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Auflagen


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45 Antworten zu diesem Thema

#41
(Georg)

(Georg)
In der Rollenspiel-Szene schaut es seit einigen Jahren mager aus, die Zeiten von 5000 bis 10000 Exemplare beispielsweise beim "Schwarzen Auge" sind längst vorbei. Bei anderen Rollenspielen schaut es traditionell noch schlechter aus. Dem Rollenspiel geht es also nicht besser als dem Buchmarkt, wobei speziell bei dieser Form von Freizeitbeschäftigung, die eher jüngere Menschen anspricht, ein verändertes Freizeitverhalten eine Rolle spielt; die Computer-Spiele bannen die Mädels und noch mehr die Jungs vor den Flimmerschirm. :-/

#42
Spinner

Spinner
  • 1.289 Beiträge
  • Dabei seit 21.06.05

In der Rollenspiel-Szene schaut es seit einigen Jahren mager aus, die Zeiten von 5000 bis 10000 Exemplare beispielsweise beim "Schwarzen Auge" sind längst vorbei.


10.000 bis 15.000 Exemplare ;D
Jetzt ca. 3.000 bis 4.000 (ich habe letztens noch die genaue Zahl gehört, aber schlagt mich - das Gedächtnis ???)
Dieser "Umsatzeinbruch" hat allerdings nichts mit dem "Rollenspielmarkt" an sich zu tun, sondern in erster Linie mit dem Wechsel im Vertrieb: Früher lief das alles über Heyne und war in jedem Buchhandel präsent. Jetzt vermarktet Fanpro die Rechte selbst, und damit sind die Titel nur noch mit deutlichen lokalen Schwerpunkten im Buchhandel aufzufinden und werden ansonsten über dieselben Kanäle vertrieben wie das Rollenspiel.
Ja, so viel macht der Buchhandel aus - bzw. so viel Macht hat der Buchhandel :s12 Solange die Reihe noch bei Heyne war, hatte sie sicher einen Punkt erreicht, wo sie allmählich am Auslaufen war; Neuauflagen mit Royaltys konzentrierten sich sehr auf die allerersten Bücher der Reihe. Aber insgesamt war das ein langsames Ausebben, wie es übrigens grundsätzlich bei "Lizenzreihen" zu beobachten ist.
Wäre die Reihe wieder bei Heyne, würde wohl auch die Auflage wieder in die alten Dimensionen mit leichtem Abblättern am Rande rutschen; aber u.U. lohnt es sich eben für den Lizenzgeber, eine geringere Auflage zu vermarkten, dafür aber auch alleine daran zu verdienen - und mitunter lohnt es sich für einen Lizenznehmer nicht mehr, eine Reihe auch bei akzeptablen Auflagenzahlen fortzusetzen, wenn er die Einnahmen teilen muss. Ich denke, bei den DSA-Roman sollte man eher in dieser Richtung Ursachenforschung betreiben, statt den Rollenspielmarkt an sich zu betrachten.
Sinn ist keine Eigenschaft der Welt, sondern ein menschliches Bedürfnis (Richard David Precht)

#43
(Georg)

(Georg)
Für die Romanreihe stimmt das, Spinner, aber die Rollenspiel-Bücher laufen anders; die Auflagen sind nicht unbedingt mit denen der DSA-Romane bei FanPro oder gar Heyne zu vergleichen. Früher wurde Das Schwarze Auge auch über Schmidt Spiele vertrieben, seit einigen Jahren macht auch das FanPro wieder selbst. Aber sicher nicht mit höheren Auflagen.

#44
Spinner

Spinner
  • 1.289 Beiträge
  • Dabei seit 21.06.05

Für die Romanreihe stimmt das, Spinner, aber die Rollenspiel-Bücher laufen anders


Ach so, ich dachte, du meinst die Romane; was das eigentliche Spielmaterial betrifft, davon habe ich keine Ahnung. Ich weiß ich auch nicht, ob sich das überhaupt mit dem Buchmarkt vergleichen lässt, sowohl was die Größenordnungen betrifft wie auch die Einahme/Kosten-Relation ???

Früher wurde Das Schwarze Auge auch über Schmidt Spiele vertrieben, seit einigen Jahren macht auch das FanPro wieder selbst.


Allerdings könnte ich mir schon vorstellen, dass der Vertrieb über Schmidt-Spiele da eine ähnliche Wirkung hatte wie der Vertrieb der Romane über Heyne. Ich erinnere mich, dass seinerzeit DSA das einzige Rollenspielsystem war, das man sogar in den Spielwarenabteilungen von Kaufhäusern finden konnte; und ich könnte mir vorstellen, dass da ein auch in anderen Bereichen präsenter Vertriebspartner wie Schmidt-Spiele hilfreich war.
Andererseits ist die Auflösung von "Schmidt" nun schon so lange her, und seitdem dürfte sich der Markt schon mehrfach wieder umgekrempelt haben ... es dürfte schwer festzustellen sein, was da von den heutigen Verhältnissen noch auf den Wechsel der Vertriebswege und was auf andere Ursachen zurückzuführen ist.

Ansonsten, woran liegt es, wenn beim Rollenspielmaterial für DSA die Auflagenzahlen zurückgehen? Liegt es tatsächlich daran, dass die Nachfrage schwächer ist, dass also "Mädels und Jungens eher Computerspiele machen"? Oder liegt es nicht vielmehr daran, dass das Angebot stärker gewachsen ist als die Nachfrage?
Als ich Rollenspiele kennen lernte, hatte man im wesentlichen die Wahl zwischen DSA oder Direktimporten aus den USA. Heute kriegt man deutschsprachige Rollenspielmaterialen von verschiedensten Anbietern, und ich könnte mir vorstellen, dass die Auflagen der einzelnen DSA-Produkte auch bei steigender Nachfrage sinken, weil einfach die kleineren Anbieter mit an dem Markt knabbern und außerdem die gestiegene Zahl verfügbarer DSA-Produkte sich durchaus gegenseitig Konkurrenz macht.

Ich bin immer sehr vorsichtig, ehe ich eine "sinkende Nachfrage" als Grund für sinkende Verkäufe akzeptiere. Oft ist das nämlich eine Ausrede, mit der die Entscheidungsträger auf Anbieterseite ihre Verantwortung abwälzen wollen - weil sie für die fehlenden Kunden ja angeblich nichts können.
Ich habe selbst erlebt, wie die ganze Szene von einer Krise des Genres sprach, in dem ich tätig bin - obwohl meine Auftraggeber davon überhaupt nichts gemerkt haben und diese angebliche "allgemeine Krise" nur bestimmte Subgenres und Reihen betraf; und natürlich vor allem in den Lektoraten der Verlagshäuser, die bevorzugt auf diese Subgenres und Reihen gesetzt hatten, über eine solche "Krise" geklagt wurde.

Also, Zahlen sind die eine Sache - der Streit fängt meist dann an, wenn man über die Gründe für diese Zahlen diskutieren möchte ;D
Sinn ist keine Eigenschaft der Welt, sondern ein menschliches Bedürfnis (Richard David Precht)

#45
(Peter_Dobrovka)

(Peter_Dobrovka)
Ich muß gerade daran denken, wie vor einigen Jahren die Computerspieletest-Zeitschrift "PC-Player" eingestellt wurde, trotz ordentlicher Verkäufe. Der Verlag hatte noch zwei weitere Zeitschriften dieser Art im Programm und wollte die Redaktion verschlanken. Man rechnete sich aus, daß die Käufer stattdessen auf die anderen beiden Zeitschriften zurückgreifen würden, und so der Gesamtverkauf stabil bliebe. Die Realität strafte die Planer erbarmungslos ab: Das Verschwinden der PC-Player hinterließ eine Absatzlücke, die nicht kompensiert wurde. Die Leser lasen nicht stattdessen was anderes, sie verschwanden einfach. Peter

#46
Nikola Hahn

Nikola Hahn
  • 137 Beiträge
  • Dabei seit 09.03.10


@Tin. Nein, ich werde auch dann noch nicht den Job sausen lassen, auch wenn meine Agentin nichts lieber sähe als das.  Ich habe da noch andere Pläne.

Gruß Sysai


Hallo Sysai,

ich kann dir nur beipflichten. Ich bin trotz meines "Erfolgs" heilfroh, einen "Brotberuf" zu haben! Der stiehlt mir zwar jede Menge Zeit, aber er ermöglicht mir auch, wirklich frei zu schreiben.
Das hört sich paradox an, ist aber so!
Ich kenne Autoren, darunter welche, die vom Schreiben leben (müssen), die eben nicht mehr frei sind, zu Wünschen des Verlags auch mal Nein zu sagen.

Was die Backlist angeht (und den Widerwillen des Verlags, entsprechende Bücher noch mal nachzudrucken), so bin ich mittlerweile dazu übergegangen, nicht genutzte Rechte zurückzufordern. Nicht, daß ich vorhätte, diese jetzt offensiv auf den Markt zu werfen, aber was man hat, hat man.

Was auch gern vergessen wird, wenn es um das "Leben vom Schreiben" geht, sind die langen Abrechnungszeiträume der Verlage. Zwar kann man das mit dem Grad der Bekanntheit zu seinen Gunsten ändern, aber normalerweise gibt´s einmal pro Jahr Honorarabrechnungen (so bei meinem ersten und zweiten Roman; beim dritten bin ich immerhin schon bei halbjährlichen ...)

Und noch was: Wer nicht gerade ein Schnellschreiber ist, kann es sich als "Nur-Schriftsteller" einfach nicht leisten, längere Pausen zu machen: Dann verdient er nämlich nix!

Wenn ich ganz knallhart ausrechne, was ich als Kriminalbeamtin verdiene und was als Schriftstellerin, dann weiß ich, womit ich besser bedient bin. Und das, obwohl meine Romane in zahlreichen Auflagen gedruckt wurden und nach wie vor gut laufen!

Viele Grüße in die Nacht
Nikola
Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie, wie wir sind. (Talmud)&&&&