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Übersetzungen ins Englische


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16 Antworten zu diesem Thema

#1
MariaP

MariaP
  • 397 Beiträge
  • Dabei seit 15.10.15

Hallo zusammen,

 

ich bin gerade in einem Übersetzerforum auf Zahlen zu Übersetzungen ins Englische gestoßen (bezogen auf Belletristik und Lyrik - bei Sachbüchern mag es etwas besser aussehen).

 

 

In 2015, the United States published 569 titles of translated fiction and poetry.http://publishingtre...speaking-world/

 

Und dazu der Kommentar einer Kollegin, die ins Englische übersetzt:

 

selbst ca. 500 ins englische übersetzte bücher pro jahr halte ich für zu hoch gegriffen
die zahl umfasst auch bücher in kleinstauflagen, die passionierte übersetzer _selbst_ finanzieren
anderssprachige bücher müssen zunächst einmal ideologisch passen, um überhaupt in die engere wahl zu kommen
und dann müssen übersetzer gefunden werden, die nicht viel kosten
professoren, lektoren usw bevorzugt, weil sie sich sabbaticals nehmen können während derer ihre gehälter weiterbezahlt werden 

 

Kein Wunder also, dass ich häufiger höre "mein Buch gibt's jetzt auf Koreanisch" als "mein Buch gibt's jetzt auf Englisch".

 

Erschüttert,

Maria


Komm wir essen Opa.
SATZZEICHEN können Leben retten.
www.mcpoets.de

#2
Matthias

Matthias
  • 206 Beiträge
  • Dabei seit 13.01.16

Welch ein absurdes Verhältnis!

 

- Beitrag gelöscht -

 

Matthias


Bearbeitet von Matthias, 22.01.2018 - 14:47,


#3
Wolf

Wolf
  • 176 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Übersetzte Bücher werden in den USA auch nicht unbedingt gern gelesen. Man muss sich als Autor eventuell auch selbst darum kümmern. Wenn man bedenkt, wie riesengroß der englischsprachige Markt ist, überraschen diese Zahlen aber dennoch.

 

Wolf



#4
Andreas

Andreas
  • 3.483 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05

Hallo zusammen,

 

ich bin gerade in einem Übersetzerforum auf Zahlen zu Übersetzungen ins Englische gestoßen (bezogen auf Belletristik und Lyrik - bei Sachbüchern mag es etwas besser aussehen).

 

 

In 2015, the United States published 569 titles of translated fiction and poetry.http://publishingtre...speaking-world/

 

Und dazu der Kommentar einer Kollegin, die ins Englische übersetzt:

 

selbst ca. 500 ins englische übersetzte bücher pro jahr halte ich für zu hoch gegriffen
die zahl umfasst auch bücher in kleinstauflagen, die passionierte übersetzer _selbst_ finanzieren
anderssprachige bücher müssen zunächst einmal ideologisch passen, um überhaupt in die engere wahl zu kommen
und dann müssen übersetzer gefunden werden, die nicht viel kosten
professoren, lektoren usw bevorzugt, weil sie sich sabbaticals nehmen können während derer ihre gehälter weiterbezahlt werden 

 

Kein Wunder also, dass ich häufiger höre "mein Buch gibt's jetzt auf Koreanisch" als "mein Buch gibt's jetzt auf Englisch".

 

Erschüttert,

Maria

 

Dass es nur einen verschwindend kleinen Teil ausländischer Romane im angelsächsischen Raum gibt, ist doch nichts neues. Der englische Markt ist gigantisch gross, es besteht überhaupt kein Bedarf, wenn überhaupt, dann werden internationale Bestseller eingekauft.

Dass das mit "Ideologie" zusammenhängen soll, ist zunächstmal eine unbelegte Polemik, die hier nicht weiter breitgetreten werden sollte, das hier ist ein professionelles Forum, nicht Facebook. Verlage kaufen überall nur ein, was in ihr Programm passt und finanziell vielversprechend ist, das ist völlig normal.

 

Andreas


Bearbeitet von Andreas, 22.01.2018 - 14:19,


#5
Jan vdB

Jan vdB
  • 346 Beiträge
  • Dabei seit 26.10.11

Andreas, ich glaube die Kollegin meinte den Begriff "Ideologie" weniger ideologisch, als im Sinne von Mainstream-Geschmack und Erwartungshaltung hinsichtlich bestimmter Themen.

Der dürfte für uns Altkontinentler in der Tat auf amerikanischer Seite deutlich schwerer zu überreißen sein, als umgekehrt für die US-Kollegen und Verlage der Deutsche, der ja  ohnehin seit Jahrzehnten von amerikanischen Filmen und Büchern vor geprägt ist.

 

Lg, Jan 


Meine Webseite: http://vonderbank.drehbuch-sh.de&&Mein aktuelles Buch: "Die 7 magischen Klabauterknoten" - KJM-Verlag&&

#6
Andreas

Andreas
  • 3.483 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Hierzulande wird auch nur eingekauft, was sich bereits nachweislich bewährt hat.

#7
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 2.920 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Also mich wundert das Verhältnis auch nicht. Alle möglichen nationalen wie individuellen Organisationen aus Süd- und Osteuropa betrachten Deutschland als Wunderland und Sehnsuchtsort. Von dort aus wird viel Deutsch gelernt, dort gibt es offenbar auch einen Markt für deutsche Bücher. Warum sollte es eine solche Sicht der Dinge in England, den USA, Kanada und Australien geben? 

 

Falls man die Praxis des Fremdsprachen Lernens mit dem des Bücher Übersetzens vergleichen kann (mir kommt es vor, als könne man): In meinem Leben als Sprachlehrerin habe ich bis jetzt fast alle Nationen vor der Flinte gehabt. Sehr viele aus Ostasien, Russland, Ost- und Südeuropa. Nicht ganz so viele aus Afrika und Südamerika, aber doch auch ordentliche Zahlen. Insgesamt etliche Tausend. Die Anglophonen waren so wenige, dass ich sie mir tatsächlich persönlich merken konnte:

 

USA – 6

Irland – 3

Kanada – 2

England – 2

Australien – 1

 

Angelika


Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de


#8
Frau Klein

Frau Klein
  • 333 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13

Warum sollten die Amis *amerika first* ( und das schon vor Trumpel) ... was aus dem "Alten Land/Europa" lesen? ... 

Mir fällt da immer der Satz aus dem Film "Ich glaub mich knutscht ein Elch" von Bill Murray ein: 

 

Wir sind aus allen anständigen Ländern rausgeworfen worden (so ähnlich)  ...

 

 

WARUM ... sollten die was lesen, was in diesen "anständigen" Ländern geschrieben wurde??? 

 

 

*edit*

 

das war ein Witz :-) 


Bearbeitet von Frau Klein, 22.01.2018 - 20:09,


#9
Admin

Admin
  • 1.770 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05

Das Forum ist kein Platz für derart unsinnige und polemische Postings, Frau Klein.



#10
Frau Klein

Frau Klein
  • 333 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13

Das Forum ist kein Platz für derart unsinnige und polemische Postings, Frau Klein.

Deshalb hab ich es ja editiert und somit erläutert ... ...



#11
Manfred

Manfred
  • 228 Beiträge
  • Dabei seit 20.03.14

Um sich die Märkte in den einzelnen Sprachen vorzustellen, könnte es helfen, sich die Zahl ihrer Sprecher anzuschauen. Im Fall des Englischen kommt noch der Status des Englischen als internationale lingua franca hinzu. Damit ist Englisch mit großem Vorsprung auf Platz 1. Übrigens mit mehr Sprechern in Indien als in England und dort (in Indien) auch mit einer sehr produktiven literarischen Szene.

 

Der Aufstieg des Englischen als globale Sprache hat seine Wurzeln im Kolonialismus und wurde durch viele historische Umstände und zuletzt durch die Globalisierung der Welt verstärkt. Es gibt auch eine ideologische Kritik an diesen Prozessen. Aber insgesamt ist das ungeheuer komplex und geht sicher weit über die jüngsten Ereignisse in den USA hinaus.

 

Aus anglophoner Sicht und vor allem aus der Sicht englischsprachiger Verlage wird ja in all den aufgelisteten Ländern in all den Sprachen millionenfach publiziert, und die Erzählstrukturen sind oft inkompatibel mit dem Markt, den englischsprachige Verlage bedienen.

 

​Deutsch käme hier übrigens so ungefähr auf Platz 11 mit ca.120 Millionen Sprechern.

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#12
MartinC

MartinC
  • 749 Beiträge
  • Dabei seit 10.06.13

Im Vergleich dazu eine andere Quelle:

 

Überblick:

Platz zehn: Deutsch

105 Millionen Menschen auf der Welt haben Deutsch als Muttersprache. Insgesamt 185 Millionen Menschen beherrschen die deutsche Sprache. Gesprochen wird Deutsch außer hierzulande im Elsass, Liechtenstein, Lothringen, Luxemburg, Teilen Namibias, Österreich, Ostbelgien, in der Schweiz und Südtirol.

Platz neun: Bengali

233 Millionen Menschen weltweit sprechen Bengali, 215 Millionen davon sind Muttersprachler. Die größte Gruppe derer, die die Sprache sprechen – mehr als 140 Millionen – leben in Bangladesch, wo Bengali Amtssprache ist. In Indien gehört Bengali zu einer der 22 offiziell anerkannten Sprachen. Außerdem sprechen Menschen in Teilen der USA, Großbritanniens, Nepals,Singapurs, Saudi-Arabiens und Malaysias Bengali.

Platz acht: Portugiesisch

Außer in Portugal und Brasilien wird Portugiesisch noch in Teilen der USA, Asien und Afrikas gesprochen. Durch die Kolonialzeit sowie Auswanderungswellen verbreitete sich die portugiesische Sprache weltweit. 216 Millionen Menschen sind Muttersprachler, bei 235 Millionen ist es die Zweit- oder Drittsprache.

Platz sieben: Russisch

Zwar sind nur 165 Millionen Menschen mit Russisch als Muttersprache groß geworden, weltweit sprechen jedoch 275 Millionen die Sprache. Die größte Gruppe – rund 130 Millionen Menschen – lebt in Russland. die nächstgrößeren russischsprechenden Gruppen leben in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, Deutschland, den USA und Israel.

Platz sechs: Arabisch

Weltweit verstehen und sprechen 300 Millionen Menschen arabisch, bei 206 Millionen ist es die Muttersprache. In Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Israel, Irak, Jemen, Jordanien, Komoren, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tschad, Tunesien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Westsahara ist Arabisch die Amtssprache. Außerdem ist es eine der sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen.

Platz fünf: Französisch

Die Kolonialzeit hat dem Französischen zur weltweiten Verbreitung verholfen. So gibt es zwar nur 79 Millionen Muttersprachler, aber rund 370 Millionen Menschen, die Französisch als Zweit- oder Drittsprache gelernt haben.

Platz vier: Spanisch

Genauso ist es auch mit dem Spanischen: Durch Kolonialisierung und Auswanderungswellen hat sich die Sprache nahezu auf der ganzen Welt verbreitet. 330 Millionen Muttersprachler gibt es in Südamerika und Spanien. Zählt man alljene hinzu, die Spanisch als Zweit- oder Drittsprache sprechen, gibt es weltweit rund 420 Millionen Menschen, die Spanisch können.

Platz drei: Hindi

Hindi wird hauptsächlich in Zentral- und Nordindien gesprochen. 460 Millionen Menschen sind Muttersprachler, rund 650 Millionen sind der Sprache mächtig. Sogar ins Deutsche haben es einige Worte aus der Sprache geschafft. So sind beispielsweise Punsch und Bungalow aus dem Hindi entlehnte Worte.

Platz zwei: Chinesisch

Weltweit sprechen 1,1 Milliarden Menschen chinesisch, davon sind 982 Millionen Muttersprachler. Einer der Zweige der chinesischen Sprachfamilie ist Mandarin, die offizielle Sprache der Volksrepublik China. Rund 845 Millionen Menschen sprechen dieses sogenannte Hochchinesisch.

Platz eins: Englisch

Do you speak English? So you’re one out of 1,5 Billion people who are able to speak English. Englische Muttersprachler gibt es dagegen nur 375 Millionen. Da Englisch in ganz vielen Ländern schon in der Schule als Zweitsprache gelehrt wird und durch die Kolonialisierung der Briten weit verbreitet wurde, ist es tatsächlich die am häufigsten gesprochene Sprache der Welt.

LG

Martin


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www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)


#13
MartinC

MartinC
  • 749 Beiträge
  • Dabei seit 10.06.13

Und natürlich ist es eine Frage der (Lese)Kultur und der Bildung, ob eine Gesellschaft eher vor sich hin dümpelt und im eigenen Saft schmort, oder ob sie sich für den Rest der Welt interessiert. Das gilt für einige Länder dieser Welt, darunter sicherlich die USA, China, Russland, viele Staaten aus dem arabischen Kulturkreis und ja, auch Großbritannien. Und natürlich nicht immer alle, sondern ein Großteil der Bevölkerung. Ob und wie Methode dahintersteckt, das müsste man sich genauer anschauen. In Deutschland gibt es ebenfalls einen erklecklichen Anteil der Bevölkerung, der sich lieber nach innen wendet und alles, was von außen kommt, ablehnt. 

 

LG

MArtin


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#14
Margot

Margot
  • 1.958 Beiträge
  • Dabei seit 10.09.10

Man muss das Ganze auch realistisch betrachten. Ich weiss natürlich nicht, wie das bei anderen, deren Bücher ins Englische übersetzt wurden, läuft oder lief, aber ich habe auch eins, dass den Sprung nach UK und die USA geschafft hat. Bei der Nachricht ploppte natürlich gleich das Dollar- bzw. Pfundzeichen in meinen Augen auf. Doch man kommt recht schnell wieder auf den Boden der Tatsachen an.

 

Die warten einfach nicht auf Übersetzungen (natürlich gibt es die berühmten Ausnahmen, wir haben ja auch welche im Forum, die gepunktet haben), weil der dortige Markt schon so riesig ist. 

 

Vielleicht ist man daher mit einer koreanischen Übersetzung auch glücklicher als mit einer englischen.

 



#15
Jan vdB

Jan vdB
  • 346 Beiträge
  • Dabei seit 26.10.11

Martin und Manfred, ich finde Eure Listen wirklich sehr interessant - Danke dafür.

(Und das Hindi-Wort Bungalow ist jetzt fest abgespeichert, für den Fall, dass das mal eine 500.000 Euro Frage bei Jauch werden sollte ...)

 

Lg, Jan


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#16
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 2.920 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

(Und das Hindi-Wort Bungalow ist jetzt fest abgespeichert, für den Fall, dass das mal eine 500.000 Euro Frage bei Jauch werden sollte ...)

 

Hier gleich noch drei: Pyjama, Ketchup, Dschungel.

 

Hepp, fang!


Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

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#17
Jan vdB

Jan vdB
  • 346 Beiträge
  • Dabei seit 26.10.11

Schnapp! :)


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