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Und noch einmal das leidige Thema Steuer ...


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39 Antworten zu diesem Thema

#1
(Bib)

(Bib)
Hallo! Also, in diesem Unterforum findet man ja schon viel, was einem weiterhelfen könnte. Für meinen speziellen Fall habe ich allerdings noch keine wirklich gute Lösung gefunden. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen? Ich habe jetzt einen Vertrag von meinem Verlag bekommen, worüber ich mich sehr freue (wer würde das nicht?). Damit kommt aber eine ganze Flut an Dingen auf mich zu, die ich noch klären muss. Der Verlag sitzt in der Schweiz. Muss ich die Umsatzsteuer (die ja bei Freiberuflern anfällt) in Deutschland oder in der Schweiz entrichten? Und dann habe ich noch eine Frage zum Status eines Freiberuflers. Ich bin noch Studentin. Also beziehe ich BAFÖG und bin bei meinem Vater familienversichert. Wie sieht es damit aus, wenn ich für das Finanzamt Freiberufler bin? ??? Warum kann nicht einfach mal was einfach sein >:( Liebe Grüße Bib

#2
Martina

Martina
  • 4.719 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Hallo bib, mit einem einzigen Buchvertrag musst du noch keine Freiberuflerin im Sinne des Finanzamtes sein. Und dann bist du auch nicht mehrwertsteuerpflichtig, sondern bekommst das Honorar ohne die Mwst (die ja als Umsatzsteuer wieder abgeführt werden müsste). In den Buchverträgen muss man in der Regel ankreuzen, ob man mwst-pflichtig ist oder nicht. Die Umsatzsteuer müsstest du an das Finanzamt zahlen, bei dem du gemeldet bist. Da zählt nur dein Wohnsitz, nicht der des Verlags. Gruß, Tin

#3
(Bib)

(Bib)
Danke, Tin. Wenigstens weiß ich jetzt schon mal mit der Umsatzsteuer Bescheid. Und dass ich nicht automatisch als Freiberufler gelte, wenn ich ein Buch veröffentliche, beruhigt mich da schon. Dann ist gleich alles nicht mehr ganz so kompliziert. Grüße Bib

#4
SusanneB

SusanneB
  • 135 Beiträge
  • Dabei seit 25.11.05
Hallo Bib, wenn ich mich an meine BAFöG-Zeiten richtig erinnere, darfst du einen bestimmten Betrag pro Jahr dazuverdienen, ohne daß irgendjemand muckt. Ich war an einer Zwerg-Uni, deshalb komme ich auf so krause Ideen wie: Frag mal im BAFög-Amt oder bei der studentischen Rechtsberatung, falls es die gibt. Was die Umsatzsteuer angeht, kommst du mit einem Buch wahrscheinlich noch nicht in Gefilde, wo du diese bezahlen müßtest. Und Verkäufe in die Schweiz sind m.W. sowieso nicht steuerbare Umsätze. Alle Angaben wie immer ohne Gewähr. Schöne Grüße Susanne

#5
Monika

Monika
  • 2.574 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Ich schreibe auch für Ueberreuter in Wien. Allerdings nur Kurzgeschichten. Angeblich (laut Verlag) muss ich für das Honorar nicht extra Ust. bezahlen, da diese schon in Österreich abgeführt wird. Ich kann mich aber auch täuschen. Ich weiß nämlich, dass es extra Steuernummern für Auslandseinkünfte gibt. Auch etwas ratlose Grüße Monika

#6
Judith Wilms

Judith Wilms
  • 2.029 Beiträge
  • Dabei seit 13.09.05
Hallo Bib,

ich überlege gerade, wen du da löchern könntest. Folgende Ideen, ohne Gewähr:

- beim Verlag freundlich fragen, ob es eine deutsche Kollegin gibt, bei der du dich mal unverbindlich erkundigen kannst
- bei deinem Finanzamt freundlich (!) anrufen, dann sind sie auch zu dir freundlich (ich komme vom Bodensee, habe aber selbst nie in der Schweiz gearbeitet. Aber in solchen Grenzgebieten gibt es sicher Infos, Broschüren etc. für (auch freiberufliche) Arbeiten in CH mit Wohnsitz in D. Ruf doch mal im Finanzamt Konstanz an ;))
- bei einem Steuerberater, den es vielleicht in der Bekanntschaft gibt, nachfragen, ob du überhaupt USt zahlen musst
- bei mediafon anrufen: (Link ungültig). Für Nicht-Mitglieder kostet die Beratung was, aber das kann sich ja lohnen, wenn du dafür sichere Auskünfte bekommst

LG
Judith

"Felix", Frankfurter Verlagsanstalt 2015

Neuer Roman, Penguin Verlag 2020

www.judithwilms.com


#7
(Mark)

(Mark)

Und dass ich nicht automatisch als Freiberufler gelte, wenn ich ein Buch veröffentliche, beruhigt mich da schon.


Vorsicht, das könnte das Finanzamt anders sehen. Soll denn die Buchveröffentlichung der Gewinnerzielung dienen?

Andererseits lohnt es sich gerade bei Anfängern, doch Steuererklärungen auszufüllen, denn die Ausgaben übersteigen am Anfang in der Regel die Einnahmen. Somit entsteht ein Verlust, der auf Folgejahre vorgetragen werden kann und in den "fetten Jahren" als gefeierte Literaturberühmtheit dann die Steuerlast mindert.

Viele Grüße
Mark

PS: Dies ist nur meine persönliche Meinung zu einem hypothetischen Fall und keine Steuerberatung. Die wäre nämlich nicht erlaubt.

#8
(Bib)

(Bib)
Hallo! Ich wieder ;D Was kann man eigentlich so alles von der Steuer absetzen? Meinen Computer kann ich mir noch vorstellen. Ggf. auch Papier, Patronen, Drucker und so. Aber jetzt habe ich gehört, dass man auch seine Internetkosten absetzen kann - weil es heute als üblich angesehen wird, dass man über das Internet recherchiert. Hat das von euch schon mal jemand gemacht? Was die anderen steuerlichen Dinge angeht, bin ich jetzt schon schlauer. Danke für die Tipps! :s04

#9
Monika

Monika
  • 2.574 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Ich setze die Kosten für meine Homepage ab. (Da rein gewerblich) Außerdem das Internet und Telefon zu je  70% Ein geringer Teil ist ja auch mal Privat. ;) Ob es so anerkannt wird, weiß ich nicht. Liebe Grüße Monika

#10
Eva

Eva
  • 2.775 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Wieso kontaktierst Du nicht einfach einen Steuerberater? Der ist kompetent und solange Du nicht viel verdienst, recht preiswert. Und wenn er kreativ ist, was viele sind, spart er möglicherweise mehr als er kostet. Das ist zumindest meine Erfahrung. Schöne Grüße Eva

#11
Monika

Monika
  • 2.574 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Ich finde nicht, dass eine Steuerberatung günstig ist. Ich habe aber einen, weil ich es nicht selbst machen will. Günstiger ist es beim Finanzamt direkt nachzufragen. Die geben immer sehr ausführlich und kompetent Antwort. Liebe Grüße Monika

#12
Charlie

Charlie
  • 13.215 Beiträge
  • Dabei seit 02.09.05
Dass eine Steuerberatung guenstig ist, kann ich auch ganz und gar nicht behaupten. Vielleicht waere sie's, wenn man in anderen Groessenordnungen verdienen wuerde. In meiner Klasse kostet der Steuerberater jedes Jahr sehr viel Geld, das andere, die bis drei zaehlen und etwas gewieft denken koennen (wozu wir nicht in der Lage sind), spielend sparen. Herzliche Gruesse von Charlie.

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 


#13
Eva

Eva
  • 2.775 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05

Vielleicht waere sie's, wenn man in anderen Groessenordnungen verdienen wuerde.


Nein.
Steuerberater haben eine Honorarordnung, ihr Entgelt bemisst sich in Regelfällen am Einkommen der Mandanten. Wer nicht viel verdient, zahlt auch nicht viel für seine Steuererklärung.

Natürlich macht es in einfachen Fällen absolut Sinn, sich beim Finanzamt die nötigen Auskünfte zu holen. Die sind auch normalerweise sehr hilfsbereit.

Aber manchmal haben erfahrene Berater eben noch ganz andere Ideen, wie man etwas machen kann und das zahlt sich unter Umständen aus. Bei mir schon so gewesen. Aber jeder Fall liegt anders.

Schöne Grüße

Eva

#14
Charlie

Charlie
  • 13.215 Beiträge
  • Dabei seit 02.09.05
Das mit der Honorarordnung trifft zwar auf Grossbritannien auch zu. Trotzdem ist unser Steuerberater im Vergleich zu dem, was er uns spart, wesentlich teurer, als er das fuer einen groesseren Verdiener, bei dem's richtig was zu sparen gibt, waere. Ich bezahl' ihn trotzdem, weil ich das - wie Monika - weder machen will noch machen koennte (von meinem Mann ganz zu schweigen). Aber eigentlich gehoert mein Haushalt nicht zu denen, die sich sowas leisten koennen. Kollegen mit aehnlicher Einkommenslage aber etwas mehr Zahlenverstand und Ideenreichtum machen das selbst. Und dazu wuerde ich persoenlich auch jedem, der's drauf hat, raten. Viele Gruesse von Charlie.

"Der soll was anderes kaufen. Kann der nicht Paris kaufen? Ach nein, in Paris regnet's ja jetzt auch."

Ararat - "Und sie sollen nicht vergessen sein" Knaur, 1. März 2016. www.charlotte-lyne.com

 


#15
Martina

Martina
  • 4.719 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Ich ärgere mich auch jedes Mal über die hohen Gebühren für den Steuerberater. Für mich ist aber auch ein wichtiges Argument: Eine Steuerprüfung ist weniger wahrscheinlich, weil man davon ausght, dass ein Steuerberater solider arbeitet als der Steuerzahler - und: Bei einer Steuerprüfung wird nur das Büro des Beraters auf den Kopf gestellt. Bei dem Chaos in meinen eigenen Unterlagen würden die wahrscheinlich, rückwärts aus meinem Arbeitszimmer fallend, erschüttert versuchen, eine Pauschalnachzahlung mit mit zu vereinbaren ;-) Gruß, Tin

#16
Monika

Monika
  • 2.574 Beiträge
  • Dabei seit 22.09.05
Hallo Tin, ist das so? Die Steuerprüfer kommen dann nicht ins Haus? Super ;D Ein Grund mehr, sich den teuren Spaß zu leisten. Liebe Grüße Monika

#17
Uschi

Uschi
  • 3.052 Beiträge
  • Dabei seit 09.11.05

ist das so?
Die Steuerprüfer kommen dann nicht ins Haus?

Hallo Monika,
erkundige Dich da lieber noch mal. In meiner 2-Frauen-Gemeinschaftspraxis saß mal einer eine Woche lang im Eckchen. Trotz Steuerberater...

LG
Uschi

#18
Martina

Martina
  • 4.719 Beiträge
  • Dabei seit 10.02.05
Hallo, Monika, so beteuert es zumindest mein Steuerberater. Kannst ja mal deinen fragen, ob er das bestätigt... LG, Tin

#19
(Irena)

(Irena)

Hallo!

Ich wieder  ;D

Was kann man eigentlich so alles von der Steuer absetzen? Meinen Computer kann ich mir noch vorstellen. Ggf. auch Papier, Patronen, Drucker und so. Aber jetzt habe ich gehört, dass man auch seine Internetkosten absetzen kann - weil es heute als üblich angesehen wird, dass man über das Internet recherchiert. Hat das von euch schon mal jemand gemacht?

Was die anderen steuerlichen Dinge angeht, bin ich jetzt schon schlauer. Danke für die Tipps!  :s04


Hallo Bib, du kannst absetzen..

deinen Computer sofern er ausschliesslich beruflich genutzt wird, ebenso das Büromaterial dazu, deine Internet kosten kannst du soweit absetzen, wie du sie beruflich nutzt. Entweder per Beleg nachweisen oder einen gewissen realisischen Prozentsatz angeben, das dürfte aktzeptiert werden.

Aber das war natürlich rein hypothetisch und ohne Gewähr ;D ;)

#20
(Irena)

(Irena)

Hallo Tin,

ist das so?
Die Steuerprüfer kommen dann nicht ins Haus?
Super  ;D
Ein Grund mehr, sich den teuren Spaß zu leisten.

Liebe Grüße
Monika


Da ich aus dem Bereich komme, kann ich nur sagen, dass das ein Trugschluss ist. Es kommt auch immer darauf an, was für einen Ruf dein Steuerberater beim Finanzamt hat.

Das Finanzamt macht Stichproben und kommt du dir nach Hause, wenn die Wahl auf dich fällt. Wenn du einen Steuerberater hast, dann wendet sich das Finanzamt auch an den, ganz klar. Aber vor dem FA ist keiner sicher nur weil er einen Steuerberater hat.