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Pro und Contra Urheberrechtsreform


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61 Antworten zu diesem Thema

#1
Olaf

Olaf
  • 579 Beiträge
  • Dabei seit 19.07.16

Im literaturcafe.de gibt es einen sehr lesenswerten Artikel zur Urheberrechtsreform: klick!

 

Wolfgang Tischer erklärt angenehm umaufgeregt und verständlich, was im Reformtext steht (und was nicht) und wie sich die Vorgaben auswirken könnten. Sehr gut, um mitreden zu können.


Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de


#2
Diana Hillebrand

Diana Hillebrand
  • 385 Beiträge
  • Dabei seit 29.11.12

Danke für den Hinweis, lieber Olaf.



#3
Ramona

Ramona
  • 3.569 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Danke für den Link, Olaf.


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#4
AndreasH

AndreasH
  • 447 Beiträge
  • Dabei seit 18.07.10

So etwas suche ich. Danke!


www.klippenschreiber.de

#5
Christa

Christa
  • 8.380 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Habe mir schon gedacht, dass das kein Grund zum Jubeln sein würde. Es könnte also passieren, wenn ich es richtig verstanden habe, dass ich mir meinen eigenen Text auf den Blog lade und Google ihn dann per Filter aussortiert, weil er auf irgendeiner Raubplattform steht und ich damit das Urheberrecht verletzt hätte. 8-)



#6
Olaf

Olaf
  • 579 Beiträge
  • Dabei seit 19.07.16

Habe mir schon gedacht, dass das kein Grund zum Jubeln sein würde. Es könnte also passieren, wenn ich es richtig verstanden habe, dass ich mir meinen eigenen Text auf den Blog lade und Google ihn dann per Filter aussortiert, weil er auf irgendeiner Raubplattform steht und ich damit das Urheberrecht verletzt hätte. 8-)

 

Nee, was du auf deinen eigenen Seiten veröffentlichst, läuft ja nicht durch den Uploadfilter von Google. Aber falls du einen deiner eigenen Texte bei Facebook reinstellen willst, und der ist bereits als "Original" woanders öffentlich, kann die Schranke vor deiner Nase runtergehen.

 

Die größeren Gefahrpunkte stehen aber weiter unten im Artikel: Wenn das Instrument erst einmal da ist, könnte man es ja noch nutzen, um dieses oder jenes zu kontrollieren …


Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de


#7
Christa

Christa
  • 8.380 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Man kann das auch noch zur Überwachung, zum Ausspähen und Zensur benutzen. 

Das ist ja beruhigend, wenn es nur Facebook usw.  betrifft. Da habe ich bisher nur mal einen Romananfang gepostet, drei Sätze …(diese Kettenromananfänge, zu denen man nominiert wird.)



#8
Dietmar

Dietmar
  • 798 Beiträge
  • Dabei seit 21.08.05

Nee, was du auf deinen eigenen Seiten veröffentlichst, läuft ja nicht durch den Uploadfilter von Google. Aber falls du einen deiner eigenen Texte bei Facebook reinstellen willst, und der ist bereits als "Original" woanders öffentlich, kann die Schranke vor deiner Nase runtergehen.

Da ergibt sich sofort die Frage, wie wird der Urheber festgestellt? In aller Konsequenz heißt das, jeder Autor muss seinen Texte komplett zertifizieren lassen, um eindeutig die Urheberschaft zu klären. Das Windhundprinzip taugt dazu nicht. Die nächste Frage ist, ab wann spricht man von einer Urheberrechtsverletzung; eine halbe Seite, ein Satz, ein Teilsatz, die Verwendung des Namens oder einer Textzeile eines Songs im Text?



#9
Olaf

Olaf
  • 579 Beiträge
  • Dabei seit 19.07.16

 In aller Konsequenz heißt das, jeder Autor muss seinen Texte komplett zertifizieren lassen, um eindeutig die Urheberschaft zu klären.

 

Genau solch ein Fall ist im Artikel beschrieben. Die Autoren vom literaturcafe wollten die neue Version eines Ratgebers im eBook-Format auf amazon hochladen, als sie geblockt wurden mit der Begründung, es würde sich um urheberrechtlich geschütztes Material handeln. Beim Nachhaken stellte sich heraus, dass der Uploadfilter von amazon bereits eine Raubkopie des Buches auf einem entsprechenden Server gefunden und als "Original" eingeordnet hatte. Nur die Kopie ist das Original!  :  >:(

 

Software ist eben einfach doof und kann die Aufgabe zumindest derzeit nicht erfüllen. 


Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de


#10
AngelikaD

AngelikaD
  • 1.483 Beiträge
  • Dabei seit 21.04.09

Die werden hoffentlich jede Menge Leute einstellen, um mit all den Beschwerden klar zu kommen.

Bislang hat amazon noch auf jede meiner Anfragen reagiert und rasch geholfen, mal hoffen, dass es so bleibt.



#11
Christa

Christa
  • 8.380 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

@Dietmar: Die Frage, ob eine halbe Seite, ein Satz, ein Teilsatz, die Verwendung des Namens oder einer Textzeile eines Songs im Text

eine Urheberrechtsverletzung darstellt, kann ich nur so beantworten: Beim Lektorat gebe ich auch bei einer Textzeile - eines Gedichts oder Songs-in einem gesonderten Bogen die genaue Quelle an. Jetzt schon. Die Verwendung des Namens dürfte nicht darunterfallen.

 

Übrigens war das neue Urheberrecht gerade erstes Thema in der Tagesschau. 2000 Leute in Berlin, auch viele in Stuttgart haben demonstriert-vor allem wegen der Zensur.


Bearbeitet von Christa, 06.03.2019 - 13:26,


#12
Olaf

Olaf
  • 579 Beiträge
  • Dabei seit 19.07.16

@Dietmar: Die Frage, ob eine halbe Seite, ein Satz, ein Teilsatz, die Verwendung des Namens oder einer Textzeile eines Songs im Text

eine Urheberrechtsverletzung darstellt, kann ich nur so beantworten: Beim Lektorat gebe ich auch bei einer Textzeile - eines Gedichts oder Songs-in einem gesonderten Bogen die genaue Quelle an. Jetzt schon. Die Verwendung des Namens dürfte nicht darunterfallen.

 

Äh, … Was soll das denn helfen, liebe Christa? Wenn du ein Textstück wegen des Urheberrechts nicht benutzen darfst, bleibt es auch dabei, wenn du die Quelle angibst. 


Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de


#13
Christa

Christa
  • 8.380 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 

@Dietmar: Die Frage, ob eine halbe Seite, ein Satz, ein Teilsatz, die Verwendung des Namens oder einer Textzeile eines Songs im Text

eine Urheberrechtsverletzung darstellt, kann ich nur so beantworten: Beim Lektorat gebe ich auch bei einer Textzeile - eines Gedichts oder Songs-in einem gesonderten Bogen die genaue Quelle an. Jetzt schon. Die Verwendung des Namens dürfte nicht darunterfallen.

 

Äh, … Was soll das denn helfen, liebe Christa? Wenn du ein Textstück wegen des Urheberrechts nicht benutzen darfst, bleibt es auch dabei, wenn du die Quelle angibst. 

 

Das hilft schon, lieber Olaf. Denn der Verlag prüft das und klärt das dann entsprechend mit den Rechteinhabern ab.



#14
Holger

Holger
  • 1.062 Beiträge
  • Dabei seit 15.05.10

Youtube etwa könnte eine Lizensierung von Werken anstreben, bei denen Google über die Platzierung von Werbung gutes Geld verdient. Und zwar Zehntausende an Euro, ohne einen Finger zu rühren.

Man könnte, ähnlich wie bei der VG Wort, zunächst mal Rechteinhabern eine Möglichkeit offerieren, ihre Werke in einer Datenbank anzumelden, die dann in Zukunft zum Abgleich dient. 
Diese Möglichkeit gibt es bei Youtube nicht - warum?
Denn: urheberrechtlich geschützte Werke werden natürlich meist unter ihrem Titel hochgeladen (bei mir waren es alle).
Alleine diese könnten nur anhand ihres Titels erkannt werden. Im Zweifelsfall könnte der Rechteinhaber zwecks Überprüfung kontaktiert werden.
Macht YouTube nicht.

Ich sitze 4-5 Monate an einem Roman. Ein Hörbuchverlag vertont es. Irgendein Nutzer lädt das Hörbuch widerrechtlich komplett bei Youtube hoch. Youtube schaltet da beispielsweise Werbung von Audi oder Nestle davor und die beiden Konzerne zahlen dafür Zehntausende an Euros. Dieser Umsatz wird alleine durch unsere Arbeitsleitung generiert (Youtube leistet bis auf die Bereitstellung des Speicherplatzes GAR NICHTS), teilweise mit fragwürdigen Firmen, und wir werden weder dazu befragt, ob wir einer Publikation auf YouTube zustimmen, noch an den Gewinnen, die durch unsere Arbeit entstanden sind, beteiligt. YouTube kassiert die kompletten Werbeeinnahmen. An den Rechteinhabern vorbei. Sie kassieren den Lohn unserer Arbeit.

Man kann natürlich auch - zu Recht - sagen, dass man dann vielleicht seinen eigenen Text nicht mehr online stellen kann, weil er als "Kopie" eingestuft wird. 
Ja, das stimmt. Könnte passieren. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Sollen wir dann lieber, zur Rettung des Internets, alle unsere Werke proaktiv kostenlos bei YouTube einstellen? Und fortan umsonst arbeiten? Damit wir die Google-Meldung verhindern, dass ein Text von uns bereits existiert und wir eine Urheberrechtsverletzung begangen haben? Wirklich?

Ich bin technisch vermutlich zu wenig versiert, aber ich tue mich schwer damit, dass es nicht eine technische / juristische Möglichkeit gibt, alle Ansprüche / Bedürfnisse unter einen Hut zu kriegen. Das heißt: YouTube scheffelt weiter Milliarden mit unserer Arbeit, wir bekommen einen übersichtlichen Anteil davon, aufgeschlüsselt etwa nach Abrufen und Beitragslänge,  und die Nutzer sind rechtssicher, weil sie alles hochladen dürfen.

Schönen Abend.


Bearbeitet von Holger, 07.03.2019 - 01:19,


#15
Olaf

Olaf
  • 579 Beiträge
  • Dabei seit 19.07.16

 

 

@Dietmar: Die Frage, ob eine halbe Seite, ein Satz, ein Teilsatz, die Verwendung des Namens oder einer Textzeile eines Songs im Text

eine Urheberrechtsverletzung darstellt, kann ich nur so beantworten: Beim Lektorat gebe ich auch bei einer Textzeile - eines Gedichts oder Songs-in einem gesonderten Bogen die genaue Quelle an. Jetzt schon. Die Verwendung des Namens dürfte nicht darunterfallen.

 

Äh, … Was soll das denn helfen, liebe Christa? Wenn du ein Textstück wegen des Urheberrechts nicht benutzen darfst, bleibt es auch dabei, wenn du die Quelle angibst. 

 

Das hilft schon, lieber Olaf. Denn der Verlag prüft das und klärt das dann entsprechend mit den Rechteinhabern ab.

 

 

Ah, das hatte ich falsch verstanden. Du weist den Verlag vor der Veröffentlichung auf die Passagen hin. Das ist natürlich sinnvoll. 


Olaf Fritsche 

www.seitenrascheln.de


#16
Christa

Christa
  • 8.380 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

@Olaf: Es ist ein Vordruck des Verlages, den ich mit den Quellenangaben ausfülle und bei MS-Abgabe mitschicke.

 

@Holger: Danke für deine Ausführungen! 

 

Zu den Neuerungen habe ich noch einen Link gefunden. 

 

https://netzpolitik..../#spendenleiste



#17
UlrikeS

UlrikeS
  • 2.918 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Danke für den LInk, Olaf.

 

Wichtig finde ich auch den Hinweis auf die entgangenen Stuereinnahmen durch Facebook und co. Da könnte ich mich tagelang drüber aufregen.



#18
AndreasE

AndreasE
  • 2.193 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Sollen wir dann lieber, zur Rettung des Internets, alle unsere Werke proaktiv kostenlos bei YouTube einstellen? 

 

Ich sehe nicht richtig so den Unterschied zu "unsere Werke in eine Datenbank von YouTube hochladen, damit die Kopien erkennen können". Und gerade diese Datenbank ("Copyrighted Works Complete") wäre natürlich bevorzugtes Hackerziel von Piraten in aller Welt.



#19
AndreasE

AndreasE
  • 2.193 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Wichtig finde ich auch den Hinweis auf die entgangenen Stuereinnahmen durch Facebook und co. Da könnte ich mich tagelang drüber aufregen.

 

Wobei das ein hausgemachtes Problem ist. Man kann nur Steuerschlupflöcher nutzen, die es auch gibt. Facebook kann keine Steuerschlupflöcher bohren, das können nur Regierungen.



#20
Holger

Holger
  • 1.062 Beiträge
  • Dabei seit 15.05.10

Lieber Andreas,

nein, das war nicht gemeint. Ich melde ja ein Werk bei der VG Wort auch an, ohne denen das Buch oder den Film zu schicken.
Wenn ich also ein Hörbuch unter dem Titel, Autorennamen und von mir aus den ersten 3 Sätzen bei Youtube anmelde und ein Uploader den Romantitel ebenfalls verwendet (was ziemlich wahrscheinlich ist, bisher war das jedenfalls so) dann gleicht ein Programm den  Titel des Uploads mit der Datenbank ab. Und hat dann einen Treffer. Den müsste dann entweder ein Mitarbeiter bewerten, eine Software oder es müsste vielleicht eine Meldung an den Rechteinhaber rausgehen. Was auch immer dann zur konkreten Überprüfung noch denkbar ist.
Aber das ist z. B. eine ganz simple Methode, um eine Vielzahl an illegalen Uploads überhaupt mal zu identifizieren.

Eine andere Methode wäre, dass etwa Youtube mit Verbänden von z. B. Autoren, Filmschaffenden etc. in Verhandlungen tritt und für die Nutzungsrechte zahlt. Über die generieren diese Plattformen ja ihr Geld. 

Schöne Grüße,

Holger