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Das Lied von Eis und Feuer


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55 Antworten zu diesem Thema

#1
Christa

Christa
  • 9.539 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Hallo, miteinander, habe gerade gesehen, dass Interesse besteht, über diese Bücher zu diskutieren. Seit Tolkien habe ich zwar keine Fantasy mehr gelesen, aber gerade fand ich in einer Rezension den Hinweis, seit Tolkien habe es keine bessere Fantasy mehr gegeben. Darüber hinaus kenne ich den Übersetzer recht gut ... ;) Was ist daran nun so genial? Christa

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#2
AstridV

AstridV
  • 1.893 Beiträge
  • Dabei seit 05.12.05
Hallo Christa, ich mochte "Das Lied von Eis und Feuer" nicht. Es ist zwar erstklassig geschrieben und sehr spannend, aber eher ein historischer Roman mit Drachen als ein Fantasyroman. Die Hintergründe - vor allem die der Steppenvölker - waren mir zu sehr irdischen Vorbildern entlehnt (das hat mich auch bei Tad Williams' Drachenbeinthron gestört). Und ich mochte keine der handelnden Figuren. Ich habe nur die ersten beiden Bände gelesen und dann aufgehört, und nachdem mir erzählt wurde, daß die Hauptcharaktere reihenweise umkommen, lese ich erst recht nicht weiter. Außerdem habe ich mal in einem Interview mit George Martin gelesen, daß er selbst nicht weiß, wo die Geschichte hinsteuert. Das schreckt mich gleich noch ein bißchen mehr ab - ich möchte nicht auf einem Schiff sitzen, dessen Kapitän den Zielhafen nicht kennt und sich vom Meer und vom Wind einfach irgendwohin treiben läßt. Gruß Astrid

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#3
Christa

Christa
  • 9.539 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Hallo, Astrid, das ist doch schon mal eine Einschätzung. Ein historischer Roman mit Drachen? Ein Kapitän, der nicht weiß, wo er hinsteuert? Das klingt ja unglaublich spannend. :s12 Ich weiß nicht, wie sehr es mich stören würde, wenn alle Hauptcharaktere umkommen. (Ich selbst habe bisher immer nur Nebenfiguren sterben lassen). Aber Titel und Autor werde ich mir merken und es sicher mal ausprobieren. Grüße Christa

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#4
Uschi

Uschi
  • 3.052 Beiträge
  • Dabei seit 09.11.05
Hallo,

ich habe mir den ersten Band vor einiger Zeit zugelegt, nachdem Peter D. die Bücher in der Kritik meines Textes erwähnt hatte und noch am gleichen Abend ein Freund mit dem Buch auf mich zukam und meinte: "Mußt Du unbedingt lesen."
Da ich z.Zt. zu nix komme, stecke ich immer noch mittendrin fest, aber das liegt nicht am Buch, das mir durchaus gefallen hat bisher (zumindest für ein von einem Mann geschriebenes Fantasybuch, ich lese sonst fast nur welche von Frauen).

nachdem mir erzählt wurde, daß die Hauptcharaktere reihenweise umkommen, lese ich erst recht nicht weiter.
Außerdem habe ich mal in einem Interview mit George Martin gelesen, daß er selbst nicht weiß, wo die Geschichte hinsteuert.

Wußte ich beides nicht und schreckt mich eher ab. Ich habe schon andere Serien nicht zu Ende gelesen, weil geliebte Hauptfiguren umkamen (Melanie Rawn, weiß nicht mehr den Titel). Nicht, daß ich nicht selbst ab und zu mal nette Menschen umbringe - aber es sollte nicht epidemisch sein. Und das Einfach-Drauflosschreiben, gucken, ob´s ein Erfolg wird und dann beliebig in die Länge ziehen hat mich schon bei Robert Jordan gestört.
(Off Topic: stört mich auch bei Fernsehserien, wenn eigentlich ein Handlungsborgen konzipiert war, der aber durch Dazwischengeschobenes aufgebläht wurde. Wenn´s denn schon sein muß, soll der Schluß wenigstens so stimmig sein wie bei ST Next Generation.)
Tja, dann sieht die Zukunft meiner Beziehung zu Herrn Martin doch nicht so rosig aus...

Liebe Grüße
Uschi

#5
(Christoph)

(Christoph)
Hallo, ich kann George R.R. Martin nur empfehlen. Er schreibt einfach sehr gut. Es ist ein Genuss, ihn zu lesen. Entgegen dem Trend nimmt er sich Zeit, Personen und Dinge zu entwickeln und selbst "unwichtigen" Personen interessante Hintergründe zu verpassen. Er schreibt episch, breit, detailliert und mit Sachkenntnis. Tatsächlich sterben durchaus auch wichtige Personen in den Büchern. Dass allerdings Hauptcharaktere reihenweise umkommen stimmt nicht. Es gibt einfach eine extrem breite Palette an Handlungsträgern, und die Mortalität unter diesen ist hoch. Es sterben auch ein paar Personen, aus deren Sicht Kapitel geschrieben wurden, aber da es sehr viele verschiedene Sichtweisen gibt, empfand ich das nicht allzu schlimm. Es war vielmehr ein Aha-Effekt, denn es wurde mit Traditionen gebrochen. Allerdings widerfahren fast allen Charakteren wirklich schlimme Dinge... Der Haupthandlungsort ist an ein England während der Rosenkriege angelehnt. Der Fantasy-Einschlag ist zunächst schwach, allerdings verstärkt er sich im Laufe der Geschichte deutlich. Die Welt ist ungeheuer dicht, man merkt einfach, dass Martin sie sehr detailliert ausgearbeitet hat. Mir persönlich gefällt allerdings Fantasy mit historischen Vorbildern sowieso recht gut. Nebenbei, ich habe mich eine Zeit lang mit den Steppenvölkern des Ostens beschäftigt, Skythen, Parther, Hunnen, Magyaren, Mongolen und wie sie alle heißen. Es würde mich interessieren, mit welchen Völkern Astrid Parallelen entdeckt hat. So, nun ein paar negative Seiten. Der letzte Band gefiel mir nicht so gut. Es passiert sehr wenig, die Story erscheint mir allzu ausgeufert. Die Gewaltdarstellungen werden immer häufiger und immer expliziter. Für mich ist das in dieser Form nicht nötig und es stört mich eher. Ich hoffe, dass Martin die Kurve kriegt und sich nicht so endlos verzettelt wie Jordan. Christoph

#6
Christa

Christa
  • 9.539 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Hallo Uschi und Christoph, damit ist mir noch mehr gedient. Gewaltdarstellungen, die im Lauf der Reihe zunehmen, sind mir auch nicht so sympathisch. Klingt ein bisschen nach Verzettelung. Aber ich glaube, dass ich auch mehr Anhänger des Historischen als der Fantasy bin. Das "Mittelalterliche" habe ich schon bei Tolkien gemocht. Über die Nomadenvölker habe ich noch nie was gelesen, aber shon viel im Fernsehen gesehen. Grüße Christa

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#7
AstridV

AstridV
  • 1.893 Beiträge
  • Dabei seit 05.12.05

Nebenbei, ich habe mich eine Zeit lang mit den Steppenvölkern des Ostens beschäftigt, Skythen, Parther, Hunnen, Magyaren, Mongolen und wie sie alle heißen. Es würde mich interessieren, mit welchen Völkern Astrid Parallelen entdeckt hat.



Hallo Christoph,

dafür müßte ich das Buch nochmal lesen, und dazu habe ich im Moment weder Zeit noch Lust. Ist diverse Jahre her, daß ich es gelesen habe. Ich weiß nur noch, daß das einer der Punkte war, die mich gestört haben.

Gruß

Astrid

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#8
Thomas R.

Thomas R.
  • 2.636 Beiträge
  • Dabei seit 07.04.05
Hallo zusammen, ich halte "Das Lied von Eis Und Feuer" für den wichtigsten Fantasyroman der letzten Jahre. Epische Fantasy ist immer noch der größte Markt in dem Bereich Fantasy, wenn man mal von der HP Ausnahme im Bereich Internatsgeschichte mit Fantasyelementen absieht. Und trotzdem gibt es bestimmte Strickmuster wie epische Fantasy normalerweise verfaßt wird: Ob nun bei Tolkin, Tad Williams "Drachenbeinthron" oder Markus Heitz "Die Zwerge", immer wiederholen sich Genremuster bei den Figuren, im Plot, im Aufbau und im handwerklichen Bereich. Sehr schön deutlich bei Terry Pratchett zu erkennen, der ja inzwischen x Bücher nur mit den klassischen Genremustern gefüllt hat, über die er sich lustig macht. George R.R. Martin hat ein "Lied" entwickelt, daß sich nicht wie üblich an der Tolkinschen Mythologie bedient (also die klassischen nordischen Sagas, erweitert mit anderen Bereichen), oder andere Mythologien ausplündert, um die in Tolkinscher Weise umzusetzen. Grundlage sind handwerkliche Entwicklungen, die aus der "Hochliteratur" kommen, also z.B. die mehrfach verwobenen Handlungsstränge und die Schilderungen aus verschiedenen Figuren, bei denen bestimmte Szenen aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt werden, wie z.B. bei B.E. Ellis "Einfach Unwiderstechlich". Diese werden verwendet um einen klassischen Konflikt des Mittelalters, die Rosenkriege des Hauses York und Lancaster, in das "Lied" zu transportieren und deutlich zu verändern, ohne die wichtigen Grundzüge der Situation zu vernachlässigen. Dazu kommt das offensichtliche Interesse des Autors für mittelalterliche Heldendichtung, die nun den Rahmen bietet für den phantastischen Inhalt. Die mittelalterliche orientierte Darstellung orientiert sich nicht an der Historik, sondern an Darstellungen wie der Artussagen der mittelalterlichen Epik. Dieses wird verbunden mit klassischen Fantasyelementen, die immer wieder die Geschichte erweitern, aber gleichzeitig im Rahmen bleiben. Der Kitt der Geschichte sind die wunderbare Figurenzeichnung, die zwar immer wieder Figuren mit klassischen Klischees aufläd, aber an anderen Stellen genau dies wieder durchbricht. Die Figuren sind weit weniger gradlinig, einfach konstruiert, als in vergleichbaren Werken, die ich oben genannt habe. Sondern häufig auch gebrochen, manchmal eigenwillig, widersprüchlich und vieles mehr. Insgesamt ist Martins "Lied von Eis und Feuer" so lebendig, daß ich danach bei anderen epischen Fantasywerken nicht mehr die Lebendigkeit zwischen den Holzschnittzeichnungen der Genremuster finden konnte. An einigen Punkten ist das "Lied" so großartig, z.B. in der Adaption der Perspektiven und dem Plotting, dass ich wirklich atemlos gelesen habe. Und ja, das "Lied" ist auch an einigen Stellen mißlungen. Manchmal ist der Plot nicht ausgereizt, der Autor weitet das Feld immer weiter auf, statt bestimmte Plots aufzugreifen und der Lösung zuzuschicken. Manchmal agieren Figuren nicht, oder nur auf mäßigem Niveau, bestimmte Elemente wirken oft etwas über- oder schon längst in anderen Büchern ausgereizt. Trotzdem eine dringend notwendige Frischzellenkur für Fantasy, in vielen Bereichen. die inzwischen oft sehr blutarm agiert und manchmal nur die Rezitation einer Rezitation zu sein scheint. Ein großer Wurf, der mich an einigen Stellen völlig überzeugt, und an anderen Stellen scheitert. Aber sich das Lesenswerteste, was ich in den letzten 10 Jahren an Fantasyneuerscheinungen gelesen habe. Gruss Thomas
"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

#9
(Peter_Dobrovka)

(Peter_Dobrovka)
Der Kapitän weiß nicht, wohin die Reise geht? Seltsam. Ich habe mal gelesen, diese Geschichte sei auf 6 englische Bände ausgelegt, und schloß daraus, daß die Sache mehr oder weniger durchgeplant sei. Nun ja. Die Bücher sind unglaublich dick. Blanvalet teilt jeden englischen Band in zwei deutschen Übersetzungen, die haben dann "nur" 700 Seiten anstatt 1400. So, worum geht es? Mittelalter-Roman mit Drachen trifft es schon ganz gut. England zur Zeit der Rosenkriege hat hier definitiv als Vorbild gedient, sogar was die Namensgebung angeht: Im Geschichtsbuch bekämpften sich die Häuser York und Lancaster, hier sind es Stark und Lannister. Aber darauf läßt sich die Geschichte keinesfalls reduzieren, das sind nur grobe Parallelen. Die Handlung ist eine andere. Ein Prolog mit Zombies in einer verschneiten Winterlandschaft stimmt einen ein, daß es eben KEIN historischer Roman ist. Es beginnt damit, daß der König den Fürsten Eddard Stark in der nördlichsten Provinz besucht, um ihn zu seiner rechten Hand zu machen, also quasi die Reichsgeschäfte in die Hand zu nehmen. Eddard zieht mit seiner Familie an den Hof, wo allerdings der König im Zuge einer Intrige ermordet wird, Eddard fällt in Ungnade, seine Familie wird in alle Winde zerstreut, und seine Söhne und Töchter bilden dann auch die Protagonisten. Oder besser gesagt, die meisten. Es gibt keinen eindeutigen Protagoisten, jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt. Nicht Icherzählerhaft, aber die "Kamera" guckt ihm in diesem Kapitel quasi über die Schulter. So kommen wir auf etwa ein Dutzend Protagonisten. Neben Eddard, seiner Frau und den Kindern sind aber auch Vertreter des Hauses Lannister dabei, von denen mir der ZWERG am besten gefällt, und wahrscheinlich finde ich die Bücher auch nur seinetwegen nicht einfach nur gut sondern genial. Der Zwerg ist kein Fantasy-Zwerg, sondern ein kleinwüchsiger Krüppel, der sein Leben lang um Anerkennung seitens seines Vaters ringt bzw. mit seinem Bruder, einem blonden Schönling rivalisiert. Ein ständig zynische Kommentare ablassender, durchtriebener Charakter, aber gleichzeitig von allen der menschlichste und der einzige, für den Gerechtigkeit nicht nur ein Wort ist. Der Krieg und die Fehden sind nur einer der Erzählstränge. Wir haben da noch im Norden einen titanischen Schutzwall aus Eis, erbaut über Generationen, der von einem abgehalfterten Ritterorden bewacht wird. Jenseits des Walles befinden sich wilde Völker, mit denen man nichts zu tun haben will. - Und die Zombiearmee, die sich da langsam formiert. Auch das finde ich ausgesprochen klasse. Un dann ist da noch die Geschichte von Daenarys, der Tochter des letzten rechtmäßigen Königs, die nach seiner Ermordung vor vielen Jahren mit ihrem Bruder ins Exil gegangen ist. Ihr Bruder verkauft sie zu Beginn an eine Art Dschingis Khan, um im Gegenzug Hilfe bei der Rückeroberung des Königreiches zu erhalten. Es kommt allerdings alles anders, und am Ende (von Band 6) ist es Daenarys, die wohl den Eroberungsfeldzug anführen wird. Unterstützt wird sie dabei von Drachen. Wie sie an die kommt, ist auch ein Kapitel für sich. G.R.R. Martin hat sehr tiefe Charaktere. Er breitet alle in großer Ausführlichkeit aus, und wir erfahren, warum sie so sind wie sie sind. Am Ende mochte ich sie eigentlich alle, sogar die Bösen, denn auch die taten nur, was sie zu mußten, und sie taten es nicht immer gerne. Die Sache mit dem "reihenweise umbringen der Hauptcharaktere" ist relativ zu sehen. Es gibt halt genug davon, da kann immer mal wieder einer über die Klinge springen. Okay, wenn Martin den Zwerg abmurksen würde, hätte er mich als Leser wahrscheinlich verloren, aber ansonsten gibt dieser recht rauhe Umgang mit den Protagonisten der Geschichte einen gewissen Schwung. Man kann und darf nie darauf vertrauen, daß dieser oder jene unbeschadet davonkommen, weil sie ja wichtige Figuren sind. Männer, Frauen, Kinder - sie alle können sterben, und deswegen bibbere ich als Leser auch doppelt so viel um sie, wenn sie in vertrackte Situationen kommen. Generell fand ich die Prämisse in Martins Welt, daß der Ehrliche meist auch der Dumme ist, und feststellen muss, daß er auf das Übelste hintergangen worden ist. Oft genug von jenen, die sich als seine Freunde oder letzte Hoffnung ausgaben. - Umso erfreulicher dann die seltenen Szenen, in denen die Bösen doch einmal ihr Fett wegkriegen. Charles-Bronson-Effekt: Jemand wird solange betrogen und mißhandelt, bis sich unermesslicher Hass im Charekter wie im Leser aufstaut und dann in rächender Gewalt entlädt, welche dann richtiggehend erleichternd wirkt. Gewalt gibt es reichlich, ebenso Sex. Es wird vergiftet, enthauptet, vergewaltigt und inzestiert - aber ich kann da keinen Selbstzweck erkennen, die Zeiten da sind halt rauh. Und zum Ausgleich findet sich eine wunderbare Geschichte mit sehr einfühlsam geschilderten Charakteren. Peter

#10
koldir

koldir
  • 349 Beiträge
  • Dabei seit 24.02.05

Der Kapitän weiß nicht, wohin die Reise geht? Seltsam. Ich habe mal gelesen, diese Geschichte sei auf 6 englische Bände ausgelegt, ...


Jepp, dass hat Martin auch in einem Interview aus dem Jahre 2000 auf epilog.de kund getan.

Zitat:

Anfangs hatte ich drei Bücher geplant, aber noch bevor ich das erste Buch abgeschlossen hatte, stellte ich fest, daß drei vermutlich nicht ausreichen werden. Eine zeitlang wollte ich vier Bücher schreiben, aber inzwischen arbeite ich hart daran, daß die Geschichte nach sechs Bänden abgeschlossen ist.


Die Bücher sind unglaublich dick. Blanvalet teilt jeden englischen Band in zwei deutschen Übersetzungen, die haben dann "nur" 700 Seiten anstatt 1400.
...


"A Feast of Crows" wird jedoch nicht geteilt. Ob das Blanvalet beim nächsten Werk allerdings auch wieder so handhabt? Martin geht von einem Umfang von 1200 bis 1300 Seiten aus. Das dürfte in der deutschen Übersetzung noch ein, zwei Seiten mehr werden...  ;)

#11
AstridV

AstridV
  • 1.893 Beiträge
  • Dabei seit 05.12.05

Jepp, dass hat Martin auch in einem Interview aus dem Jahre 2000 auf epilog.de kund getan.

Schön, das ist ja kein Widerspruch, weil das Interview, das ich gelesen habe, aus der Zeit davor stammte.

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#12
Christa

Christa
  • 9.539 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Wow, nachdem ich jetzt die Analysen und Inhaltsbeschreibungen gesehen habe, möchte ich es unbedingt lesen. Christa

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#13
Uschi

Uschi
  • 3.052 Beiträge
  • Dabei seit 09.11.05
Okay, okay, Peter, Du hast mich überzeugt. Ich bleibe bei Herrn Martin. Ab und zu mal jemanden opfern - das kann ich verkraften. Und Bezüge zu Nomadenvölkern und den Rosenkriegen - als her damit! LG Uschi

#14
(ChristophL)

(ChristophL)

ich halte "Das Lied von Eis Und Feuer" für den wichtigsten Fantasyroman der letzten Jahre.


Yepp, da kann ich nur zustimmen.
Das fand ich am "Lied" im Einzelnen großartig:

- Martin ist ein Meister der Charakterisierung. Ich weiß nicht, wie viel hundert Charaktere auftreten. Trotzdem ist jeder einzelne so prägnant, dass ich mich jetzt, 2 Jahre nach dem Lesen der Saga, noch an ganz viele erinnere.

- Seine Dialoge sind absolut geschliffen. Besser geht's nicht!

- Es wimmelt von sinnlichen Details. Wenn ein Charakter Wein trinkt oder eine Orange isst, ergötzt sich Martin regelrecht in der Beschreibung.

- Er bricht mit vielen Fantasy-Klischees auf intelligente Weise. Glaubt man, über einen Charakter, insbesondere über einen vermeintlichen Bösen, endlich alles zu wissen, kann es gut sein, dass sich kurz darauf dessen Rolle durch eine zusätzliche Information oder Wendung ins Gegenteil verkehrt - und die Geschichte trotzdem zu 100% glaubhaft bleibt.

- Überhaupt, die Wendungen: Es ist lange her, dass mich eine Geschichte so oft überrascht und verblüfft hat. Aber jede noch so drastische Wendung geschieht immer ganz organisch aus dem Plot heraus.

- Wenn sich bei der Komplexität des "Lieds" überhaupt so etwas wie eine Prämisse oder grundsätzliche Aussage herauslesen lässt, dann vielleicht diese: Um ein größeres Übel zu bezwingen, sind die Menschen gezwungen, zusammenzuarbeiten - und wenn sie noch so sehr miteinander verfeindet sind oder gegensätzliche Interessen haben; denn letztlich sitzen alle in einem Boot. Und das habe ich noch in keinem (Fantasy-)Roman so eindringlich gelesen.

Gruß Chris

#15
Christa

Christa
  • 9.539 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Laut meinem Duden heißt „genial“ „bahnbrechend, begabt“. Dann kann man also sagen, dass Martin ganz neue Wege gegangen ist, besonders mit diesen Brüchen in den Charakteren. Das ist allerdings eine Kunst, bei der man sich sicher etwas abgucken kann bei ihm. Grüße Christa

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#16
hpr

hpr
  • 7.210 Beiträge
  • Dabei seit 14.03.06

Laut meinem Duden heißt „genial“ „bahnbrechend, begabt“. Dann kann man also sagen, dass Martin ganz neue Wege gegangen ist, besonders mit diesen Brüchen in den Charakteren. Das ist allerdings eine Kunst, bei der man sich sicher etwas abgucken kann bei ihm.


Hallo Christa,

das darfst du wirklich laut sagen. Auch für mich ist das Lied von Eis und Feuer mit das wichtigste Fantasy Werk der letzten Jahre. Da sehen die zahlreichen Tolkien Clons blaß aus dagegen.

Einmal die sorgfältige Charakterisierung, dass Martin nicht nur eine Vielzahl von Personen vorstellt, sondern denen auch Leben und Tiefe verleiht und jedes Kapitel wieder aus der Perspektive einer anderen Person schildert. Insgesamt dürfte er vielleicht fünfzig-achtzig Personen als Perspektive verwenden.

Dann ist es eben auch realistisch, wer ahnen möchte, was Krieg, konkurrierende Thronanwärter im Mittelalter (oder in Byzanz, oder ...) bedeutet haben, der kann es hier nicht nachlesen, sondern hautnah erleben. "Knights are for killing", sagt eine der Figuren (eine sehr unsympathische, von der man eigentlich keine Ehrlichkeit erwartet) und klarer hat für mich niemand den Rittermythos dargestellt.

Wurde schon gesagt, Martin schafft es immer wieder, den Leser mit neuen Wendungen zu überraschen. Eigentlich ist der Protagonist diese fremde Welt, so wie bei Tolkien Mittelerde der Held ist.

Ja, gibt eine Menge Gewalt und Grausamkeit, aber die folgt aus Plot und Personen. Nur dient sie hier nicht als Selbstzweck und wird auch nicht verherrlicht.

Die Konsequenz, mit der Martin die Geschichte sich entwickeln lässt, die Figuren, die diese erleiden, erleben, gestalten, scheitern, macht es gleichzeitig eine Lektion über Geschichte - obwohl es Fantasy ist.

Dass er tatsächlich nicht genau wusste, worauf er hinaus wollte, kann sein. Der vierte Band wurde immer wieder angekündigt, über Jahre hinaus, ist erst jetzt auf englisch erschienen, der erste deutsche folgt im Juni. Trotzdem (oder grade deswegen?) hat die Geschichte eine innere Logik, nachher sagt sich der Leser: Ja, so hat es kommen müssen.

Wer kann, sollte aber die englische Version lesen. Ist nicht nur billiger, sondern Martin hat auch eine ganz eigene Sprache. Die Übersetzung ist nicht schlecht, aber das ist eines der Bücher, da lässt sich das Original nicht übertreffen.

Auf jeden Fall: Lesen, lesen, lesen!

Grüße

Hans Peter

#17
(PeterN)

(PeterN)
Ich habe mir nach den begeisterten Rezensionen die ersten beiden Bände bestellt und zu Gemüte geführt und muß schon sagen: Das ist ganz großes Tennis. Ich kannte Martin bisher nur vom "Wild Card"-Zyklus als einen von mehreren Autoren und was er hier abliefert ist schon sehr, sehr stark. Normalerweise stören mich Perspektivwechsel in einem Roman eher als das sie mir gefallen, weil ich sonst immer sehr schnell Lieblinge entwickle, bestimmte Perspektiven mir öde und lahm erscheinen, ich diese reißerischen Cliffhanger, die mich aus einer spannenden in eine zutiefst handlungsarme Situation reißen, nicht leiden kann. Aber Martin schafft es hier wirklich "gleichwertige" Perspektiven aufzubauen und für die Dauer des Romans zu halten. Vor allem da es ihm wirklich gelingt, die Perspektiven selbst der naivsten und dämlichsten Person noch so darzustellen, dass man mit ihr "mitfühlen" kann, obwohl man als Leser, und als Kenner der anderen Perspektiven, schon immer zu ahnen meint, was für Irrtümer, Fehleinschätzungen und Dummheiten dem Perspektivträger gerade unterlaufen. Desweiteren ist Martin einfach komisch, auf eine leise Art. Wenn z.b. der Gnom verhaftet werden soll und eine Wirtin brüllt "Tötet ihn nicht hier drinnen" und er selbst brüllt: "Tötet ihn nirgendwo"; über sowas kann ich mich herrlich amüsieren. Außerdem habe ich selten so hervorragende Nebenfiguren gesehen. Der Hund, Littlefinger usw. Herrliche "Bösewichte", denen man ihre Erfolge fast genauso gönnen möchte wie den "Guten". Wirklich: Ganz groß; Danke für den Tipp. Gruß Peter

#18
Alf

Alf
  • 848 Beiträge
  • Dabei seit 01.05.06
Hallo! Ich kann die positiven Bewertungen für Meister Martin ebenfalls nur bekräftigen! Um nochmal auf die reihenweise umkommenden Figuren einzugehen (ich weiß, ist eigentlich schon gegessen): Es sterben viele, auch Sympathieträger, und genau das ist es, was diesen unglaublichen Spannungsfaktor ausmacht, finde ich. Deus ex machina? Wenn eine Figur in eine aussichtslose Situation kommt, braucht man gar nicht erst auf den rettenden Zufall zu warten....  :s10 Ich habe das Lied von Eis und Feuer jetzt dreimal gelesen (zumindest das was bisher erschienen ist) und lerne immernoch daraus: Die Szenen beginnen mitten in der Handlung, die Exposition ist ständig im Spannungsaufbau eingebettet und was die Beschreibungen, die Dialoge und den leisen Humor angeht, da kann ich Chris nur begeistertst zustimmen! Die Figuren: Fast schon Fünfdimensional, wer erst wie ein klassischer Bösewicht herüberkommt, sieht plötzlich ganz anders aus, wenn man die Motive erfahrt,usw. Ergänzend dazu kann ich nur sagen, dass Fantasy nicht als Hauptspeise meinem Lesemenü steht, aber das Lied von Eis und Feuer gehört zu meinen absoluten Faves. Um es zu wiederholen: Lesen!

#19
(Andre)

(Andre)

nachdem mir erzählt wurde, daß die Hauptcharaktere reihenweise umkommen, lese ich erst recht nicht weiter.


Hallo Astrid!

Äääääh ... :s22

(Sorry an alle für diesen nicht nachvollziehbaren off-topic-Mini-Kommentar ...)

#20
AstridV

AstridV
  • 1.893 Beiträge
  • Dabei seit 05.12.05
Pah. ;D (Ebenfalls sorry) A.

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