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Doku Allmacht Amazon - Die Story


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10 Antworten zu diesem Thema

#1
AnnetteSD

AnnetteSD
  • 381 Beiträge
  • Dabei seit 27.01.14

Gestern im WDR: Eine m.E. sehr sehenswerte Doku über das Datensammeln von Amazon .

 

LG,

Annette

 



#2
Rudi

Rudi
  • 949 Beiträge
  • Dabei seit 01.05.06
Stoff für einen Roman :)

——————————————
Pseudonym: Jan Kilman: Roman: Heldenflucht, Heyne

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#3
Ramona

Ramona
  • 3.376 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Danke für den Tipp, Annette!


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#4
Christa

Christa
  • 7.727 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Danke dir auch für den Tipp, Annette! Ist auf ziemliche Resonanz gestoßen. Die Tagesschau hat das Thema aufgegriffen und auf den Zusammenhang von Marktmacht und Datensammelei hingewiesen. Insbesondere bei der Überwachung oder im Gesundheitsbereich (Versicherungspolicen).

 

 

https://www.tagessch...amazon-243.html

Kritiker sehen in dieser Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und dem Datengiganten Amazon eine Gefahr für Gesellschaft und Demokratie. "Daten sind dann gefährlich, wenn sie zentral von einer Macht kontrolliert werden. Und das ist heute Amazon."

Doch was nützt uns diese Erkenntnis? Die Amazon-Kunden sind allesamt freiwillig dorthin gegangen, und sie werden auch dort bleiben. Diese Berichte können allerdings das Bewusstsein für die Gefahren von Monopolisierungen schärfen.


Bearbeitet von Christa, 06.12.2018 - 11:37,

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#5
AnnetteSD

AnnetteSD
  • 381 Beiträge
  • Dabei seit 27.01.14

Ich persönlich - und das sei ausdrücklich jedem selbst überlassen - denke als SP-Autorin schon darüber nach, wie sehr ich dann über Amazon publiziere oder wie sehr bewusst auch nicht. 

Im Moment mache ich es noch (bzw. via Neobooks/BoD beliefere ich auch Amazon), aber ich bin mir seit gestern noch bewusster, wem ich mich damit ausliefere bzw. wen ich damit unterstütze.

 

LG,

Annette



#6
Christa

Christa
  • 7.727 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Ich persönlich - und das sei ausdrücklich jedem selbst überlassen - denke als SP-Autorin schon darüber nach, wie sehr ich dann über Amazon publiziere oder wie sehr bewusst auch nicht. 

Im Moment mache ich es noch (bzw. via Neobooks/BoD beliefere ich auch Amazon), aber ich bin mir seit gestern noch bewusster, wem ich mich damit ausliefere bzw. wen ich damit unterstütze.

 

Ich weiß, was du damit meinst, Annette. Wenn jeder Amazon-Konsument mal darüber nachdenken würde, was er aus Bequemlichkeit oder falsch verstandener Sparsamkeit da tut, würde es mit der Marktmacht schon wieder ganz anders aussehen. In meiner SP-Zeit hatte ich auch versucht, das kleinere Übel zu wählen, und bin zu Tolino gegangen. Sobald ich wieder in einem Verlag veröffentlicht habe, war Amazon schon wieder mit im Boot. :-/ Allerdings sind die großen Ketten wie Thalia und Hugendubel keine Datenkraken. Oder?


Bearbeitet von Christa, 06.12.2018 - 19:04,

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#7
MelanieM

MelanieM
  • 12.763 Beiträge
  • Dabei seit 09.01.07

Der entscheidende Punkt ist der - Amazon hat viele Vorteile und gibt dem Kunden das Gefühl der Zufriedenheit und Sicherheit. Und sie sind mutig genug, neue Wege zu beschreiten, wo andere zurückschrecken. Somit waren sie Pioniere und haben viele wichtige Dinge etabliert. Ohne Amazon und den Kindle wäre m.E. das Ebook nie aus dem Nischendasein herausgekommen. Selbst der Tolino, der daraufhin als Gegenmodell entwickelt wurde, ist komplizierter. Dann haben sie Selfpublishern einen Markt geboten - den Stiefkindern. Und Kunden, die bei Amazon bestellen, können alles problemlos zurückgeben - sie gehen kein Risiko ein. Bei anderen Läden gab es früher öfter mal Diskussionen.

 

Amazon trat also zunächst in Vorleistung. Aber je fester sie im Sattel sitzen, umso mehr ziehen sie die Zügel an. Es bleibt vieles gut und bequem - sonst würden die Kunden davonlaufen - aber es wird probiert, an welchen Punkten man den Druck erhöhen kann. Ein erstes Beispiel war damals die Erhöhung des Mindesteinkaufswerts auf 29 Euro, wenn man als Nicht-Prime-Kunde versandkostenfrei bestellen will. Oder die Änderungen der Kindle-Unlimited-Regularien für die Bücher von Selfpublishern, die verschlechtert wurden. Aber es geht so langsam, dass die Vorteile immer noch überwiegen. Denn es gibt schlichtweg für viele Dinge kaum Alternativen. Nicht für das normale Einkaufen - das kann man überall. Aber für viele kleine Sonder-Services - z.B. das problemlose günstige Bestellen von Dingen, die man sonst nirgendwo kriegt über Amazon Marktplace, wo Amazon dafür bürgt, dass alles korrekt abläuft. 

 

Und Amazon baute seine Lagerhallen dort, wo es wenig Arbeit gab - da ist Amazon dann ein großer Arbeitgeber. Und wenn die Leute dort tätig sind und ihren Lebensmittelpunkt dort haben, werden sie es sich zweimal überlegen, ob sie kündigen, wenn sie sonst keine Alternativen haben - der Markt für ungelernte Arbeiter ist knapp geworden. Also kann man die Arbeitsbedingungen verschlechtern, solange die Arbeiter sich mit ihrer Arbeit nach wie vor deutlich besser stehen als ohne Arbeit. 

 

Man darf es kritisch hinterfragen - auch die Datensammelei - aber wenn man etwas dagegen tun will, muss man sich auch klar machen, was Amazon alles gut und richtig macht - und das ist im Moment mehr, als das, was schief läuft - denn somit haben die Kunden und Angestellten immer noch etwas zu verlieren, wenn es Amazon nicht mehr gäbe - ohne den Konzern stünden sie schlechter dar. Und solange das so ist, werden sie alles mittragen. 



#8
AliceC

AliceC
  • 21 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18

Sobald man nicht bar zahlt, beginnt das Datensammeln.
Bonuskarten diverser Art können das Käuferverhalten nachvollziehen, Kartenzahlungen ebenfalls.

Amazon als klar gekennzeichneter kommerzieller Handelskonzert hat für mich einen anderen Klang als Facebook.
Facebook kam mit dem Deckmäntelchen des kostenlosen Zusammenschlusses aller Menschen daher - und wir alle zahlen mit unseren Daten an die Werbeindustrie. Obwohl es sichtbar ist und jeder weiß, dass Bots im Einsatz sind, dass es illegalen Datenhandel hab, Wahlen manipuliert wurden - tut Facebook nach wie vor unschuldig.
Das bedrückt mich weit mehr.

Ein Handelsunternehmen, das zwangsläufig meine Daten erhält und sammelt - das lässt sich kaum vermeiden.
Da Zahlungsmethoden geprüft werden müssen, wird es schwierig sein, Daten sofort zu löschen und immer wieder neu zu erfragen.
Amazon tritt als kommerzielles Unternehmen auf und gibt sich auch keinen anderen Anschein.
Ihr Marktanteil ist in den USA noch größer - und das ist für sie eine Gefahr. Die US amerikanischen Monopolgesetze sind strenger als unsere. Es sind schon andere Unternehmen zerschlagen worden.



#9
Christa

Christa
  • 7.727 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 Aber je fester sie im Sattel sitzen, umso mehr ziehen sie die Zügel an. Es bleibt vieles gut und bequem - sonst würden die Kunden davonlaufen - aber es wird probiert, an welchen Punkten man den Druck erhöhen kann. Ein erstes Beispiel war damals die Erhöhung des Mindesteinkaufswerts auf 29 Euro, wenn man als Nicht-Prime-Kunde versandkostenfrei bestellen will. Oder die Änderungen der Kindle-Unlimited-Regularien für die Bücher von Selfpublishern, die verschlechtert wurden. Aber es geht so langsam, dass die Vorteile immer noch überwiegen. Denn es gibt schlichtweg für viele Dinge kaum Alternativen. Nicht für das normale Einkaufen - das kann man überall. Aber für viele kleine Sonder-Services - z.B. das problemlose günstige Bestellen von Dingen, die man sonst nirgendwo kriegt über Amazon Marktplace, wo Amazon dafür bürgt, dass alles korrekt abläuft. 

 

Du hast die Vor-und Nachteile gut zusammengefasst, Melanie. Die Verschlechterung der Kindle-Unlimited-Regeln für die SPler war für mich einer der Gründe, damit aufzuhören. Und man darf nicht vergessen, dass Amazon die Dinge, die man inzwischen nirgendwo mehr kriegt, an sich gerissen hat. Aber zugegeben, es ist bequemer, diese Dinge zu bestellen, als in Handwerksgeschäfte zu laufen und sich mit Wartezeiten rumzuärgern. Sie sind freundlich und schnell, und man hat das Gefühl, "umsorgt" zu werden (auch mit Alexa, die morgens nie muffelig ist wie der jeweilige Ehegatte). Aber ich vergesse nicht, dass sie es nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit tun, sondern dass es zum Geschäftsmodell gehört. Sie haben eben die Zeichen der Zeit erkannt und sind mir so vertraut, dass ich etwas vermissen würde, wenn es sie nicht mehr gäbe.


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#10
Christa

Christa
  • 7.727 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Amazon als klar gekennzeichneter kommerzieller Handelskonzert hat für mich einen anderen Klang als Facebook.
Facebook kam mit dem Deckmäntelchen des kostenlosen Zusammenschlusses aller Menschen daher - und wir alle zahlen mit unseren Daten an die Werbeindustrie. Obwohl es sichtbar ist und jeder weiß, dass Bots im Einsatz sind, dass es illegalen Datenhandel hab, Wahlen manipuliert wurden - tut Facebook nach wie vor unschuldig.
Das bedrückt mich weit mehr.

 

Und obwohl es für manche wie dich bedrückend ist, dass Facebook unter Deckmäntelchen agiert, halten es viele offensichtlich noch für schlimmer, dort nicht mitzumachen. Weil man dann (gefühlt) außerhalb der sozialen digitalen Gemeinschaft steht.


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#11
AliceC

AliceC
  • 21 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18

 

Amazon als klar gekennzeichneter kommerzieller Handelskonzert hat für mich einen anderen Klang als Facebook.
Facebook kam mit dem Deckmäntelchen des kostenlosen Zusammenschlusses aller Menschen daher - und wir alle zahlen mit unseren Daten an die Werbeindustrie. Obwohl es sichtbar ist und jeder weiß, dass Bots im Einsatz sind, dass es illegalen Datenhandel hab, Wahlen manipuliert wurden - tut Facebook nach wie vor unschuldig.
Das bedrückt mich weit mehr.

 

Und obwohl es für manche wie dich bedrückend ist, dass Facebook unter Deckmäntelchen agiert, halten es viele offensichtlich noch für schlimmer, dort nicht mitzumachen. Weil man dann (gefühlt) außerhalb der sozialen digitalen Gemeinschaft steht.

 

Schuldig, vielleicht nicht ganz im Sinne der Anklage. Und doch fürchte ich Nachteile, wenn ich als Autorin dort nicht präsent bin. Das macht mir zu schaffen.