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Mit wütenden Schnitten ...

Lektorat Stil Handwerk

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24 Antworten zu diesem Thema

#1
Christa

Christa
  • 10.050 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

In meinem (ausgezeichneten) Lektorat kann ich ja Verbesserungsvorschläge annehmen oder ablehnen.

In diesem Fall gefallen mir beide Varianten nicht so ganz. Ich schrieb:

 

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und zerteilte sein Spiegelei mit wütenden Griffen."

 

Verbesserungsvorschlag:

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und zerteilte sein Spiegelei wütend mit Schnitten."

 

Was sonst? Mit Messer und Gabel?


Bearbeitet von Christa, 10.05.2018 - 16:42,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Mörderische Förde ab 5.10. 20 https://www.thalia.d...D149527193.html Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#2
(Tom Liehr)

(Tom Liehr)

Handbewegungen.



#3
BrigitteM

BrigitteM
  • 844 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.07

... mit wütenden Schnitten.


Dämonenblut - Wesen der Nacht Band 2 - Urban Fantasy - cbt März 2014
 

www.brigitte-melzer.de


#4
Margot

Margot
  • 2.510 Beiträge
  • Dabei seit 10.09.10

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und zerteilte wütend sein Spiegelei.

 

... würde mir reichen.



#5
Christa

Christa
  • 10.050 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Deine Version ist die einfachste, Margot. Da wird auch klar, dass er wütend ist.

Handbewegungen klingt besser als Griffe.

Mit wütenden Schnitten, BrigitteM: Da liegt die Crux, wie ich denke. Handbewegungen, Griffe und Schnitte können nicht wütend sein,

nur derjenige, der das ausübt. Deshalb auch der Vorschlag: ..wütend mit Schnitten. Für mich sollte sich die Wut in den Schnitten oder Handbewegungen ausdrücken. Wenn uns nichts Besseres einfällt, würde ich wahrscheinlich Margots Vorschlag nehmen.

Danke schon mal!


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Mörderische Förde ab 5.10. 20 https://www.thalia.d...D149527193.html Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#6
(Mascha)

(Mascha)

Ich würde versuchen, es so zu beschreiben, dass sich Steidles Stimmung durch die Art, wie er das Ei zerteilt, vermittelt.

 

"… und attackierte mit heftigen Messerhieben sein Spiegelei."

 

"… und hieb mit dem Messer auf sein Spiegelei ein."



#7
Dietmar

Dietmar
  • 1.087 Beiträge
  • Dabei seit 21.08.05

Meine Meinung dazu ist folgende:

"mit wütenden Griffen". Er zerteilt das Spiegelei mit seinen Händen ohne Messer und Gabel.

"mit wütenden Schnitten": Er zerteilt das Spiegelei mit Messer und Gabel (oder einen anderen Schneidwerkzeug).

"mit wütenden Handbewegungen": Das kann ich mir nicht vorstellen. Dazu müsste er das Spiegelei in die Hand nehmen und in der Luft zerreißen.

Margots Vorschlag ist für mich der geeignetste, Dass Zerteilen des Spiegeleies erfolgt in Wut. Wir genau das vor sich geht, dazu darf der Leser seine Fantasie gebrauchen.


Bearbeitet von Dietmar, 10.05.2018 - 19:33,


#8
Christa

Christa
  • 10.050 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Ich würde versuchen, es so zu beschreiben, dass sich Steidles Stimmung durch die Art, wie er das Ei zerteilt, vermittelt.

 

"… und attackierte mit heftigen Messerhieben sein Spiegelei."

 

"… und hieb mit dem Messer auf sein Spiegelei ein."

 

So was schwebte mir die ganze Zeit im Hinterkopf herum, Mascha! Irgendwie sah ich das Ei dabei auch fliegen. ;) 

 

"...und schnitt mit heftigen Bewegungen sein Spiegelei entzwei."

 

",,, und hieb mit Messer und Gabel auf sein Spiegelei ein."

 

"... und hackte sein Spiegelei heftig in Stücke."


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Mörderische Förde ab 5.10. 20 https://www.thalia.d...D149527193.html Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#9
Christa

Christa
  • 10.050 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Meine Meinung dazu ist folgende:

"mit wütenden Griffen". Er zerteilt das Spiegelei mit seinen Händen ohne Messer und Gabel.

"mit wütenden Schnitten": Er zerteilt das Spiegelei mit Messer und Gabel (oder einen anderen Schneidwerkzeug).

"mit wütenden Handbewegungen": Das kann ich mir nicht vorstellen. Dazu müsste er das Spiegelei in die Hand nehmen und in der Luft zerreißen.

Margots Vorschlag ist für mich der geeignetste, Dass Zerteilen des Spiegeleies erfolgt in Wut. Wir genau das vor sich geht, dazu darf der Leser seine Fantasie gebrauchen.

 

*Hahahahaaa!* Der Abend ist gerettet!

Natürlich ist des Lesers Fantasie gefragt, Dietmar. Aber es klingt irgendwie so brav... :s03 


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#10
EvaG

EvaG
  • 118 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.13

... und zerteilte es wütend in Stücke....

 

mit Schnitten find ich jetzt auch nicht so prickelnd... ;)



#11
Sabine

Sabine
  • 1.755 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Entweder wie Margot oder Eva sagen oder komplett bildlich ohne Adjektiv:

„Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle, rammte die Gabel in sein Spiegelei und zerteilte es.

Bearbeitet von Sabine, 11.05.2018 - 06:04,


#12
Gundi

Gundi
  • 42 Beiträge
  • Dabei seit 31.10.15
Ein ungewöhnliches Verb nehmen? Oder eins, das für den Vorgang zu grob ist?
(...) knurrte Steidle und rupfte an seinem Spiegelei/zerrupfte sein Spiegelei/stach nach seinem Spiegelei/schlug das Messer in sein Spiegelei.
Alternativ fällt mir noch ein: wenn man mit Besteck zu fest auf dem Teller herumfährt, gibt es doch manchmal so ein hässlich kreischendes Geräusch. Vielleicht wäre das auch eine Lösung, statt der Handbewegungen ein solches Geräusch ertönen zu lassen, das die Heftigkeit zeigt, ohne sie erklären zu müssen?

#13
HelmutP

HelmutP
  • 256 Beiträge
  • Dabei seit 15.09.12

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle, kaum hörbar, und riss sein Spiegelei mit Messer und Gabel in zwei Hälften. 


Bearbeitet von HelmutP, 11.05.2018 - 07:19,


#14
HeikeF

HeikeF
  • 1.444 Beiträge
  • Dabei seit 22.02.12

Ich würde mich Mascha und Sabine anschließen. Beide Versionen sind etwas unglücklich, bei 1) ist die Frage: Wie ist denn ein wütender Griff? Bei 2 ist der Knackpunkt, wie von Dir beschrieben.

 

Andere Variante: eben genau beschreiben, woran sich zeigt, dass die Griffe "wütend" sein sollen. Wird es so heftig zerteilt, dass das Ei fast vom Teller rutscht? Oder knallt das Messer so fest auf den Teller, dass er wackelt? Oder ist es mehr das Geräusch von Metall auf Porzellan?

 

LG
Heike



#15
UlrikeS

UlrikeS
  • 3.356 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Vielleicht liegt das Problem auch gar nicht an den wütenden Schnitten, sondern am armen Spiegelei. Das geht so leicht kaputt, wie will man da die Wut ausleben/zeigen?

 

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und hackte seinem gekochten Ei mit einem Messerhieb den Kopf ab."

 

Wenn es das Spiegelei bleiben soll, würde ich Margots Variante wählen und die Wut dem Leser überlassen.



#16
Christa

Christa
  • 10.050 Beiträge
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Was für eine Fülle von Ideen und Anregungen! Vielen Dank. Ich werde das später noch in aller Ruhe auswerten.

 

Jetzt gab es zwei Hinweise. Einmal das Geräusch, das dabei entstehen würde. Es ist schabend, kratzend, quietschend, klirrend, habe es selber ausprobiert.

 

Dann das gekochte Ei, das man voller Wut köpfen kann. Geht aber nicht, weil Steidle zur Mittagszeit in einem Lokal sitzt und das Spiegelei auf einem Fleischkäse (Leberkäse) liegt. Macht aber keinen Unterschied. Es müsste, wenn man dem Vorgang keine zu große Bedeutung beimessen will, heißen: 

"... zerhackte wütend sein Spiegelei", womit Margots Vorschlag etwas mehr Power bekommen würde. ;) 


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#17
Margot

Margot
  • 2.510 Beiträge
  • Dabei seit 10.09.10

Als Autor hat man ja immer das Gefühl, dass man etwas ganz genau beschreiben muss, damit die Lesenden unser Bild im Kopf haben. Und dann sucht man verzweifelt nach der richtigen Beschreibung. Meines Erachtens braucht es das nicht; ich bin da ganz bei Dietmar. Überlass es der Fantasie der Lesenden. Vermutlich ist es ja überhaupt nicht wichtig, wie er sein Spiegelei zerhackt, sondern nur, dass er sehr wütend ist und es an dem Teil auslässt.

 

Ich habe mal versucht, das Mano cornuta-Zeichen zu beschreiben, weil die Lektorin das so wollte. Ein schrecklicher Murks, der mir heute noch nicht gefällt. Ich bin deshalb mittlerweile dazu übergegangen, eher weniger zu beschreiben als zu viel. Wer das Zeichen nicht kennt kann danach googeln, was eh keiner macht, andere überlesen es einfach. So what?

 

Aber ich weiss schon, man möchte natürlich die richtigen Worte suchen und finden. ;)

 

#18
Dietmar

Dietmar
  • 1.087 Beiträge
  • Dabei seit 21.08.05

 

Ich habe mal versucht, das Mano cornuta-Zeichen zu beschreiben, weil die Lektorin das so wollte. Ein schrecklicher Murks, der mir heute noch nicht gefällt. Ich bin deshalb mittlerweile dazu übergegangen, eher weniger zu beschreiben als zu viel. Wer das Zeichen nicht kennt kann danach googeln, was eh keiner macht, andere überlesen es einfach. So what?
 

 

Mit "Herr Ober, vier Bier für die Männer vom Sägewerk!" hat mir die Pommesgabel mal jemand ganz kurz und prägnant zu vorgerückter Stunde erklärt, ;D



#19
KatjaK

KatjaK
  • 201 Beiträge
  • Dabei seit 09.10.17

Ich finde nichts schlimm an "wütenden Schnitten". Man wird doch als Autor/-in noch eine Personifikation als Stilmittel einsetzen können? Das Problem dahingehend ist für mich kein echtes.

 

Mal ganz dröge:

 

"Ich werde es noch herauskriegen", knurrte Steidle und massakrierte sein Spiegelei."



#20
Christa

Christa
  • 10.050 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Also, ich habe das alles noch mal angeschaut und fasse die originellsten und für mich passendsten Vorschläge noch mal zusammen.

 

"...hieb mit dem Messer auf sein Spiegelei ein"

 

"...zerteilte es wütend in Stücke"

 

"rammte die Gabel ...und zerteilte es"

 

"...stach nach seinem Spiegelei"

 

"...riss es in zwei Hälften"

 

"...massakrierte/ attackierte es"

 

Erstaunlich, wie viel kreative Gewaltlust in Autorenköpfen steckt! ;)

 

Zu deiner Bemerkung, Margot: Letztendlich ist es dem Leser natürlich egal, wie er und wie wütend er das macht. Mir selbst bringt es manchmal Spaß und ich ergötze mich an solchen Bildern.

Bei Cornuto denke ich sofort an die Hörnchen, gern gebraucht im Straßenverkehr, und es heißt bei uns sowas wie eine Mischung zwischen "A..." und "habe dich erkannt." Wenn du also "er machte das Hörnchen" geschrieben hättest, hätte ich das sofort verstanden. Das Zweifingerzeichen in der Kneipe, Dietmar, könnte auch "Victory" bedeuten.

 

Auf eine Frage bzw. Feststellung wie von Katja habe ich schon gewartet. Wieso kann man Personifikationen nicht als Stilmittel einsetzen?


Bearbeitet von Christa, 11.05.2018 - 19:02,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Mörderische Förde ab 5.10. 20 https://www.thalia.d...D149527193.html Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/




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