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Richtigstellung der FAZ zu ihrer VG-Wort-Berichterstattung


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24 Antworten zu diesem Thema

#21
Walther

Walther
  • 172 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.16

 

 

Ich persönlich will weiterhin eine VG Wort, bei der auch die Verlage beteiligt sind. Weil ich glaube, dass man die VG Wort auch gleich abschaffen kann, wenn sie nur noch Autoren vertritt. Sie wird sich nie mehr gegen die Gerätehersteller durchsetzen können, weil sie dafür einfach zu schwach sein wird. Und das heißt, früher oder später wird es dann gar kein Geld von der VG Wort mehr geben.

 

 

Es will mir nicht einleuchten, wieso das so sein soll. Die VG Wort ist, soweit ich das verstehe, ein Wirtschaftsverein kraft staatlicher Verleihung, das heißt, in erster Linie steht der Staat dahinter. Die VG Wort tut, was sie tut, weil der Staat will, dass sie das tut, und das ist in Verhandlungen mit wem auch immer die Machtbasis, von der sie ausgehen kann. (Den Geräteherstellern sind die Verlage doch so schnurz wie die Autoren.)

 

Ich kann Barbaras Furcht nachvollziehen. Ein Autorenverein ist keine Pressure Group - egal ob mit Gesetz dahinter oder nicht.

 

Unsere Schwierigkeit ist, daß wir deutschsprachigen Autoren den Verlagen und der Politik a.A. vorbeigehen. Wenn in einem Sprachraum nur 40% der Bestseller von deutschsprachigen Schriftstellern stammen - einfach mal die aktuelle Spiegel-Bestsellerliste anschauen -, hat der Kaiser sein Recht verloren. Wir sind keine Dichter und Denker mehr, wir sind jedenfalls im Bereich der Sprachkunst nur noch Risikoverminderer.


Gelegenheit-Macht-Dichtung
Magazin-Blog: www.zugetextet.com
Walther in SWR2 Kulturradio "Gedichte und ihre Geschichte": http://www.zugetextet.com/?p=261

#22
AndreasE

AndreasE
  • 1.889 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Außer kulturellen Argumenten zieht in dem Fall nichts. Der gesamte Buchhandel – Autoren, Verlage, Buchhändler usw. – erreicht mit Mühe den Umsatz von Karstadt; das ist, wenn man es nur wirtschaftlich betrachtet, einfach kein Faktor. Sprich, wenn der Politik die Literatur egal sein sollte, dann hilft gar nichts.

 

Ich habe aber nicht den Eindruck, dass das so ist, jedenfalls in Vergangenheit nicht, denn die VG Wort ist eben kein simpler "Autorenverein", sondern eine staatlich geschaffene Einrichtung, also so etwas wie die Gebühren-Einzugs-Zentrale – oder das Finanzamt.

 

(Womit sollten Verlage die Geräteindustrie beeindrucken? Indem sie sagen, "Wenn ihr nicht zustimmt, dann kaufen wir keine Kopierer mehr!"?)



#23
eva v.

eva v.
  • 3.665 Beiträge
  • Dabei seit 26.10.05

 

(Womit sollten Verlage die Geräteindustrie beeindrucken? Indem sie sagen, "Wenn ihr nicht zustimmt, dann kaufen wir keine Kopierer mehr!"?)

 

Die Verlage sitzen bei den Verhandlungen mit der Geräteindustrie überhaupt nicht mit am Tisch. Das Argument, die VG Wort könne sich ohne Verlage nicht mehr gegen die Geräteindustrie durchsetzen, hört man trotzdem immer wieder. Aber so richtig begründet hat es bisher niemand.

 

Fakt ist, dass die Geräteindustrie weniger bezahlen will, weil sie ihrer Ansicht nach jahrzehntelang für Nichtberechtigte "mitgezahlt" hat und dieser pauschale Verlegeranteil, der ja auch vom Vergütungsaufkommen abgedeckt wurde, jetzt höchstrichterlich für widerrechtlich erklärt wurde. Durch einen solchen Abzug (sofern er überhaupt rechtskonform wäre, das muss erst mal gerichtlich entschieden werden) würden Autoren freilich weniger bekommen - aber natürlich nur dann, wenn die VG Wort ihre Praxis fortsetzt, weiterhin an Verleger auszuschütten. 

 

LG,

eva v.



#24
AndreasE

AndreasE
  • 1.889 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Das Argument, die VG Wort könne sich ohne Verlage nicht mehr gegen die Geräteindustrie durchsetzen, hört man trotzdem immer wieder. Aber so richtig begründet hat es bisher niemand.

 

 

Man könnte glatt auf Ideen kommen, wer dieses Argument in die Welt gesetzt haben könnte …  ;)



#25
Burkhard

Burkhard
  • 1.309 Beiträge
  • Dabei seit 25.05.07

Es ist sehr schwierig in einer emotional so aufgeladenen Diskussion eine Faktenklärung zu versuchen. Es heißt ja nicht ohne Grund VERWERTUNGSgesellschaft. Insofern wäre es mal ganz hilfreich als Autor in die eigenen Verträge zu schauen, was da so unter Nebenrechten und deren Verwertung steht. Hilfreich wäre es auch sich zu fragen, ob man als Autor oder als einzelner Verlag in der Lage wäre diese ganzen Nebenrechte (denn was ist denn eine Geräteabgabe, Bibliothekspfennig anderes???) allein zu VERWERTEN.  Es geht hier weniger ums Urheberrecht, sondern vielmehr um eine praktische Frage, wie wird das Geld erst mal eingesammelt. Anstatt Prinzipien zu reiten, was wohlfeil ist, müsste man sich auch mit den ganzen lästiegen Details beschäftigen. Und natürlich auch den Folgen der ganzen Veränderungen. Meine Erfahrung ist, es gibt selten klares schwarz-weiß, aber oft graue Mischung. Das fehlt mir in dieser Diskussion.


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