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Neuer Studiengang "Literarisches Schreiben" in Köln


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5 Antworten zu diesem Thema

#1
AndreaRings

AndreaRings
  • 568 Beiträge
  • Dabei seit 20.03.14

Ab dem Wintersemester 2017/2018 bietet die Hochschule für Medien in Köln einen Studiengang "Literarisches Schreiben" an:

 

https://www.khm.de/l...ches_schreiben/

https://www.khm.de/t...r-medien-koeln/

 

Presse dazu:

http://www1.wdr.de/w...reiben-102.html

http://www.rp-online...n-aid-1.6587837

 

Ich hab das mal im öffentlichen Teil geteilt, ist sicher vor allem für Nichtmitglieder interessant.

 

Liebe Grüße,

Andrea


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#2
Mascha

Mascha
  • 3.500 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Bedauerlich, dass das Handwerk des Schreibens wieder einmal als unwesentlich betrachtet wird:

 

"Das Lehrprogramm zum Literarischen Schreiben widmet sich, im Einklang mit

den anderen Anstrengungen der KHM, vorrangig einer entschieden

künstlerischen Lehre, die in exemplarischen Projekten organisiert wird und

sich nicht auf die Aneignung von „Techniken“ konzentriert, sondern die Suche

nach dem je Eigenen der Wahrnehmung und des Ausdrucks befördert."



#3
Olga

Olga
  • 2.999 Beiträge
  • Dabei seit 01.05.06

Vielleicht wird vorausgesetzt, dass die Studenten die Techniken bereits beherrschen? Wie ist es mit einem Musikstudium? Da wird man auch nicht genommen, wenn man gerade mal auf den Tasten klimpern kann, sondern wenn man das Instrument bereits beherrscht, oder?

 

Liebe Grüße,

Olga



#4
AndreasE

AndreasE
  • 1.856 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Wenn es um "Literarisches Schreiben" geht, ist das allerdings auch die einzig richtige Herangehensweise. Kunst beginnt nun mal da, wo das Handwerk endet.



#5
Manfred

Manfred
  • 178 Beiträge
  • Dabei seit 20.03.14

Aus den Unterlagen der Hochschule für Medien Köln geht hervor, dass die Bewerberinnen und Bewerber für den Studiengang neben einem literaturrelevanten Studienabschluss auch literarische Veröffentlichungen vorweisen müssen und entsprechendes Material und Pläne einreichen müssen. Sie werden also in der Hinsicht ähnlich ausgewählt wie in anderen künstlerischen Studienfächern. Zwar werden "Techniken" als Inhalt ausgegrenzt. Aber es werden offenbar Übungen angeboten: "Künstlerische Lehre meint also immer auch die Erprobung eines stets individualisierten Schreibens in mentorierten Übungen.“ (s.u.)

 

In dem Informationsmaterial zur Bewerbung (auf der von Andrea angegebenen Internetseite) steht folgendes:

 

„Das Programm ist für junge Autorinnen und Autoren mit Studienabschluss gedacht, die ihre Ausdrucksmöglichkeiten erproben, ihre Wahrnehmung

verfeinern, ihre Lektüren erweitern und sich mit der Welt auseinandersetzen möchten. Gattungsvorgaben gibt es nicht. Zu den Ausdrucksformen zählen

Lyrik, Belletristik, Theater, Reportage/Porträt/ Essay, Hörspiel/Feature (Radio), Drehbuch (Film/Fernsehen) sowie neue auf elektronischer Basis

funktionierende Praxen.

 

Das Lehrprogramm zum Literarischen Schreiben widmet sich, im Einklang mit den anderen Anstrengungen der KHM, vorrangig einer entschieden

künstlerischen Lehre, die in exemplarischen Projekten organisiert wird und sich nicht auf die Aneignung von „Techniken“ konzentriert, sondern die Suche

nach dem je Eigenen der Wahrnehmung und des Ausdrucks befördert.

 

Die künstlerische Lehre bietet die Anleitung und Anregung durch und in Seminaren, die zur gesamten Breite der literarischen Produktion, ihrer

Geschichte und Theorien abgehalten werden und immer wieder auf die Gründe des eigenen Schreibens, die Lektüren, Aneignungen und

Transformationen abzielen. Künstlerische Lehre meint also immer auch die Erprobung eines stets individualisierten Schreibens in mentorierten Übungen.“

 

 

Zur Zulassung steht dort folgendes:

 

„Zu Beginn des Studienjahres 2017/18 können erstmalig für den Studiengang Mediale Künste, Studienschwerpunkt Literarisches Schreiben,  bis zu zehn Studentinnen und Studenten aufgenommen werden.

 

Alle Bewerberinnen und Bewerber müssen anhand von bereits vorhandenen literarischen Arbeitsproben ihre Eignung im Hinblick auf den Studiengang Mediale Künste, Schwerpunkt Literarisches Schreiben, nachweisen. Auf der Grundlage der eingereichten Materialien findet eine Vorauswahl statt. Die Kunsthochschule für Medien Köln behält sich vor, anschließend einzelne Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Fachgespräch einzuladen.

 

Für den viersemestrigen Diplomstudiengang II Mediale Künste, Schwerpunkt Literarisches Schreiben, gelten folgende Zugangsvoraussetzungen:

 

- Die allgemeine Hochschulreife

- Ein abgeschlossenes mindestens sechssemestriges Studium an einer Hochschule in einem Fach mit literarischem Bezug

- Hervorragende deutsche Sprachkenntnisse

- Nachweis der künstlerischen Eignung durch mindestens eine selbstständige literarische Veröffentlichung und bis zu zwei weitere Texte. Skizzieren Sie  ein literarisches Projekt, das Sie während des Studiums prioritär realisieren wollen (Erläuterungen und Angaben zu weiteren erforderlichen Unterlagen siehe Seiten 2-3).“



#6
ClaudiaB

ClaudiaB
  • 2.094 Beiträge
  • Dabei seit 11.12.09
Vielleicht wird vorausgesetzt, dass die Studenten die Techniken bereits beherrschen? Wie ist es mit einem Musikstudium? Da wird man auch nicht genommen, wenn man gerade mal auf den Tasten klimpern kann, sondern wenn man das Instrument bereits beherrscht, oder?

 

Ja, Olga, so ist es. Man muss relativ viel können, um die Aufnahmeprüfung zu bestehen, und es wird nicht leichter, als es zu "meiner Zeit" war (Oh Mann, wie das klingt!) Ich bereite immer noch ab und zu Schüler darauf vor, und es geht um Techniken und künstlerische Fähigkeiten, das Wort "Handwerk", was seltsamerweise im Zusammenhang mit dem Schreiben von manchen immer wieder benutzt wird, gebraucht man hier weniger. Vielleicht ist die Angst vor dem Wort Kunst im Musikbereich nicht so groß, weil es die Tradition des Musikstudiums seit langem gibt, und ja, auch, wenn man "nur" Lehrer wird oder nachher aus Geldgründen in Tanzbands spielt, ist es erstmal ein künstlerisches Studium, das auf Techniken und Fähigkeiten aufbaut, die vorher erlernt und im Schweiße des Angesichts geübt und nach dem Studium wieder vergessen werden. :)

Der Studiengang klingt sehr interessant, ich wünschte, es hätte sowas zu meiner Zeit ... (aaaah!) .... Vielleicht hätte ich dann nicht Musik studiert, wer weiß. Ich wollte immer Schriftstellerin werden, aber genau an solchen künstlerisch-praktischen Möglichkeiten fehlte es, das Germanistikstudium hatte nix mit Kunst zu tun.

Schön, dass die Welt wenigstens hier ein bisschen besser wird.

 


Bearbeitet von ClaudiaB, 29.06.2017 - 10:04,

Die Zeitenbummlerin (undercover als Leonie Faber) Rad Novel.
April 2016, Knaur

http://www.claudiabrendler.de