniert und vor allem wettbewerbsfähig wäre, sähe die Fernsehlandschaft sehr anders aus.

Schöne Grüße,

Holger


Bearbeitet von Holger, 11.11.2016 - 19:39,


#36
MichaelT

MichaelT
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@ Holger: Zurzeit läuft eine erfolgreiche deutsche Serie.

 

So wie ich das verstanden habe, wird es da genauso gemacht, wie von dir gefordert:

Kreative Freiheit für Autoren und Produzenten, kein Redakteursfernsehen.

 

Hab mir die jetzt ein paarmal angeguckt.

 

Gut für deutsche Verhältnisse: Ja.

 

Standard der internationalen Top-Serien : Für mich nicht.

 

Dass solche Serien es schaffen würden, junge Zuschauer dauerhaft zurück zum Fernsehen zu bringen, kann ich mir nicht vorstellen.

 

Dazu kommt noch, dass das (für mich) Beste an der Serie, nämlich die Idee, noch nicht mal aus Deutschland kommt,

sondern auf einer wahren Geschichte bzw. einem Buch beruht.


Bearbeitet von MichaelT, 11.11.2016 - 20:47,


#37
Holger

Holger
  • 879 Beiträge
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Hallo Michael,

 

aus den Eckdaten würde ich auf "Club der roten Bänder" tippen.
Die deutsche Adaption wird von diversen Kennern und vor allem vom Erfinder selbst als die beste Adaption angesehen, die auch der US-amerikanischen Adaption überlegen sein soll. Die Autoren hat man jetzt für die 2. Staffel von der Leine gelassen. 

Ich habe auch gesagt, dass andere Filmschaffende das - gerade in den USA - seit über 10 Jahren praktizieren. Wenn hierzulande damit angefangen wird, kann man vielleicht auch nicht erwarten, dass der Azubi sofort ein Meisterstück abliefert. Bloß wenn er nicht irgendwann mal anfängt, dann wird er dieses Niveau auch nie erreichen. 
Wir haben in Deutschland die Voraussetzungen. Ob wir es hinkriegen, wenn man uns lässt...bleibt abzuwarten.

Neben einer großartigen Serie aus den USA, die es denn über den Teich schafft, stehen mindestens ein Dutzend andere aus den USA, die international nicht verwertbar oder auch im Herkunftsland selbst Ladenhüter sind. Was wir hier aus USA sehen, ist die Crème de la Crème.

Schöne Grüße,

Holger

PS: Bei der Idee, eine Serie über todkranke Jugendliche zu machen, hätte keiner der ganze Rundfunkoberen, die überall mutig herausposaunen, welch mutigen und innovativen Stoffe sie doch so gerne machen würden, auch nur das Geld für ein Exposé riskiert - geschweige denn so etwas im Sender durchgekämpft bis zur Ausstrahlung. Die hätten sich alle ins Hemd gemacht und abgewunken.
Sie schauen, was im Ausland läuft, und dann ahmen sie es nach. "Lost" wird zu "Verschollen", "CSI" zu "RIS - die Sprache der Toten" usw. usf.


Bearbeitet von Holger, 11.11.2016 - 21:05,


#38
MichaelT

MichaelT
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aus den Eckdaten würde ich auf "Club der roten Bänder" tippen.
Die deutsche Adaption wird von diversen Kennern und vor allem vom Erfinder selbst als die beste Adaption angesehen, die auch der US-amerikanischen Adaption überlegen sein soll. Die Autoren hat man jetzt für die 2. Staffel von der Leine gelassen. 

Neben einer großartigen Serie aus den USA, die es denn über den Teich schafft, stehen mindestens ein Dutzend andere aus den USA, die international nicht verwertbar oder auch im Herkunftsland selbst Ladenhüter sind. Was wir hier aus USA sehen, ist die Crème de la Crème.

 

 

Hallo Holger,

 

dem, was ich zitiert habe, widerspreche ich gar nicht.

Das mag durchaus sein, dass der Durchschnitt in den USA nicht höher ist als der deutsche.

 

Aber die Frage, um die es hier im Thread geht, ist ja die, ob und wie die Sender

versuchen sollen, mit deutschen Serien und Filmen die junge Zielgruppe wieder mehr

weg vom Streaming, hin zum Gucken von deutschen Formaten zu kriegen.

 

Und dabei ist es m.E. unerheblich, wie viel schlechtere Sachen in den USA und Co. laufen.

Das sind nicht die Sendungen, die sich meine Zielgruppe anguckt.

 

Um die Leute rüberzuholen, müssten die deutschen Formate dauerhaft an die Qualität der Top-Serien rankommen.

Und selbst dann ist nicht ansatzweise sicher, ob die Jungen dem nicht trotzdem die internationalen

Sachen vorziehen würden.

 

Als Senderverantwortlicher würde ich der jungen Zielgruppe das geben,

was sie wirklich aus Deutschland sehen will: Unterhaltung und Sport, vielleicht noch Magazine;

aber Filme und Serien aus dem Ausland.

 

Gerade bei der Unterhaltung (also Shows und "Trash TV") kann man noch so viel mehr rausholen, weil man sich da eben nicht unbedingt

mit internationalen Formaten messen muss und Streaming dabei keine Rolle spielt.

 

Viele Grüße

Michael


Bearbeitet von MichaelT, 11.11.2016 - 21:25,


#39
Holger

Holger
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Hallo Michael,

 

ja, sorry, habe mich etwas vergaloppiert.

 

Also: Wenn die ÖR grob gesagt alles unter 30 Jahren verloren haben, dann ist der ÖR per Sterblichkeit seiner Reststeher ein "Auslaufmodell".
Ich bin davon überzeugt, dass das junge Publikum nicht zum linearen Fernsehen zurückkehren wird.

Ich kann mir aber vorstellen, dass das deutsche Fernsehen junge Zielgruppen im Netz "zurückgewinnen" kann - und zwar für die jeweilige Sendung, die junge Zuschauer interessiert. Ob das jetzt das Mediathekmodell ist oder ein anderes. Vor den Fernseher werden sie keinen mehr locken können, diese Weiche hätte man vor über zehn Jahren stellen müssen.

Schönen Abend,

Holger
 



#40
MichaelT

MichaelT
  • 285 Beiträge
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Also möchtest du deutsches Streaming von Filmen und Serien internationalem Streaming gegenüberstellen.

Und das Ganze mit GEZ-Gebühren?

 

Nimm's mir nicht übel, aber das ist wirklich rausgeschmissenes Geld.

Das kann doch nicht funktionieren.

 

Ich glaube übrigens nicht, dass das Fernsehen für die junge Zielgruppe tot ist.

Shows/Unterhaltung und Sport gehen immer. Da haben die Streamingdienste nichts entgegenzusetzen.

 

Dir auch einen schönen Abend,

 

Michael


Bearbeitet von MichaelT, 11.11.2016 - 21:43,