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Ein Blick hinter die schmutzigen Kulissen des Schreibens


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33 Antworten zu diesem Thema

#21
Christa

Christa
  • 8.380 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Abgesehen davon, dass "die schmutzigen Kulissen" ein literarisch absolut nicht stimmiges Bild sind. Was soll denn das sein? Bühnenkulissen, die mit Dreck besudelt sind. Und was ist dann dahinter, mehr Schmutz? Oder im Gegenteil, peinliche Sauberkeit? Ich glaube, der Verfasser des Artikels wollte damit eher einen Blick auf etwaige Unsauberkeiten HINTER den Kulissen werfen oder suggerieren, dass wir, die Leserinnen und Leser einen solchen Eindruck bekämen. Und ich kann nur vermuten, dass man einen Blick hinter die wahrscheinlich blankgeputzten Kulissen eines vielleicht "schmutzigen" Betriebs werfen wollte und sich von den Interviewten einige Offenbarungen davon erhoffte, oder zumindest die Leserschaft überzeugen wollte, dass ihnen ein wenig Schmutz und Leid offenbart würde. Warum auch immer. Die Fragen fand ich teilweise etwas peinlich. Die Antworten aber interessant, auch die Interaktion zwischen den Autorinnen, vor allem die Gegenfragen von Köhlmeier und fand es, wie gesagt, schade, dass man nicht tiefer gehen konnte, wenn man diese vier doch schon einmal vor sich hat. Aber wie sollte man auch, bei einer solchen Überschrift.

 

Ja, sehr gut analysiert, Claudia! 

 

Abgesehen davon glaube ich, dass die Krise, egal in welch abgeschwächter Form sie auch auftreten mag, notwendig ist. Wer seinen Stoff, seinen Text, seine Sprache nicht  wenigstens einmal in Frage gestellt hat, wird sein Werk nur von einer Seite sehen können. Und das ist ... vielleicht ein bisschen mittelmäßig, oder?
:)

 

Natürlich ist es noch keine Krise, wenn man seinen Text immer wieder in Frage stellt. Es ist selbstkritisch. Und mittelmäßig sind für mich diejenigen, die unkritisch und mit einem selbstgefälligen Lächeln ihre Texte raushauen und sagen, es sei gut, weil es sich verkauft. Aber nur deswegen. Krisen à la Kafka gibt es heute nicht mehr, würde ich mal behaupten.



#22
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 6.289 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

Ich empfinde sowas immer als ein bisschen Selbstbeweihräucherung. Der Dichter und seine Krise. O je! Da sollen wir wohl andächtig mitleiden.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#23
Christa

Christa
  • 8.380 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Der Dichter und seine Krise ist bestimmt ein Auslaufmodell. Man kann das aber auch anders verstehen.

Die Krisen der Figuren geben den Geschichten Zündstoff. Beispiel Matin Suter.  

https://www.tagesanz.../story/14064468

Für einen Schriftsteller ist die Krise das Interessanteste. Das Entstehen derKrise hat mich aber nie so interessiert wie das Verhalten des Krisengeplagten.


Bearbeitet von Christa, 08.01.2019 - 15:37,


#24
AnnaW

AnnaW
  • 995 Beiträge
  • Dabei seit 10.08.15
@ Ulf, du bist vermutlich einfach - beneidenswert - krisenfest :-) Und das ist ja auch etwas, was man sich erarbeitet.

Ich fand das Interview ein bisschen oberflächlich und dachte, dass man mit nur zwei oder drei Autoren mit dem gegebenen Platz vermutlich mehr herausgeholt hätte. Warum gleich vier aktuell bedeutende Autoren eingeladen wurden, die dann doch nur relativ kurze Antworten geben konnten, hat sich mir nicht erschlossen.

Die Krise fand ich aber das Beste daran :-) Für mich ist es nach wie vor ein Faszinosum, dass aus dem Nicht-Schreiben heraus Geschriebenes entsteht, aus einer Dauerkrise sozusagen ein fertiges Buch, und dann noch eins und noch eins. Auch wenn ich mir inzwischen den Wecker stellen und stur herunterschreiben kann, oder mir ein festes Pensum setzen und es einhalten, auch wenn ich Pläne mache und Exposes schreibe, bleibt das für mich ein Wunder. Zu hören, dass die Krise auch andere begleitet, fand ich gut.

Die schmutzigen Kulissen haben mich auch irritiert.

Bearbeitet von AnnaW, 08.01.2019 - 20:02,


#25
SabineB

SabineB
  • 2.092 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Ich bin ja eher verwundert, was für Wellen dieser Artikel hier auslöst.

Vier Autorinnen wurden befragt, wie sie arbeiten und mit ihrer Arbeit zurecht kommen. Und sie haben geantwortet. Nicht mehr und nicht weniger.

Das håtte in jedem Provinzblättchen stehen können. Und mal ehrlich, was sollst du denn antworten, wenn dir derart banale Fragen gestellt werden?

#26
Ramona

Ramona
  • 3.569 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Ich bin ja eher verwundert, was für Wellen dieser Artikel hier auslöst.

Vier Autorinnen wurden befragt, wie sie arbeiten und mit ihrer Arbeit zurecht kommen. Und sie haben geantwortet. Nicht mehr und nicht weniger.

Das håtte in jedem Provinzblättchen stehen können. Und mal ehrlich, was sollst du denn antworten, wenn dir derart banale Fragen gestellt werden?

 

Schön auf den Punkt gebracht, Sabine. 


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#27
Wolf

Wolf
  • 666 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08

Ich nur etwas, Sabine. Nach einem Anfangserstaunen. :) Offensichtlich haben selbst die banalen Fragen ganz unterschiedliche Erwartungen ausgelöst und jeder sah etwas anderes. Erstaunlich war für mich nach etwas Ruhe in der Debatte, wie ähnlich sich unsere Situationen in manchen Dingen doch sind. Je länger es hier weiterging, desto mehr habe ich es genossen.

 

Liebe Grüße

Wolf



#28
AndreasG

AndreasG
  • 1.393 Beiträge
  • Dabei seit 16.09.07

Ich bin ja eher verwundert, was für Wellen dieser Artikel hier auslöst.

Vier Autorinnen wurden befragt, wie sie arbeiten und mit ihrer Arbeit zurecht kommen. Und sie haben geantwortet. Nicht mehr und nicht weniger.

Das håtte in jedem Provinzblättchen stehen können. Und mal ehrlich, was sollst du denn antworten, wenn dir derart banale Fragen gestellt werden?

 

Man darf allerdings nicht vergessen, dass dieses Interview sich nicht an  Autorenkollegen wendet, sondern an literaturinteressierte ZEIT-Leser. Für die ist vieles neu und interessant, was für uns selbstverständlich und banal ist.


"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019 (ab 28.8.)


#29
AnnaW

AnnaW
  • 995 Beiträge
  • Dabei seit 10.08.15

 

Ich bin ja eher verwundert, was für Wellen dieser Artikel hier auslöst.

Vier Autorinnen wurden befragt, wie sie arbeiten und mit ihrer Arbeit zurecht kommen. Und sie haben geantwortet. Nicht mehr und nicht weniger.

Das håtte in jedem Provinzblättchen stehen können. Und mal ehrlich, was sollst du denn antworten, wenn dir derart banale Fragen gestellt werden?

 

Schön auf den Punkt gebracht, Sabine. 

 

 

Naja, wenn ein Interview mit Autoren in einem Autorenforum verlinkt wird, unterhalten sich Autoren aus Autorensicht darüber, oder? Und das führt dann vielleicht auch mal weiter. Ist doch schön. Zumindest wenig verwunderlich.


Bearbeitet von AnnaW, 09.01.2019 - 13:04,


#30
ClaudiaB

ClaudiaB
  • 2.271 Beiträge
  • Dabei seit 11.12.09

Und außerdem: Wenn das Interview in einem Provinzblättchen geführt worden wäre, dann wären - abgesehen von den Fragen, die ja nur teilweise banal sind - die Antworten anders ausgefallen. Denn von einem Provinzblättchen wären regionale Autoren eingeladen worden, etwas anderes hätte sich ein Provinzblatt sicher nicht geleistet, bzw leisten können oder wollen. Und so kann man sich dann die Antworten vorstellen: Gibt es die Einsamkeit beim Schreiben? Ja, sicher gibt es die, bei meinem neuesten Regiokrimi "Mordlust in Witzenhausen", habe ich sie oft gespürt, die Einsamkeit des Mörders, sie hat ihren Teil dazu beigetragen, dass das Buch so geworden ist, wie es ist und dass ich so viele Lesungen damit habe, die nächste ist übrigens am ... ja, genau, im Nachbarort, Gemeindezentrum, mit anschließendem Rundgang zu den Tatorten. :)


Neu: Cleo Leuchtenberg (Lisa Dickreiter & Claudia Brendler) I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich. Oetinger HC
http://www.claudiabrendler.de


#31
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 6.289 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

Und außerdem: Wenn das Interview in einem Provinzblättchen geführt worden wäre, dann wären - abgesehen von den Fragen, die ja nur teilweise banal sind - die Antworten anders ausgefallen. Denn von einem Provinzblättchen wären regionale Autoren eingeladen worden, etwas anderes hätte sich ein Provinzblatt sicher nicht geleistet, bzw leisten können oder wollen. Und so kann man sich dann die Antworten vorstellen: Gibt es die Einsamkeit beim Schreiben? Ja, sicher gibt es die, bei meinem neuesten Regiokrimi "Mordlust in Witzenhausen", habe ich sie oft gespürt, die Einsamkeit des Mörders, sie hat ihren Teil dazu beigetragen, dass das Buch so geworden ist, wie es ist und dass ich so viele Lesungen damit habe, die nächste ist übrigens am ... ja, genau, im Nachbarort, Gemeindezentrum, mit anschließendem Rundgang zu den Tatorten. :)

 

;D


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#32
FranziskaF

FranziskaF
  • 77 Beiträge
  • Dabei seit 11.05.17

Und außerdem: Wenn das Interview in einem Provinzblättchen geführt worden wäre, dann wären - abgesehen von den Fragen, die ja nur teilweise banal sind - die Antworten anders ausgefallen. Denn von einem Provinzblättchen wären regionale Autoren eingeladen worden, etwas anderes hätte sich ein Provinzblatt sicher nicht geleistet, bzw leisten können oder wollen. Und so kann man sich dann die Antworten vorstellen: Gibt es die Einsamkeit beim Schreiben? Ja, sicher gibt es die, bei meinem neuesten Regiokrimi "Mordlust in Witzenhausen", habe ich sie oft gespürt, die Einsamkeit des Mörders, sie hat ihren Teil dazu beigetragen, dass das Buch so geworden ist, wie es ist und dass ich so viele Lesungen damit habe, die nächste ist übrigens am ... ja, genau, im Nachbarort, Gemeindezentrum, mit anschließendem Rundgang zu den Tatorten. :)

 

Das klingt super, da gehe ich hin. ;)



#33
SabineB

SabineB
  • 2.092 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

 

Und außerdem: Wenn das Interview in einem Provinzblättchen geführt worden wäre, dann wären - abgesehen von den Fragen, die ja nur teilweise banal sind - die Antworten anders ausgefallen. Denn von einem Provinzblättchen wären regionale Autoren eingeladen worden, etwas anderes hätte sich ein Provinzblatt sicher nicht geleistet, bzw leisten können oder wollen. Und so kann man sich dann die Antworten vorstellen: Gibt es die Einsamkeit beim Schreiben? Ja, sicher gibt es die, bei meinem neuesten Regiokrimi "Mordlust in Witzenhausen", habe ich sie oft gespürt, die Einsamkeit des Mörders, sie hat ihren Teil dazu beigetragen, dass das Buch so geworden ist, wie es ist und dass ich so viele Lesungen damit habe, die nächste ist übrigens am ... ja, genau, im Nachbarort, Gemeindezentrum, mit anschließendem Rundgang zu den Tatorten. :)

 

Das klingt super, da gehe ich hin. ;)

 

 

ich auch :-)



#34
Ramona

Ramona
  • 3.569 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Und außerdem: Wenn das Interview in einem Provinzblättchen geführt worden wäre, dann wären - abgesehen von den Fragen, die ja nur teilweise banal sind - die Antworten anders ausgefallen. Denn von einem Provinzblättchen wären regionale Autoren eingeladen worden, etwas anderes hätte sich ein Provinzblatt sicher nicht geleistet, bzw leisten können oder wollen. Und so kann man sich dann die Antworten vorstellen: Gibt es die Einsamkeit beim Schreiben? Ja, sicher gibt es die, bei meinem neuesten Regiokrimi "Mordlust in Witzenhausen", habe ich sie oft gespürt, die Einsamkeit des Mörders, sie hat ihren Teil dazu beigetragen, dass das Buch so geworden ist, wie es ist und dass ich so viele Lesungen damit habe, die nächste ist übrigens am ... ja, genau, im Nachbarort, Gemeindezentrum, mit anschließendem Rundgang zu den Tatorten. :)

 

LOLLLL ... wie aus dem echten Leben gegriffen …  :s01 


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)