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Einkommenssituation britischer Autorinnen und Autoren

Tantiemen Vorschuss Garantiehonorar Bezahlung Verlagsumsatz Durchschnittseinkommen Autoren Verlage

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8 Antworten zu diesem Thema

#1
Ramona

Ramona
  • 3.687 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Großbritanniens Autorinnen und Autoren verdienen immer weniger …

 

https://www.autorenw...n-immer-weniger


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#2
Wolf

Wolf
  • 766 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Das klingt übel. Die Verlage beuten die Autoren aus und die Autoren beuten sich selbst aus. Das kenne ich nicht nur von den Autoren, sondern auch aus der Wissenschaft.

 

Wolf



#3
Beate K.

Beate K.
  • 1.460 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07

Das ist überall so, wo mehr Leute rein wollen, als Bedarf besteht. Außer Buchmarkt und Wissenschaft fallen mir dazu Mode, Schauspiel, Musik, Fotografie, Malerei u.v.a. ein.

 

Liebe Grüße

Beate


Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

#4
Matthias

Matthias
  • 284 Beiträge
  • Dabei seit 13.01.16

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das ganze System kollabiert. Die hohen Gewinne erzielen die Verlage inzwischen durch immense Preiserhöhungen. Lesen neuer Bücher wird zum Luxushobby. Nicht jeder Buchkunde kann oder will da mitspielen.


Tränen im Mississippi     •     Aaron Grünblatt      •      Amüsante Spaßitüden


#5
Beate K.

Beate K.
  • 1.460 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07

Ach wo. Es kollabiert nicht "das System", es stellt sich "nur" ein neues Gleichgewicht ein. Wie immer mal in der Geschichte der Menschheit.

 

Liebe Grüße

Beate


Man gräbt keine goldenen Halsbänder aus dem Boden. (John Vorhaus "Handwerk Humor")

#6
DorisC

DorisC
  • 1.570 Beiträge
  • Dabei seit 25.07.11

@ Matthias:

Immense Preiserhöhungen bei Büchern??? Davon hätte ich doch aber sicher was gehört!

Durchschnittlich umfangreiche TB kosten in Deutschland EUR 10.-, als Pb EUR 15.- und als HC 20.- bis 22.- EUR, und das schon seit Jahren!

 

Was kostet eigentlich zur Zeit (durchschnittl.) eine Karte für Kino oder Konzert, und was der Eintritt in ein Museum?

 

Und "hohe Verlagsgewinne??? In einem Jahr, in dem etliche Verlage sich nicht mal mehr die Frankfurter Buchmesse leisten können oder ganz Pleite gehen ...???

Oder war das ironisch gemeint?


MAROKKO-SAGA bei Blanvalet: Das Leuchten der Purpurinseln,  Die Perlen der Wüste,  Das Lied der Dünen.

Neu Dez. 2017: DIE WOLKENFRAUEN


#7
MartinC

MartinC
  • 1.179 Beiträge
  • Dabei seit 10.06.13

Nun ja, das Verlagswesen ist ja, und das meine ich nur feststellend, zutiefst kapitalistisch. Aus dem Mehrwert von vielen wird der Gewinn des Unternehmens generiert. Ich kenne einige Kleinstverlage, deren Verleger zwar nicht reich werden, aber dennoch davon leben können. Aber nur weil viele Autorinnen und Autoren mit Auflage von fünfhundert zufrieden sind. Dass da niemand als Schreiber von leben kann ist ja klar.

Dennnoch könnten gerade die Publikumsverlage durchaus mehr ins Risiko gehen und ihre Autorinnen und Autoren besser am bezahlen. Ganz klar!!!

 

LG

MArtin


_______________________________________________________

www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)


#8
Matthias

Matthias
  • 284 Beiträge
  • Dabei seit 13.01.16

@ Matthias:

Immense Preiserhöhungen bei Büchern??? Davon hätte ich doch aber sicher was gehört!

Durchschnittlich umfangreiche TB kosten in Deutschland EUR 10.-, als Pb EUR 15.- und als HC 20.- bis 22.- EUR, und das schon seit Jahren!

 

Ich habe mich auf den von Ramona angehängten Artikel bezogen.

 

Im Jahr 2016 stieg der Umsatz der britischen Verlage mit Büchern und Zeitschriften um 7 Prozent auf 4,8 Milliarden Pfund, ein Trend, der sich im Jahr 2017 wiederholte, als allein die britischen Buchverkäufe die Marke von 2 Milliarden Pfund überschritten. Seit 2005 ist der weltweite Umsatz von Amazon von 8,49 Milliarden Dollar (7,34 Mrd. Euro) auf 177,87 Milliarden Dollar (153,86 Mrd. Euro) gestiegen

 

Diese Gewinne können sich kaum über einen enorm angestiegenen Absatz erklären. Dann würden auch die Autoren bei jedem Buch mitverdienen. Die Verlage setzen ihre Gewinnspanne pro Buch höher z.B. durch ‛hochwertigere’ Aufmachung.

 

Genau so wurde das von Jo Lendle, dem Verleger des Hanser Verlags in einem Interview mit dem Börsenblatt im April 2017 dargestellt.

Das vollständige Interview befindet sich hier.

 

Lendle sagte:

 

… Wir haben 2016 im Literaturverlag fast aufs Exemplar genauso viele Bücher verkauft wie im Vorjahr, nämlich 2.160.000. Nennt man das nun Stagnation oder nennt man es Stabilität? – Ich sage, das ist Stabilität. Übrigens haben wir trotzdem eine Million Euro mehr Umsatz gemacht, weil die Bücher teurer waren.

 

und zur Preisstategie seines Verlags sagt Lendle:

 

Wir machen jeden Preis glatt, und zwar ohne dass irgendjemand sich darüber gewundert hat. Und wir gehen über Preisschwellen. Diese schmale Vorstellung, ein Buch koste am besten immer 20 Euro, ist ein großes Missverständnis. Wir machen in jedem Programm ein ganz besonderes Buch. Zum ersten Mal haben wir das mit Raoul Schrotts "Erste Erde" unternommen, einem Vers­epos, das, grob gesagt, erzählt, was in der Zeitspanne zwischen Urknall und heute Vormittag passiert ist – ebenso anregend wie erhellend. Das Buch haben wir ausgestattet, wie es sich für ein einmaliges Werk gehört – wir sind mit einem Verkaufspreis von 45 Euro in die Vertretersitzung gegangen, als wir wieder raus­kamen, war das Buch doppelt so schön und kostete 68 Euro. Inzwischen haben wir eine gut fünfstellige Auflage verkauft und es stand mal wieder ein Gedichtband auf der Bestsellerliste. So eine ermutigende Erfahrung zeigt: Es gibt nicht nur die 20-Euro-Leser, es gibt auch viele mit einem Sinn für Ausnahmebücher.

 

Es ist diese schleichende Preiserhöhung in allen Bereichen, bei der die normalverdienenden Konsumenten irgendwann nicht mehr mithalten können. Statt 2 Büchern wird dann nur noch eins im Monat gekauft und der restliche Bedarf lieber über Second Hand Bücher gedeckt. Nur davon finden dann weder die Verlage noch die Autoren irgendwas in ihrem Geldbeutel. Nur noch die Flohmarktstandbetreiber ;)


Bearbeitet von Matthias, 01.08.2018 - 11:56,

Tränen im Mississippi     •     Aaron Grünblatt      •      Amüsante Spaßitüden


#9
DorisC

DorisC
  • 1.570 Beiträge
  • Dabei seit 25.07.11

Natürlich gebe ich dir recht, Martin: Wir leben in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem und Verlage sind in erster Linie profitorientierte Unternehmen, wie man am eigenen Geldbeutel (= der Entwicklung von Autorenhonoraren und Tantiemen) ablesen kann. Auch die Bedenken der britischen Autoren kann ich nachvollziehen.

Mich hat nur Matthias Übertreibung wg. der Buchpreise gestört.

 

edit: Mit Matthias überschnitten.

 

edit 2: Viele Verlag "glätten" derzeit ihre 00,99 Preise, setzen seit letzem Jahr sogar ihre Verkaufspreise höher an, dennoch kann man die Aussage des Hanser-Verlegers nicht generalisieren


Bearbeitet von DorisC, 01.08.2018 - 12:04,

MAROKKO-SAGA bei Blanvalet: Das Leuchten der Purpurinseln,  Die Perlen der Wüste,  Das Lied der Dünen.

Neu Dez. 2017: DIE WOLKENFRAUEN




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