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Bestsellerpotential: KI vs Bauchgefühl

Künstliche Intelligenz Vorhersage Prognose Bauchgefühl KI Bestsellerpotenzial Software Kristallkugel Massenmarkt

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116 Antworten zu diesem Thema

#81
Christa

Christa
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Ich weiß nicht, irgendwie ist hier das Thema flöten gegangen. ;)

Ulf hatte ja das Buch "Der Bestsellercode" erwähnt. Dazu hat Hans Peter Röntgen im Mai einen Artikel geschrieben, der das Buch dann doch für einigermaßen nützlich hält. Und zwölf Punkte zusammengestellt, die Autoren über den Bestsellercode wissen sollten.

Zum Beispiel, dass Bestseller immer nur wenige Themen hätten, dass schon Mark Twain vor Adjektivitis warnte und dass Bestseller weniger Sex hätten (der wird dann unter "menschliche Nähe" etc. eingeordnet).

 

https://hproentgen.w...-wissen-sollte/

 

@Ramona: Ich habe mir die Beschreibung des Films "I Robot" mal bei Wikipedia angeschaut. Das ist absolut faszinierend!

Besonders die drei Regeln für Roboter, die alle immer wieder auf die erste Regel zurückgehen: Ein Roboter darf niemals einem Menschen Schaden zufügen.

 

 

Die Asimov’schen Gesetze lauten:[2]

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich[3]) verletzen oder durch Untätigkeit (wissentlich[3]) zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.

  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.

  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.


Bearbeitet von Christa, 20.10.2018 - 11:09,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#82
Wolf

Wolf
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Und dann hat der liebe Asimov jede Menge spannender Kurzgeschichten und Romane geschrieben, in denen Dinge passierten, die eigentlch gar nicht passieren durften. Und seine begeisterten Leser dankten ihm dafür.

 

Und Dir danke ich für den Hinweis auf Hans Peters Liste

 

Wolf



#83
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
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Danke, Christa, dass du hier nochmal den Link zu Hans Peters Analyse des "Bestsellercodes" eingefügt hat. Ich denke, das ist sehr lesenswert und eine gute Zusammenfassung. Hier ein paar Zitate aus dem Artikel:

 

"Möglicherweise erleichtert der Bestsellercode die Suche. Möglicherweise stärkt es die Position der Lektoren gegenüber den Marketingleuten. Schließlich betont das Programm, wie wichtig die Inhalte sind." Das ist doch ermutigend.

 

Und: "Ach übrigens, die meisten unsterblichen Werke der Weltliteratur waren Bestseller. Entgegen dem beliebten deutschen Klischee, dass Bestseller und Mainstream immer schlecht seien."

 

"Die Daten des Programms müssen interpretiert werden. Menschen sind nötig, um das zu bewerten, was das Programm herausfindet. Sonst sitzt man schnell Fakes auf."

 

Mein Fazit: Man sollte diese Art von Analysen durchaus ernst nehmen, vorausgesetzt dahinter stecken Leute, die ihr Fach verstehen und  nicht nur Hype produzieren.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#84
Christa

Christa
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Noch ein Zitat, weil es hier schon um den Stellenwert von Marketing, Cover usw. ging:

 

"Erstaunlicherweise zeigte sich, »dass Marketing bestenfalls eine begründete Vermutung darstellt und keineswegs eine wirkliche Antwort auf die Frage, warum manche Romane ein Millionenpublikum finden und von anderen kaum eine Handvoll verkauft wird."


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#85
Ramona

Ramona
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Danke für's Teilen von Hans Peters Blog-Artikel, Christa. Wirklich lesenswert.
 

Was "I Robot" angeht, kann ich dir die Verfilmung mit Will Smith empfehlen. Ein toller, spannender SF-Krimi/Thriller: https://www.moviepil.../movies/i-robot .
Edit: der Trailer legt die Betonung zwar auf die Action, es ist aber eine rundherum interessante Geschichte.


Bearbeitet von Ramona, 20.10.2018 - 13:16,

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#86
Christa

Christa
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Und: "Ach übrigens, die meisten unsterblichen Werke der Weltliteratur waren Bestseller. Entgegen dem beliebten deutschen Klischee, dass Bestseller und Mainstream immer schlecht seien."

 

Ich glaube, wir haben uns diese Liste der Weltbestseller hier schon mal angeschaut. Die meisten kennt man auch. Ich habe schon viele Bestseller (auch von heute) gelesen und fand natürlich nicht alle gut. Besonders die Me-Too-Bestseller nicht. Welche BS nun genau untersucht wurden, weiß ich nicht.

 

Man könnte die Frage ja auch anders stellen. Nicht: Wie können die Verlage in 30 Sekunden die potenziellen Bestseller herausfiltern und damit eine kulturell fragwürdige Handlung begehen, sondern: Welche Texte könnten unabhängig von Marketing u.a. allein durch ihren Inhalt so überzeugen, dass sie mehr als nur zwei Handvoll Leser erreichen? Das können die Lektoren allerdings, wie wir wissen, auch schon durch Anlesen. Also unbedingt nötig ist das Programm nicht. 

 

Autoren könnten daraus lernen wie aus einer Leseruntersuchung oder - Befragung. Zu den von Hans-Peter genannten Kriterien würde ich noch hinzufügen: Die Themen sind auf irgendeine Weise groß. Think big, hat mir mal jemand gesagt.

 

@Ramona: Den Film werde ich mir in einer ruhigen Zeit gern angucken. Inhalt und Aktion klingen wie eine Vorausschau auf das, was heute ist und noch passieren könnte, zum Beispiel im militärischen Bereich.

 

Und last not least: Einige der "bombigsten" Bestseller könnten dann die "BS-Regeln" :p  wieder brechen. Habe heute mal in der Buchhandlung bei Origin von Dan Brown reingelesen. Da rauscht es nur so von Adjektiven, als hätte er das mit Absicht gemacht! ;)  8-)


Bearbeitet von Christa, 20.10.2018 - 19:26,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#87
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
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Und: "Ach übrigens, die meisten unsterblichen Werke der Weltliteratur waren Bestseller. Entgegen dem beliebten deutschen Klischee, dass Bestseller und Mainstream immer schlecht seien."

 

Ich glaube, wir haben uns diese Liste der Weltbestseller hier schon mal angeschaut. Die meisten kennt man auch. Ich habe schon viele Bestseller (auch von heute) gelesen und fand natürlich nicht alle gut. Besonders die Me-Too-Bestseller nicht. Welche BS nun genau untersucht wurden, weiß ich nicht.

 

Man könnte die Frage ja auch anders stellen. Nicht: Wie können die Verlage in 30 Sekunden die potenziellen Bestseller herausfiltern und damit eine kulturell fragwürdige Handlung begehen, sondern: Welche Texte könnten unabhängig von Marketing u.a. allein durch ihren Inhalt so überzeugen, dass sie mehr als nur zwei Handvoll Leser erreichen? Das können die Lektoren allerdings, wie wir wissen, auch schon durch Anlesen. Also unbedingt nötig ist das Programm nicht. 

 

Autoren könnten daraus lernen wie aus einer Leseruntersuchung oder - Befragung. Zu den von Hans-Peter genannten Kriterien würde ich noch hinzufügen: Die Themen sind auf irgendeine Weise groß. Think big, hat mir mal jemand gesagt.

 

@Ramona: Den Film werde ich mir in einer ruhigen Zeit gern angucken. Inhalt und Aktion klingen wie eine Vorausschau auf das, was heute ist und noch passieren könnte, zum Beispiel im militärischen Bereich.

 

Und last not least: Einige der "bombigsten" Bestseller könnten dann die "BS-Regeln" :p  wieder brechen. Habe heute mal in der Buchhandlung bei Origin von Dan Brown reingelesen. Da rauscht es nur so von Adjektiven, als hätte er das mit Absicht gemacht! ;)  8-)

 

 

In 30 Sekunden kann man das sicher  nicht machen. Es ist, wie im Buch beschrieben, einen Zusammenarbeit von Mensch und Text-Mining Software. Der Computer gibt Hinweise, der Mensch muss sie interpretieren.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#88
Wolf

Wolf
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Ich lese gerade Das Buch Der Bestsellercode. Und habe jetzt ungefähr das erste Drittel im Schnellverfahren hinter mir. Über einen KI-Aspekt habe ich bisher nichts gefunden, hab's vielleicht aber auch überlesen. Aber dafür verstehe ich mehr oder wenig die Statistik dahinter (Irrtümer vorbehalten) und ihre Methoden der Kreuzvalidierung. Den Rest muss man sich aus der Interpretation der Ergebnisse erschließen. Ich muss sagen, ich bin begeistert. Es macht vor allem Spaß, seine eigenen Lieblingsromane oder Autoren einmal vor dem Hintergrund einer solchen Analyse zu betrachten.

 

Für mich steckt darin erheblich mehr als nur ein Bündel von Selbstverständlichkeiten. Und - in meinem laufenden Projekt habe ich einige Wohlfühlstellen und einige, an denen es scheuert. Und jetzt weiß ich auch warum. Na, wenn das keine Hilfe ist.

 

Vom Bestsellerwunsch muss ich mich allerdings verabschieden. Ich schreibe in einer zu fremden Welt, in denen Drachen und Elfen vorkommen und noch einige merkwürdige Wesen.

 

Einen schönen Abend wünsche ich euch allen

Wolf



#89
Ramona

Ramona
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Vom Bestsellerwunsch muss ich mich allerdings verabschieden. Ich schreibe in einer zu fremden Welt, in denen Drachen und Elfen vorkommen und noch einige merkwürdige Wesen.

 

Gut, dass J. R. R. Tolkien und  George R. R. Martin ihre Stories geschrieben haben, obwohl die Chance auf einen Bestseller mit solchen Geschichten verschwindend gering ist. Moment mal … vielleicht braucht es bei SF/Phantastik auch nur die Zauberformel R. R.   ;) 


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#90
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
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Ich lese gerade Das Buch Der Bestsellercode. Und habe jetzt ungefähr das erste Drittel im Schnellverfahren hinter mir. Über einen KI-Aspekt habe ich bisher nichts gefunden, hab's vielleicht aber auch überlesen. Aber dafür verstehe ich mehr oder wenig die Statistik dahinter (Irrtümer vorbehalten) und ihre Methoden der Kreuzvalidierung. Den Rest muss man sich aus der Interpretation der Ergebnisse erschließen. Ich muss sagen, ich bin begeistert. Es macht vor allem Spaß, seine eigenen Lieblingsromane oder Autoren einmal vor dem Hintergrund einer solchen Analyse zu betrachten.

 

Für mich steckt darin erheblich mehr als nur ein Bündel von Selbstverständlichkeiten. Und - in meinem laufenden Projekt habe ich einige Wohlfühlstellen und einige, an denen es scheuert. Und jetzt weiß ich auch warum. Na, wenn das keine Hilfe ist.

 

Vom Bestsellerwunsch muss ich mich allerdings verabschieden. Ich schreibe in einer zu fremden Welt, in denen Drachen und Elfen vorkommen und noch einige merkwürdige Wesen.

 

Einen schönen Abend wünsche ich euch allen

Wolf

 

Du hast recht, es hat mit KI gar nichts zu tun. Es ist einfach Text-Analyse. Das heißt, so einfach ist das natürlich nicht. Das sind schon komplexe Verfahren und Algorithmen. Und wer weiß, Drachen und Elfen kommen ja vielleicht wieder. Natürlich muss ein Thema interessieren, aber der Bestsellercode analysiert ja viel eher Stil und Spannungskurven. Das sind Dinge, die sich auf jedes Thema anwenden lassen.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#91
Wolf

Wolf
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Vom Bestsellerwunsch muss ich mich allerdings verabschieden. Ich schreibe in einer zu fremden Welt, in denen Drachen und Elfen vorkommen und noch einige merkwürdige Wesen.

 

Gut, dass J. R. R. Tolkien und  George R. R. Martin ihre Stories geschrieben haben, obwohl die Chance auf einen Bestseller mit solchen Geschichten verschwindend gering ist. Moment mal … vielleicht braucht es bei SF/Phantastik auch nur die Zauberformel R. R.   ;) 

 

 

Bei Martin wundert mich das gar nicht. Der Anfang ist eher historisch als phantastisch und leserorientiert schreiben kann er wirklich.

Bei Tolkien ist das für mich schwerer zu beurteilen. Er hat sich zunächst schlecht verkauft und wurde dann ein Kultbuch an den Universitäten (habe ich gelesen). Tolkien war eine andere Zeit, als SF und Phantastik einen etwas anderen Stellenwert hatten. Aber vom Schreiben verstand auch er etwas. nur hat sich Tolkien wenig um die Leser gekümmert und statdessen sein Ding gemacht.

 

Und @ Ulf

Wenn man das Buch unter dem Aspekt Textanalyse liest und nicht nach dem Code oder einer Zauberformel sucht, dann kann es einem gewaltig helfen bei so ganz einfachen Dingen wie beispielsweise Stringens, die viele Autoren (ich eingeschlossen) immer wieder mal vermissen lassen und sich beim Überarbeiten neu erschreiben müssen. Die Zauberformel, die da versprochen wird, findet man nicht, aber eine ganze Menge nützlicher Informationen. Einige von denen sind gerade für Bauchschreiber wie mich wichtig, weil ich erst meinen Text schreibe und dann mühsam herausfinden muss, was ich überhaupt geschrieben habe. Leider bin ich nicht so routiniert wie King, der mit ein oder zwei Überarbeitungen auskommt.

 

Und was den Algorythmus von Archer und Jockers angeht tippe ich auf einen Ansatz der multivariaten Statistik. Und da kenne ich mich glücklicherweise aus, was bei der Beurteilung der Analyseergebnisse beträchtlich hilft. Auf jeden Fall verstanden die ihren Job.

 

Liebe Grüße

Wolf


Bearbeitet von Wolf, 23.10.2018 - 09:15,


#92
FlorianH

FlorianH
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Hmmm, dann ist das aber, mit Verlaub, ein ziemlich alter Hut, oder?



#93
AndreasE

AndreasE
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Wenn Methoden zwar alt sind, aber noch nie auf ein bestimmtes Thema angewandt wurden, ist das auch wieder innovativ.



#94
FlorianH

FlorianH
  • 202 Beiträge
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Dem will ich keinesfalls widersprechen, ich meine lediglich, dass es schon jede Menge solcher Analysen zuvor gegeben haben muss.

#95
Wolf

Wolf
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Da bin ich mir nicht so sicher. Ich habe ja bereits die Diss von dem N.Bolz aus den Siebzigern zitiert. Dessen Arbeit wurde überhaupt nur möglich, weil damals Methoden der multivariten Statistik auf Großrechnern liefen. Die damalige Arbeit betrat Neuland. Aber alle Variablen mussten mühsam per Hand quantifiziert werden. Wenn jemand eine Graphik haben wollte, musste er das Programm dafür extra schreiben.

 

Der Bestsellercode hatte aber ganz andere Möglichkeiten. Er konnte viele Romane einscannen und seine Variablen (Kenngrößen) über den Computer generieren. Ich gehe einmal davon aus, dass darin die wissenschaftliche Leistung der Forschergruppe lag. Sie musste eine Möglichkeit finden, einen Text hinsichtlich Stil und Corpus zu beschreiben. Vollumfassend, aber nicht zu redundant. Wie schwierigs sich das gestalten kann, beschreiben die Autoren bei dem Kapitel Figuren, die einmal Namen tragen, aber auch durch Pronomen erfasst werden. Aber Pronomen sind nicht eindeutig.

 

Da ich selber kein Linguist bin, kann ich nicht sagen, wie weit der Weg der Forschung da gediehen war, aber eine bemerkenswerte Leistung ist es allemal und auch neu und innovativ. Ob es ein Selbstlernmodul gegeben hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht, aber das maht nichts. Man kann auch mit etablierten Methoden innovative forschung machen.

 

UND: Es ist auch was für uns Schriftsteller dabei. Wer noch nicht über eine sehr lange Erfahrung und seinen eigenen Weg verfügt, der hat bei der Erfassung seiner Figuren noch manche Hürde zu nehmen. Und die Arbeit mit Charakterbögen verschlimmbessert die Situation nur noch, weil sie keine Hilfe bei der Auswahl der Eigenschaften anbietet.

 

Ich habe das Buch jedenfalls mit viel Vergnügen gelesen, gebe als Warnung an Nachahmer aber mit, dass es wirklich Textanalyse einer großen Masse von Büchern ist und ganz bestimmt kein kochrezept für Bestsellerschreiben anbietet.

 

Liebe Grüße

Wolf


Bearbeitet von Wolf, 24.10.2018 - 09:03,


#96
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
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Wolf, genauso ist das Buch und die Arbeit, die dazu geführt hat, auch bei mir angekommen. Ich fand es sehr interessant und in vieler Hinsicht durchaus erleuchtend. Auch wenn es kein Rezept für Bestseller ist, so kann man als Autor doch so Manches für sich mitnehmen.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#97
Christa

Christa
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UND: Es ist auch was für uns Schriftsteller dabei. Wer noch nicht über eine sehr lange Erfahrung und seinen eigenen Weg verfügt, der hat bei der Erfassung seiner Figuren noch manche Hürde zu nehmen. Und die Arbeit mit Charakterbögen verschlimmbessert die Situation nur noch, weil sie keine Hilfe bei der Auswahl der Eigenschaften anbietet.

 

Ich habe das Buch jedenfalls mit viel Vergnügen gelesen, gebe als Warnung an Nachahmer aber mit, dass es wirklich Textanalyse einer großen Masse von Büchern ist und ganz bestimmt kein kochrezept für Bestsellerschreiben anbietet.

 

Gut, dass du diesen Hinweis nochmal explizit gibst, Wolf. Hans Peter Röntgen hatte das ja auch schon erwähnt. Ich bin mir nämlich sicher, dass die Buchhändlerin, bei der ich das Buch bestellen würde, dann sagt: "Wollen Sie einen Bestseller schreiben?" So, wie sie es damals schon beim Kauf von James F. Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" getan hat: "Wollen Sie Schriftstellerin werden?"

 

Ich habe mir die (ziemlich teure) digitale deutsche Fassung mal angesehen und festgestellt, dass ich es nicht lesen möchte. Du schreibst, dass es dir als Bauchschreiber in Hinsicht auf Stringenz, Charakterentwicklung usw. gute Hinweise gegeben hat. Das können Schreibratgeber, Testleser, Workshops und selbst umfassende Rezensionen auch. Das schmälert nicht den Verdienst dieser Arbeit.

 

Was mir bei dem Ganzen noch fehlt, ist eine wesentliche Eigenart der Bestseller-Schreiber: Sie haben ihr Ohr am Puls der Zeit. So viel habe ich schon in langjährigen Lese- und Schreibprozessen herausbekommen. Auch ohne Algorythmus. ;)


Bearbeitet von Christa, 24.10.2018 - 10:18,

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#98
Ramona

Ramona
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UND: Es ist auch was für uns Schriftsteller dabei. Wer noch nicht über eine sehr lange Erfahrung und seinen eigenen Weg verfügt, der hat bei der Erfassung seiner Figuren noch manche Hürde zu nehmen. Und die Arbeit mit Charakterbögen verschlimmbessert die Situation nur noch, weil sie keine Hilfe bei der Auswahl der Eigenschaften anbietet.

 

Ich habe das Buch jedenfalls mit viel Vergnügen gelesen, gebe als Warnung an Nachahmer aber mit, dass es wirklich Textanalyse einer großen Masse von Büchern ist und ganz bestimmt kein kochrezept für Bestsellerschreiben anbietet.

 

Was mir bei dem Ganzen noch fehlt, ist eine wesentliche Eigenart der Bestseller-Schreiber: Sie haben ihr Ohr am Puls der Zeit. So viel habe ich schon in langjährigen Lese- und Schreibprozessen herausbekommen. Auch ohne Algorythmus. ;)

 

Von wegen "sie haben ihr Ohr am Puls der Zeit" … manchmal können darüber Jahre vergehen (George R. R. Martins "Das Lied von Eis und Feuer" sollen in den ersten Jahren in den USA wie Blei in den Regalen gelegen haben, wie ein US-Fan in einem Forum berichtete, und das obwohl Martin da schon bekannt war), und manchmal ist der Urheber des Werkes bereits tot, wenn das Werk schließlich das Interesse der Massen findet. Und dann gibt es halt die Trend- oder Modebestseller (hiermit meine ich jetzt keine Promi-Bücher). Die laufen eine Saison, vielleicht auch zwei (mit Folgeband) und dann wendet sich das Publikum dem nächsten Trend zu etc. etc. 


Bearbeitet von Ramona, 24.10.2018 - 10:46,

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#99
Wolf

Wolf
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UND: Es ist auch was für uns Schriftsteller dabei. Wer noch nicht über eine sehr lange Erfahrung und seinen eigenen Weg verfügt, der hat bei der Erfassung seiner Figuren noch manche Hürde zu nehmen. Und die Arbeit mit Charakterbögen verschlimmbessert die Situation nur noch, weil sie keine Hilfe bei der Auswahl der Eigenschaften anbietet.

 

Ich habe das Buch jedenfalls mit viel Vergnügen gelesen, gebe als Warnung an Nachahmer aber mit, dass es wirklich Textanalyse einer großen Masse von Büchern ist und ganz bestimmt kein kochrezept für Bestsellerschreiben anbietet.

 

Gut, dass du diesen Hinweis nochmal explizit gibst, Wolf. Hans Peter Röntgen hatte das ja auch schon erwähnt. Ich bin mir nämlich sicher, dass die Buchhändlerin, bei der ich das Buch bestellen würde, dann sagt: "Wollen Sie einen Bestseller schreiben?" So, wie sie es damals schon beim Kauf von James F. Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" getan hat: "Wollen Sie Schriftstellerin werden?"

 

Ich habe mir die (ziemlich teure) digitale deutsche Fassung mal angesehen und festgestellt, dass ich es nicht lesen möchte. Du schreibst, dass es dir als Bauchschreiber in Hinsicht auf Stringenz, Charakterentwicklung usw. gute Hinweise gegeben hat. Das können Schreibratgeber, Testleser, Workshops und selbst umfassende Rezensionen auch. Das schmälert nicht den Verdienst dieser Arbeit.

 

Was mir bei dem Ganzen noch fehlt, ist eine wesentliche Eigenart der Bestseller-Schreiber: Sie haben ihr Ohr am Puls der Zeit. So viel habe ich schon in langjährigen Lese- und Schreibprozessen herausbekommen. Auch ohne Algorythmus. ;)

 

 

Ich gebe gerne zu, dass ich dieses Buch auch aus wissenschaftlicher Sicht gelesen habe, denn einer meiner früheren Forschungsschwerpunkte war ebenfalls Mustererkennung. Und die Basics haben sich ja nicht geändert und werden sich auch nicht mehr ändern, auch wenn die Methoden und Modelle sich sehr schnell weiterentwickeln. Dieses Buch liegt jedenfalls noch voll in meiner Kernkompetenz, wie man so schön sagt. Ob ich der nächsten Entwicklungsstufe auch noch folgen kann, bleibt abzuwarten.

 

Auf jeden Fall voll krass spannend - oder so

Wolf



#100
Christa

Christa
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Hast du eine Ahnung, wie die nächste Entwicklungsstufe aussehen könnte, der manche dann vielleicht nicht mehr folgen können, Wolf?

Einen solchen Blick in die Glaskugel fände ich auch voll spannend. :s18


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