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Self Publishing führt zu Tod der midlist in Verlagen?

self publishing midlist Kampfpreise

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15 Antworten zu diesem Thema

#1
ChristianeL

ChristianeL
  • 1.491 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10
Henne oder Ei?
Sind wirklich Self Publisher schuld am Sterben der midlist der Verlage oder treibt das Sterben der midlist mehr Autor/innen ins Self Publishing?
Ganz zu schweigen davon, dass aktuell massenweise Verlagsbücher zu Sonderpreisen als kindle ebooks erhältlich sind.
Liebe Grüße
Christiane
 

 



#2
UlrikeS

UlrikeS
  • 2.130 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Sehr interessanter Artikel, danke für den Link, Christiane.

 

Was zuerst da war - die absterbende Midlist oder das erfolgreiche Selfpublishing - ist vielleicht gar nicht mehr die Frage - da hat sich eine Spirale in Gang gesetzt, deren Ende ein Aufklaffen der Schere in Arm und Reich, in (sehr viele) 99 ct E-Books und (sehr wenige) teure Verlagsbücher sein kann. Gut wäre das nicht, weder für den Autor (schön, wie sie immer vom Berufsautoren spricht!!) noch für den Leser.



#3
AndreasG

AndreasG
  • 1.160 Beiträge
  • Dabei seit 16.09.07

Ich glaube nicht, dass der Buchhandel wegen der Selfpublisher weniger Midlist-Titel führt. Diese Entwicklung setzte schon ein, bevor Selfpublishing bedeutend wurde. Vielmehr haben die großen Filialisten, vor allem Thalia, die Strategie ausgegeben, den Umsatz mit weniger Titeln zu machen. Ich nehme an, weil das effizienter ist und frei werdende Ladenfläche anders genützt werden kann (z. B. mit einem kleinen Café). Es kann aber natürlich sein, dass das Selfpublishing diese Entwicklung noch etwas verstärkt. Ursächlich ist es sicher nicht.

 

Ob der Umsatz mit Ebooks steigt, wage ich auch zu bezweifeln. Ich hab jetzt keine konkreten Zahlen parat, glaube mich aber an Meldungen zu erinnern, dass der Anteil der Ebooks (Verlag und Selfpublisher) eher stagniert. Und da die Preise durch Niedrigpreise, Preisaktionen usw. kaputt gemacht wurden, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Umsatz steigt.


"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018


#4
Christa

Christa
  • 6.124 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05


Ich glaube nicht, dass der Buchhandel wegen der Selfpublisher weniger Midlist-Titel führt. Diese Entwicklung setzte schon ein, bevor Selfpublishing bedeutend wurde. Vielmehr haben die großen Filialisten, vor allem Thalia, die Strategie ausgegeben, den Umsatz mit weniger Titeln zu machen. Ich nehme an, weil das effizienter ist und frei werdende Ladenfläche anders genützt werden kann (z. B. mit einem kleinen Café). Es kann aber natürlich sein, dass das Selfpublishing diese Entwicklung noch etwas verstärkt. Ursächlich ist es sicher nicht.

 

Ob der Umsatz mit Ebooks steigt, wage ich auch zu bezweifeln. Ich hab jetzt keine konkreten Zahlen parat, glaube mich aber an Meldungen zu erinnern, dass der Anteil der Ebooks (Verlag und Selfpublisher) eher stagniert. Und da die Preise durch Niedrigpreise, Preisaktionen usw. kaputt gemacht wurden, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Umsatz steigt.

 

So ähnlich habe ich auch gedacht, nämlich dass nicht die Self Publisher schuld am Sterben der Midlist sind. Viele Autoren sind ins SP gegangen, weil sie sich ein zusätzliches Standbein aufbauen wollten (bzw. mussten).

 

An konkreten Zahlen zu E-Books habe ich eine Meldung der FR aus 10/16 gefunden. Demnach wäre der E-Book--Anteil hier bei 6 %, in den USA bei 30%. http://www.fr.de/kul...-fleck-a-305160

Das Kaputtmachen der Preise hat eigentlich schon mit der Einführung des E-Books und der Buchpiraterie angefangen. Die Leser waren von Anfang an auf niedrigere Preise des E-Books konditioniert. Und von Umsonst zu 99 Cent ist es nicht mehr weit. ;)

Ich selbst empfinde übrigens 99 Cent auch bei Büchern im Buchladen als Ramschpreis. Dort kaufe ich herabgesetzte Bücher aber auch für 3.99 bis 7.99 ganz gern ein. E-Books habe ich bisher für 2.99 bis 4.99 gekauft.


Bearbeitet von Christa, 15.05.2017 - 11:21,


#5
Ramona

Ramona
  • 2.294 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Die Entwicklung hat ja viele Ursachen.

 

- Die Zahl der veröffentlichungsreif schreibenden Autoren und Autorinnen hat sich in den letzten 20 Jahren ja verfielfacht, was bedeutet, dass das Manuskriptangebot und auch das Buchangebot beträchtlich zugenommen haben (damit setzte dann ja auch ein gigantischer Verdrängungswettbewerb in der Branche ein).

 

- Im Vergleich zum Explodieren des Buchangebots ist die Zahl der Buchleser in der Bevölkerung prozentual allerdings kaum angestiegen.

 

- Bei etwa gleichbleibendem jährlichen Branchenumsatz werden also seit Jahren viel mehr Bücher pro Leserkopf produziert, weshalb 98 % der gedruckten Titel schon nach ein, zwei Monaten wieder aus dem stationären Handel verschwinden, ohne das die Leser die Zeit gehabt hätten, sich diese neuen Titel mal etwas genauer anzusehen. Die nächste Neuerscheinungswelle wird ja schon in den Markt gepumpt.
 

- Weitere Folge dieser Entwicklung: Ein bisschen ist es wie bei der (üblen) Massentierhaltung, ein Teufelskreis. Da aufgrund des Überangebots weit weniger pro Midlist-Titel verdient wird (wodurch auch die Midlist-Autoren weniger verdienen!), müssen Verlage mehr Midlist-Titel produzieren, in der Hoffnung halbwegs auf ihre Kosten zu kommen. Auch nach dem Motto: Einer der Titel wird schon durchkommen.

 

- Die Zahl der Verlage, insbesondere der E-Book-Verlage, ist in den letzten Jahren ebenfalls explodiert. Selbst Titel, die seit Jahren und Jahrzehnten vom Markt verschwunden waren, kommen wieder auf den Markt. Ebenfalls eine gigantische Zahl. (Ein bisschen wie bei einer Zombie-Apokalypse. ;-) )

 

 

Das Selfpublishing hat damit hingegen weniger zu tun, denn der Jahresumsatz des stationären Buchhandels ist ja relativ konstant geblieben, auch wenn es eine weitere Verlagerung Richtung Verlags-E-Book gab. In den USA z. B. ist der Jahresumsatz des stationären Buchhandels im Jahr 2016 sogar um 2,5 % gestiegen!  Da hat es ebenfalls keine Umsatzabwanderung hin zum SP gegeben. (Apropos, 2016 wurde eine SP-Prognose aufgestellt, die für 2017 alles in allem mit rund 270.000 SP-Neuerscheinungen rechnete. Schwer für einen Leser da noch durchzublicken.)


Bearbeitet von Ramona, 15.05.2017 - 15:02,

“Your intuition knows what to write, so get out of the way.” (Ray Bradbury)

#6
Christa

Christa
  • 6.124 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Gute Zusammenfassung, Ramona. Es stimmt: Als Leserin blicke ich mich manchmal um in den Buchhandlungen, in den Internetshops

und selbst in Antiquariaten. Wer soll das denn alles lesen, denke ich dann. :s13 Und hinter jedem steckt ein Autor mit Stunden, Tagen, Wochen, Monaten intensiver Arbeit! Ich selbst orientiere mich an den Genres oder Nicht-Genres, die ich gerne lese sowie an Autoren, die ich schon kenne - und entdecke gern neue Bücher, die mich vom Titel, Cover und Klappentext her ansprechen. Manchmal auch Empfehlungen.

 

Als Autor kommt man wohl am besten durch diesen Dschungel, wenn man vom Verlag und/oder SP schon eine Leserschaft mitbringt.

 

Das mit den 270 000 Neuerscheinungen im Self Publishing 2017 ist wohl nicht ganz gesichert. Siehe auch den lesenswerten Artikel von Carl Olsberg (Pseudonym) über die Verlage und das Self Publishing vom Februar 2017

https://www.boersenb...ng.1283984.html


Bearbeitet von Christa, 15.05.2017 - 18:58,


#7
Ramona

Ramona
  • 2.294 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Danke für den interessanten Link, Christa.

Die prognostizierten 270.000 SP-Neuerscheinungen für 2017 sind tatsächlich ein ganz schöner Brocken. Wenn ich mich recht erinnere, stammt die Schätzung aus einem Artikel, der im Frühjahr 2016 erschienen ist. Damals kalkulierte der Verfasser wohl auch mit der zunehmenden Flut an ehemaligen Verlagsbüchern, deren Rechte in den letzten Jahren und Jahrzehnten an die Autoren zurückgefallen sind und nun als Buch-Lawine auf den SP-Markt zurollen würden.

Nochmal zurück zum Link: Dass der Buchmarkt sich wandelt und dieser Wandel gerade erst so richtig beginnt … da ist sicher richtig. Doch Verlage werden ganz sicher nicht verschwinden, sondern sich vielmehr den neuen Anforderungen stellen und anpassen müssen. Das werden halt nicht alle Verlage schaffen. Für die "untergegangenen" werden neue, junge Verlage entstehen. Wie wichtig die Verlagsarbeit ist (vom Lektorat bis hin zum Vertrieb) können wir vielleicht auch daran abschätzen, dass Amazon (neben der SP-Schiene) inzwischen seinen eigenen Verlag gegründet hat - und damit auch in den stationären Buchhandel will.


“Your intuition knows what to write, so get out of the way.” (Ray Bradbury)

#8
AndreasE

AndreasE
  • 1.863 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Es sind ja nicht nur die Neuerscheinungen. Wichtigstes Charakteristikum von eBooks, egal ob SP oder Verlagstitel, ist ja, dass die im Prinzip "ewig" lieferbar bleiben. D.h. die Zahl der verfügbaren Titel wächst und wächst.



#9
Ramona

Ramona
  • 2.294 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Es sind ja nicht nur die Neuerscheinungen. Wichtigstes Charakteristikum von eBooks, egal ob SP oder Verlagstitel, ist ja, dass die im Prinzip "ewig" lieferbar bleiben. D.h. die Zahl der verfügbaren Titel wächst und wächst.

 

Im SP werden nicht nur Bücher, die bisher noch nicht im SP erschienen sind, als Neuerscheinungen angeboten, sondern auch Titel, die "vermeintlich" überarbeitet wurden. Da tauchen des Öfteren mehrere Jahre alte Romane plötzlich wieder mit dem Erscheinungsdatum 2017 auf. Und ja, die Zahl der verfügbaren Titel wächst natürlich ins "Unermessliche" an. Was Streamingdienste, die ihr Geld mit Werbung und nicht mit dem Verkauf von Büchern verdienen, begrüßen dürften.


Bearbeitet von Ramona, 16.05.2017 - 13:21,

“Your intuition knows what to write, so get out of the way.” (Ray Bradbury)

#10
Christa

Christa
  • 6.124 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Ich glaube auch, dass die gigantische Zahl von 270 000 so zustande kommt, wie ihr es vermutet. Ich habe diese Gegenüberstellung vom

letzten Jahr auch noch im Ohr (90 000 Verlagstitel, 270 000 SP-Titel). Der Link lässt sich aber nicht mehr finden. Dann gibt es ja auch ein großes Segment an SPlern, die nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren wegen Ineffektivität wieder aufgeben. So relativiert sich das alles wieder. Gestern habe ich auch irgendwo gelesen, dass Matthias Matting im Februar 17 gesagt häte, dass man das doch nicht vorausberechnen könne. Aber den finde ich ebenfalls nicht mehr. :-/


Bearbeitet von Christa, 21.05.2017 - 10:01,


#11
MelanieL

MelanieL
  • 2.274 Beiträge
  • Dabei seit 21.04.09

Bei den SP-Titeln kommt ja noch hinzu, dass mittlerweile wirklich jeder begriffen haben dürfte, wie einfach das ist.

Da wird einfach auch ein Haufen Zeug veröffentlicht, das zwar die Zahlen nach oben drückt, aber gar nicht wirklich am Marktgeschehen teilnimmt.
Ich könnte auch die Grundschulgedichte meiner Kinder veröffentlichen, aber die würden nun wirklich niemanden interessieren. Trotzdem "liegen" sie dann da und werden Teil der Statistik.

 

Und viele Leute veröffentlichen einen oder zwei Titel und verschwinden dann wieder, ihre Bücher bleiben aber verfügbar.
Die interessieren sich dann aber auch nicht unbedingt für Preispolitik und Nachhaltigkeit, weshalb das wohl immer ein Kampf gegen Windmühlen bleiben wird.

 

Die mächtigste Stellschraube hat m.E. Amazon mit Kindle Unlimited.

Die allermeisten 99 Cent-Titel werden so billig verkauft, weil man damit in den Rankings steigt, viel gelesen wird und damit den Bonus einsackt. Die 99 Cent sind also nur der Eintritt ins richtige Geschäft (und ja, da fließt ein Haufen Geld!) - sie sind aber das, was man sieht und zu berechtigter Kritik auffordert.
Wenn jetzt KU wegfiele und die Autoren nur an verkauften Büchern verdienten, müssten sie die Preise erhöhen, und zwar deutlich. Das hätte aber auch zur Folge, dass diese teilweise immer noch schlecht gemachten, unkorrigierten Titel von den Listen verschwinden - denn wer bezahlt schon 4,99 Euro für einen Schulaufsatz voller Rechtschreibfehler?
Dann hätten professionell gemachte Titel größere Chancen und die gesamte Self Publisher-Szene würde aufgewertet und bekäme einen besseren Ruf - was wiederum Einfluss auf die Verlage hätte, vor allem mit den um sich greifenden digitalen Imprints.

Das zumindest ist meine Meinung.

 

Ich habe häufig den Eindruck, dass sich zwar viele (Verlags-)Autoren zu Amazon und seinen Strategien äußern, dass aber die wenigsten KU und seine Macht begriffen haben. KU ist keine normale Flatrate, KU ist für viele Autoren eine Art Gelddruckmaschine, und deshalb wird es so gern genutzt. Und 99 Cent sind der Eintritt dazu.


Mein Blog für Neugierige:

Siegerlandkrimis

 


#12
AlexanderH

AlexanderH
  • 406 Beiträge
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Ich habe häufig den Eindruck, dass sich zwar viele (Verlags-)Autoren zu Amazon und seinen Strategien äußern, dass aber die wenigsten KU und seine Macht begriffen haben. KU ist keine normale Flatrate, KU ist für viele Autoren eine Art Gelddruckmaschine, und deshalb wird es so gern genutzt. Und 99 Cent sind der Eintritt dazu.

Eine sehr kluge Beobachtung und gute Zusammenfassung der Lage bzgl. KU. :-)

 

Wobei ich mit amazon prime/KOLL genauso viel verkaufe wie mit KU, was mich doch ein wenig gewundert hat, richtet sich KU doch nur an Leser, KOLL aber an alle amazon-User.


Bearbeitet von AlexanderH, 16.05.2017 - 18:20,


#13
Christa

Christa
  • 6.124 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Wenn jetzt KU wegfiele und die Autoren nur an verkauften Büchern verdienten, müssten sie die Preise erhöhen, und zwar deutlich. Das hätte aber auch zur Folge, dass diese teilweise immer noch schlecht gemachten, unkorrigierten Titel von den Listen verschwinden - denn wer bezahlt schon 4,99 Euro für einen Schulaufsatz voller Rechtschreibfehler?

Dann hätten professionell gemachte Titel größere Chancen und die gesamte Self Publisher-Szene würde aufgewertet und bekäme einen besseren Ruf - was wiederum Einfluss auf die Verlage hätte, vor allem mit den um sich greifenden digitalen Imprints.

Das zumindest ist meine Meinung.

 

Ich habe häufig den Eindruck, dass sich zwar viele (Verlags-)Autoren zu Amazon und seinen Strategien äußern, dass aber die wenigsten KU und seine Macht begriffen haben. KU ist keine normale Flatrate, KU ist für viele Autoren eine Art Gelddruckmaschine, und deshalb wird es so gern genutzt. Und 99 Cent sind der Eintritt dazu.

 

Dass KU eine Macht entwickelt hat und mehr ist als eine normale Flatrate, habe ich durchaus auch erfahren. Zeitweise war das die Haupteinnahmequelle für meine E-Books. Ich verstehe nur nicht, wie sich diese Schraube verändern könnte. KU fällt ja nicht weg, oder? ;) Und eine andere Frage: Wie schaffen es Verlage, mit 2,99-Titeln in die Topp 100 zu kommen, während SPler dafür oder überhaupt für Sichtbarkeit durch das 99-Cent-Nadelöhr schlüpfen müssen? Machen die Verlage eine ganz andere Reklame, oder liegt es an ihrer Marktmacht?



#14
MelanieL

MelanieL
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KU fällt nicht weg - aber wenn man einmal gedanklich durchspielt, was dann passieren würde, dann erkennt man auch, welch mächtiges Instrument Amazon da in der Hand hat.
In anderen Ländern gibt es keine Boni, dafür aber höhere Ausschüttungen pro gelesener Seite. Ich weiß es nicht, vermute aber, dass die Einkommensschere dort nicht so stark auseinanderklafft wie in Deutschland.

 

Seit kurzem hat Amazon noch eine weitere Bücher-Flatrate: Prime Reading. Darin sind auch Verlagsbücher enthalten und die Autoren erhalten einen Pauschalbetrag für die Teilnahme, keine Vergütung nach gelesenen Seiten. Das ist das E-Book-Pendant zu den anderen Prime-Produkten.
Da ist also einiges in Bewegung und ich bin gespannt, wie sich das auf KU auswirkt und auf den E-Book- und Buchmarkt allgemein.

 

Zu deiner anderen Frage: Es gibt auch SPler, die mit 2,99 Euro und mehr in die Charts kommen. Das sind die, die schon lange dabei sind und/oder eine starke Fanbase haben. Die meisten Titel der digitalen Imprints der Verlage hingegen schaffen das nicht, höchstens ab und zu mal.
Am ehesten findet man die Megaseller wie Jussi Adler-Olsen oder Harry Potter in den Kindle-Charts. Ich beobachte die Kindle-Charts schon lange und sehr regelmäßig, aber Verlagsbücher sind dort eher selten vertreten, gefühlt unter 10-15%.


Mein Blog für Neugierige:

Siegerlandkrimis

 


#15
Christa

Christa
  • 6.124 Beiträge
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KU fällt nicht weg - aber wenn man einmal gedanklich durchspielt, was dann passieren würde, dann erkennt man auch, welch mächtiges Instrument Amazon da in der Hand hat.
In anderen Ländern gibt es keine Boni, dafür aber höhere Ausschüttungen pro gelesener Seite. Ich weiß es nicht, vermute aber, dass die Einkommensschere dort nicht so stark auseinanderklafft wie in Deutschland.

 

Seit kurzem hat Amazon noch eine weitere Bücher-Flatrate: Prime Reading. Darin sind auch Verlagsbücher enthalten und die Autoren erhalten einen Pauschalbetrag für die Teilnahme, keine Vergütung nach gelesenen Seiten. Das ist das E-Book-Pendant zu den anderen Prime-Produkten.
Da ist also einiges in Bewegung und ich bin gespannt, wie sich das auf KU auswirkt und auf den E-Book- und Buchmarkt allgemein.

 

Zu deiner anderen Frage: Es gibt auch SPler, die mit 2,99 Euro und mehr in die Charts kommen. Das sind die, die schon lange dabei sind und/oder eine starke Fanbase haben. Die meisten Titel der digitalen Imprints der Verlage hingegen schaffen das nicht, höchstens ab und zu mal.
Am ehesten findet man die Megaseller wie Jussi Adler-Olsen oder Harry Potter in den Kindle-Charts. Ich beobachte die Kindle-Charts schon lange und sehr regelmäßig, aber Verlagsbücher sind dort eher selten vertreten, gefühlt unter 10-15%.

 

Das mit dem Prime Reading hatte ich schon gehört, aber mir war nicht klar, dass es einen Pauschbetrag für die Autoren gibt. Irgendwie nähern sich Verlage und SP-Autoren dadurch wieder an, scheint mir.

Die Topp 100 habe ich mir gerade wieder angesehen. Viele 99-Cent-Titel, Jussi Adler-Olsen und Rebecca Gablé sind mit 19,99 Euro eindeutig die teuersten.

Aber ich sehe auch unsere Autoren wie Alexander, Heike, Marah und Clara Weißberg, mit unterschiedlichen Preisen. Das Dumme ist nur, dass man auch schnell wieder aus diesen Hitlisten verschwindet,  sei es in den Buchhandlungen, sei es in den Kindle Charts. Die, die bleiben, sind etabliert und legen regelmäßig nach. Aber ich bin auch gespannt, wo das hinführt.


Bearbeitet von Christa, 17.05.2017 - 11:50,


#16
AngelikaD

AngelikaD
  • 1.195 Beiträge
  • Dabei seit 21.04.09

Wie viele Bücher lest ihr im Jahr? Ich bin derzeit sehr mit anderem beschäftigt, aber meine Schwester schafft locker zwei Bücher die Woche. Also hochgerechnet 104 im Jahr. Und alle als ebooks und in einem Genre. Fantasy. Sie hat eher das Problem, dass sie nicht genug findet, das in ihr Beuteschema passt. Und deshalb vieles auch anliest, neben den 104  fertigen. Da sie keine Lust auf Leseproben hat, kauft sie sich auch die Vielleicht-Titel, wenn diese nicht teurer sind als fünf Euro.

 

Meine Bibliothekarskollegin liest sich innerhalb von sechs Stunden durch 400 Seiten Jugendbuch und da das der Familie mit Hardcovern langsam zu teuer kommt (und alles haben wir ja auch nicht in unsere kleine Schulbibliothek), bekommt sie zum Geburtstag endliche einen Reader. Zwei ihrer drei Töchter haben schon einen.

 

Also ich kann mir gut vorstellen, dass es für alle Bücher Leser gibt. Bei ca. 16 Euro pro Hardcover kann man bei vernünftigen ebookpreisen drei Ebooks bekommen. Für Vielleser ein Paradies.

 

Das mit den viel Geld für wenige Titel liegt nicht an den SP, sondern am Buchhandel und an den Verlagsvertretern. Wenn der Buchhandel sieht, dass nur in drei Titel von 25 Werbemaßnahmen fließen, werden sie auch nur diese drei Titel bestellen.







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