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Wann ist ein Autor mehrwertsteuerpflichtig?


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33 Antworten zu diesem Thema

#21
Dorothee

Dorothee
  • 87 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10
Wenn du Mehrwertsteuerpflichtig bist, heißt die Mehrwertsteuer, die du auf Sachen wie Papier, Computer, Honorar für die Agentur usw. bezahlst, aus deiner Sicht Vorsteuer. Die Mehrwertsteuer, die du für deine Bücher, Lesungen usw einnimmst, heißt aus deiner Sicht Umsatzsteuer. Am Ende des Jahres ziehst du die schon bezahlte Vorsteuer von der erhaltenen Umsatzsteuer ab und das ist dann die Summe an Umsatzsteuer, die du dem Finanzamt schuldest. Daher kann es auch unter 17.500 € günstig sein, freiwillig Mehrwertsteuerpflichtig zu sein, weil du dann Vorsteuerabzugsberechtigt bist.   Liebe Grüße Dorothee    

#22
HeikeSch

HeikeSch
  • 562 Beiträge
  • Dabei seit 28.08.06
Ah! Das leuchtet ein! :s20 Danke! Liebe Grüße, Heike

www.heike-schulz.com "Hexengesicht", Schwarzkopf & Schwarzkopf "Anpfiff dritte Halbzeit", Schwarzkopf & Schwarzkopf


#23
(MatthiasH)

(MatthiasH)
Im Prinzip lohnt es sich für einen Autor immer, mit Umsatzsteuer zu rechnen, denn er hat einen riesigen Vorteil. Auf seine Leistungen erhebt er nur 7% MWSt, während er auf der anderen Seite für seine Ausgaben den vollen Satz von 19% erstattet bekommt. Er muss halt nur bei der Vertragsgestaltung aufpassen, dass alle Honorare ZUZÜGLICH MWSt verhandelt werden.

#24
Juergen

Juergen
  • 386 Beiträge
  • Dabei seit 18.12.07
Ich kann Dorothee und Matthias nur beipflichten. Für unsere Vertragspartner (die Verlage) und uns selbst ist die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) gewissermaßen unschädlich.

Das Geld gehört den Verlagen oder uns sowieso nicht, sondern wird beim Endverbraucher (bei den Buchkäufern) einkassiert und ans Finanzamt durchgereicht. In Bezug auf die MwSt. sind wir Produzenten (Verlage, Autoren, Übersetzer) lediglich Durchlauferhitzer.

Wie schon gesagt, gibt es aber einen großen Vorteil, wenn wir mit MwSt. abrechnen. Sie wird nämlich nicht vollständig ans Finanzamt abgeführt, sondern je nach Situation bleibt mehr oder weniger viel bei uns hängen. Da wir selbst beim Einkauf von Material (Papier, neuer Computer, Bücher) MwSt. entrichten, können wir die entrichtete MwSt. von der eingenommenen MwSt. abziehen. Das heißt, wir sind dann vorsteuerabzugsberechtigt (Link ungültig) (Link ungültig).

Nachteil: Der Verwaltungsaufwand erhöht sich etwas, denn wir müssen auch eine Umsatzsteuererklärung abgeben.

Die Juristen und Steuerexperten mögen mich korrigieren, aber meines Wissens kann man sich auch unter 17.500 Euro Einnahme freiwillig für die MwSt. entscheiden, und wie Matthias ganz richtig gesagt hat, lohnt sich das normalerweise für uns.

Jürgen

Holocaust-Referenz - Argumente gegen Auschwitzleugner


#25
MelanieM

MelanieM
  • 13.812 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07
Ja, man kann das ganz problemlos freiwillig machen - ich habe das gerade beim Finanzamt durch, ein kurzer Anruf und ein Zweizeiler genügte - und auf meine Frage nach der Umsatzsteuernummer bekam ich die Antwort, dass es unter der bisherigen Steuernummer läuft, ich aber ab 2013 vierteljährlich die Umsatzsteuer abführen muss - d.h. alle drei Monate per Elster angeben, wie viel Umsatzsteuer man eingenommen hat und wie viel Vorsteuer man absetzen kann. Wenn man keinen Umsatz hatte, einfach überall eine 0 eintragen, weil man ja u.U. nur zweimal im Jahr Geld kriegt. Das Geld, das man angibt, zieht das Finanzamt dann per Einzugsermächtigung ein. Gruß, Melanie

#26
(MatthiasH)

(MatthiasH)
Einzugsermächtigung? An das FINANZAMT? Das ist ja, als ob man dem Gehörnten den Schlüssel zum Paradies gibt! Never. Die kriegen das überwiesen, was ihnen zusteht. Von meinen Konten lassen die ihre klebrigen Pfoten.

#27
MelanieM

MelanieM
  • 13.812 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07

Das ist ja, als ob man dem Gehörnten den Schlüssel zum Paradies gibt!


Eingefügtes Bild

Das klingt nach einer interessanten Geschichte - der Gehörnte im Paradies.

Gruß, Melanie

#28
(MatthiasH)

(MatthiasH)
Zwei Steuerprüfungen als Autor innerhalb von 5 Jahren. In Hessen hatten sie einige Zeit später ein paar Prüfer wegen psychischer Auffälligkeiten zwangspensioniert. Meiner Erfahrung nach waren es eventuell zu wenige und GANZ sicher in wenigstens einem Fall der Falsche...

#29
MelanieM

MelanieM
  • 13.812 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07

Zwei Steuerprüfungen als Autor innerhalb von 5 Jahren.
In Hessen hatten sie einige Zeit später ein paar Prüfer wegen psychischer Auffälligkeiten zwangspensioniert.
Meiner Erfahrung nach waren es eventuell zu wenige und GANZ sicher in wenigstens einem Fall der Falsche...


In dem Fall kann ich es zurückbuchen lassen und die Finanzbeamten in die Psychiatrie zwangseinweisen lassen - schließlich bin ich ebenfalls Staatsangestellte - und habe das Recht, Zwangseinweisungen zu veranlassen - ist mein täglich Brot ;D

#30
(MatthiasH)

(MatthiasH)
Hätte ich Dich mal früher gekannt... ::) Wenn ich irgendwann mal meine Memoiren schreibe, werde ich diesen Ereignissen meines Autorenlebens ein ganzes Kapitel widmen. Die erste Prüferin hatte sich ihr Urteil schon gebildet und saß dann eine Woche in meinem Büro rum und spielte  - Spider-Solitär. Und der zweite, der Zwangseinzuweisende, den mir das Finanzamt auf den Hals schickte, weil ich einfach ganz legal ein Urteil des EU Finanzhofs nutzte und massive Steuerrückzahlungen hatte, die denen nicht passten, war ein verklemmter Möchtegernselberschreiber, der darunter litt, dass niemand, aber wirklich niemand sich für seine Ergüsse interessierte und es ihm nicht gelang, die Angebetete mit seiner Liebespoesie gefügig zu machen, weshalb ich als erfolgreicher Autor dann seinen ganzen Hass und Neid zu spüren bekam. Der Kerl hat Unterlagen verschwinden lassen, Hausfriedensbruch begangen, einfach meine Telefonate angenommen, sich im sechsstelligen Bereich zu meinen Ungunsten "verrechnet", seine Dienststelle wiederholt belogen, steuerrelevante Vorgänge einfach erfunden, mich persönlich beleidigt - und wurde zu 100% von seinem Vorgesetzten gedeckt, ganz gleich, was ihm vorzuwerfen war. 100.000,-- Euro einfach aus den Berechnungen verschwinden zu lassen war "ein kleines Versehen"... Ich muss auf meinen Blutdruck aufpassen, sonst bekomme ich noch taschenförmige, salafistische Gedanken... Aber wir schweifen ab. Hm, eigentlich nicht so ganz, denn es ging auch um Umsatzsteuer.

#31
Alice

Alice
  • 463 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.05
Uuurrrrggggh ... nach der Geschichte möchte ich eigentlich ungern noch mehr mit dem Finanzamt zu tun haben, zumal sich das Verrechnen von Vor- und Umsatzsteuer, und das vielleicht auch noch vierteljährlich, nach etwas anhört, wozu ich nicht geboren bin. Aber weswegen ich mich noch einmal zu Wort melde: Beginnt solch eine (freiwillige oder unfreiwillige) Umsatzsteuerpflicht immer zu Beginn eines Kalenderjahres? Oder kann ich auch am 23. April damit beginnen, meinen Rechnungen 7% hinzuzufügen, weil ich gerade mal sehe, dass ich in diesem Jahr wohl die magischen 17.500 knacken werde? Ansonsten habe ich wohl so langsam das meiste verstanden. Glaub ich zumindest. Liebe Grüße von Alice

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#32
YvonneW

YvonneW
  • 687 Beiträge
  • Dabei seit 26.09.06
Also ich habe es auch so im April oder Mai gemerkt, weil ich da den Steuerbescheid bekam. Dann habe ich sofort beim Finanzamt angerufen und gefragt, wie das abläuft. Ich wurde ab dem 1. Juni als Umsatzsteuerpflichtige eingetragen. Ich musste alle Verlage anschreiben (teilweise leider mehrmals), bis alle sich merkten, dass sie ab sofort MWSt. mitbezahlen sollen. Die VG Wort natürlich auch. Du kannst also jederzeit "einsteigen", musst es halt dem Finanzamt melden. Schau mal im Internet, ich glaube, es gibt da sogar einen Vordruck oder Hinweis, was du machen sollst. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, musste ich nur einen "Zweitzeiler" schreiben, wenn überhaupt. LG, Yvonne edit: Ich sehe es gerade: WEnn du die 17500 in DIESEM Jahr "knackst", bist aber erst nächstes Jahr "pflichtig"! Jetzt wäre es freiwillig und dann bleibt es so. Du weißt, dass die 17500 brutto sind, also deine Einkünfte (nicht Gewinn) schon inklusiv möglicher MWSt.

#33
Luise

Luise
  • 2.128 Beiträge
  • Dabei seit 09.11.05
Hallo Alice, in diesem Jahr wärst du nur dann schon mehrwertsteuerpflichtig, wenn du absehen kannst, dass du in diesem Jahr die 50.000 € überschreitest. Bei 17.500 bist du, wie Yvonne es schon gesagt hast, erst ab dem 1.1.2014 mehrwertsteuerpflichtig und musst dann eben entsprechend deinen Verlagen Bescheid sagen. Für dieses Jahr ändert sich aber noch nichts. LG Luise

#34
Alice

Alice
  • 463 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.05
Liebe Yvonne und liebe Luise, ich danke euch! So langsam lichten sich die Nebel. :D Liebe Grüße von Alice

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