Inhalte aufrufen

Profilbild

Öffentliche-Rechtliche als Innovationsförderer?


  • Zum Antworten bitte anmelden
3 Antworten zu diesem Thema

#1
Mascha

Mascha
  • 3.594 Beiträge
  • Dabei seit 30.01.10

http://www.zeit.de/k...emacher-debatte

 

Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Artikel halten soll.

Eigentlich waren es ja die amerikanischen Privatsender, die mit innovativen Serien den TV-Markt erneuert haben.

Dass es in Deutschland das Öffentlich-rechtliche Fernsehen sein soll, das Innovation möglich macht, ist mir neu.

Was sagen unsere Drehbuchautoren dazu?



#2
Holger

Holger
  • 941 Beiträge
  • Dabei seit 15.05.10

 

Dass es in Deutschland das Öffentlich-rechtliche Fernsehen sein soll, das Innovation möglich macht, ist mir neu.

Mir auch.

Die innovativen Vorstöße basieren stets auf demselben Modell: Entscheidungshoheit liegt bei den Urhebern - das ist in den USA so, das ist in Dänemark (!) so.
In Deutschland bildet sich in der Person des begleitenden Redakteurs oftmals die unheiliige Allianz von wirtschaftlicher Macht (er gibt grünes Licht für den Spielfilmetat oder verwehrt ihn) und quotenfixierten Bedenkenträgertum (es gibt natürlich auch super Redakteure, aber sie sind leider nicht die Regel).

Bei Streamingdiensten wie Netflix ist die Ansage übrigens ganz klar: letztes Wort haben Produzent und Autor. Und das machen die nicht, weil sie Kunstmäzene sind. Das machen sie, weil die den besten Inhalt wollen.

Schönen Sonntag.

 

Holger



#3
Jan vdB

Jan vdB
  • 338 Beiträge
  • Dabei seit 26.10.11

Diese innovativen Projekte der ÖR gab und gibt es immer mal wieder. Aber leider viel zu selten und meistens, wie im Artikel erwähnt, eher im Rahmen einer Kino-Co-Produktion. Im Serienbereich, wo seit einigen Jahren von US-Formaten und teilweise auch von den Skandinaviern entscheidende Impulse gesetzt werden, ist in Deutschland in Sachen Innovation weitestgehend tote Hose. (Ausnahmen wie "Die roten Bänder" bestätigen die Regel ... ist ausserdem nicht ÖR)

 

Außer Krimi-Formaten (Soko-Ableger von Soko-Ablegern), die i.d.R. nach Schema x funktionieren, scheint hier nix zu gehen. Auch weil quoten-ängstliche und budget-abhängige Redakteure und Programmplaner einem überalterten Analog-Publikum nichts zutrauen. (Die immer wieder kritisierten schwachen, hölzernen Dialoge z.B. gehen sehr häufig auf eine ausdrückliche redaktionelle Aufforderung zurück, dem Zuschauer einen (offensichtlichen) Sachverhalt sicherheitshalber noch mal ganz genau zu erklären ...)

 

Der Zeitartikel mit seinem Aufruf zur Solidarisierung kommt mir übrigens so vor, als ob Julia von Heinz das gemeinsam mit oder auf Bitten des am Ende erwähnten, geschundenen, frustrierten, verkannten und in seinem Sender isolierten Kreativ-Redakteurs geschrieben hätte.

 

Lg, Jan


Meine Webseite: http://vonderbank.drehbuch-sh.de&&Mein aktuelles Buch: "Die 7 magischen Klabauterknoten" - KJM-Verlag&&

#4
Ramona

Ramona
  • 2.437 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Der Zeitartikel mit seinem Aufruf zur Solidarisierung kommt mir übrigens so vor, als ob Julia von Heinz das gemeinsam mit oder auf Bitten des am Ende erwähnten, geschundenen, frustrierten, verkannten und in seinem Sender isolierten Kreativ-Redakteurs geschrieben hätte.

 

Diesem Eindruck kann man sich wahrlich nur schwer entziehen.


“Your intuition knows what to write, so get out of the way.” (Ray Bradbury)