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Der Protagonist als Täter


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63 Antworten zu diesem Thema

#61
Olivia Kleinknecht

Olivia Kleinknecht
  • 198 Beiträge
  • Dabei seit 31.10.15

Der Film Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger (Original: Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto von Elio Petri aus dem Jahr 1970 verarbeitet dieses Thema faszinierend. Der Protagonist, der seine Geliebte tötet, ist Polizist, und ermittelt dann auch noch ausgerechnet in dem Fall. 

https://de.wikipedia...rhabenen_Bürger



#62
Olga

Olga
  • 3.096 Beiträge
  • Dabei seit 01.05.06

Liebe Sabine,

 

ein spannendes Thema. 

Ich glaube, ich habe nur ein Buch gelesen, bei dem der Ich-Erzähler gleichzeitig der Täter war. Ich erinnere mich nicht mehr an den Titel, an den Autor, ich weiß gar nicht mehr, worum es da ging. Aber ich erinnere mich sehr gut an die maßlose Enttäuschung am Ende des Romans, weil ich mir damals echt verar*t vorkam. Vielleicht war das Buch einfach nur schlecht, wer weiß. Aber wenn ich die grundlegende Konstellation analysiere, so würde ich persönlich keinen unzuverlässigen Ich-Erzähler bei einem Krimi/Thriller nehmen. Als Leserin möchte ich bei dieser Art von Büchern gern miträtseln, den Fäden folgen, den Ermittler quasi selbst spielen. Und ich möchte eine faire Chance haben, Erfolg zu haben. Diese faire Chance bekomme ich bei einem unzuverlässigen Ich-Erzähler wohl eher nicht.

 

ABER: Ich habe nichts dagegen, wenn der Protagonist der Täter ist. Das ist wirklich eine tolle Wendung! Mein Vorschlag: personal schreiben. Dann war der Erzähler halt nicht dabei, wenn der Protagonist dies oder das getan hat. Vielleicht waren diese Momente aus einer anderen Sicht beschrieben - ich habe als Leser dann alle Informationen, aber ich komme eben nicht darauf, dass der Protagonist der Täter ist. Und ich fühle mich dann nicht verar*t - sonder denke mir WOW. Klar, dass der Protagonist das getan hat, da waren deutliche Hinweise im Text. Ich habe sie nur nicht gemerkt.

 

Ich hoffe, du weißt, was ich meine.

 

Liebe Grüße,

Olga



#63
Sabine

Sabine
  • 736 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Zwar ist der Beitrag schon etwas älter, aber das Thema ist für mich noch immer aktuell.

wenn ich die grundlegende Konstellation analysiere, so würde ich persönlich keinen unzuverlässigen Ich-Erzähler bei einem Krimi/Thriller nehmen. Als Leserin möchte ich bei dieser Art von Büchern gern miträtseln, den Fäden folgen, den Ermittler quasi selbst spielen. Und ich möchte eine faire Chance haben, Erfolg zu haben. Diese faire Chance bekomme ich bei einem unzuverlässigen Ich-Erzähler wohl eher nicht.

Das war bisher auch meine Befürchtung, ob sich der Leser dann nicht vergaukelt vorkommt. Doch heute habe ich das Buch "Ich bin böse" von Ali Land fertig gelesen und denke, dass es doch sehr gut funktionieren kann. Das Buch wurde in der Ich-Perspektive geschrieben. Man spürt, dass sie etwas verbirgt, aber man weiß nicht genau was. Das wiederum machte das Buch spannend und zum miträtseln. Hatte sie vielleicht doch ihre Finger mit im Spiel, was genau hat sie getan, was verbirgt sie, ...
Ich glaube sogar, ich wäre nicht einmal enttäuscht gewesen, wenn ich diese Vermutung nicht gespürt hätte, sondern wenn mich die Protagonistin am Ende des Romans damit überrascht hätte. Es wäre ein Schock und würde mir eine Weile zu denken geben, aber genau das ist es ja, was man damit beim Leser bewirken will.

Bearbeitet von Sabine, 10.03.2018 - 18:24,


#64
IlonaS

IlonaS
  • 1.246 Beiträge
  • Dabei seit 14.08.13

Ich habe ein solches Buch geschrieben,und bisher hat sich kein Leser beschwert.


Krimis, Liebe und Mehr.

 

www.ilonaschmidt.com