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Schreibratgeber für Fortgeschrittene

Handwerk Schreibratgeber Literatur übers Schreiben

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32 Antworten zu diesem Thema

#1
FranziskaF

FranziskaF
  • 28 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Hallo ihr Lieben,

 

kennt ihr gute, gern auch unterhaltsame Schreibratgeber bzw. Bücher, die sich mit dem Schreiben und dem Handwerk des Schreibens auseinandersetzen? Nur sollten diese Werke nicht für Anfänger gedacht sein. Ich schreibe schon seit vielen Jahren, wobei ich das meiste eher am praktischen Beispiel gelernt habe. Dennoch, denke ich, kann man immer wieder etwas lernen, sei es über Figurenpsychologie oder Perspektivgestaltung oder auch den Aufbau eines Romans.

 

Daher suche ich nach Literatur, die mir ein neuen Input liefern kann. Sie muss nicht mal speziell auf das Schreiben bezogen sein, es gibt ja auch Konzepte aus wissenschaftlichen Bereichen, die sich auf die Konzipierung fiktiver Geschichten und Charaktere anwenden lässt

 

Danke für eure Tipps!

 

Viele Grüße

 

Franziska



#2
DirkH

DirkH
  • 650 Beiträge
  • Dabei seit 29.04.15

Colum McCann: Briefe an junge Autoren


Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?


#3
Ulrike

Ulrike
  • 231 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13

Vielleicht wäre der neue Schreibratgeber von Simone Harland etwas für dich? Sie ist hier auch im Montségur Autorenforum. Ihr Buch heißt "Show, don´t tell."

 

https://www.amazon.d...=Simone harland


Bearbeitet von Ulrike, 13.10.2017 - 13:26,


#4
Elli

Elli
  • 2.017 Beiträge
  • Dabei seit 01.09.08

Ich lese gerade mit Begeisterung das Buch "Von Beruf Schriftsteller" von Haruki Murakami, was aber weniger "Ratgeber" als eine Inspiration für jeden Autor ist.


elli-radinger.de | Google+ | Wolf Magazin

Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet. (J. W. Goethe)


#5
FranziskaF

FranziskaF
  • 28 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Ich lese gerade mit Begeisterung das Buch "Von Beruf Schriftsteller" von Haruki Murakami, was aber weniger "Ratgeber" als eine Inspiration für jeden Autor ist.

 

Das klingt super, danke!



#6
Hanna Aden

Hanna Aden
  • 260 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

Ich empfehle jedem, der sich in welcher Form auch immer professionell mit dem Schreiben auseinandersetzt, drei Titel:

- "Story" von Robert McKee

- "Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben" von Roy Peter Clark

- "The Anatomy of Story" von John Truby

 

Die richten sich alle an Leute, die bereits schreiben können und besser werden wollen, und nähern sich dem Thema aus ganz verschiedenen Richtungen. Von ungefähr 20 Ratgebern, die ich gelesen habe, sind das die drei, die ich behalten habe.


Bearbeitet von Hanna Aden, 13.10.2017 - 15:38,


#7
FranziskaF

FranziskaF
  • 28 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Ich empfehle jedem, der sich in welcher Form auch immer professionell mit dem Schreiben auseinandersetzt, drei Titel:

- "Story" von Robert McKee

- "Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben" von Roy Peter Clark

- "The Anatomy of Story" von John Truby

 

Die richten sich alle an Leute, die bereits schreiben können und besser werden wollen, und nähern sich dem Thema aus ganz verschiedenen Richtungen. Von ungefähr 20 Ratgebern, die ich gelesen habe, sind das die drei, die ich behalten habe.

 

Die klingen alle gut, danke! Kann man das erste zum Drehbuchschreiben gut aufs Romaneschreiben adaptieren?



#8
FranziskaF

FranziskaF
  • 28 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Tolles Thema, aber ich glaube, das Prinzip "Show, don't tell" kann ich ganz gut. Bilde ich mir ein. :-)

 

Vielleicht wäre der neue Schreibratgeber von Simone Harland etwas für dich? Sie ist hier auch im Montségur Autorenforum. Ihr Buch heißt "Show, don´t tell."

 

https://www.amazon.d...=Simone harland



#9
Hanna Aden

Hanna Aden
  • 260 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

 

Ich empfehle jedem, der sich in welcher Form auch immer professionell mit dem Schreiben auseinandersetzt, drei Titel:

- "Story" von Robert McKee

- "Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben" von Roy Peter Clark

- "The Anatomy of Story" von John Truby

 

Die richten sich alle an Leute, die bereits schreiben können und besser werden wollen, und nähern sich dem Thema aus ganz verschiedenen Richtungen. Von ungefähr 20 Ratgebern, die ich gelesen habe, sind das die drei, die ich behalten habe.

 

Die klingen alle gut, danke! Kann man das erste zum Drehbuchschreiben gut aufs Romaneschreiben adaptieren?

 

 

McKee schreibt vor allem darüber, wie Geschichten funktionieren. In seinem Werk setzt er meist voraus, dass man die ganzen Basics schon beherrscht, streift sie am Anfang aber noch mal - um zu erklären, warum dies, das, jenes gut funktioniert oder weniger gut.

 

Film ist in seinen Augen (zumindest beim Verfassen des Buches, aktuell lehrt er Storynomics und analysiert diese modernen langen Fernsehserien) einfach die aktuellste Form, die Storytelling angenommen hat.

Einige Dinge, für die ich durch das Studium seines Buches ein tieferes Verständnis gewonnen habe:
- Symbolik unterhalb der Bewusstseinsschwelle einsetzen und dadurch Mehrdimensionalität erzeugen

- Dynamik in Geschichten, das Auf und Ab der Emotionen

- Story-Werte (Worum geht es? Was steht auf dem Spiel? Wie kann man dieses Thema noch tiefer durchdringen und in der Geschichte unvergesslich werden lassen?)
- Charakterentwicklung (statt Want und Need, was er als bekannt voraussetzt, Außencharakter und Tiefencharakter, die sich nach Möglichkeit unterscheiden)

... Wahrscheinlich noch viel mehr, was ich gerade auf Anhieb nicht auf dem Schirm habe, weil es mir schon in Fleisch und Blut übergegangen ist (auch, wenn ich es natürlich längst nicht immer "kann" oder richtig mache)

 

Der Peter Clark lehrt vor allem viele Tricks, wie man mit Sprache in den Bann ziehen kann. Folgerichtig liest sich dieses Buch von meinen drei Empfehlungen am fluffigsten. Er kommt aus dem journalistischen Schreiben, aber auch hier gilt, dass man so gut wie alles übertragen kann. Ein paar Dinge, die ich von ihm mitgenommen habe:

- Der raffinierte Einsatz dynamischer Verben

- Die Abstraktionsleiter (bleib nicht in der Mitte, wenn es um etwas geht, benutze die ganz großen philosophischen Begriffe und die ganz kleinen, alltäglichen Dinge - mir fiel dazu ein Beispiel von Ingrid Noll ein, wo die Prota sich wünscht, dass es ihrem Kind später an nichts mangeln solle, weder an Liebe noch an Zopfspangen)

- Die "Kameraführung" in der Prosa, wo man entscheidet, wie nah man mit dem sprachlichen Blick an etwas herangehe, und die sprachliche Spannungserzeugung durch Dynamik in genau dieser Nähe-Distanz

- Bewusste und kunstvolle Variation von Satzlängen zur Erzeugung von sprachlichem Sog und Drive

- Es ist ein Unterschied, ob man ein, zwei, drei oder mehr Dinge beschreibt, das erzeugt unterhalb der Bewusstseinsschwelle jeweils andere Wirkungen, die man gezielt steuern kann

- uvm.

 

Truby habe ich gerade erst angefangen, nachdem ich ein paar Online-Seminare bei ihm hatte. Er schlüsselt Geschichtenaufbau, Charakterarchetypen und Genrevarianten sehr sorgfältig auf, und zwar immer so, dass es einem beim Schreiben helfen kann. Da ich ihn nur auf Englisch habe, bin ich langsam beim Lesen - aber aus den Onlinevorträgen weiß ich, wie genial der Mann ist, und mache mir die Mühe gern.


Bearbeitet von Hanna Aden, 13.10.2017 - 17:24,


#10
Matthias

Matthias
  • 186 Beiträge
  • Dabei seit 13.01.16

Roy Peter Clarks Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben kann ich auch empfehlen



#11
FranziskaF

FranziskaF
  • 28 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Danke für deine ausführlichen Erläuterungen, Hanna! Ich habe mal in "Story" reingelesen, er verwendet gleich einen mexikanischen Film als Beispiel, der zu meinen Lieblingen gehört. Damit hat er mich jetzt. ;-)



#12
MartinaA

MartinaA
  • 55 Beiträge
  • Dabei seit 21.02.17
Mir hat "Briefe an einen jungen Schriftsteller" von Mario Vargas Llosa gut gefallen. Er bezieht sich darin auf Literaturklassiker, zeigt ganz interessante Ansätze auf – und das Buch liest sich ganz unterhaltsam.

#13
Sabine

Sabine
  • 532 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
"Story" kann ich auch empfehlen, und auch "Der Publikumsvertrag" von Roland Zag.
Nackte Angst, zieh dich an, wir gehen spazieren.

#14
Wolf

Wolf
  • 156 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

McKee Story ist ein Muss in meinen Augen und man sollte sich nicht dran stoßen, dass er sich an Drehbuchautoren wendet

 

Wolf



#15
Mascha

Mascha
  • 3.592 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

Das sind meine Lieblings-Schreibbücher:

 

Elizabeth George: Wort für Wort

Sten Nadolny: Das Erzählen und die guten Ideen

Haslinger/Treichel: Wie werde ich ein verdammt guter Schriftsteller?

Ray Bradbury: Zen in der Kunst des Schreibens

David Lodge: Die Kunst des Erzählens

Patricia Highsmith: Suspense

Jean Rouaud: Schreiben heißt, jedes Wort zum Klingen bringen 


Bearbeitet von Mascha, 16.10.2017 - 17:32,


#16
Margot

Margot
  • 1.946 Beiträge
  • Dabei seit 10.09.10

Mein Favorit ist über die Jahre immer noch: Sol Steins "Über das Schreiben"

 

Ich lese das Buch ab und zu wieder, oder blättere darin, und bin oft erstaunt, wie ich durch die Zeit manchen "Tipp" gar nicht mehr bewusst wahrnehme, sondern automatisch umsetze. Und manche gar nicht ... 8-)



#17
FranziskaF

FranziskaF
  • 28 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Mir hat "Briefe an einen jungen Schriftsteller" von Mario Vargas Llosa gut gefallen. Er bezieht sich darin auf Literaturklassiker, zeigt ganz interessante Ansätze auf – und das Buch liest sich ganz unterhaltsam.

 

Vargas Llosa <3 Das Buch bestelle ich sofort! :)



#18
FranziskaF

FranziskaF
  • 28 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Vielen Dank für eure viele tollen Tipps! Ich werde mich langsam durch alle durcharbeiten und mit Story anfangen. Bin schon sehr gepannt und freue mich auf die Fortbildung.



#19
Hanna Aden

Hanna Aden
  • 260 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

Und ich danke dir fürs Eröffnen des Posts, Franziska ;). Einige der empfohlenen Titel kenne ich noch nicht, die sind jetzt auch auf meiner Wunschliste. Für Weihnachten oder so. 



#20
AngelaB

AngelaB
  • 105 Beiträge
  • Dabei seit 21.02.17
„Between the lines. Master the subtle elements of fiction writing“ von Jessica Page Morrell ist ein tolles Buch für Fortgeschrittene, mit sehr anschaulichen Beispielen quer durch alle Genres.
Titel einzelner Kapitel sind zB: Pacing, Subplots, Epiphanies, Cliffhangers & Thrusters, Foreshadowing, Suspence, Transitions, Sence of Place. Und was mir am besten gefällt: Alles zielt (wie im Titel schon genannt) darauf ab, dass man lernt, seine Werkzeuge SUBTIL einzusetzen, nicht nach dem Motto „Hossa, jetzt ein Plot Point!“ ;-)





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