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SP im Buchhandel: Klinken putzen

Selfpublishing Buchhandel Qualität Einsatz Verlagsarbeit Barsortiment Cover Lektorat Kooperation

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4 Antworten zu diesem Thema

#1
Ramona

Ramona
  • 3.440 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11
// Selfpublisher im Buchhandel: Klinken putzen

 

Selfpublishing ist kein Nischenmarkt mehr – und wird inzwischen auch vom Buchhandel entdeckt. Bis ein selbst verlegtes Buch zur persönlichen Erfolgsgeschichte wird, müssen die Autoren allerdings viel Einsatz zeigen. //

 

Auszug: "Christian Reichenbach meint, dass die Verlage umdenken sollten. "Ich finde, dass sich die Verlagsbranche entwickeln muss, der Qualitätsanspruch ist zu hoch – aber Konsumenten bewerten das anders." Andernfalls würden sich immer mehr Autoren dem Selfpublishing zuwenden." 

 

Der Qualitätsanspruch in den Verlagen sei zu hoch?!? Wann hat denn der Herr Reichenbach das letzte Mal ein Buchkaufhaus betreten?  :-X Vielmehr ist es doch so, dass Titel, die u. a. auf Amazon gut liefen und laufen, beim Print-Publikum selten gut ankommen. Und umgekehrt. Das sind (meist) zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen.

 

https://www.boersenb...el.1544759.html


Bearbeitet von Ramona, 04.11.2018 - 18:08,

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#2
AngelikaD

AngelikaD
  • 1.409 Beiträge
  • Dabei seit 21.04.09

Vielleicht kann man das auch so verstehen, dass die Verlage oft den Anspruch haben, ein Buch erst dann zu machen, wenn es sich schon woanders (in einer anderen Sprachausgabe oder eben als SP Titel bei Amazon) durchgesetzt hat bzw. der Autorenname bekannt ist (ob als Autor oder auch als Blogger, Youtuber, Musikier, Politiker, Schauspieler ....) . Dass sie Bekanntheitsgrad mit Qualität gleichsetzen, was oft genug funktioniert, aber eben auch dazu führt, dass gute Bücher deutscher Autoren (die eben nicht so bekannt sind) eine Chance nahe Null haben, in das Programm eines großen Verlags aufgenommen zu werden.



#3
Nina

Nina
  • 980 Beiträge
  • Dabei seit 28.10.05

Das kommt immer drauf an, wie man Qualität definiert. Ich hatte auch mal ein Gespräch mit meinem Bruder, er fragt mich: "Ist das Buch gut?" - Ich: "Nein." - Er: "Warum liest du es dann?" - "Na weil es so spannend ist!" - "Also doch gut?" - Nein, gut war es nicht. Es war ziemlich trashige Fantasy. Und ja, ich lese so was öfter mal gerne. Und manchmal halt auch was Tiefsinniges. - Den anderen Leser geht es doch bestimmt auch so. Vielleicht war das mit Qualität gemeint. - Wobei, wenn ich mir so ansehe, was im Liebesromanbereich in den Regalen steht, gerade bei Ketten gibt es viele dieser Teile mit widerspenstige Jungfrau in Nöten.

 

Das Problem liegt wohl eher darin, dass bei Selbstverlegern halt eine besondere Qualitätsprüfung erfolgen muss. Geht ja mir beispielsweise auch so, ich frage für einen ganz kleinen Literaturpreis rum, was auf einem eng begrenzten Gebiet erschienen ist. Letztes Jahr gab es einen wirklich schönen Fantasyroman im SP darunter, aber der Großteil davon war doch schauderhaft. Teils reicht schon der Klappentext. Also alleine so Dinge wie mit einem Fünffachsatzzeichen endende Sätze und dergleichen, da braucht man glaube ich nicht mehr über Geschmackssache diskutieren. Vor allem haben da teils Leute entweder sich selbst vorgeschlagen und Freunde - und wenn man dann nachfragt: "Und was ist so gut dran?" - kommt: "Ich habe das nicht gelesen" zurück. (Also wenn ein Freund des Autors - m/w egal - das schon nicht lesen will, obwohl der Fan des Genres ist, wer dann?)

 

Also da müsste dann ja eigentlich der Buchhändler dann sagen: "Okay, lassen Sie mir bitte Ihr Buch ein paar Tage da, ich les mal rein!" oder so. Das wäre aber halt doch sehr idealistisch.

 

Was bei den Diskussionen aber ausblendet wird, ist das liebe Geld. Auch Kleinverleger geben mitunter einfach nicht die hohen Rabatte, die der Buchhandel gewohnt ist. Und mir ist im Laufe der Jahre aufgefallen, dass viele gar keine realistische Vorstellung von üblichen Rabatten haben, weder Autoren, noch manche Kleinverleger. - Nicht, dass Amazon einen "Freundlichkeitsaward" verdient hat, aber das öffentliche Bashen wegen der Rabatte mit dem Hinweis, man soll doch beim örtlichen Buchhändler kaufen - dafür spricht viel, aber "bis zu soundsoviel Rabatt" als Amazonhorrormeldung zu präsentieren - was glauben denn, was Buchhändler nehmen wollen oder auch müssen, immerhin ist es ja kein Hobby? - Als ich noch neu war, hat uns ein Kleinverleger eingeredet, bei 25% Autorenrabatt könne man Bücher in den örtlichen Handel bringen und dann als Autor was verdienen - und der Buchhändler auch. - Ich glaube, dass die Kalkulation ein wesentlich größeres Problem ist, als tatsächlich einen Text einigermaßen tippfehlerfrei hinzukriegen. 



#4
MelanieM

MelanieM
  • 12.885 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07

 

 

Der Qualitätsanspruch in den Verlagen sei zu hoch?!? Wann hat denn der Herr Reichenbach das letzte Mal ein Buchkaufhaus betreten?  :-X Vielmehr ist es doch so, dass Titel, die u. a. auf Amazon gut liefen und laufen, beim Print-Publikum selten gut ankommen. Und umgekehrt. Das sind (meist) zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen.

 

 

 

 

 

Na ja, Hanni Münzer war erst Selfpublisherin und dann später, als das Buch von Piper auch noch verlegt wurde, auf der Spiegelbestsellerliste. Ich denke, man muss da mehr differenzieren. Die erfolgreichen Selfpublisher, die beim Print-Publikum nicht so gut ankommen, sind m.E. mehr die, die das Marktsegment bedienen, das früher die Heftromane bedienten - Unterhaltung, bei der man für geringes Geld genau weiß, was man bekommt. Dafür zahlt man aber nicht den Preis für ein normales Print.

 

Wenn ein Buch aus SLP anspruchsvoller ist, dann findet es auch im Buchhandel seinen Weg, sofern ein Verlag die Rechte kauft. Aber prozentual gesehen überwiegen eben tatsächlich die unterschiedlichen Zielgruppen, die sich keine wirkliche Konkurrenz machen. 


Bearbeitet von MelanieM, 15.12.2018 - 12:54,


#5
Ramona

Ramona
  • 3.440 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Na ja, Hanni Münzer war erst Selfpublisherin und dann später, als das Buch von Piper auch noch verlegt wurde, auf der Spiegelbestsellerliste. Ich denke, man muss da mehr differenzieren. Die erfolgreichen Selfpublisher, die beim Print-Publikum nicht so gut ankommen, sind m.E. mehr die, die das Marktsegment bedienen, das früher die Heftromane bedienten - Unterhaltung, bei der man für geringes Geld genau weiß, was man bekommt. Dafür zahlt man aber nicht den Preis für ein normales Print.

 

Wenn ein Buch aus SLP anspruchsvoller ist, dann findet es auch im Buchhandel seinen Weg, sofern ein Verlag die Rechte kauft. Aber prozentual gesehen überwiegen eben tatsächlich die unterschiedlichen Zielgruppen, die sich keine wirkliche Konkurrenz machen. 

 

Exakt aus diesem Grund sprach ich von zwei Zielgruppen, da viele SP-Autoren mit ihren Geschichten eher den passionierten Heftromanleser ansprechen, weniger jedoch die Kunden des stationären Buchhandels, die nicht bereit wären für die meisten SP-Geschichtenstoffe 10 oder 12 € hinzulegen (und die anspruchsvolleren SP-Romane müsste man in der Flut der Titel erst eimal finden). SP-Bestseller-Autorinnen und -Autoren, die in beiden Märkten Erfolg haben, sind nicht wirklich die Regel.


Bearbeitet von Ramona, 17.12.2018 - 15:31,

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)




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