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Zwischen Krise und Hoffen

Deutscher Buchmarkt Fakten Buchhandel Krisenstimmung Smarthphone Leserschwund Käuferschwund Neuerscheinungen Rückgang

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8 Antworten zu diesem Thema

#1
Ramona

Ramona
  • 3.571 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

// Zwischen Krise und Hoffen: Der deutsche Buchmarkt

 

Der Buchmarkt ist in Krisenstimmung. Immer weniger Menschen nehmen ein Buch in die Hand, sondern schauen lieber aufs Smartphone. Wir blicken auf die Fakten: Wie hat sich der Buchmarkt in jüngster Zeit entwickelt? //

 

https://www.dw.com/d...arkt/a-45807679


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#2
Christa

Christa
  • 8.387 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Danke, Ramona, das ist noch mal eine gute Übersicht. Trotz aller Krise besteht doch die Hoffnung darin,

dass wir Leser immer noch gute Bücher zum Lesen finden, auch wenn wir uns dafür mehr anstrengen müssen. ;)

 

Ich habe mir spontan überlegt, wie das wohl in anderen Ländern sein mag. Vielleicht hatten wir diese Übersicht schon mal,

aber sie kommt zu einer erstaunlichen Erkenntnis: Am meisten Bücher (Prints und E-Books nehme ich mal an) werden in China

gelesen - gleichzeitig haben die Chinesen einen extrem hohen Anteil an Smartphones, 96% aller Einkäufe wurden schon 2016 mit dem SPhone getätigt. Mehr gelesen wird auch in Italien, Spanien, Großbritannien und in den USA.

https://www.boersenb...9.html#comments


Bearbeitet von Christa, 12.10.2018 - 20:11,


#3
Wolf

Wolf
  • 670 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Immer interessant solche Übersichten. Es wird wohl noch eine ganze Zeit dauern, bis sich die Situation geklärt hat. Das Buch wird sich wandeln, hat es aber auch schon immer getan. Also mache ich mir grundsätzlich keine Sorgen. Aber es würde mich nicht wundern, wenn es einen Trend zu sehr kurzen Texten geben würde, der besser zum Smartphone passt.

 

Aber hat Karl Kraus nicht mal gesaft: Wer Aphorismen schreiben kann, sollte sich nicht in Romanen verzetteln.

 

Liebe Grüße

Wolf



#4
Ramona

Ramona
  • 3.571 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Ich habe mir spontan überlegt, wie das wohl in anderen Ländern sein mag. Vielleicht hatten wir diese Übersicht schon mal,

aber sie kommt zu einer erstaunlichen Erkenntnis: Am meisten Bücher (Prints und E-Books nehme ich mal an) werden in China

gelesen - gleichzeitig haben die Chinesen einen extrem hohen Anteil an Smartphones, 96% aller Einkäufe wurden schon 2016 mit dem SPhone getätigt. Mehr gelesen wird auch in Italien, Spanien, Großbritannien und in den USA.

https://www.boersenb...9.html#comments

 

Danke, sehr interessant, Christa. Okay, in puncto Lesen liegt Deutschland (82 Millionen Einwohner) nach dieser Studie also im Mittelfeld. Und doch ist es nach den USA (325 Millionen Einwohner) und China (1,38 Milliarden Einwohner!) der drittgrößte Buchmarkt der Welt. Das sagt eine Menge über die deutsche Inlandskaufkraft aus. Die Frage ist, wie lange die noch so stark bleibt. Sinkende Einkommen bzw. höhere Ausgaben für Wohnraum. Dann geht die Lesergeneration der geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren in Rente … wie viel bleibt da von der Rente noch für den wöchentlichen oder monatlichen Bummel durch die Buchhandlung übrig?
 


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#5
Ramona

Ramona
  • 3.571 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Aber es würde mich nicht wundern, wenn es einen Trend zu sehr kurzen Texten geben würde, der besser zum Smartphone passt.

 

In gewisser Weise hat der Heftroman bzw. der Fortsetzungsheftroman durch das E-Book eine enorme Renaissance erlebt. Geschichten bzw. Fortsetzungsgeschichten mit einer Länge zwischen 100 und 250 Seiten pro Band haben sich in diesem Medium bewährt. Klar, zu Beginn der Entwicklung - als noch die Goldgräberstimmung herrschte - gab es da jede Menge unausgereiftes Material, doch inzwischen hat sich der Indiemarkt wohl doch zusehends professionalisiert.


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#6
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 6.293 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

Ich frage mich manchmal, ob man nicht von den falschen Statistiken ausgeht. Die Buchumsatzzahlen beruhen sicherlich auf den Meldungen des Buchhandels und betreffen somit zum ganz großen Teil die von den üblichen Verlagen publizierten Bücher. Was aber ist mit den vielen eBooks, die bei Amazon verkauft werden - sowohl von Selfpublishern wie auch vom Amazon-Verlag herausgegebenen. Und iTunes. Sind die alle mitgezählt? Und dazu die Hörbücher bei Audible und die Plattformen wie readfy. Und die Buchpiraten. Vielleicht lesen die Leute etwas weniger, aber nicht so dramatisch weniger, wie es dargestellt wird.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#7
Christa

Christa
  • 8.387 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05


 



Ich habe mir spontan überlegt, wie das wohl in anderen Ländern sein mag. Vielleicht hatten wir diese Übersicht schon mal,

aber sie kommt zu einer erstaunlichen Erkenntnis: Am meisten Bücher (Prints und E-Books nehme ich mal an) werden in China

gelesen - gleichzeitig haben die Chinesen einen extrem hohen Anteil an Smartphones, 96% aller Einkäufe wurden schon 2016 mit dem SPhone getätigt. Mehr gelesen wird auch in Italien, Spanien, Großbritannien und in den USA.

https://www.boersenb...9.html#comments

 

Danke, sehr interessant, Christa. Okay, in puncto Lesen liegt Deutschland (82 Millionen Einwohner) nach dieser Studie also im Mittelfeld. Und doch ist es nach den USA (325 Millionen Einwohner) und China (1,38 Milliarden Einwohner!) der drittgrößte Buchmarkt der Welt. Das sagt eine Menge über die deutsche Inlandskaufkraft aus. Die Frage ist, wie lange die noch so stark bleibt. Sinkende Einkommen bzw. höhere Ausgaben für Wohnraum. Dann geht die Lesergeneration der geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren in Rente … wie viel bleibt da von der Rente noch für den wöchentlichen oder monatlichen Bummel durch die Buchhandlung übrig?

 

Zum Verhältnis Einkommen-Buchkäufe und Lesen gab es letztes Jahr ebenfalls eine Untersuchung. Die mit einem Einkommen bis 1.100 Euro griffen zur Hälfte nie zu Büchern, mit einem Einkommen um 4000 Euro nur zu einem Drittel nicht.

https://www.buchrepo...t-regelmaessig/

 

@Wolf: Ich glaube auch, dass die Texte kürzer werden. Ich selbst habe mich schon daran gewöhnt, besonders im Internet. Dagegen gehöre ich noch zur Generation, die gerne Bücher mit mindestens 250 bis 400 Seiten liest. ;)

 

@Ulf: Die Statistiken geben natürlich nur einen bestimmten Ausschnitt wieder. Für Amazon müsste es gesonderte Untersuchungen geben (würde mich mal interessieren, ich glaube auch nicht, dass die hier mitgezählt werden). Das gesamte Spektrum kann also nicht ausgeleuchtet werden, vor allem nicht das der Piraten. Von denen hört man ja nicht mehr viel, obwohl es die bestimmt noch massenweise gibt. Und wer von den Lesern illegaler Plattformen wird schon zugeben, dass er Bücher geklaut hat? ;D



#8
Ramona

Ramona
  • 3.571 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Ich frage mich manchmal, ob man nicht von den falschen Statistiken ausgeht. Die Buchumsatzzahlen beruhen sicherlich auf den Meldungen des Buchhandels und betreffen somit zum ganz großen Teil die von den üblichen Verlagen publizierten Bücher. Was aber ist mit den vielen eBooks, die bei Amazon verkauft werden - sowohl von Selfpublishern wie auch vom Amazon-Verlag herausgegebenen. Und iTunes. Sind die alle mitgezählt? Und dazu die Hörbücher bei Audible und die Plattformen wie readfy. Und die Buchpiraten. Vielleicht lesen die Leute etwas weniger, aber nicht so dramatisch weniger, wie es dargestellt wird.

 

Deshalb fängt man inzwischen an, vom "Käuferschwund" im stationären Buchhandel zu sprechen. Der ist vor allem betroffen.

 

In unserem sozialen Umfeld wird jede Menge gelesen, allerdings erwerben diese Lesenden ihre Bücher zu einem beträchtliche Teil nicht mehr im Handel.

Wie dem auch sei, die Absatzmärkte verlagern sich.

Edit: Christa, Dein 1.100 €-Beispiel hat mich u. a. noch einmal an den Rentner erinnert, von dem ich mal berichtete. Ein ehemaliger Schiffskoch, der zu den Viellesern mit breitem Lesespektrum gehört. Nach der letzten Mieterhöhung hat die Zeitungsbranche einen weiteren Abonnenten verloren. Und anstatt wie früher Bücher in der Buchhandlung vor Ort zu kaufen, werden die nun gebraucht/reduziert gekauft oder geliehen. Ich schätze, einkommenstechnisch gesehen, ist er kein Einzelfall. (Auch von wegen, seit 2013 habe die Buchbranche 18 % Käufer verloren. Es ist die Maschinerie vieler kleiner Rädchen, die das nach und nach bewirkt.)


Bearbeitet von Ramona, 13.10.2018 - 11:53,

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#9
Ramona

Ramona
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// Unabhängig und erfolgreich? Unabhängig = erfolgreich!

 

Filialisten im Minus, der unabhängige Buchhandel legt zu - die Ergebnisse von Media Control zur positiven Umsatzentwicklung im unabhängigen Buchhandel sollte Verlage zum Nachdenken über ihre Vertriebsstrategien bewegen, meint der Buchgestalter Rainer Groothuis. //

 

https://www.boersenb...nt.1538608.html


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