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Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"


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8 Antworten zu diesem Thema

#1
SabineB

SabineB
  • 2.314 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Wann immer Selma, eine alte Frau aus dem Westerwald, von einem Okapi träumt, stirb innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden jemand.
Was selbstverständlich keiner im Dorf wirklich glaubt, die komplette Dorfgemeinschaft aber nicht davon abhält, letzte Vorkehrungen für den nahenden Tod zu treffen.
Da werden schnell noch lebenslang verheimlichte Lieben gebeichtet, unbekannte Vaterschaften offenbart und Briefe in Briefkästen geworfen, die dem Briefträger am nächsten Tag – man hatte ja überlebt – wieder abgezwungen werden.

Wir machen in diesem Buch Bekanntschaft mit schrägen Dorfpersönlichkeiten, Westerwälder Dickschädeln und skurrilen Außenseitern. Die junge Frau zum Beispiel, die ihr Haus nicht verlässt und alles will, nur keine Freunde. Der schöne Mann, der sein Leben in einem buddhistischen Kloster in Japan verbringen möchte.
Und nicht zuletzt Luise, Selmas Enkelin, die mit scheinbar übersinnlichen Kräften Dinge von A nach B bewegen kann.

Diese Geschichte ist zart, zauberhaft und berührend erzählt und die Figuren, die Leky entwickelt, sind tiefgründig, witzig und tragisch zugleich.

Scheinbar liegen Romane, die sich in dem Mikrokosmos Dorf bewegen, gerade im Trend und nach allem, was ich in der letzten Zeit gelesen habe (z.B. Dörte Hansens wunderbare norddeutsche Geschichten oder Juli Zehs „Unter Leuten“), sehr zu Recht.

Unbedingte Leseempfehlung!

Bearbeitet von SabineB, 16.03.2019 - 09:35,


#2
Evelyne

Evelyne
  • 269 Beiträge
  • Dabei seit 29.04.15

Ich habe dieses Buch kürzlich in einem Bücherschrank entdeckt, das hat mir ein paar schöne Stunden beschert. Ein wirklich zauberhaftes Buch.


www.laye.org


#3
DorisC

DorisC
  • 1.570 Beiträge
  • Dabei seit 25.07.11

Schräge Dorfpersönlichkeiten?

Selma, Luises Großmutter, sieht aus wie Rudi Carrell, liebt Mon Cherie-Pralinen und trägt nach einem tragischen Ereignis ihre Enkelin zum Trost tagelang auf ihrem Rücken mit sich herum ... Und erst der Optiker ...!

Lekys Figuren sind eine Wonne!

Nicht zufällig war das Buch das „Lieblingsbuch der Buchhändler“, und nicht zufällig steht es seit ca. 1 ½ Jahren auf der Spiegel-Liste (auf der  ja auch "gute", nicht nur erfolgreiche Bücher stehen).


Bearbeitet von DorisC, 16.03.2019 - 09:03,

MAROKKO-SAGA bei Blanvalet: Das Leuchten der Purpurinseln,  Die Perlen der Wüste,  Das Lied der Dünen.

Neu Dez. 2017: DIE WOLKENFRAUEN


#4
KatjaK

KatjaK
  • 152 Beiträge
  • Dabei seit 09.10.17

Danke, liebe Sabine, für die Erinnerung an dieses Buch. Ich hatte mir vor längerer Zeit die Leseprobe angeschaut und war gleich begeistert, hatte aber noch so viel anderes zu lesen. Ich muss es mir unbedingt noch besorgen.



#5
JuliaD

JuliaD
  • 262 Beiträge
  • Dabei seit 07.10.17

Ich überlege seit Tagen, mich damit zu outen, dass ich es bei Weitem nicht so grandios weltbewegend fand, wie ich dachte und hoffte, es zu finden, nachdem ihr alle so geschwärmt habt und die Buchhändlerinnen schwärmen und ... überhaupt scheinbar alle schwärmen.
Ich fand es ... gut.
Einzigartige Bilder mit beeindruckender Sprache geschaffen, aber irgendwann hatte ich das Gefühl: Okay, ich hab den Humor jetzt begriffen, danke. Ich habe auch verstanden, dass sie schreiben und skurrile Charaktere erschaffen kann. Ab da wirkte es auf mich zum Teil manieriert und redundant. Am Ende war ich allerdings wieder voll dabei.
Trotzdem lese ich lieber Benkau. Zum Beispiel. ;) 



#6
AnnaW

AnnaW
  • 1.080 Beiträge
  • Dabei seit 10.08.15
Scheinbar liegen Romane, die sich in dem Mikrokosmos Dorf bewegen, gerade im Trend und nach allem, was ich in der letzten Zeit gelesen habe (z.B. Dörte Hansens wunderbare norddeutsche Geschichten oder Juli Zehs „Unter Leuten“), sehr zu Recht.

 

 

@ Sabine: Dann hab ich noch einen Tipp für dich: "Nenn mich November" von Kathrin Gerlof. Für mich (aus der Stadt gekommen auf dem Dorf lebend) der wahrhaftigste Dorfroman - der auf jegliche Romantisierung verzichtet und am genauesten hinschaut. (Leky fand ich aber auch wundervoll, Unterleuten ebenso - eigentlich sollte man es nicht vergleichen.)

 

LG Anna


Bearbeitet von AnnaW, 17.03.2019 - 20:25,


#7
SabineB

SabineB
  • 2.314 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

Scheinbar liegen Romane, die sich in dem Mikrokosmos Dorf bewegen, gerade im Trend und nach allem, was ich in der letzten Zeit gelesen habe (z.B. Dörte Hansens wunderbare norddeutsche Geschichten oder Juli Zehs „Unter Leuten“), sehr zu Recht.

 
@ Sabine: Dann hab ich noch einen Tipp für dich: "Nenn mich November" von Kathrin Gerlof. Für mich (aus der Stadt gekommen auf dem Dorf lebend) der wahrhaftigste Dorfroman - der auf jegliche Romantisierung verzichtet und am genauesten hinschaut. (Leky fand ich aber auch wundervoll, Unterleuten ebenso - eigentlich sollte man es nicht vergleichen.)
 
LG Anna

Vielen Dank, Anna. Das klingt so als wäre das etwas für mich.

#8
SabineB

SabineB
  • 2.314 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Ich muss diesen Thread wiederbeleben, weil ich den Roman noch einmal als Hörbuch gehört habe. Gelesen von Sandra Hüller. WUNDERBAR gelesen von Sandra Hüller. Für die, die eher Hörbuch hören, kann ich den Roman ebenfalls sehr empfehlen. Ich liebe diese Figuren und die wunderbare Sprache.

#9
KarinKoch

KarinKoch
  • 477 Beiträge
  • Dabei seit 07.10.17

Habe es gerade beendet und fand das Buch auch wunderbar geschrieben. Mir fehlte allerdings ein roter Faden, vielleicht habe ich ihn ja auch nur nicht gefunden. Allerdings fand ich, dass der dramatische Tod von Martin irgendwie folgenlos blieb. Da hätte ich mir einen Anschluss gewünscht, irgendetwas, das am Schluss noch einmal auf dieses einschneidende Ereignis hinweist. Mir schien, als wäre der Junge einfach vergessen worden. Das hat er nicht verdient.


Bearbeitet von KarinKoch, 07.12.2019 - 21:02,

Wenn du weißt, was du tust

kannst du tun, was du willst. (Moshe Feldenkrais)
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