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Macho Literaturbetrieb


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66 Antworten zu diesem Thema

#61
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 5.401 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

 

 

Kann es sein, dass der schlechte Ruf von Liebesromanen daher kommt, dass die meisten unausgesprochen wissen/ahnen/vermuten/unterstellen, dass sich dahinter etwas verbirgt, was für das weibliche Pendant zu filmischer Pornografie gehalten wird - egal, wie berechtigt oder unberechtigt diese Ansicht sein mag? Pornoregisseure werden nicht nach Cannes eingeladen. Autorinnen erotischer Liebesromane erhalten keine angesehenen Literaturpreise. Trotzdem werden Pornos im Internet tagtäglich millionenfach angeklickt und Liebesromane mit viel Sex bilden die Spitze der Amazon-Bestsellerlisten.

 

Gewagte These. Aber ein bisschen könnte etwas dran sein. Bei meinem ersten Manuskript wurde mir auch (etwas verschämt) nahegelegt, schon am Anfang etwas Erotisches reinzubringen. Die Frauen mögen ja sowas. Ich Idiot hab's sogar gemacht. Allerdings auf dezente Weise. Aber es wird ja häufig auch von Frauen gesagt, in Liebesromanen soll ruhig auch etwas erotisch Handfestes rein. Vielleicht sogar nicht nur in Liebesromanen. Und vielleicht ist dann die Brücke von Liebesroman zu Erotikroman und schlussendlich zu deftigeren pornografischen Texten (die beiden letzteren scheinen ja im SP sehr gut zu laufen) nicht mehr so schwer zu schlagen. Und vielleicht hat du recht, Männer bleiben dann lieber bei ihren Filmchen.  ;D


Der Bastard von Tolosa, Die Comtessa, Die Hure Babylon, Das Schwert des Normannen, Die Rache des Normannen, Der Schwur des Normannen, Der Sturm der Normannen, Bucht der Schmuggler, www.ulfschiewe.de


#62
Hanna Aden

Hanna Aden
  • 219 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

 

 

 

Kann es sein, dass der schlechte Ruf von Liebesromanen daher kommt, dass die meisten unausgesprochen wissen/ahnen/vermuten/unterstellen, dass sich dahinter etwas verbirgt, was für das weibliche Pendant zu filmischer Pornografie gehalten wird - egal, wie berechtigt oder unberechtigt diese Ansicht sein mag? Pornoregisseure werden nicht nach Cannes eingeladen. Autorinnen erotischer Liebesromane erhalten keine angesehenen Literaturpreise. Trotzdem werden Pornos im Internet tagtäglich millionenfach angeklickt und Liebesromane mit viel Sex bilden die Spitze der Amazon-Bestsellerlisten.

 

Gewagte These. Aber ein bisschen könnte etwas dran sein. Bei meinem ersten Manuskript wurde mir auch (etwas verschämt) nahegelegt, schon am Anfang etwas Erotisches reinzubringen. Die Frauen mögen ja sowas. Ich Idiot hab's sogar gemacht. Allerdings auf dezente Weise. Aber es wird ja häufig auch von Frauen gesagt, in Liebesromanen soll ruhig auch etwas erotisch Handfestes rein. Vielleicht sogar nicht nur in Liebesromanen. Und vielleicht ist dann die Brücke von Liebesroman zu Erotikroman und schlussendlich zu deftigeren pornografischen Texten (die beiden letzteren scheinen ja im SP sehr gut zu laufen) nicht mehr so schwer zu schlagen. Und vielleicht hat du recht, Männer bleiben dann lieber bei ihren Filmchen.  ;D

 

Ich habe keine Ahnung, wie berechtigt oder widerlegbar die These sein mag, ich spiele gedanklich immer gern mit Möglichkeiten und Eventualitäten und erprobe sie im Diskurs gegen mich selbst oder mit anderen ^^. Darf also alles gern widerlegt werden, vielleicht fällt mir morgen oder in zwei Wochen sogar selbst ein Diskussionsbeitrag ein, der den Gedanken ad absurdum führt.

Was mir an der These gefallen würde, wäre, dass sie dann eben doch eine gesellschaftliche Gleichbehandlung von Männern und Frauen beinhielte und sich die Diskrimminierung eher auf das Thema Sexualität in der filmischen/literarischen/gesellschaftlichen Wahrnehmung beziehen würde. Das wäre bzw. ist zwar ebenfalls schade, weil Sexualität ein genauso fundamentaler Aspekt der menschlichen Existenz ist wie alles andere, aber es würde zumindest eine gewisse Form von Gender-Gleichbehandlung beinhalten. 



#63
Daniela

Daniela
  • 1.286 Beiträge
  • Dabei seit 29.08.06

Die These erklärt vielleicht, warum Liebesromane (von Autorinnen) nicht ernst genommen werden, aber sie erklärt nicht, warum Frauen nicht über Militärgeschichte oder blutige Schlachten schreiben dürfen. (Natürlich "dürfen" sie sehr wohl, aber entweder finden sie dann keinen Verlag oder werden von den Lesern ignoriert ;-))



#64
Tereza

Tereza
  • 2.364 Beiträge
  • Dabei seit 06.03.06

Also ich weiß ja nicht. Ich habe bisher nur einen Roman von Ken Follett gelesen, das war der über den ersten Weltkrieg. Da waren schon Kampfszenen drin (nicht zu viele, für mich okay), außerdem recht viel Politik (was ich gut fand, weil man einen klaren Überblick über die Ereignisse bekam). Zudem kamen in regelmäßigen Abständen immer wieder Sexszenen.

In der derzeit so beliebten Serie über die Wikinger fiel mir das auch auf. Ich fand die Story insgesamt gut, für meinen Geschmack waren es aber unnötig viele detaillierte Kampfszenen und gerade in den späteren Folgen hatte ich auch den Eindruck, dass da dauernd jemand mit jemandem ins Bett steigt, auch wenn das für die Handlung völlig irrelevant ist. ;D

 

Sind jetzt die Schlachtszenen für die Männer und die Liebesszenen für die Frauen? Bei reinen Sexszenen gehe ich eigentlich davon aus, dass Männer da auch Zielgruppe sind. Ist das wirklich nur bei visueller Darstellung? Auch Romane mit hauptsächlich männlicher Zielgruppe enthalten meines Wissens Sex - nur nicht so viel Romantik.

 

In von Frauen verfassten Romanen stehen häufig Frauen und typische Frauenprobleme im Mittelpunkt. Meines Erachtens ist das der Hauptgrund, warum die Bücher von vielen Männern nicht so gern gelesen und auch nicht so ernst genommen werden. Die Liebesgeschichten und Sexszenen sind (meistens) etwas softer und mehr auf Romantik ausgerichtet.  Das könnte bei vielen männlichen Lesern dann auch nicht so gut ankommen. So erkläre ich es mir jedenfalls.


Bearbeitet von Tereza, 22.01.2017 - 16:04,


#65
HelmutP

HelmutP
  • 239 Beiträge
  • Dabei seit 15.09.12
An Nina Georges Artikel fand ich ausgesprochen schade, dass sie weder die Feuilletons, noch die Verlage um eine Stellungnahme gebeten hat.
Wäre es nicht interessant gewesen zu erfahren, was FAZ, Süddeutsche, ZEIT, Spiegel, Verlage etc. zu diesen Vorwürfen zu sagen haben? Irgendetwas hätten sie 
doch sicher geantwortet. Dann hätte man zumindest einige klare Aussagen, über die sich etwas konkreter diskutieren ließe.


#66
Anja Marschall

Anja Marschall
  • 75 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

 

An Nina Georges Artikel fand ich ausgesprochen schade, dass sie weder die Feuilletons, noch die Verlage um eine Stellungnahme gebeten hat.
Wäre es nicht interessant gewesen zu erfahren, was FAZ, Süddeutsche, ZEIT, Spiegel, Verlage etc. zu diesen Vorwürfen zu sagen haben? Irgendetwas hätten sie 
doch sicher geantwortet. Dann hätte man zumindest einige klare Aussagen, über die sich etwas konkreter diskutieren ließe.

 

Ich fände eine Reaktion auch gut. Aber irgendwie scheinen die Leute in den Redaktionen die Zahlen für nicht wertig genug zu halten, um darauf zu reagieren. Oder hat jemand etwas von denen gehört? Ich will hier jetzt nicht den Emanzenbesen schwingen - ist nicht meine Baustelle -, aber mich würde schon mal die Meinung o.g. zu den Zahlen von Nina G interessieren.



#67
Mascha

Mascha
  • 3.500 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Ein interessanter Beitrag zum Thema "Frauen in der Buchbranche":

"Die Top-Jobs kriegen die Männer"

http://www.deutschla...ticle_id=378929


Bearbeitet von Mascha, 15.02.2017 - 14:04,