Inhalte aufrufen

Profilbild

Andreas Eschbach "NSA" in Druckfrisch

Andreas Eschbach Druckfrisch Opfer Täter Nationale Sicherheit Mensch Maschine Daten Manipulation Macht

  • Zum Antworten bitte anmelden
40 Antworten zu diesem Thema

#21
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 

 

Schönes Interview. Spannende Idee. :)

 

Läuft mir voll rein, denn ich hatte mich vor langen Jahren auch schon mal gefragt: Was wäre gewesen, wenn die Nazis über unsere heutige Technologie verfügt hätten? Und bei dem gegenwärtigen globalen Rechtsruck liegt die weitere Frage auf der Hand. Was, wenn eine rechte Regierung das nutzen würde, um ihre Untertanen auszuspähen und auf Kurs zu halten? Ist ja schon Fakt, und es fing mit Dingen wie der Rasterfahndung an.

 

 

In Brasilien, der Heimat meiner Frau, ist gerade ein Rechtsradikaler zum Präsidenten gewählt worden. Wir alle in der Familie haben die schlimmsten Befürchtungen.

 

Darüber bin ich auch erschrocken, Ulf. In einem Tagesspiegel-Artikel las ich gerade, dass es in acht bis zehn europäischen Ländern bereits rechtsgerichtete Regierungen gebe. Ich habe gerade erst angefangen, NSA zu lesen,aber ich glaube, das Buch beschreibt ein Szenario,das irgendwann eintreten könnte. Wie bei Ausgebrannt, das bisher zu meinen Lieblings-Eschbachs gehörte.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#22
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Die Frage nach Anne Frank hat mich allerdings geärgert - warum sollte man sie nicht in eine Geschichte einbauen? Hängt ja davon ab, wie man das macht. Wir haben hier ja schon häufiger darüber diskutiert, ob man die Leiden der Opfer ausbeutet, wenn man sie aus unserer Warte her in einem fiktiven Roman auftreten lässt. Doch was passiert, wenn man es nicht macht? Geraten die Leiden dann nicht in Vergessenheit?

 

Das ist mir auch aufgefallen. Und Denis Schecks Frage nach dem düsteren dystopischen Ende. Die Antwort darauf hat mir sehr gut gefallen. Und durch diese Antwort hat sich Schecks Frage eigentlich erübrigt.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#23
Dietmar

Dietmar
  • 945 Beiträge
  • Dabei seit 21.08.05

Interview ... leider viel zu kurz.

NSA ... bestellt.

Compiler ... für Bücher heißt der Bestsellercode

Programmierer und Autoren ... sind seelenverwandt, Software ist immer auch ein Kunstwerk.

NSA (II) ... ist die Ähnlichkeit im Namen mit dem Amt für Nationale Sicherheit (Nachfolgeeinrichtung des MfS unter der Modrow-Regierung) Zufall oder beabsichtigt?

Dystopien ... stehe ich skeptisch gegenüber, nicht nur weil sie im Moment, meiner Meinung nach, dem Zeitgeist entsprechen.



#24
Sandra_Ge

Sandra_Ge
  • 193 Beiträge
  • Dabei seit 02.11.16

Klasse! Herzlichen Glückwunsch!



#25
Ramona

Ramona
  • 3.745 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Interview ... leider viel zu kurz.

 

Das dachte ich auch, Dietmar. Als Eschbach-Fan hätte ich mir wenigstens 15 Minuten mehr gewünscht. Aber man freut sich ja schon über die wenigen Krumen, die einem Fernsehen & Co. in dieser Hinsicht bieten.


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#26
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 

Interview ... leider viel zu kurz.

 

Das dachte ich auch, Dietmar. Als Eschbach-Fan hätte ich mir wenigstens 15 Minuten mehr gewünscht. Aber man freut sich ja schon über die wenigen Krumen, die einem Fernsehen & Co. in dieser Hinsicht bieten.

 

Ich fand es auch viel zu kurz. Dazu kam es erst nach Mitternacht, also nur was für Nachteulen. Irgendwie war die Bemerkung über das Ende auch eine Art Spoiler, denn jetzt weiß ich als Leserin schon, wie es ausgeht. ;)  8-)


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#27
AndreasE

AndreasE
  • 2.291 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

NSA (II) ... ist die Ähnlichkeit im Namen mit dem Amt für Nationale Sicherheit (Nachfolgeeinrichtung des MfS unter der Modrow-Regierung) Zufall oder beabsichtigt?

 

Wahrscheinlich heißen solche Ämter überall ähnlich. Inspiration war aber vor allem die amerikanische "NSA". (Von deren Existenz man bis vor ein paar Jahren nur gerüchteweise gehört hat und die inzwischen zu einem weltweit bekannten Kürzel geworden ist, was für einen Geheimdienst ja irgendwie auch eine Art Versagen ist …)



#28
Ramona

Ramona
  • 3.745 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

 

NSA (II) ... ist die Ähnlichkeit im Namen mit dem Amt für Nationale Sicherheit (Nachfolgeeinrichtung des MfS unter der Modrow-Regierung) Zufall oder beabsichtigt?

 

Wahrscheinlich heißen solche Ämter überall ähnlich. Inspiration war aber vor allem die amerikanische "NSA". (Von deren Existenz man bis vor ein paar Jahren nur gerüchteweise gehört hat und die inzwischen zu einem weltweit bekannten Kürzel geworden ist, was für einen Geheimdienst ja irgendwie auch eine Art Versagen ist …)

 

 

James Bamfords Sachbuch (mit gut 170 Seiten Anhang) zur NSA erschien 2001 als Hardcover bei Bertelsmann in deutscher Übersetzung.  In Anbetracht der heutigen technischen Möglichkeiten kann einem da nur anders werden. 


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#29
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 

 

NSA (II) ... ist die Ähnlichkeit im Namen mit dem Amt für Nationale Sicherheit (Nachfolgeeinrichtung des MfS unter der Modrow-Regierung) Zufall oder beabsichtigt?

 

Wahrscheinlich heißen solche Ämter überall ähnlich. Inspiration war aber vor allem die amerikanische "NSA". (Von deren Existenz man bis vor ein paar Jahren nur gerüchteweise gehört hat und die inzwischen zu einem weltweit bekannten Kürzel geworden ist, was für einen Geheimdienst ja irgendwie auch eine Art Versagen ist …)

 

 

James Bamfords Sachbuch (mit gut 170 Seiten Anhang) zur NSA erschien 2001 als Hardcover bei Bertelsmann in deutscher Übersetzung.  In Anbetracht der heutigen technischen Möglichkeiten kann einem da nur anders werden. 

 

Mir wird auch ganz anders, wenn ich da etwas genauer hinschaue. Wir fahren schon seit Jahrzehnten an den Patch Barracks in Stuttgart-Vaihingen vorbei. Und ich wusste nicht, dass dort das europäische Hauptquartier der NSA ist. :s12 Mit Merkels Handy hat es angefangen, und wie wird es enden?


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#30
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 6.331 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

Was mich im Vergleich zum Ausspionieren der Bürger noch mehr beunruhigt sind die Möglichkeiten der elektronischen Kriegsführung. Da kann man Kraftwerke abschalten, die Flugsicherung stören, Ministerien lahmlegen, Panik verbreiten, Unternehmen und Banken lahmlegen. Alles, was mit Computern arbeitet und vernetzt ist, wäre anfällig für massive Hackerangriffe. Und das ist so ziemlich unsere gesamte Wirtschaft und Infrastruktur.


Bearbeitet von Ulf Schiewe, 31.10.2018 - 09:24,

Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#31
Ramona

Ramona
  • 3.745 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Was mich im Vergleich zum Ausspionieren der Bürger noch mehr beunruhigt sind die Möglichkeiten der elektronischen Kriegsführung. Da kann man Kraftwerke abschalten, die Flugsicherung stören, Ministerien lahmlegen, Panik verbreiten, Unternehmen und Banken lahmlegen. Alles, was mit Computern arbeitet und vernetzt ist, wäre anfällig für massive Hackerangriffe. Und das ist so ziemlich unsere gesamte Wirtschaft und Infrastruktur.

 

Wenn man hier und da liest, was da so tagtäglich in der Welt (und natürlich auch in Deutschland) hinter den Kulissen abgeht, kann einem schon mal die Laune vergehen. Die Thriller zum Thema sind vermutlich nur ein Abklatsch der Realität.


Bearbeitet von Ramona, 31.10.2018 - 09:37,

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#32
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05


Dystopien ... stehe ich skeptisch gegenüber, nicht nur weil sie im Moment, meiner Meinung nach, dem Zeitgeist entsprechen.

 

Um die Brücke vom Politischen zu den Büchern wieder zu schlagen: Ich musste die ganze Zeit an einen Spruch denken:

Big Brother is watching you. Ist bekannt, oder? "1984" von George Orwell ist eine der bekanntesten Dystopien, die mir eingefallen sind.https://de.wikipedia...ki/1984_(Roman)

Der Roman kam 1949 heraus und erzielte eine große Wirkung. Es ging darum, in einer totalitären Überwachungsgesellschaft eine private, überwachungsfreie Zone zu schaffen und als Individuum zu überleben. Das Buch hatte ein wahrhaft dystopisches Ende.

 

Warum stehst du den Dystopien skeptisch gegenüber? Und welche dystopischen zeitgenössischen Bücher meinst du? 

Und ihr anderen hier, kennt ihr noch mehr solcher Bücher? Ich finde das Thema nämlich absolut faszinierend.

 

@Ulf: Dein Szenario finde ich auch absolut erschreckend. Besonders die Frage, dass Computer einmal darüber entscheiden könnten, wer im Krieg getötet wird und wer nicht.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#33
FlorianH

FlorianH
  • 250 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18
1984 war erzwungene Ueberwachung. Technisch nicht ganz daneben, hat Orwell aber trotzdem weit an der heutigen Wirklichkeit vorbeigeschossen. Wir kaufen uns die Mittel zu unserer Ueberwachung ja selbst und hoechst freiwillig.
Huxley hat das mit Brave New World viel besser vorhergesehen.

#34
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

1984 war erzwungene Ueberwachung. Technisch nicht ganz daneben, hat Orwell aber trotzdem weit an der heutigen Wirklichkeit vorbeigeschossen. Wir kaufen uns die Mittel zu unserer Ueberwachung ja selbst und hoechst freiwillig.
Huxley hat das mit Brave New World viel besser vorhergesehen.

 

Huxley ist mir auch noch eingefallen, haben wir sogar in der Schule gelesen. Das Fatale am Ende bei Orwell ist, dass der Held am Schluss selbst dem Großen Bruder huldigt, bei Huxley endet es tödlich. Vielleicht ist das bad end  bedenklich, weil es scheinbar keinen Ausweg gibt. Also, ohne jetzt auf komplexe Inhalte eingehen zu wollen, ist es dann die Frage von Happy End oder böses Ende. Bei Orwell zumindest hätte ich mir gewünscht, dass sie den Ort behaupten, an dem sie der Überwachung entgehen. Aber es gibt Szenarien, die kein Happy End zulassen.


Bearbeitet von Christa, 01.11.2018 - 12:19,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#35
Dietmar

Dietmar
  • 945 Beiträge
  • Dabei seit 21.08.05

 



Dystopien ... stehe ich skeptisch gegenüber, nicht nur weil sie im Moment, meiner Meinung nach, dem Zeitgeist entsprechen.

 

Warum stehst du den Dystopien skeptisch gegenüber? Und welche dystopischen zeitgenössischen Bücher meinst du?

 

Mir geht es nicht um Bücher, sondern um einen Lebenstil.

Dystopien basieren auf einer Negativauslese. Ich habe eine naturwissenschaftlich-technische Weltanschauung, die auf einer Positivauslese beruht. Diese Art der Weltanschauung wurde mir schon als technokratisch interpretiert. Das kann ich nicht mal von der Hand weisen, aber ich stehe dazu. Technischer Fortschritt wurde in den 60igern als positiv, in den 70igern als abwägend zwischen Vorteil und Risiko und ab den 80igern negativ als Risiko betrachtet. Mittlerweile ist technischer Fortschritt nur noch Risiko und hat sich völlig verselbstständig. Es geht nicht mehr um Abwägung zwischen Vorteil und Risiko, sondern um die Tatsache, dass es ein Risiko gibt. Ich kenne keinen, der Angst hat, in ein Auto zu steigen und loszufahren, wohlwissend, man könnte tödlich verunglücken; ich kenne aber einige, die wahnsinnige Angst haben, in ein Flugzeug zu steigen. Man könnte ja abstürzen. Rational ist das völlig falsch, das Flugzeug ist viel sicherer als das Auto. Mit dieser Überzeugung habe ich vor über 30 Jahren Flugangst überwunden. Eine rationale Risikobetrachtung scheint heute nicht mehr Bestandteil des Lebensstils zu sein.

Ich habe diesen Sommer Elsbergs Blackout gelesen. Das Buch war für mich nicht besonders spannend. Es folgt gängigen Klischees des Thrillers und ist der Handlung durchschaubar. Technisch habe ich den Eindruck, Elsberg ist nicht besonders tief in die Materie der Kommunikation bei kritischen Vorgängen eingedrungen. Seine Bemerkung, keine Anleitung zum Handeln zu veröffentlichen, hat für mich eher den Eindruck einer Ausrede hinterlassen.


Bearbeitet von Dietmar, 02.11.2018 - 23:11,


#36
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 6.331 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

 

 



Dystopien ... stehe ich skeptisch gegenüber, nicht nur weil sie im Moment, meiner Meinung nach, dem Zeitgeist entsprechen.

 

Warum stehst du den Dystopien skeptisch gegenüber? Und welche dystopischen zeitgenössischen Bücher meinst du?

 

Mir geht es nicht um Bücher, sondern um einen Lebenstil.

Dystopien basieren auf einer Negativauslese. Ich habe eine naturwissenschaftlich-technische Weltanschauung, die auf einer Positivauslese beruht. Diese Art der Weltanschauung wurde mir schon als technokratisch interpretiert. Das kann ich nicht mal von der Hand weisen, aber ich stehe dazu. Technischer Fortschritt wurde in den 60igern als positiv, in den 70igern als abwägend zwischen Vorteil und Risiko und ab den 80igern negativ als Risiko betrachtet. Mittlerweile ist technischer Fortschritt nur noch Risiko und hat sich völlig verselbstständig. Es geht nicht mehr um Abwägung zwischen Vorteil und Risiko, sondern um die Tatsache, dass es ein Risiko gibt. Ich kenne keinen, der Angst hat, in ein Auto zu steigen und loszufahren, wohlwissend, man könnte tödlich verunglücken; ich kenne aber einige, die wahnsinnige Angst haben, in ein Flugzeug zu steigen. Man könnte ja abstürzen. Rational ist das völlig falsch, das Flugzeug ist viel sicherer als das Auto. Mit dieser Überzeugung habe ich vor über 30 Jahren Flugangst überwunden. Eine rationale Risikobetrachtung scheint heute nicht mehr Bestandteil des Lebensstils zu sein.

Ich habe diesen Sommer Elsbergs Blackout gelesen. Das Buch war für mich nicht besonders spannend. Es folgt gängigen Klischees des Thrillers und ist der Handlung durchschaubar. Technisch habe ich den Eindruck, Elsberg ist nicht besonders tief in die Materie der Kommunikation bei kritischen Vorgängen eingedrungen. Seine Bemerkung, keine Anleitung zum Handeln zu veröffentlichen, hat für mich eher den Eindruck einer Ausrede hinterlassen.

 

 

Weltuntergangs-Epen sind besonders in Amerika populär. Schon seit langem gibt es diese düsteren Filmszenarien über eine Welt nach der großen Katastrophe: Mad Max, Water World, etc. Roland Emmerich hat ja auch ein paar Katastrophen-Reißer abgedreht. The Hunger Games ist auch so etwas. Man muss sich fragen, ob hier die Ängste der Menschen befriedigt (oder ausgenutzt) werden. Ist das ein Zeichen für die große Unsicherheit, die Menschen in unseren Zeiten empfinden?


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#37
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 

 



Dystopien ... stehe ich skeptisch gegenüber, nicht nur weil sie im Moment, meiner Meinung nach, dem Zeitgeist entsprechen.

 

Warum stehst du den Dystopien skeptisch gegenüber? Und welche dystopischen zeitgenössischen Bücher meinst du?

 

Mir geht es nicht um Bücher, sondern um einen Lebenstil.

Dystopien basieren auf einer Negativauslese. 

 

Ich kenne keinen, der Angst hat, in ein Auto zu steigen und loszufahren, wohlwissend, man könnte tödlich verunglücken; ich kenne aber einige, die wahnsinnige Angst haben, in ein Flugzeug zu steigen. Man könnte ja abstürzen. Rational ist das völlig falsch, das Flugzeug ist viel sicherer als das Auto. Mit dieser Überzeugung habe ich vor über 30 Jahren Flugangst überwunden. Eine rationale Risikobetrachtung scheint heute nicht mehr Bestandteil des Lebensstils zu sein.

Ich habe diesen Sommer Elsbergs Blackout gelesen. Das Buch war für mich nicht besonders spannend. Es folgt gängigen Klischees des Thrillers und ist der Handlung durchschaubar. Technisch habe ich den Eindruck, Elsberg ist nicht besonders tief in die Materie der Kommunikation bei kritischen Vorgängen eingedrungen. Seine Bemerkung, keine Anleitung zum Handeln zu veröffentlichen, hat für mich eher den Eindruck einer Ausrede hinterlassen.

 

Wenn ich das richtig verstanden habe, heißt das, Dystopien vermitteln ein negatives Zukunftsbild. Als Nicht-Wissenschaftlerin sehe ich darin aber auch einen Appell, diesem negativen Zukunftsbild entgegenzusteuern. Selbst das Buch von Marc Elsberg ("Stell dir vor, Hacker hacken sich ins weltweite Stromnetz ein und dann ist die Welt dunkel und ins Mittelalter zurück transportiert") enthält für mich so einen Appell. Ich habe es mal in der Hand gehabt und nicht gekauft, aber ich weiß, dass es über 2000 Rezensionen hat und sich seit 2012 immer noch bestens verkauft. Wie Ulf anmerkt, spielen solche Szenarien mit den Ängsten der Menschen. Es gibt massenweise Filme und Bücher über Flugzeugabstürze und globale Katastrophen. Ich erinnere mich an den Film "The day after", als sie alle in Staub und Asche um kümmerliche Feuer herum saßen. Oder an den Meteoriten, der mittels einer Atombombenexplosion von der Erde abgelenkt wurde. Tsunami-Ängste, Terror-Ängste usw. Die spielen mit den Ängsten, denn viele stellen sich doch immer wieder die Frage: Was wäre, wenn?


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#38
FlorianH

FlorianH
  • 250 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18

Keine Ahnung, wie Dystropien mit wissenschaftsnaher oder ferner Gesinnung zu tun haben, vor allem nicht, wenn ein Konzept wie der Grosse Bruder den Schrecken verliert und auch noch in eine recht erfolgreiche Fernsehshow umgemünzt wird, aber die dunklen Seiten des Fortschritts auszuloten, kann sicher nie ein Fehler sein. Selbst die Warnenden verfallen dabei nicht gleich in Panik. Ich weiss zum Beispiel aus offenkundiger Quelle, dass Andreas trotz NSA nicht nur immer noch einen Komputer nutzt, sondern sich mit dem sogar ins Weltnetz traut. Garantiert hat er sich auch den Elektrobriefen nicht verschlossen.

Dystropie oder nicht, ist NSA saugut. Ich bin noch immer am Hören, aber zuversichtlich, dass der Roman die Qualität bis zum Schluss durchhält.

Eugen Lettke ist wohl einer der schmierigsten Charaktere, die Andreas bisher kreiert hat, aber leider wohl auch einer, der alles andere als weit hergeholt ist.



#39
Christa

Christa
  • 9.192 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Ich selber bin noch am Lesen und kann deine Ausführungen, was den paniklosen Weitergebrauch des Komputers, das Weltnetz und die Elektrobriefe betrifft, voll bestätigen. Und ich finde es auch saumäßig gut. Eugen Lettke ist schmieriger als jeder schmierige Typ der Romanwelt. Dazu habe ich schon einiges gelernt, zum Beispiel wusste ich nicht, dass es einen Film "Gold" mit Hans Albers gegeben hat. Es kann nie ein Fehler sein, die dunklen Seiten des Fortschritts auszuloten, nein, es müsste eine Notwendigkeit werden.

 

Um der Eloge noch das Krönchen aufzusetzen: Heute sah ich einen Spruch an einem alten Schwarzwaldhaus. Der lautete: Meister ist einer, der ersann, Geselle einer, der kann, Lehrling ist jedermann.


Bearbeitet von Christa, 04.11.2018 - 21:18,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#40
SabineB

SabineB
  • 2.344 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

Boah, was für ein bitterböses Buch. Jetzt brauche ich erstmal Rosamund Pilcher oder etwas in der Art :-)





Themen mit den gleichen Schlagworten: Andreas Eschbach, Druckfrisch, Opfer, Täter, Nationale Sicherheit, Mensch, Maschine, Daten, Manipulation, Macht