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Wie viele Protagonisten darf man den LeserInnen zumuten?


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21 Antworten zu diesem Thema

#21
Frau Klein

Frau Klein
  • 280 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13

Also vier auf einmal finde ich - für mich als private Leserin -  im Rahmen (auch fünf, sechs, wenn es erklärbar bleibt)

Ich habe gerade zwei Romane im Lektorat, in denen es jeweils von neuen Personen wimmelt (sind beides thematische Fortsetzungen) ... Teilweise werden da bis zu 15 Personen oder Namen eingeworfen, von denen der Autor/In erwartet, dass der Leser/In diese Namen irgendwie zuordnen kann. 

Dass kann schon mal Kopfschmerzen bereiten (tut es auch) (obwohl ich die Vorgänger kenne). Mir persönlich ist das zu viel und ich würde es privat nicht lesen wollen, aber (!) ... die Leser/Innen dieses Genres (zwei verschiedene) haben nichts dagegen und sind begierig darauf die neuen Charaktere kennenzulernen ... also: Alles kann, nix muss ... 



#22
Christa

Christa
  • 6.066 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Also vier auf einmal finde ich - für mich als private Leserin -  im Rahmen (auch fünf, sechs, wenn es erklärbar bleibt)

Ich habe gerade zwei Romane im Lektorat, in denen es jeweils von neuen Personen wimmelt (sind beides thematische Fortsetzungen) ... Teilweise werden da bis zu 15 Personen oder Namen eingeworfen, von denen der Autor/In erwartet, dass der Leser/In diese Namen irgendwie zuordnen kann. 

Dass kann schon mal Kopfschmerzen bereiten (tut es auch) (obwohl ich die Vorgänger kenne). Mir persönlich ist das zu viel und ich würde es privat nicht lesen wollen, aber (!) ... die Leser/Innen dieses Genres (zwei verschiedene) haben nichts dagegen und sind begierig darauf die neuen Charaktere kennenzulernen ... also: Alles kann, nix muss ..

 

Beim Lesen eines Romans über die 20er und 30er Jahre dachte ich gerade auch, vier Personen sind

gerade richtig. Der Roman ist sprachgewaltig und bildreich, ohne Zweifel. Aber auf den ersten 50 Seiten wurden nicht nur die vier Perspektivträgerinnen, sondern auch deren Eltern, Geschwister, Freunde, Bedienstete, künftige Ehemänner, Vorgesetzte, Kolleginnen und Werdegänge eingeführt, sodass ich mich auch auf Seite 160 und 200 noch dauernd fragen musste, wer denn wer ist. Zumal es mal um die Vor-, dann um die Nachnamen, manchmal auch um die Berufe geht. Das Buch wird durch die vielen Perspektiven verwässert, ein übergreifender Spannungsbogen oder wirkliche Vertiefung einzelner Perspektiven ist nicht möglich. Und so habe ich es erst einmal erschöpft beiseite gelegt. Man kann Leser auch überfordern. Aber möglich, dass manche das so haben wollen.
 


Bearbeitet von Christa, 20.08.2017 - 08:58,