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Der Boom des Nature Writing


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15 Antworten zu diesem Thema

#1
Elli

Elli
  • 2.106 Beiträge
  • Dabei seit 01.09.08

Sehr schöner ZEIT-Artikel über den Boom des Nature Writing

 

"Schläft ein Lied in allen Dingen"

 

 


elli-radinger.de | Google+ | Wolf Magazin

Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet. (J. W. Goethe)


#2
Frau Klein

Frau Klein
  • 354 Beiträge
  • Dabei seit 08.02.13

Scheint, dass die Sehnsucht nach einer neuen "Romantik" überhand gewinnt ... Ich fänds schön :-) ... (aber ich bin auch ein Weichei beim Lesen) :-) 



#3
PeterW

PeterW
  • 656 Beiträge
  • Dabei seit 08.01.08
Der Artikel hat mich total berührt - er zeigt, dass die Konservativen Wissenschaftler, die unsere Mitgeschöpfe als seelenlose Automaten begreifen, ihre Deutungshoheit verlieren.
Liebe Grüße
Peter

#4
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 5.836 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

Ja, sehr schöner und nachdenklicher Artikel.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#5
Christa

Christa
  • 7.067 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Ich sehe das in den Buchhandlungen: Da werden Extratische für Naturbücher eingerichtet, Kalender ohne Ende zu dem Thema-

es freut mich ungeheuer, dass es diese Entwicklung gibt! Und dein Buch hat das angestoßen, Peter. Jetzt hoffe ich noch, dass es auch in den Betonköpfen der Landschaftsverbauer ankommt.


Bearbeitet von Christa, 21.02.2018 - 12:36,

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#6
Wolf

Wolf
  • 224 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Ist nicht so verwunderlich. Heimat und Natur waren für den Menschen immer schon bedeutsam. Auch ohne Romantik. Aber wenn das Pendel erst einmal in die eine Richtung ausschägt, dann kommt es auch wieder zurück. Dass Wissenschaftler die Natur gefühlsarm betrachten, ist ganz richtig. Jedenfalls dann, wenn die Nautr Untersuchungsgegenstand ist. Aber ein Wissenschaftler ist auch ein Privatmensch, was viele nicht wissen. Und meist mögen sie das, was sie untersuchen.

 

Lasst es mich mal so sagen: Wenn ich den Elfen beim Spielen zusehen möchte, dann weiß ich, wo ich sie finde. Es macht also wenig Sinn, mich in eine Diskussion zu verwickeln, die um die Frage kreist, ob es Elfen überhaupt gibt. Ich habe sie schon oft getroffen.

Ich kann das gleiche Phänomen aber auch in einer ganz anderen Sprache beschreiben, in der das Wort Elfe nicht vorkommt. Dafür Worte wie Lichtholzarten, Frühling, Strahlungstage etc.

 

Ich finde das Rückschlagen des Pendels eine schöne Sache. Der Tenor des Artikels deckt sich allerdings nicht mit meinen Erfahrungen. Aber vielleicht waren es ja auch nur die Geisteswissenschaften, die mit Natur weniger zu run hatten. Grins

 

Liebe Grüße

Wolf



#7
Olaf

Olaf
  • 384 Beiträge
  • Dabei seit 19.07.16

Ich kann den Artikel nicht lesen, weil er hinter der Bezahlschranke liegt. Daher orientiere ich mich bei diesem Beitrag an den Meldungen in diesem Thread. 

 

Die Zeit, als Wissenschaftler Tiere als seelenlose Roboter gesehen haben, sind in der Forschung schon lange vorbei. Allerdings spricht sich sowas nicht so schnell allgemein herum, weshalb die Öffentlichkeit wohl noch ein veraltetes Bild hat. (So wie gewisse Forscher noch nicht mitbekommen haben, dass Cordhosen nicht mehr in Mode sind - oder sind sie es inzwischen wieder? ::) )

 

Als Beispiel: Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Ameisenforscherin, mit der ich zusammen an einem Buch arbeite. Da habe ich zum ersten Mal gehört, dass auch Ameisen eine Art von Individualität haben. Manche füttern gerne ihre Nachkommen, andere interessieren sich nicht für sowas, sondern verteidigen lieber. Ob der Grund dafür nur das Alter oder der Charakter ist, weiß man noch nicht. 

 

Als Wissenschaftler sollte man sich aber auch hüten, zu sehr ins andere Extrem zu verfallen und Tiere (und Pflanzen) einfach als eine andere Art von Mensch anzusehen. Hund, Katze, Pferd, Wolf, Baum, Ameise … Sie alle denken nicht unbedingt wie wir, sondern eben wie Hund, Katze, Pferd, Wolf, Baum, Ameise. Alles, was wir beobachten können, sind ihre Verhaltensweisen. Die Gründe für dieses Verhalten interpretiere wir in diese Wesen hinein. Sowas läuft schon in der Psychologie, wo es nur um Menschen geht, häufig genug schief.  


Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de


#8
PeterW

PeterW
  • 656 Beiträge
  • Dabei seit 08.01.08
Passend dazu ein aktueller Bericht des Smithsonian Magazins:
https://www.smithson...rees-180968084/

#9
Wolf

Wolf
  • 224 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Selbstverständlich sprechen Bäume nicht miteinander, aber so eine Ausage hilft beim Verkaufen und klingt doch viel persönlicher, als wenn das stünde, sie kommunizieren miteinander. Aber das macht das Wunder Wald oder Käuterwiese nicht kleiner. Vieles läuft über chemische Prozesse ab und die meisten Details sind noch unerforscht, aber ja: Der Wald ist mehr als eine Summe von Bäumen und das Spannendste für mich ist der Waldrand, denn der ist nicht(!) ein Übergang zwischen Wald und freier Fläche, sondern weist viele Züge auf, die weder Wald noch Wiese haben. Ist schon eine großartige Sache.

 

meint wolf



#10
PeterW

PeterW
  • 656 Beiträge
  • Dabei seit 08.01.08
Interessant dabei ist auch, dass es für Sprache, Denken oder Seele keine allgemein gültigen Begriffe gibt.

#11
Christa

Christa
  • 7.067 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Nicht ohne Grund lautete der Titel des ersten Buches auch "Das geheime Leben der Bäume". Es wird nirgends behauptet, dass Bäume oder Tiere miteinander sprechen oder sich gegenseitig nähren wie Menschen. Bambi ist ein vermenschlichtes Wesen, und die Romantiker haben ihre eigenen Seelen in die Natur hineingedichtet. Die Beschreibung des geheimen Lebens hat dazu beigetragen, die Sensibilität für Wesen zu wecken, die genau wie wir lebendig sind und Schutz brauchen wie wir.

 

@Wolf: Am Waldrand gehe ich auch am liebsten spazieren, da spielt sich ganz viel ab und der Bär ist los. Manchmal kann man sogar am Wuchs der Kiefern erkennen, woher meist der Wind weht. (Oder sie zeigen ihre Pole-Position am Licht) ;)


Bearbeitet von Christa, 22.02.2018 - 14:27,

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#12
Wolf

Wolf
  • 224 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Ah ja, der Wind. Wegen der Düseneffekte kann er am Waldrand besonders stark sein. Also stärker als auf der Wiese vor dem Wald und stärker als im Wald sowieso.

 

@ Peter

Und Dich habe ich nicht verstanden. Ich dachte immer Sprache oder denken wären allgemeingültige Begriffe. Seele ist ein etwas spezielles Konzept gebunden. Da kann ich Dir folgen. Hilf mir mal aus.

 

Liebe Grüße

Wolf



#13
PeterW

PeterW
  • 656 Beiträge
  • Dabei seit 08.01.08
Lieber Wolf,
schau mal im Netz nach, wie viele wissenschaftliche Definitionen von Sprache es gibt. Etliche lassen sich auch auf Tiere/Pflanzen anwenden, manche erwähnen explizit das Vorhandensein einer Schrift und schließen damit nicht nur andere Arten, sondern auch so manch menschliche Kultur aus. Beim Denken ist es ähnlich.

Liebe Grüße
Peter

#14
Wolf

Wolf
  • 224 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Mach ich.  ;)

 

Wolf



#15
Christa

Christa
  • 7.067 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Lieber Wolf,
schau mal im Netz nach, wie viele wissenschaftliche Definitionen von Sprache es gibt. Etliche lassen sich auch auf Tiere/Pflanzen anwenden, manche erwähnen explizit das Vorhandensein einer Schrift und schließen damit nicht nur andere Arten, sondern auch so manch menschliche Kultur aus. Beim Denken ist es ähnlich.

 

Ich habe das gerade schon gemacht, weil ich deine Worte über die Schrift und die Kultur nicht ganz verstanden hatte. Und bin gleich auf einen Artikel von dir vom 31. 12.17 gestoßen. Demnach hätten Tiere eine Sprache ohne Schriftzeichen, was zum Beispiel viele Indianerstämme auch haben. http://www.zeit.de/z...ikation/seite-2

 

@Wolf: Das mit dem Düseneffekt finde ich sehr interessant! Ist das wie bei den Alleebäumen, die oft nach rechts und links weggewachsen sind? Bei den Wetterbuchen auf dem Schauinsland ist es wohl eindeutig der Wind, der über den Bergrücken bläst.


Bearbeitet von Christa, 23.02.2018 - 10:31,

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#16
Gundula

Gundula
  • 153 Beiträge
  • Dabei seit 10.08.15

Scheint, dass die Sehnsucht nach einer neuen "Romantik" überhand gewinnt ... Ich fänds schön :-) ... (aber ich bin auch ein Weichei beim Lesen) :-)

 

 

 

Naja, die Romantik war ja nun nicht gerade nur lieblich und beschaulich, sondern ebenfalls sehr düster. Unzählige Geister- und Gruselgeschichten gehören zur Literatur der Romantik sowie Mary Shelleys unvergesslicher Frankenstein.