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45 Antworten zu diesem Thema

#21
Kokopelli

Kokopelli
  • 1.301 Beiträge
  • Dabei seit 14.03.05
Hallo Anika,

Aber der dänischer Stat hat immer die Kunst befördert und viele Autoren und ausführer andere Kunstformen, kriegen auch oft Arbeitslegaten und so.


Was sind Arbeitslegaten?

Ausserdem haben wir auch Biblioteks-Ordnung, wo man vom Stat Geld pro Buchseite auf den öffentlichen Biblioteken kriegt.
Kriegt man das auch hier in Deutschland?


Hier gibt es die Ausschüttungen der VG-Wort, aber ich muss gestehen, ich bin immer noch nicht ganz durchgestiegen was ich genau tun muss um mich da anzumelden und schiebe es deshalb immer auf. ;)

Und dann ist es vielleicht auch die Sache mit dem Honorar. Debutanten kriegen hier 10%, "normale" Autoren 15% und erfarene Bestseller-Autoren kriegen oft 20%.


Das sind natürlich schon andere Zahlen. Mit ab 5% meinte ich natürlich, dass es der Mindestsatz der großen Verlage ist, den sie aber auch wirklich gern möglichst lange beibehalten. Häufig sind die Honorare gestaffelt, z.B.  für Taschenbücher
1. - 10. Tsd. = 5%
11. - 25. Tsd. = 6%
ab 26. Tsd = 7%

Hardcover sollten theoretisch bei mind. 7% anfangen, aber das wird auch häufig unterboten. :-/

Woher die geringen Honorare kommen? Ich weiß es nicht. Es könnte natürlich daran liegen, dass deutsche Autoren häufig nicht wirklich wichtig genommen werden. Schließlich gibt es genug Bücher im Ausland, die die Verlage übersetzen können ... Das Geld wird lieber für eine Lizenz ausgegeben, als etwas mit einem deutschen Autor zu wagen. Außerdem gibt es so viele deutsche Autoren, die unbedingt auf den engen Buchmarkt wollen, dass sie sich auch mit weniger Honorar zufrieden geben als eigentlich angebracht wäre. Ich schließe mich da ausdrücklich nicht aus. Es ist ganz einfach: entweder man nimmt das Honorar was einem angeboten wird - oder es wird ein anderer Autor stattdessen veröffentlicht. Ob das richtig oder falsch ist, darüber lässt sich jetzt streiten. Ich kann nur sagen: ich bin froh, dass ich nicht vom Schreiben leben muss.


Viele Grüße,

Kokopelli

#22
Monika

Monika
  • 2.574 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Hallo Anika, ja, Steuern gehen da noch runter. Und Sozialversicherung auch. Zumindest wenn es übers Jahr mehr ist als 400 € / Monat Von den 10% geht da noch mal ganz schön was weg. :s07 Also nehmen wir es wie es ist. Ein wunderschönes Hobby ::)

#23
Heinz-Werner

Heinz-Werner
  • 1.078 Beiträge
  • Dabei seit 02.08.05
Hi zusammen,


Das sind natürlich schon andere Zahlen. Mit ab 5% meinte ich natürlich, dass es der Mindestsatz der großen Verlage ist, den sie aber auch wirklich gern möglichst lange beibehalten. Häufig sind die Honorare gestaffelt, z.B. für Taschenbücher
1. - 10. Tsd. = 5%
11. - 25. Tsd. = 6%
ab 26. Tsd = 7%


Mal ne ganz dumme Frage an die Profis: Gilt das eigentlich nur für die verkauften Exemplare, oder für die Gesamtauflage? Oder gibts da unterschiedliche Regelungen?

Gruß

HW

#24
Sysai

Sysai
  • 1.565 Beiträge
  • Dabei seit 11.02.05
Die Prozentwerte allein sagen nichts aus. Je nach Vertrag bekommt man x % vom Ladenverkaufspreis minus MwSt (gut) oder vom Abgabepreis des Verlages (schlecht). Bezahlt werden in der Regel nur die verkauften Exemplare. Bei Lizenzen, an denen ja auch der Verlag verdient, geht es auch (immer?) nach gedruckten Exemplaren. Da mich meine Kollegen im Job fragen, warum ich bei meinen vielen Büchern und den Auflagenhöhen überhaupt noch arbeiten komme, habe ich mal ausgerechnet, dass mir nach dem Anteil meiner Agentin und den Steuern im Schnitt ca. 0,20 € pro Buch in meiner Tasche bleiben. Da sind HC, TB und Lizenzen berücksichtigt. Mit Büchern alleine kann man in Deutschland nicht reich werden. Andreas Eschbach hat auf seiner Homepage erwähnt, es gäbe ca 100 deutsche Autoren, die vom Schreiben leben könnten. Andere übersetzen zusätzlich oder sind Lehrer an Schreibschulen. Die Meisten gehen einem 'normalen' Job nach. Gruß Sysai

#25
Martina

Martina
  • 4.719 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Klag uns gern dein Leid, liebe Sysai  ;) Wir fühlen mit!  :) Ist dein erfolgreichstes Buch nicht die Wanderhure? Die ist doch erst im April erschienen. Vielleicht überlegst du dir im März 2006, wenn die Abrechnung kommt, doch noch, deinen Brotjob aufzugeben? Ich vermute, wenn man die Ansprüche nicht allzu hoch schraubt  ;), könntet ihr beide durchaus zu jenen "100 Autoren" gehören und von der Schreiberei in absehbarer Zukunft leben. Dass Autoren trotzdem häufig unterbezahlt sind, steht auf einem anderen Blatt. Liebe Grüße, Tin

#26
Quidam

Quidam
  • 3.774 Beiträge
  • Dabei seit 07.04.05
Liebe Sysai, das klingt nach verdammt wenig. Ein guter Bekannter und Fastverwandter von mir ist quasi ein Bestsellerautor, verkauft seine Bücher in sechsstelliger Höhe (250.000) und ich ging immer davon aus, dass ihm pro Buch mindestens 1 € bleibt. Ok. er hat keinen Agenten und wahrscheinlich sind da die Steuern noch nicht abgezogen. Aber ich hab von meiner Schwester gehört (seine Schwägerin) dass er seiner Frau ein Haushaltsgeld von 1000 € zahlt. :) Der bringt auch Cds heraus, tritt regelmäßig vor tausenden von Zuschauern auf, hat eine eigene Fernsehserie, verkauft Theaterstücke usw. - und arbeitet trotzdem nebenberuflich. Aber er hat mir verraten, dass er das macht, weil er seinen Brotberuf liebt - er könnte also davon Leben. :) Trotzdem glaube ich, liebe Sysai, dass du und dein Mann bald vom Schreiben leben könnt. Ihr steht am Anfang und euer Erfolg wird euch erst noch überrollen. ;) Grüße Quidam

#27
Monika

Monika
  • 2.574 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Als ich 2001 meinen Erstling veröfftenlichte, habe ich mir folgendes vorgenommen: 10 Jahre lang mind. jedes Jahr zwei Bücher herausbringen. Die sollten sich dann aber schon gut verkaufen. Wenn die Leserschaft dann noch beständig wächst, sollte es nach 10 Jahren ungefähr möglich sein, von dem Erwirtschafteten zu Leben. Zur Zeit bin ich recht gut auf Kurs und ich habe ja noch bis 2011 Zeit. :s01 Wenn es soweit ist, poste ich hier ob die Rechnung aufgegangen ist. ;) Allerdings gebe ich immer wieder zu bedenken, dass auch Schriftsteller machmal Familie haben. Wer Singel ist oder kinderlos verheiratet ist, kann gewiss schneller von Schreiben leben, als eine Autorin mit Mann und zwei Kindern.

#28
Martina

Martina
  • 4.719 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Hi Monika, drücken wir uns gegenseitig die Daumen, dass wir es langfristig schaffen. Ich hab auch ein nicht näher definiertes Ziel klar vor Augen 8) Ich glaube, dass man auch den Psycho-Faktor nicht unterschätzen sollte. Als ich meinen Sohn und mich alleine mit der Schreiberei ernähren musste, bin ich über mehrere Monate hinweg heftig gegen alle möglichen Wände gelaufen - ganz sicher litt mein "lockerer" Stil unter der erheblichen Anspannung. Heute gibt es einen lieben Menschen im Hintergrund, dem ich zwar niemals auf der Tasche liegen möchte, aber gut zu wissen, dass er das notfalls ertragen könnte. Und in genau dieser privaten Glücksphase überrollt man mich mit Aufträgen, von denen in meiner dunkelsten Autorenzeit ein einziger gereicht hätte, um wieder Fuß zu fassen. Blöd. ;) Liebe Grüße, Tin :)

#29
Sysai

Sysai
  • 1.565 Beiträge
  • Dabei seit 11.02.05
Hallo, Quidam, wie du schon erwähnt hast, schreibt dein bekannter nicht nur, sondern "tritt regelmäßig vor tausenden von Zuschauern auf, hat eine eigene Fernsehserie, verkauft Theaterstücke usw." Genau das haben Gheron und ich nicht. Wir schreiben nur und würde beide davon leben müssen (+Krankenkasse+Rentenversicherung) . Das ist mir noch zu unsicher. Hier in München zu leben ist allein schon ein teures Hobby. Zudem ist nicht gesagt, dass sich alle unsere Romane so verkaufen wie 'Die Wanderhure'. 'Die Tatarin', die danach herauskam, stand nur etwa 10 Wochen auf den unteren Rängen der Harenbergliste (Bester Platz 29). Unser Erfolg ist einfach noch zu frisch. Monika sieht das richtig: nach 10 Jahren und mindestens ebenso vielen noch lieferbaren Romanen kann man wahrscheinlich von dem Erwirtschafteten leben. Leider nehmen heutzutage viele Verlage die älteren Romane schnell aus der Backlist heraus, so dass nur noch zwei oder drei lieferbar sind. Damit erhöht sich das Risiko für einen Nur-Autor. @Tin. Nein, ich werde auch dann noch nicht den Job sausen lassen, auch wenn meine Agentin nichts lieber sähe als das. Ich habe da noch andere Pläne. Gruß Sysai

#30
Anika

Anika
  • 34 Beiträge
  • Dabei seit 03.11.10
Guten”morgen” Leute. Ich hoffe dass ich es erklären kann. :) Man kann als Künstler der dänische Stat um Mittel ansuchen und sie können dann einige Autoren aussuchen die „gut für die dänische Literatur“ sind. Diese Autoren können bis 40.500 Euro jährlich empfangen (meistens doch weniger). Davon muss man natürlich Steuern zahlen aber man kann dann zu Hause sein und schreiben. Reiselegaten haben wir auch. Hier kann man – wenn man ein Budget zeigt – kosten für eine Rechercherchen-Reise gedeckt kriegen. Allerdings ist es sehr schwierig diese Legaten zu kriegen Alle diese Legaten sind als „Geschenke“ (oder Investierung in der Literatur) zu betrachten und müssen nicht zurückgezahlt werden. Und dann haben wir die Biblioteksordnung, die sehr viel für die dänische Autoren bedeutet. Leider hat die EG jetzt diese Ordnung endeckt und wollen es verbieten, aber so weit hoffe ich nicht dass es kommt. Praktisch bedeutet es, dann man Geld bekommt weil die Werke als Öffentliches Eigentum in den Biblioteken kommen. Bei uns ist es immer noch kostenlos um Bücher auf den Biblioteken zu leihen. Ist es auch so in Deutschland? Hier gelten auch sehr komplizierte Regeln und es hat bestimmt auch eine Weile gedauert bevor ich es verstanden habe. :) Man kriegt hier 0,006 Eurocent pro Buchseite. ZB habe ich mit mein erster Buch 52.000 Buchseiten auf den dänischen Biblioteken (wir haben ja nicht so viel ;)). Das gibt mir rund 300 Euro pro Jahr. Aber diese 300 Euro bin ich bis meinen Tot gesichert (oder wenn die Bücher vergehen). Das nächste Buch wird dann obendrauf gelegen etc. etc. In Dänemark kriegt der Autor mit den meisten Büchern jährlich eine Summe von 94.000,- (Öffentliche Zahlen). Die Ausschüttung  der VG-Wort? Wie funktioniert dies? So ungefähr ;) Ich meine auch dass man hier in Dänemark nur 7% für Billig-Ausgaben kriegt. Normal kommt es erst in HC oder gut „gehäftet“ (wie es heisst, eigentlich nur ein besseres Paperback) wo man die 10-20% kriegt. Und wird es dann nachgedrückt als Billig-Ausgabe ist es nur zu 7%. Aber das Problem mit ausländische Autoren haben wir auch, weil die Verlage öfters nur 9% an Ausländer bezahlen müssen (und die Übersetzung natürlich) und viele Verlage verzichten dann auf dänische Autoren wegen den Preisen. Auch ganz erstaunlich dass nur ungefähr 100 Autoren in Deutschland davon leben können. Ihr seit ja viele Leute in Deutschland! 90 Millionen nicht war? Ist der Buchmarkt zurückgegangen? LG Anika

#31
Monika

Monika
  • 2.574 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Hallo Eibe, ich glaube, ich ziehe mal schnell 200 km weiter nördlich und lasse mich dort nieder. ;D Allerdings glaube ich nicht, dass Fantasy gut für die dänische Literatur ist :s07 Der Buchmarkt hier ist zur Zeit wirklich schlechter als früher. Alle Verlage klagen über Kaufzurückhaltung. Allerdings gab es auch in guten Zeiten nicht mehr Autoren, die vom Schreiben leben konnten.

#32
eva v.

eva v.
  • 3.669 Beiträge
  • Dabei seit 26.10.05
hallo anika, es können sicher mehr als 100 freie autoren in deutschland vom schreiben leben. die zahl halte ich für absolut willkürlich. allein die vielen heftromanautoren und freiberuflichen autoren für zeitschriften und magazine sind da bestimmt noch nicht mitgezählt. die meisten leute haben nur einfach das falsche bild im kopf, dass man einmal einen schönen roman schreibt und sich dann für die letzten dreißig bis fünfzig jahre seines lebens damit zur ruhe setzen kann. auch die erlöse aus einem bestseller sind ruckzuck aufgebraucht. den wenigsten gelingt es zudem, bestseller in serie zu schreiben. weitaus häufiger ist es, dass ein titel vielleicht mal super läuft, die nachfolgewerke dagegen eher normal. die zehn jahre von monika sind gut gerechnet. wer es über diesen zeitraum schafft, im durchschnitt gleichbleibende jahresverkaufszahlen und damit ein (relativ) sicheres einkommen für sich und seine familie zu erwirtschaften, kann das schreiben als berufliche hauptbasis nutzen. die KSK schafft heutzutage die nötige grundlage an sozialversicherung, die es früher nicht für autoren gab. die bibliothekstantieme funktioniert hier ähnlich wie bei euch. auch die VG wort schüttet hier pro jahr ungefähr die von dir genannte summe aus (sofern man sich als autor anmeldet, was viele gar nicht machen), allerdings geht das nicht nach seiten. lg, eva v.

#33
(Peter_Dobrovka)

(Peter_Dobrovka)
Wieviele Dänen gibt es denn? Und wieviel lesen die? Hier in Deutschland wird immer weniger gelesen. Der Buchmarkt ist deutlich rückläufig, und nur dank der steigenden Preise sind die Umsätze einigermaßen stabil; d.h. es wird jedes Jahr etwa gleich viel verdient, aber mit weniger Büchern. Bei den großen Publikumsverlagen gilt eine verkaufte Auflage von 3000 Taschenbüchern (von der ich ja noch nur träume) derzeit noch als Flop. Was ist denn "gut" für die dänische Literatur? Hier in Deutschland wird Fantasyliteratur und ähnliches trotz des enormen kommerziellen Erfolgs leider nicht ernstgenommen, wenn es um Preise, Stipendien etc. geht. Ich stelle fest, daß Dänemark nicht viel Kultur zu uns exportiert, im Gegensatz zu Schweden zum Beispiel. Mir fallen auf Anhieb nur Hans Christian Andersen und Lars von Trier ein. Peter

#34
Anika

Anika
  • 34 Beiträge
  • Dabei seit 03.11.10
Peter. Die genauen Zahlen habe ich leider nicht gefunden, aber ich meine das neue dänische Titeln unter 1000 sind, wo es von ausländische Autoren ungefähr 1500 sind. Wie viele deutsche weiss ich augentlich nicht, und wenn ich daran denke, kann ich ausser Thomas Mann und Michael Ende an keine kommen. Dänen gibt es übrigens nur 5 Mil. (leiter ist die Seite wo ich normal die Statistik lese runtergegangen). Eigentlich Schade das die Europäern so oft nach Amerika schauen und nicht die "lokalen" Autoren kennen. Welche Kriterien "gute" Literatur haben muss, weiss ich nicht. Aber fantasy-autoren kriegen auch Arbeits- und Reise-legaten. Dass habe ich gesehen als ich selber ein Legat überlegt habe. Aber hier hat Eva bestimmt recht. Viele denken dass sie ein oder zwei Bücher schreiben können und sofort davon leben. Man muss es oft mit viel anderes kombinieren. Aber die royalties (oder prozenten pro Buch) hat mich schon gewundert bei diesen thread (?) Anika

#35
(Peter_Dobrovka)

(Peter_Dobrovka)
Mich interessiert durchaus, was die Nachbarn so treiben. Aber obwohl ich die Augen und Ohren offen halte, merke ich doch, daß sehr unterschiedliche Mengen an Kultur aus den einzelnen Ländern hereinkommen. Aus Amerika kommt ungefragt das meiste, ja. Aus Japan kommt auch sehr viel, obwohl es so weit weg ist, ebenso in lezter Zeit aus China. Der Rest von Asien existiert fast gar nicht. Und hier in Europa? England! Musik, Bücher, Filme. Schweden: Musik, Bücher. Österreich: Bücher Dann wird die Luft dünn. Holland und Schweiz sind mir noch ein Begriff, Frankreich und Italien. Der Rest von Europa existiert fast gar nicht. Peter

#36
Heinz-Werner

Heinz-Werner
  • 1.078 Beiträge
  • Dabei seit 02.08.05
Ach Peter,


Der Rest von Europa existiert fast gar nicht.


Und was ist mit Bayern?

Im Ernst: Russland, die Türkei, Dänemark, Island, Norwegen, Schweden, und, und, und ...

Außerhalb von Europa ebenso: Südamerika, Afrika ...

Es gibt bedeutend mehr gute Schriftsteller, als man lesen kann, vermute ich.

Gruß

HW

#37
(PeterN)

(PeterN)
Es läuft halt alles nach Trends ab. Die Irland-Schwemme ist ja auch noch nicht so lange her, danach die ganzen Spanier (bzw. die Spanischsprachigen, mit dem magischen Realismus) und demnächst wieder etwas anderes.

#38
(Jan)

(Jan)


Es gibt bedeutend mehr gute Schriftsteller, als man lesen kann, vermute ich.


Das ist sicher wahr, Heinz-Werner - aber Peter hat schon recht: es kommt eigentlich verblüffend wenig bei uns an, da der Markt (und zwar jeder Markt - Buch, Film, Musik) fast erdrückt wird von der amerikanischen Übermacht.

Meist sind es nur einzelne Bücher aus den Nachbarländern: Stichwort - Sophies Welt.

Oder Peter Nadas aus Ungarn mit " Buch der Erinnerung"

Aber wie präsent ist z.B. der diesjährige Friedenspreisträger, der Türke Orhan Parmuk?
Ich gestehe, ich mußte jetzt sogar den Namen nachschlagen, um ihn korrekt zu schreiben.... :-[

Bei Schweden denkt jeder garantiert an Astrid Lindgren - und die Schwedenkrimis.

Und noch schlimmer sieht es beim Blick über den europäischen Tellerrand aus:

Obwohl es den Peter Hamer Verlag gibt, der sich sehr um afrikanische Literatur bemüht - ich wüßte jetzt keinen einzigen Autor zu nennen...

Und Südamerika? Marquez, klar. Allende - der ganze magische Realismus, aber danach....?

Das alles ist aber jetzt weit ab vom Thema - wäre vielleicht einen eigenen thread wert: Lesen wir unsere Nachbarn!

Zum Schluß aber noch 3 dänische Autoren, die Ihr garantiert alle kennt:
Kierkegaard, Tania Blixen - und Peter Hoeg (Fräulein Smilla)... auch so ein Fall, wo ein erfolgreiches Buch kurzfristig den Blick auf die Landesliteratur lenkte.

Gruß
Jan

#39
Heinz-Werner

Heinz-Werner
  • 1.078 Beiträge
  • Dabei seit 02.08.05
Hi Jan, eine amerikanische Übermacht sehe ich (zumindest bei mir im Regal :-) ) nicht. Natürlich haben die USA 250 Millionen Einwohner, Dänemark hat 5 Millionen. Da wäre es ein Wunder, wenn wir mehr Dänen lesen würden, als Amerikaner. Ich persönlich lese bevorzugt holländische Schriftsteller, speziell die aus den letzten 70 Jahren, und mein knappes Budget geht zu 50% dahin ... Aber um bei Thema Dänemark zu bleiben, da gibt es zumindest noch eine, die kaum bekannt ist, sich aber trotzdem lohnt: Herdis Møllehave. Ihre Romane 'Le und die Knotenmänner' 'Lene' und 'Helene oder die Verletzung' sind mW alle bei Rowohlt erschienen, nur noch antiquarisch zu haben und absolut lesenswert. Gruß HW

#40
(Jan)

(Jan)
Hallo, Heinz-Werner! Bei mir gibt's diese Übermacht im Regal auch nicht, wie mir ein flüchtiger Blick gerade zeigt ;D . Und danke für die Lesetips! So was freut mich immer, da man ja wirklich kaum einen Überblick über alles hat, was es Lesenswertes von den Nachbarn gibt. Vielleicht stellst Du die Bücher mal etwas näher vor in "Buchkritik"? Gruß Jan