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Erstes Auftauchen einer bereits eingeführten Figur in Serienfortsetzung

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7 Antworten zu diesem Thema

#1
AlfL

AlfL
  • 1.338 Beiträge
  • Dabei seit 08.01.08

Hallo alle!

 

Folgende Situation: In Band 2 einer Serie taucht eine aus Band 1 dem Leser hinlänglich bekannte, wichtige Figur wieder auf. Klar, dass man für Leser, die den ersten Band nicht kennen, auch diese Figur nochmals greifbar einführen muss. Klar auch, dass man das nicht erst 50 Seiten nach dem ersten Auftauchen besagter Figur macht. Nun aber meinte meine Außenlektorin (eine wirklich sehr kooperative, kompetente und erfahrene Frau, sonst gäbe es diesen Thread nicht!), dass ich sofort, sobald ich auch nur den Namen der Figur oder diese selbst erwähne, auch unverzüglich dem Leser mitzuteilen habe, wer das ist und woher mein Prota (ich erzähle in 3. Person aus seiner Perspektive) diese kennt.

 

Ich tue das auch, allerdings im Verlauf eines etwa (ist noch eine andere Person dabei) zweiseitigen Dialoges, sozusagen sanft und nach und nach. Da ich das in all meinen Büchern bisher so gehalten habe, und sonst niemand aus einem Lektorat darüber gemeckert hat, frage ich mich, ob ich es bisher einfach nicht korrekt gemacht habe, oder ob das eine Stilfrage ist. Kann aber auch sein – ich lerne gerne dazu – dass meine Lektorin damit recht hat.

 

Wie haltet Ihr das? Wie sind Eure Erfahrungen? Was stimmt?

 

Viele Grüße

 

 

Alf


"Man muss noch Chaos in sich haben,

um einen tanzenden Stern zu gebären."

Friedrich Nietzsche


#2
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 5.415 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

Ich würde schon in einem Satz erwähnen, wer das ist. So nach Art: "Mein alter Freund XXX betrat das Zimmer." Oder "Polizeikommissar XXX, mit dem ich den letzten Fall bearbeitet hatte, rief mich plötzlich an."

 

Mehr braucht es eigentlich nicht.


Der Bastard von Tolosa, Die Comtessa, Die Hure Babylon, Das Schwert des Normannen, Die Rache des Normannen, Der Schwur des Normannen, Der Sturm der Normannen, Bucht der Schmuggler, www.ulfschiewe.de


#3
DirkH

DirkH
  • 619 Beiträge
  • Dabei seit 29.04.15

Sehe ich wie Ulf: Ein kurzer Satz oder Einschub genügt. Das eine schließt aber das andere nicht aus. Was Du im Dialog an späterer Stelle noch ausbreitest, muss ja deshalb nicht entfallen. Der Einschub vorne kann neugierig machen. Die Erklärung lieferst Du dann hinterher. Alle sind zufrieden.


Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?


#4
UlrikeS

UlrikeS
  • 2.130 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Ich finde nicht, dass eine Erklärung zwingend nötig ist. Manchmal kann man auch Spannung aus der Frage ziehen, wer das ist - v.a. wenn beim ersten Auftauchen der Figur kein Platz für Erklärungen ist (in einer schnellen Action-Szene oder so). Zu spät sollte die Erklärung aber auch nicht folgen, sonst kann man sie sich auch sparen.



#5
Wolf

Wolf
  • 110 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Ein altes und immer schwierig zu lösendes Problem bei Mehrbändern. Grundsätzlich stehen sich zwei Gefahren gegenüber. Unverständnis gegen Infodump. Was man wie präsentiert, hängt von der Geschichte ab, aber die nötigen Informationen müssen sich aus dem Fluss des Geschehens ergeben, dürfn ihn nicht unterbrechen und sollten sich naht und fugenlos einpassen. Das geht nur mit kleinen Häppchen und in ganz seltenen Fällen durch eine Rückblende. Selten, weil diese Rückblende eine eigene ganz bestimmte Funktion haben muss und ihre Daseinsberechtigung nicht aus fehlender Info herleitet.

Dialoge sind meiner Meinung nach mit die schwierigste Lösung. Bei ihnen erkennt der Leser am leichtesten einen Satzteil, der nur der Information wegen da steht. Es gibt immer nur Einzelfalllösungen.

 

Das waren meine 50 Cent. :)

 

Viel Erfolg

Wolf



#6
AndreasE

AndreasE
  • 1.863 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Gut ist, wenn man eine neue Figur hat, die die "alte" Figur noch nicht kennt und der die Zusammenhänge erklärt werden müssen. 



#7
AlfL

AlfL
  • 1.338 Beiträge
  • Dabei seit 08.01.08

Danke Euch!


"Man muss noch Chaos in sich haben,

um einen tanzenden Stern zu gebären."

Friedrich Nietzsche


#8
Stefan Mühlfried

Stefan Mühlfried
  • 1.130 Beiträge
  • Dabei seit 21.08.05

Ich sehe das so: Sobald gewisse Eigenschaften der Person (Aussehen, Character, Beruf, ...) für die Handlung wichtig werden, müssen die natürlich dem Leser bekannt sein. Vorher halte ich es unter Umständen sogar für nützlich, die Person nicht sofort zu erklären, denn das schürt die Neugier des Lesers.


"Schriftsteller sollten gar keine Adjektive haben. Sie sind keine französischen oder australischen Schriftsteller, sondern einfach Schriftsteller. Am Ende sind sie ohnehin nicht mal ein Substantiv, sondern ein Verb: Sie schreiben." - Richard Flanagan

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