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Der Protagonist als Täter


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81 Antworten zu diesem Thema

#81
Sabine

Sabine
  • 1.120 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

Da stimme ich dir zu, Holger. Die Kür zu schaffen, ist aber auch verdammt schwer.



#82
MichaelT

MichaelT
  • 709 Beiträge
  • Dabei seit 03.02.15

Wenn der Täter es selbst nicht weiß, dass er der Täter ist, ist es ja noch relativ einfach.

 

Kompliziert wird es, wenn er es weiß, der Zuschauer es aber nicht wissen soll.

 

Gute Beispiele dafür sind "The Whole Truth" und "Schwarzer Schmetterling" (beides sind Filme; letzterer nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Buch von Bernard Minier).

 

Da sieht man aber auch das Problem: Bei beiden Filmen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, sehr stark distanziert vom Protagonisten zu sein.

Man konnte nicht mit ihm mitfühlen, sich nicht mit ihm identifizieren usw.

Erst am Ende war dann klar, warum das so war: Der Zuschauer durfte halt nicht in den Kopf des Protagonisten rein, damit die Auflösung noch glaubwürdig bleibt.

Bei Büchern mit Ich-Perspektive oder personaler Perspektive ist das noch schwieriger, weil der Leser da eben im Kopf des Protagonisten drin ist.

Da ist die Gefahr dann schon groß, dass man sich als Leser nachher verschaukelt fühlt, weil die Auflösung nicht mehr zu den 300 Seiten passt (ihnen inhaltlich widerspricht), die man vorher gelesen hat. Es sei denn, es ist wirklich super gemacht.


Bearbeitet von MichaelT, 30.04.2019 - 18:51,