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Das Lied von Eis und Feuer


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55 Antworten zu diesem Thema

#21
hpr

hpr
  • 7.210 Beiträge
  • Dabei seit 14.03.06
Hallo,

Das Lied von Eis und Feuer ist jetzt im Band 7 erschienen, "Zeit der Krähen". Nach dem actionreichen Band davor geht es sehr ruhig zu (für Martins Verhältnisse), Rückblicke der Personen, viel zu deren Motiven.

Trotzdem - oder deswegen - sehr, sehr spannend. Wie Martin da an seinen Personen bleibt, ist einmalig.

Hans Peter

PS: Eine ausführlichere Rezension findet ihr hier: (Link ungültig)

#22
(PeterN)

(PeterN)
Hey zusammen, ich hab mittlerweile die ersten sechs Bände durch und bin immer noch schwer beeindruckt. Ich glaube aber erkennen zu können, warum es unter anderem so gut ist. Da ist schon viel aus Blockbustern drin, die Schurkenzeichnung, die Dialoge, einzelne Motive. Sehr geschickt, sehr gut, ich glaube nicht, dass er das Buch vor 40 Jahren so geschrieben haben könnte ohne Robin Hood, Der Pate usw. Man merkt schon, dass er da in der einschlägigen Popkultur sehr bewandert ist, ein Kind des Hollywood-Zeitalters ist sozusagen und es hilft dem Unterhaltungswert enorm. Gruß Peter

#23
(Huutini)

(Huutini)
Weiß eigentlich irgendwer, warum die Bücher auf Deutsch gesplittet werden?! Nur weil sie sonst zu dick werden? Stört doch bei gabaldon auch niemanden. Ich bin immer irritiert, wenn hier alle schon in Band sieben und sechs rumhetzen, und ich auf englisch grad mal das dritte angefangen hab. Was im Endeffekt ja aber das gleiche ist... Also: Wollen die nur Geld scheffeln, (Ich hab für die ersten drei englischen, also ersten sechs deutschen bei amazon insgesamt zwölf Euro bezahlt...) oder steht da noch was anderes hinter?! Fragende Grüße, Marco! :s17

#24
(ChristophL)

(ChristophL)

Also: Wollen die nur Geld scheffeln


Yepp, das ist des Rätsels Lösung. Aus dem gleichen Grund erscheinen die Scheibenwelt-Bücher mittlerweile zuerst als HC. Auf das TB darf man dann 6 Monate warten, wenn man wie ich zu faul ist, die Dinger im Original zu lesen.
Aber man muss zur Verteidigung des Verlags sagen, dass es sich beim "Lied" um 800-Seiten-Konvolute handelt, die in der Übersetzung wohl auf 1000 Seiten angewachsen wären, was wirklich an der Grenze des zumutbaren liegt. Außerdem hat das Splitten von englischen Fantasybüchern in zwei deutsche Tradition: siehe die uralte Drachenlanze-Saga. Da waren die Bücher nicht mal besonders dick.

Christoph

#25
hpr

hpr
  • 7.210 Beiträge
  • Dabei seit 14.03.06

Ich glaube aber erkennen zu können, warum es unter anderem so gut ist. Da ist schon viel aus Blockbustern drin, die Schurkenzeichnung, die Dialoge, einzelne Motive. Sehr geschickt, sehr gut, ich glaube nicht, dass er das Buch vor 40 Jahren so geschrieben haben könnte ohne Robin Hood, Der Pate usw. Man merkt schon, dass er da in der einschlägigen Popkultur sehr bewandert ist, ein Kind des Hollywood-Zeitalters ist sozusagen und es hilft dem Unterhaltungswert enorm.

Er hat ja auch in Hollywood gearbeitet. Aber es sind nicht nur die Blockbuster drin, sondern auch das Spiel mit ihnen. Der Schurke wird plötzlich eher zum Sympathieträger, der Perspektivwechsel lässt unvermutet im Leser den film nochmal ablaufen, aber jetzt sieht er ganz anders aus. Martin bleibt nicht in diesen Blockbustern stehen, sondern entwickelt sie immer neu, immer anders.

#26
(PeterN)

(PeterN)
Jau, Hans Peter, sehr richtig. Da ist auch jemand am Werk, dem es Spaß macht aus diesem 90-Minuten-Rahmen auszubrechen und etwas Komplexes zu schaffen. Achtung Spoiler: Mich hat nur die Szene mit der Frey-Hochzeit so unglaublich an einen Pate-Film erinnert, dabei kommt so eine Szene im Paten gar nicht vor. Aber die Musiker mit den Armbrüsten usw., wie gesagt, das ist schon wirklich extrem gut gemacht und das war von mir überhaupt nicht abwertend gemeint, sondern ein tolles Beispiel wie die Popkultur sich durchaus positiv auswirken kann. Es ist ein sehr spielerischer, eigentlich auch durchweg sehr, sehr schwarzer Umgang mit dem Material. Martin ist glaube ich auch einer der Menschen, die im Kino insgeheim zum zynischen Bösewicht halten und einen Platz im Herzen für die Alan Rickmans und Gary Oldmans haben. Deshalb sind die dunklen Charaktere, also Littlefinger, die beiden Cleganes, Jaime, Tyrion usw. auch so unheimlich amüsant -ich gestehe, ich stehe auf den Hund-, zumal das ja alles nicht "unmotiviert" ist, sondern sich jedenfalls sehr oft aus der Biografie erklärt und die Gedankengänge nachvollziehbar sind.

#27
Christa

Christa
  • 9.515 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Ihr habt mich endgültig überzeugt! Gerade habe ich noch mal die Rezensionen bei Amazon gesehen und dass Nr. 8 und 9 schon in Vorbereitung sind. Der ständige Perspektivwechsel wird ein Problem für mich sein, alles andere macht mich nur neugierig und gespannt. Habe außer Sachbüchern gerade eh nichts mehr zum Lesen. Am 28. 6. soll ich es bekommen - Danke für all die Infos Christa

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#28
(Huutini)

(Huutini)
Hach, Freu, freu, freu: Gerade gesehen: Der fünfte Teil der ist bei Amazon vorzubestellen. Der Titel klingt vielversprechend: "A Dance with Dragons"! :) Kommt leider erst Ende Februar... :s07 Naja, muss eh noch den dritten und vierten schaffen. Gruß, Marco! :s17

#29
Christa

Christa
  • 9.515 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Hallo, ihr lieben Martin-Fans, habe das Buch inzwischen bekommen (Die Herren von Winterfell)und 145 Seiten gelesen. Es ist wirklich sehr gut geschrieben, besonders der Anfang ist brutal spannend. Aber die vielen Perspektiven sind wirklich sehr verwirrend ... :-/ Werde später vielleicht nochmal was dazu schreiben. LG Christa

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#30
chrissi

chrissi
  • 368 Beiträge
  • Dabei seit 30.06.05
Hallo ihr, nun schreibe ich auch mal meine Meinung zu Martins persönlichem Jahrhundertwerk. Ich habe die ersten 4 Bücher (also eigentlich ersten 2, wenn ich das recht verstehe) auf deutsch gelesen. Die Handlung ist wunderbar, komplex, unvorhersehbar, spannend. Die Figuren sind abwechslungsreich, tiefgründig und interessant. Kann ich euren Loben dahingegehend also nur anschließen, auch mich hält Martin in den Klauen. Allerdings die Sprache... finde ich teilweise klischeebeladen und in Dialogen wenig abwechslungsreich (z.B. wenn sich Sansas Augen innerhalb von drei Seiten zum dritten Mal "mit Tränen füllen", sie jemandem "flehende Blicke" zuwirft, errötet...). Auch Rechtschreib- und Namensfehler finden sich immer wieder. Meist fällt es mir nicht so auf, da die Sprache hinter die Handlung zurücktritt, doch manchmal nervt es mich. Und deshalb bin ich nach dem vierten steckengeblieben, gerade weil nun die Handlung ein bißchen an Tempo verloren hat, und hab gezögert, weiter Geld auszugeben. Ist der englische Originaltext wirklich besser? Billiger ist er ja eh. Liebe Grüße Chrissi    
Bei Droemer Knaur im März 2012:  Mondherz &&Meine neue Website

#31
Christa

Christa
  • 9.515 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05
Liebe Fans, ich muss euch mit meiner Ansicht über das Buch von Martin leider enttäuschen – ich habe es jetzt, nach etwa 400 Seiten, zur Seite gelegt. Ich bleibe dabei, dass es hervorragend geschrieben ist, die Metaphern, Personenbeschreibungen, Landschaftsschilderungen sind einzigartig, wenn auch fremd- zum Beispeil diese: sein Gesicht erstarrte wie alte Milch – das Ganze ist sehr dicht und hat mich auch etwa dreihundert Seiten lang mit sich gerissen. Die Perspektiven waren mir dann auch klar, dass immer dieselben abwechselten, es wurde klar, dass Ned Eddard ist und Robb Robert. Aber dann tauchten auf jeder Seite wieder zig neue Namen auf, die ich einfach nicht einordnen konnte und ich hatte keine Lust, ständig am Schluss nachzuschauen, wer denn nun eigentlich wer ist. Im Vergleich zu Tolkien fehlt mir an diesem Roman ( an dieser Fantasysaga) eine klare Struktur, und ich konnte es dann nicht mehr spannend finden. Verzettelt. Sprachlich kann sich sicher jeder Autor eine ganze Menge abschauen von Martin, als Romanautor kann er für mich kein Vorbild sein. Er nutzt sein Talent und seine Lust an der Sprache nicht dazu, mich als Leserin durch eine klar durchdachte Story zu führen, sondern assoziiert ohne Ende. Da war mir Dan Brown mit seiner extrem durchdachten Struktur doch zehnmal lieber. Schade, die Spannung und Erwartung, die Martin schon mit dem Prolog in mir geweckt hatte, hat er nicht durchgehalten. Es zerfleddert in meinen Augen. Etwas desillusionnierte Grüße Christa

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#32
(PeterN)

(PeterN)


Aber dann tauchten auf jeder Seite wieder zig neue Namen auf, die ich einfach nicht einordnen konnte und ich hatte keine Lust, ständig am Schluss nachzuschauen, wer denn nun eigentlich wer ist.

Das ist auch der Grund, warum Martin so viele Protagonisten umbringt, um den Überblick zu bewahren. ;)
Ernsthaft, ich kann das gut nachfühlen. An manchen Stellen ging es mir auch so, wenn ein ganzer Schwung von Leuten vorgestellt und eingeführt wird . Gerade da am Anfang fand ich das auch gewöhnungsbedürftig (wenn Eddard an den Hof gerufen wird) und ich habe tatsächlich öfter "hinten nachgeschaut". Aber wenn man das erstmal hat, geht es eigentlich. Später kommen sie nicht mehr so geballt, sondern nur noch in kleineren Dosen.
Ich muß auch gestehen, dass ich da nicht jede Nebenfigur im Hinterkopf behalte mit Namen und allem. Aber sie geben mir das Gefühl, einer "tatsächlichen" Welt, die sich nicht nur auf eine Hand voll Personen beschränkt. An die wichtigeren Figuren habe ich mich beim Lesen dann automatisch gewöhnt.
Die fehlende, klare Struktur ist für mich eigentlich mit der Hauptgrund, warum die Saga so toll ist. Er hält sich da nicht an Konventionen oder enge Genre-Grenzen, sondern schöpft wirklich aus dem Vollen. Ich hatte aber beim Lesen immer das Vertrauen in den Autor, dass er es schon gebacken kriegt. Und was soll ich sagen, bisher hat er mein Vertrauen nicht enttäuscht, sondern im Gegenteil einen richtigen Kredit-Überschuss aufgebaut.

Aber deine Kritik ist auch in meinen Augen absolut nachvollziehbar und berechtigt.

Gruß
Peter

#33
(Huutini)

(Huutini)

Aber deine Kritik ist auch in meinen Augen absolut nachvollziehbar und berechtigt.


Ja, in meinen auch. Obwohl ich auch zustimmen muss: Gerade jetzt, nach 400 Seiten, gibt es sich. Er hat zwar eine menge Charaktere, aber es sind halt doch immer die gleichen.

In Anbetracht der Tatsache, dass 'Robb' der Sohn von Eddard Stark ist, und Robert der amtierende König, ist es aber vielleicht dennoch so, dass es nicht verkehrt ist, wenn du aufhörst.  ;D

So unklar find ich die Struktur übrigens gar nicht...

Die Lannisters planen eine Verschwörung.
Die 'Blacks' (Also, die Wächter an der Wand) suchen nach neuen Leuten, weil sie den Job nicht mehr gewuppt kriegen. (Ich mochte die Full Metal Jacket Anspielung in der Ausbildung der Jungs...)
Ned Stark wird als Hand des Königs an den Hof gerufen und versucht rauszufinden, wer seinen Vorgänger ermordet hat.
Daenerys will den einst verlorenen Thron wiederhaben.
König Robert bleibt nur König, weil er Angst vor seinem eigenen Sohn hat.

Es wirkt nur so zerfeleddert, weil nebenher noch so viele kleine Nebenplots herumwuseln und es so verzahnt ist. Von oben genannten Personen bleiben aber nach dem ersten (englischen) Band irgendwie ohnehin nur die Hälfte übrig, das relativiert sich also.  ;D

Martin verlangt seinem Leser einen kleinen Kraftakt ab: Er wird relativ fix in die Welt gestoßen und muss sich schnell orientieren. Aber spätestens nach dem ersten (deutschen) Band ist man drin und die Verwirrung legt sich. Und dann gehts ja auch erst los. Eigentlich ist das ganze Buch ein Prolog zu den nächsten - Wieviel sinds? Neun?

Ich fühl mich mittlerweile jedenfalls zu Hause und erinnere mich gerne an 'damals' zurück, als es noch so viele Charaktere gab... (Immer sterben meine Favorites...) :s07

Lieben Gruß,
Marco! :s17

#34
Christa

Christa
  • 9.515 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

In Anbetracht der Tatsache, dass 'Robb' der Sohn von Eddard Stark ist, und Robert der amtierende König, ist es aber vielleicht dennoch so, dass es nicht verkehrt ist, wenn du aufhörst.  ;D


Dass es einen König Robert gibt, hatte ich zwischendurch ebenfalls geschnallt :s21

Daenerys will den einst verlorenen Thron wiederhaben.
König Robert bleibt nur König, weil er Angst vor seinem eigenen Sohn hat.


Bis ich die mal ganz am Ende des Anhangs gefunden hatte ...

Martin verlangt seinem Leser einen kleinen Kraftakt ab: Er wird relativ fix in die Welt gestoßen und muss sich schnell orientieren. Aber spätestens nach dem ersten (deutschen) Band ist man drin und die Verwirrung legt sich. Und dann gehts ja auch erst los. Eigentlich ist das ganze Buch ein Prolog zu den nächsten - Wieviel sinds? Neun?


Hallo Peter und Marco,

danke für den Zuspruch! ;)
Ich werde es dann doch noch zuende lesen und schauen, was übrigbleibt.
Es ist immer mal wieder eine richtungsweisende Struktur zu erahnen, dann pladdert es wieder mit scheinbaren Nebensächlichkeiten - zum Beispiel das Turnier - aber das hat sicher auch eine Bedeutung.
Jemand sagte mir mal, man wisse nie, auch in den anderen Büchern nicht, worauf der Autor eigentlich hinauswolle. Das kann man natürlich als Kunstform sehen :-/
Die Drill-Ausbildung auf der Mauer hat mir auch imponiert, da kann man durchaus Parallelen zu "Full Metal Jacket" sehen.

Liebe Grüße
Christa

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#35
(Christoph)

(Christoph)
Ich muss gestehen, dass ich es sehr mochte, wie Martin sich Zeit nimmt, um Welt und Charaktere zu entwickeln. Ein schöner Gegensatz zu den vielen rein plotgetriebenen Fantasybüchern. Die Geschichte wird übrigens noch schneller, verschiedene Handlungsstränge nehmen deutlich an Tempo auf. Allerdings hatte ich gerade im letzten Band "A Feast for Crows" auch das Gefühl, dass Martin sich zu viel Zeit nimmt und einfach zu wenig passiert. Vielleicht war das aber auch nur meine Angst davor, dass "A Song of Ice and Fire" zu einer Endlosserie wird... ;) Ich denke, es lohnt sich, dabei zu bleiben. Wobei ich verstehen kann, dass man gerade am Anfang von den Details erschlagen wird. Das geht vermutlich den meisten so. Christoph

#36
Christa

Christa
  • 9.515 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Ich denke, es lohnt sich, dabei zu bleiben. Wobei ich verstehen kann, dass man gerade am Anfang von den Details erschlagen wird. Das geht vermutlich den meisten so.


So, jetzt habe ich den Martin genommen, bin bei diesen 33° Hundstagstemperaturen ins Freibad gegangen und habe ihn dort zuende gelesen, nochmal zurück von Seite 330. Die Figuren, die ich bis dahin identifiziert hatte und die mich bei der Stange hielten,waren:

Köing Robert, Eddard Stark, Catelyn, seine Frau aus dem Haus Tully, seine Söhne und Töchter Robb (von dem ich erst fälschlich dachte, dass er auch Robert hieße), Sansa, Arya, Bran und Rickon, Septa Mordane, die Erzieherin, Old Nan, Tyrion, der Zwerg und Varys, der Eunuch.

Jetzt sind mir einige Zusammenhänge klarer und hinzugekommen, das heißt identifiziert sind:

Prinz Joffry, Myrcella, Tommen aus dem Haus Baratheon, Stannis (der auch unter „Kleiner Rat“ auftaucht), Renly. Der Bluthund Clegane, Jaime Lannister, der Königsmörder, Theon Greyjoy, Mündel von Eddard, Hullen, Mikken, Königin Cersai, Jon Arryn (es gibt nochmal einen Jon-Snow, unehelicher Sohn von Ned), Lady Lysa und ihr verkommenes Söhnchen Robert, Ser Brynden Tully, Onkel von Lysa, Mya Stone, Bastard, Mord, der Kerkermeister, Theon Greystone, Mündel von Ned, Prinz und Prinzessin Vinerys und Daenerys, die Letzten der Targaryen.

Es stimmt, was ihr sagt: ab ca. S. 350, wenn sich die Nebel gelichtet haben, gewinnt die Geschichte an Fahrt und wird immer spannender. Und am Schluss dann der Cliffhanger:
Jetzt bin ich schwer am Überlegen, ob ich nicht den zweiten Band lese, weil ich wissen will, was mit dem Zwerg und all den anderen weiterhin passiert ...

Dieses Buch ist, wenn man gegen die Dämonen der Orientierungslosigkeit gekämpft hat, fast eine Offenbarung. Ich bin ja nun fantasyunkundig und habe es stellenweise wie eine Mischung zwischen Märchen, Familiensaga, Artuslegende und Mittelaltergeschichte empfunden. Abschrecken lassen sich vielleicht einige, schon wegen der fremdartigen Namen, der Eisenbäume, Drachen, der vielen merkwürdigen Burgen und Städte. Dann taucht aber wieder so viel „Vertrautes“ auf, das Essen, die Natur, die menschlichen und unmenschlichen Gefühle ...Martin hat eine einzigartige art, mir diese Natur so nahe zu bringen, dass ich mich mitten darin befinde, die Farben sehe, die gerösteten Spanferkel schmecke und den Wind um mein Gesicht streichen spüre-das ist eine Gabe!

Gesamtfazit: Ein wundervolles Buch, das seine Tücken hat. Ich bewundere Martin für seinen großen Geist.

Kritikpunkte fasse ich wie folgt zusammen:

1.(Und das ist der einzige richtige Punkt):

Zuviele Personen mit zuvielen Namen eingeführt. Dass die ganzen Ritter, das Gefolge, die Haushofmeister usw. eigene Namen haben, die zudem noch häufig mit „Ser“ beginnen, dazu haben die Schattenwölfe auch noch Namen, das ist einfach zuviel. Und von den rund 200 namentlich genannten Personen sind mir vielleicht 30 geläufig geworden auf 500 Seiten.

2.Die schon angesprochenen Klischees. Sie bestehen für mich aus einer ganz straken Schwarzweißmalerei, was die Guten und die Bösen betrifft, ausgedrückt in für meinen Geschmack zu häufig gebrauchten Goldmänteln, Seide, Goldaugen, Veilchenaugen, hach, sind die alle schön ... dagegen Dreck, Gestank, Brutalität, Blut, verbrannte Gesichter, Verkrüppelte. Die Guten sind zwar nicht minder grausam, aber sie haben das „Recht“ auf ihrer Seite.

3.Zeit lassen beim Schreiben

Die Stellen, an denen ich „springe“, sind die, wo Martin auch die Vorgeschichte der Nebenfiguren erklärt(naja, das mit dem Kohlebecken war ja so grauslich, das war schon wieder interessant) oder wo er Einzelheiten zu ausführlich beschreibt. Das Turnier habe ich heute nochmal gelesen und aufgespießte Ritter gesehen. Aber in dem nachfolgenden wird dann klar, worum es geht.

Martins Art zu schreiben ist im wahrsten Sinn des Wortes sinn-lich. Und bei aller Brutalität und Spannung auch öfter witzig.
Hier kann sich jeder inspirieren lassen, nicht nur für einen historischen Plot.

Eine aufregende Lektüre, fürwahr
Christa

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#37
(Huutini)

(Huutini)

Kritikpunkte fasse ich wie folgt zusammen:

1.(Und das ist der einzige richtige Punkt):

Zuviele Personen mit zuvielen Namen eingeführt. Dass die ganzen Ritter, das Gefolge, die Haushofmeister usw. eigene Namen haben, die zudem noch häufig mit „Ser“ beginnen, dazu haben die Schattenwölfe auch noch Namen, das ist einfach zuviel. Und von den rund 200 namentlich genannten Personen sind mir vielleicht 30 geläufig geworden auf 500 Seiten.


Aber genau das sind die 30 wichtigen!  ;D
Und nicht zu vergessen, dass das 'Ser' halt ein Titel ist. Martins version des 'Sir', von daher müssen die Leute schon bei Rang und Namen bleiben. ;)

2.Die schon angesprochenen Klischees. Sie bestehen für mich aus einer ganz straken Schwarzweißmalerei, was die Guten und die Bösen betrifft, ausgedrückt in für meinen Geschmack zu häufig gebrauchten Goldmänteln, Seide, Goldaugen, Veilchenaugen, hach, sind die alle schön ... dagegen Dreck, Gestank, Brutalität, Blut, verbrannte Gesichter, Verkrüppelte. Die Guten sind zwar nicht minder grausam, aber sie haben das „Recht“ auf ihrer Seite.

Echt? Na, wart mal ab!  :s21

3.Zeit lassen beim Schreiben

Die Stellen, an denen ich „springe“, sind die, wo Martin auch die Vorgeschichte der Nebenfiguren erklärt

Gerade das find ich so interessant. Zumal halt, im Laufe der Geschichte, einige 'Nebencharaktere' zu Hauptcharakteren werden.

(naja, das mit dem Kohlebecken war ja so grauslich, das war schon wieder interessant) oder wo er Einzelheiten zu ausführlich beschreibt. Das Turnier habe ich heute nochmal gelesen und aufgespießte Ritter gesehen. Aber in dem nachfolgenden wird dann klar, worum es geht.

Sowas ist halt wesentlich für Fantasyliteratur. Man will ja in der Welt versinken, die Details saufen, rausfinden, wie die Welt funktioniert...

Lieben Gruß,
Marco! :s17

#38
(PeterN)

(PeterN)


2.Die schon angesprochenen Klischees. Sie bestehen für mich aus einer ganz straken Schwarzweißmalerei, was die Guten und die Bösen betrifft, ausgedrückt in für meinen Geschmack zu häufig gebrauchten Goldmänteln, Seide, Goldaugen, Veilchenaugen, hach, sind die alle schön ... dagegen Dreck, Gestank, Brutalität, Blut, verbrannte Gesichter, Verkrüppelte. Die Guten sind zwar nicht minder grausam, aber sie haben das „Recht“ auf ihrer Seite.

Ich fand das grad toll. Das passiert ja alles in der Perspektive von Sansa, Arya und Bran. Vor allem in Sansas Perspektive. Diese Schwarz-Weiß-Malerei. Goldene Rüstung, blonde Haare - so sollte ein edler Ritter und König aussehen. Klein, verkrüppelt, verschlagener Blick- ganz klar der Schurke. Aus der Perspektive dieses kleinen, verwöhnten Görs Sansa. Das macht für mich eigentlich den Hauptreiz dieser Perspektive aus. Außerdem entwickelt man sadistische Gefühle bei der Sansa-Perspektive, wenn sie damit aufs Maul fällt. :)
Schon allein die Szene mit "Was man nicht alles für die Liebe" tut, bringt das ganze Schwarz/Weiß-Gefüge in der Lesersicht komplett ins Wanken. Das ist ja diese ganze Minnegeschichte, die Hauptantriebsfeder für alle ritterlichen Heldentaten in einer sehr perversen, aber auch nachvollziehbaren Spielart. So spielt man mit Klischees.
Und die wirklich herrlichen grau/dunkelgrauen Gestalten wie Littlefinger und Tyrion entfalten sich ja erst später richtig und ihre Handlungen bleiben eigentlich immer nachvollziehbar.

Aber freut mich, dass du ihm noch eine Chance gegeben hast. Ich muß gestehen, ich habe noch nie ein Personenverzeichnis so sehr zu schätzen gewußt, wie bei diesem Zyklus. :)

Gruß
Peter

#39
(Huutini)

(Huutini)
Kennt ihr eigentlich das schon? Für alle, die immer mal wie die Starks oder Lannisters sein wollten.  ;D Gruß, Marco! :s17

#40
(Christoph)

(Christoph)

Kennt ihr eigentlich das schon? Für alle, die immer mal wie die Starks oder Lannisters sein wollten. ;D


Ja, ist ein gutes Strategiespiel. Ich habe es und die Erweiterung. Wer solche Spiele mag, ist damit gut bedient.

Christoph