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Audiobooks vs Print


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5 Antworten zu diesem Thema

#1
AngelikaD

AngelikaD
  • 1.569 Beiträge
  • Dabei seit 21.04.09

Ich habe vor ein paar Tagen eine für mich als Autorin und Schulbibliothekarin sehr bereichernde Fortbildung besucht, bei welcher der Vortragende auch die Verteilung der sensorischen Typen unter der Bevölkerung angesprochen hat.

Wir sind alle Mischtypen, doch jeder von uns hat eine Hauptausrichtung und so gesehen sind etwa 70% der Bevölkerung auditiv deutlich stärker als visuell.

Daher, so glaube ich, müssten diese Menschen sich wohler fühlen, wenn man ihnen eine Geschichte erzählt als wenn sie diese selber lesen. Dazu haben es die kinästhetischen Menschen auch viel leichter, wenn sie eine Geschichte beim Joggen anhören als wenn sie ein Buch dabei lesen, oder?

 

So gesehen müssten sich mehr Audiobooks als Printbücher verkaufen.

 

Da ich noch keine Hörbuchversionen meiner Prints auf dem Markt habe, könnt ihr mir ein paar Orientierungswerte nennen?

Verkaufen sich eure Titel als Print und Hörbuch gleich gut, oder ist eines stärker als das andere?

Müssten die Verlage den Hörbüchern mehr Aufmerksamkeit schenken, sie mehr bewerben, um diesen großen Teil der Bevölkerung besser zu erreichen?

 

 



#2
BirgitJ

BirgitJ
  • 462 Beiträge
  • Dabei seit 03.02.15

 

... so gesehen sind etwa 70% der Bevölkerung auditiv deutlich stärker als visuell.

Das ist echt so? Ich hätte es genau andersherum gedacht. Vielleicht gehöre ich zu den restlichen 30%, aber für mich sind Hörbücher so was schrecklich, dass ich noch nie eines zu Ende angehört habe. Ich mag sie weder beim Autofahren, noch beim Bügeln.

 

Grüße BirgitJ


"Das Erbe der Porzellanmalerin", Aufbau 2019; "Das Geheimnis der Zuckerbäckerin", Aufbau 2018; "Das Geheimnis der Porzellanmalerin" Aufbau 2017; "Der Duft des Teufels" Aufbau 2017; "Luther und der Pesttote" Aufbau 2016; "Die Tochter von Rungholt" Aufbau 2014
http://www.bjasmund.de


#3
Wolf

Wolf
  • 728 Beiträge
  • Dabei seit 21.10.08
Ich habe zwei Hörbücher draußen und das erste verkaufte sich recht gut. Das zweite war der zweite Band der Trilogie und das dritte liegt zwar in der englischen Übersetzung vor, aber ich habe den Verlag gewechselt, sodass ich gar nicht weiß, wie es weitergeht.

Der Hörbuch-Verlag ist ein Großer, der professionell arbeitet. Auf diese Art habe ich mitbekommen, was das für ein Aufwand ist, die Sprecher zusammenzubekommen, deren Termine aufeinander abzustimmen etc. Außerdem ist die gesamte Aufnahmesoftware hoch professionell. Ich glaube deshalb nicht, dass sich die beiden Kalkulationen einfach so vergleichen lassen.

Liebe Grüße
Wolf

#4
Nina

Nina
  • 1.023 Beiträge
  • Dabei seit 28.10.05

Ich höre selbst sehr gerne Hörbücher. Der Vorteil: Man muss die Augen nicht anstrengen, es fällt auch leicht in z.B. dem Auto oder nebenbei zu leichten Haushaltstätigkeiten. (Geht natürlich nicht allen so und es eignet sich auch nicht für alles, sobald man sich mehr konzentrieren muss, geht es schon nicht mehr so leciht nebenbei - und viele haben ja auch nebenbei kleine Kinder, die ohnehin schon dauernd was wollen, da dürfte das dann auch zu viel werden.) Ein deutlicher Nachteil: Man braucht speziell für ungekürzte Hörbücher einen sehr langem Atem, da das laut gelesene Wort sehr viel länger benötigt als das leise Gelesene. (Bei routinierten Lesern - aber um Kinder, die das erst lernen und Leute, die nahezu Analphabeten sind, geht es ja nicht.) Also da hängt man locker 15-20+-Stunden dran, wenn es ein "ordentliches" Buch als Grundlage hat. So unendlich viele Leute halten da auch nicht durch!

 

Ich habe seit relativ kurzer Zeit Audible, technisch hat sich das schon entwickelt. Beispielsweise kann ich mitten im Kapitel aufhören und egal ob es fünf Minuten oder mehrere Wochen später ist, genau da weiterhören. Früher bei den CDs war ich oft so, da kamen meine Eltern vorbei und ich: "Ich bin grad mitten in einem Hörspiel. Ich würde gerne das Kapitel noch fertighören!" - und dann natürlich notieren, wo man war und das Zettelchen ging natürlich oft verloren. (Zusätzlich schaut es auch nicht schön aus, wenn man sich da einen Fetzen aus dem Altpapier rausreißt und einen Zahl raufschreibt und das dann rumliegt.)

 

Für das Problem Hausarbeit und hin und her laufen, dann spazieren gehen, dann das, gibt es auch die Lösung, Smartphone in die Gesäßtasche und dann kann (ggf. mit Köpfhörern) rumgelaufen werden. (Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber wenn ich aufräume, dann muss ich oft in andere Räume, weil was eigentlich ins Bad gehört oder das schmutzige Geschirrtuch in die Wäsche, das gebrauchte Glas wieder in die Küche oder der Staubsauger aus der Abstellkammer hermuss usw.) - Das hat natürlich auch den Nachteil, dass Hörbücher auch mit anderer Aufmerksamkeit konsumiert werden. Es ist also nicht für Bücher geeignet, wo man wirklich jeden Absatz durchanalysieren muss. Ich muss gestehen, ich hatte eins, es war ganz gut (aber halt nicht überdurchschnittlich zum Mitfiebern, aber solche Bücher sind auch sehr selten, wo man wirklich keine Zeile verpassen möchte - ich überblättlere auch beim normalen Lesen manchmal Seiten, wenn es mich grad interessiert, was passiert), aber ich hab zwischendurch mal was scharf in der Pfanne angebraten und nichts mehr verstanden und war danach zu faul, um zurückzuspulen. Es ist teils eine andere Art, das konsumieren. - Geht natürlich auch anders, gerade früher war ein Radiohörspiel doch ein Erlebnis und ein zu seltenes Ereignis, um unaufmerksam zu sein.

 

Wobei ich mich schon ertappt habe: Buch interessierte mich und ich: "Das hat ne gute Chance, vertont zu werden!" - und dann nicht gekauft. 



#5
Ulf Schiewe

Ulf Schiewe
  • 6.298 Beiträge
  • Dabei seit 12.03.08

Alle meine Bücher sind bei Audible zu haben. Und die haben regen Zuspruch. 10.000 Downloads für eines meines Bücher ist nicht ungewöhnlich. Ich bekomme auch viele Mails von Hörern. Der Vorteil bei Audible ist, dass es es keine Kürzungen gibt. Ich selbst hatte vorher noch nie ein Hörbuch probiert, wollte aber mal erfahren, wie sich so ein Buch von mir anhört. Darüber bin ich zum Liebhaber von Hörbüchern geworden. Ich lese immer noch aber genieße auch Hörbücher. Meist, wenn ich nebenbei noch etwas anderes tue wie Kochen, Gartenarbeit oder spazieren gehen. Ein Hörbuch pro Monat gönne ich mir.


Die Montalban-Reihe, Die Normannenserie, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, www.ulfschiewe.de


#6
Nina

Nina
  • 1.023 Beiträge
  • Dabei seit 28.10.05

Audible löst viele Probleme, die ich früher hatte:

1. Zu teuer. Ich zahl keine über 30 Euro für ein Hörbuch

2. Es gibt vor allem gekürzte Hörbücher

3. Download dauert ewig

4. Download gekauft, es spielt die Tracks, obwohl ordentlich durchnummeriert, durcheinander ab

 

Und das ist halt dann nicht. Wobei auch mit unlauteren Mitteln gespielt wird, mir ist beispielsweise aufgefallen, dass es erste Bände oft auf CD gibt und das verhältnismäßig günstig und die Fortsetzung gibt es das nur da - oder von mir auch als Einzeldownload, aber überteuert.