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Was kann man als Schrifsteller von der Steuer absetzen?


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47 Antworten zu diesem Thema

#21
SabineW

SabineW
  • 2.588 Beiträge
  • Dabei seit 12.09.05
Ich kram das mal hoch. Viele von uns sind ja schreibenderweise derzeit in exotischen Urlaubsparadiesländern unterwegs. Kann man so eine Recherchereise, die ja übelst nach Luxusurlaub riecht, von der Steuer absetzen?

#22
MelanieM

MelanieM
  • 11.773 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07
Kann man - aber ob es anerkannt wird, ist individuell von deinem Sachbearbeiter beim Finanzamt abhängig. Gruß, Melanie

#23
ChristianeL

ChristianeL
  • 1.491 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10
Sofern ein Vertrag vorliegt und die Reise Recherchezwecken dient, ist sie absetzbar. Rückfragen seitens des Finanzamts ergeben sich, wenn ein Urlaub an die Recherchereise angehängt wird - da gibt es ständig neue Klagen und Rechtsprechung 8-). Liebe Grüße Christiane

#24
SabineW

SabineW
  • 2.588 Beiträge
  • Dabei seit 12.09.05
Danke!

#25
Elli

Elli
  • 1.925 Beiträge
  • Dabei seit 01.09.08

Viele von uns sind ja schreibenderweise derzeit in exotischen Urlaubsparadiesländern unterwegs. Kann man so eine Recherchereise, die ja übelst nach Luxusurlaub riecht, von der Steuer absetzen?

Wenn man es als "Luxusurlaub" bezeichnen will, bei -30° mehrere Stunden lang still im Schnee stehend Wölfe zu beobachten, dann kann man das auch von der Steuer absetzen. Ich setze alle meine Recherchereisen nach Yellowstone von der Steuer ab. Ist allerdings auch ein echter Arbeitsurlaub. Die gemachten Recherchen fließen in neue Bücher ein.

Sollte ich während einer solchen Reise auch einige private Abstecher in den USA machen, drösele ich das genau auf und setze dann auch den Flug nur zur Hälfte an.

Hatte kürzlich eine Betriebsprüfung über einen Zeitraum von drei Jahren. Alles okay  ;D

Gruß
Elli

elli-radinger.de | Google+ | Wolf Magazin

Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet. (J. W. Goethe)


#26
Uschi

Uschi
  • 3.028 Beiträge
  • Dabei seit 09.11.05
Nennt mich eine typisch deutsche Korinthenliebhaberin, aber eigentlich ist es doch ganz einfach: Alle Ausgaben, die man nicht hätte, wenn man nicht schreiben täte, sind absetzbar. Und wenn der Sachbearbeiter das dann nicht einsieht, kann man mit rechtschaffenem Furor dafür kämpfen. Liebe Grüße Uschi

#27
(Mara)

(Mara)
WAS man absetzen kann, hängt davon ab, ob man Berufsautor oder Hobbyautor ist. Die Voraussetzung für Hobbyautoren/Autoren im Nebenjob ist natürlich, dass man durch das Schreiben Einnahmen hat. Berufsschriftsteller können absetzen: - ALLE Bücher, nicht nur die Sachbücher; schließlich muss man wissen, was die "Konkurrenz" schreibt, um konkurrenzfähig zu schreiben ;) - Recherchereisen, sofern sie der Recherche dienen. Die darf man natürlich gleichzeitig mit einem Urlaub verbinden, aber wer in die Karibik reist, das abzusetzen versucht, ohne ein Buch zu schreiben, das in der Karibik spielt, bekommt u. U. Ärger, wenn das mal nachgeprüft wird - die Beiträge zur Künstlersozialkasse - Beiträge für Fachzeitschriften, "kostenpflichtige" Autorennetzwerke (z. B. "Syndikat") - das Arbeitszimmer (selbstverständlich) - Arbeitsmaterial und Ausstattung (z. B. neuer PC oder Bürostuhl); Fotoapparat gehört auch dazu, schließlich muss man u. U. die Gegenden fotografieren, in denen der Roman spielt, damit man sie hinterher authentisch beschreiben kann. - Treffen mit Verlegern, Lektoren, Kollegen, sofern dafür Reisekosten und Verpflegung anfällt und das Treffen berufsbezogen ist (also keine reinen Freundschaftstreffen) - Portokosten und "Büromaterial" (Kopierpapier, Druckertoner etc.) - anteilige Miete, Strom, Heizung fürs Arbeitszimmer und Telefon, Internet sowieso ABER: Jedes Finanzamt handhabt das u. U. unterschiedlich. Was ich aufgezählt habe, wird von MEINEM Finanzamt seit Jahren anstandslos akzeptiert, ich weiß aber von KollegInnen, dass andere FAs manches nicht anerkennen. Und ja, ein Steuerberater ist Gold wert! ;)

#28
SabineW

SabineW
  • 2.588 Beiträge
  • Dabei seit 12.09.05
Danke! Ich hab ja einen Steuerberater. Aber ob der in der Sache gut ist oder nicht, kann ich ja schlecht beurteilen. Sonst bräucht ich keinen Steuerberater.

#29
(Mara)

(Mara)
@ SabineW: Ich sage mal: Solange der Steuerberater es schafft, dass du nichts nachzahlen musst, definieren ich ihn als "gut" ;D

#30
Juergen

Juergen
  • 307 Beiträge
  • Dabei seit 18.12.07
Mara hat ja schon eine Menge aufgezählt. Es gibt eine Unmenge Kleinkram, bei dem man sich vielleicht denkt: Ach, die paar Euro, das lohnt sich nicht. Aber aufs Jahr gesehen läppert sich das. Hier noch ein paar Hinweise: - Renovierung. Bei mir kommt demnächst Laminat ins Arbeitszimmer. Tapeten, Kleister, Farbe usw. sind natürlich auch absetzbar - Kabel und Kabelkanäle für Geräte - Filzgleiter unter die Möbel - Medien, die direkt mit dem Projekt zusammenhängen. Beispiel: Ich arbeite an einem Text, in dem viele Anspielungen auf einen Poirot-Krimi vorkommen. Oder: Mein Held ist ein Alt-Hippie und schwärmt heute noch von Woodstock. Also kaufe ich mir die DVDs, die natürlich schön getrennt von meinen privaten Filmen im Arbeitszimmer stehen bleiben. Spätestens beim Einkauf der zugehörigen Rauchwaren zwecks atmosphärischer Einstimmung wird das Finanzamt allerdings eine Grenze ziehen. - Die Fensterbank im Arbeitszimmer muss nicht kahl sein. Ich stelle mir Blumen drauf, und auf dem Boden liegt ein schöner Läufer - Gardinen vor dem Fenster - Ein Arbeitszimmer darf auch etwas Schmuck haben, also z.B. ein schöner Kalender an der Wand, vielleicht sogar ein Gemälde. Denkt vergleichsweise an die Wartezimmer von Arztpraxen oder die Büros in Firmen. Wenn ich in meinem Arbeitszimmer mögliche Auftraggeber oder Kollegen empfange, um über Projekte zu sprechen, darf es dort auch etwas nett aussehen. - Putzmittel entsprechend anteilig nach Quadratmetern anhand der Einkäufe veranschlagen. Grundsätzlich (sagt mein Steuerberater) sieht die Sache anscheinend so aus: Fingierte "Gefälligkeitsquittungen" und falsche Angaben zwecks Täuschung sind Betrug. Also Finger wech. Alle echten Ausgaben, bei denen ich der Meinung bin, sie seien beruflich bedingt, kann ich dagegen angeben, und das Finanzamt darf dann eben anderer Meinung sein und mir die Aufwendungen streichen. Mitunter sind auch Eigenbelege zulässig. Wenn ich auf einer beruflich bedingten Reise einen Kugelschreiber kaufen muss, weil ich mein Schreibgerät vergessen habe, und mir in der Eile am Bahnhof keine Quittung geben lasse, darf ich das selbst notieren und angeben. Ich glaube, wichtige Vokabeln für das Finanzamt sind "Plausibilität" und "Verhältnismäßigkeit". Wenn ich 10.000 Euro einnehme und mir einen Edelfüller für 5000 Euro leiste, sieht das seltsam aus. 10.000 Euro Einnahme und ein Schreibgerät für 50 Euro, das passt schon besser. Jürgen

Holocaust-Referenz - Argumente gegen Auschwitzleugner


#31
SabineW

SabineW
  • 2.588 Beiträge
  • Dabei seit 12.09.05
Wie sieht das eigentlich aus, wenn man den Schreibtisch im Wohnzimmer hat?

#32
(Mara)

(Mara)

Wie sieht das eigentlich aus, wenn man den Schreibtisch im Wohnzimmer hat?


Das Wohnzimmer ist kein Arbeitszimmer. Wenn man ein eigenständiges Arbeitszimmer abestzt, MUSS das laut Finanzamtsvorschrift ausschließlich (oder doch zu 99 %) zur Arbeit genutzt werden. Schreibtisch im Wohnzimmer geht deshalb nicht.

Ich hatte mal eine Prüfung vom Finanzamt im Haus, bei der der Prüfer Anstoß daran genommen hat, dass ich nicht von mir geschriebene Unterhaltungsliteratur im Arbeitszimmer aufbewahre. Erst als ich ihn davon überzeugen konnte, dass das die Belegexemplare der Mitautoren der SF-Serie sind, an der ich mitschreibe, und die ich lesen muss, damit ich in der fortlaufenden Handlung drinbleibe - das also zum Arbeiten gehört -, wurde das Arbeitszimmer als Arbeitszimmer anerkannt.

#33
MelanieM

MelanieM
  • 11.773 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07
Es ist vom Finanzamt abhängig. Was ich NICHT absetzen konnte (obwohl ich gute Einkünfte hatte und reichlich Steuern nachzahlen musste): Ebook-Reader wurde NICHT anerkannt Belletristik wurde NICHT anerkannt PC - wurde nur zu 80% anerkannt (ursprünglich wollte man nur 50% anerkennen, bis ich Widerspruch eingelegt habe) DVD-Spieler für Dokumentations-DVDs wurde NICHT anerkannt Zubehör für Trailer-Erstellung wurde NICHT anerkannt Für meinen Brotjob brauche ich z.B. ein Navi, wenn ich in ganz Hamburg Hausbesuche mache - das wurde mir auch erst NACH meinem Widerspruch anerkannt - wieder mal mit der Begründung, es würden ja private und berufliche Interessen verschmelzen ... Also Leute - es ist WIRKLICH vom einzelnen Finanzbeamten abhängig - und man muss damit rechnen, dass man mit Begründungen wie: Ebook-Reader überschneide private/berufliche Interessen, dito PC - abgespeist wird. Gruß, Melanie

#34
(Mara)

(Mara)

Es ist vom Finanzamt abhängig.


UND vor allem davon, ob du haupt- oder nebenberuflich Autorin bist.
E-Book-Reader wurde bei mir anerkannt (weil Berufsautorin als einziger ausgeübter Beruf), DVD-Gerät selbstverständlich nicht, da kaum ein Mensch das Ding wirklich nur beruflich nutzt. Deshalb käme ich nie auf den Gedanken, zu versuchen, das abzusetzen.
Und von der Belletristik, die ich jedes Jahr kaufe (und lese), setze ich nur das ab, was ich wirklich nur gekauft habe, weil ich es als "Konkurrenzanalyse" brauchte. Die Bücher, die ich wirklich nur privat haben wollte, lasse ich fairerweise auch aus der Steuererklärung raus.

Alles was du als nicht anerkannt aufgezählt hast, wurde deshalb nicht anerkannt, weil du Autorin nur im Nebenjob bist.

#35
MelanieM

MelanieM
  • 11.773 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07
@Mara Laue Ich habe übrigens auch nur das angegeben, was ich aus Gründen der Recherche gelesen habe - das war nur ein Bruchteil dessen, was ich tatsächlich gekauft habe. Aber ich wollte damit mal deutlich machen, dass es eben nicht so ist, wie immer gesagt wird - dass man die Dinge, die du genannt hast, alle absetzen kann. Im Prinzip müsste es allerdings für beide Sorten von Autoren gleich sein - denn manch nebenberuflicher verdient mehr als manch hauptberuflicher Autor. Gruß, Melanie

#36
SabineW

SabineW
  • 2.588 Beiträge
  • Dabei seit 12.09.05


Das Wohnzimmer ist kein Arbeitszimmer.


Klar, aber anteilig Strom, Miete, Nebenkosten, Renovierungskosten? Da ist rein gar nichts drin?

#37
(Mara)

(Mara)



Das Wohnzimmer ist kein Arbeitszimmer.


Klar, aber anteilig Strom, Miete, Nebenkosten, Renovierungskosten? Da ist rein gar nichts drin?


Sorry, nein. Ich weiß nicht, ob das inzwischen wieder geändert wurde, aber nach dem letzten Stand meiner (!) Kenntnisse gilt auch das nur für reine Arbeitszimmer, und die werden nur bei Leuten anerkannt, die ausschließlich ihren Arbeitsmittelpunkt im "Arbeitszimmer" in der eigenen Wohnung haben. Dann aber - siehe oben - gilt die Vorschrift, dass im Arbeitszimmer nichts sein darf, was nicht in irgendeiner Form mit der Arbeit zu tun hat. Und nur für reine Arbeitszimmer kannst du anteilig Miete, Strom etc. absetzen.
Um das Schreibtisch-Beispiel aufzugreifen: Wie willst du denn den "Anteil" berechnen, den der Schreibtisch im Wohnzimmer ausmacht? OK, dessen Fläche kann man ausrechnen. Aber zum Arbeitsplatz gehört auch der Stuhl davor und den Raum, den du einnimmst, wenn du draufsitzt und hin und her rückst usw. Und das kann man nur noch schätzen, also nicht genau berechnen.

@ Melanie:
Es ist für die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers (und anderer arbeitsrelevanter Kosten) übrigens völlig unerheblich, ob du als nebenberufliche Autorin mehr Geld verdienst als mancher Berufsschriftsteller oder weniger. Es kommt nur darauf an, welches dein Hauptberuf ist. Und wer Schreiben als Nebenberuf betreibt, kann nicht erwarten, dass er "hauptberufliche" Steuerabsatzmöglichkeiten eingeräumt bekommt. Das fände ich allein schon deshalb nicht gerecht, weil die meisten Nebenjobsautoren gerade durch ihren zusätzlichen "Brotberuf" sowieso schon höhere Einnahmen haben als die meisten Berufsautoren (sofern die keine Bestsellerautoren sind).

#38
SabineW

SabineW
  • 2.588 Beiträge
  • Dabei seit 12.09.05
Danke, Mara.

#39
MelanieM

MelanieM
  • 11.773 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07

@ Melanie:
Es ist für die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers (und anderer arbeitsrelevanter Kosten) übrigens völlig unerheblich, ob du als nebenberufliche Autorin mehr Geld verdienst als mancher Berufsschriftsteller oder weniger. Es kommt nur darauf an, welches dein Hauptberuf ist. Und wer Schreiben als Nebenberuf betreibt, kann nicht erwarten, dass er "hauptberufliche" Steuerabsatzmöglichkeiten eingeräumt bekommt. Das fände ich allein schon deshalb nicht gerecht, weil die meisten Nebenjobsautoren gerade durch ihren zusätzlichen "Brotberuf" sowieso schon höhere Einnahmen haben als die meisten Berufsautoren (sofern die keine Bestsellerautoren sind).


Weshalb nebenberufliche Autoren allerdings auch in die Steuerprogression fallen, weil beide Einkunftsarten (Haupt- und Nebenberuf) zusammengerechnet werden und sie deshalb auch auf ihr hauptberufliches Einkommen höhere Steuern zahlen müssen.

Mag sein, dass du das als hauptberufliche Autorin gerecht findest, wenn Leute, die den gleichen Job machen, schlechtere Absetzmöglichkeiten haben. Was würdest du dann eigentlich zu denen sagen, die ihren Hauptberuf" auf 50% reduziert haben, um den Rest mit ihrem zweiten Beruf zu erwirtschaften? Oder was ist mit Hartz IV-Aufstocker-Autoren? Sind das nun Autoren mit dem Hauptberuf Autor oder sind das Arbeitslose mit Hobby?

Es ist nicht so einfach, wie es aussieht - im Übrigen finde ich es auch überflüssig, dass in einem Forum, wo es einfach nur um unterschiedliche Erfahrungen mit dem Finanzamt ging, einen Grabenkampf zwischen haupt- und nebenberuflichen Autoren aufzumachen. Und dass im föderalistischen Deutschland die Finanzämter in den unterschiedlichen Bundesländern unterschiedlich arbeiten, dürfte bekannt sein - ebenso, dass vieles von den unterschiedlichen Sachbearbeitern dort abhängig ist. Das ist letztlich alles, was ich mit meinen vorherigen Postings aussagen wollte.
Auch, wenn du mir hier durch deine Antworten anscheinend den Eindruck vermitteln möchtest, als würde ein nebenberuflicher Autor, der die gleichen Arbeitsmittel absetzt, die ein hauptberuflicher Autor absetzt, die hauptberuflichen Autoren benachteiligen (womit eigentlich? :-?)

Gruß, Melanie

#40
(Mara)

(Mara)

im Übrigen finde ich es auch überflüssig, dass in einem Forum, wo es einfach nur um unterschiedliche Erfahrungen mit dem Finanzamt ging, einen Grabenkampf zwischen haupt- und nebenberuflichen Autoren aufzumachen.


Grabenkampf????? Ich habe nicht bemerkt, dass hier irgendjemand einen ausgerufen oder gar begonnen hätte. Hier geht um persönliche MEINUNGEN und ERFAHRUNGEN. Die habe ich ausgedrückt und mitgeteilt. Nicht mehr, nicht weniger. Das Kämpfen überlasse ich anderen.