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Die Verkäuflichkeit der Literatur in 13 Thesen


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37 Antworten zu diesem Thema

#1
Ramona

Ramona
  • 3.622 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

"Warum muss ein Roman eigentlich „ergreifend“, „roh“ oder „das perfekte Geschenk für Freundinnen auf der Suche“ sein? Wir haben die neuen Verlagsprogramme gesichtet, wenig Literatur und viele Bulletpoints gefunden ..."

 

https://www.welt.de/...ifend-sein.html


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#2
UlrikeS

UlrikeS
  • 2.970 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

So etwas könnte man auch für die Unterhaltung zusammenstellen :-)



#3
AndreasG

AndreasG
  • 1.414 Beiträge
  • Dabei seit 16.09.07

Klappern gehört eben zum (Marketing-)Handwerk.


"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019 (ab 28.8.)


#4
Christa

Christa
  • 8.520 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Habe gerade mal das Stichwort "ergreifende Bücher" bei Amazon eingegeben. Da kam alles von Bergbesteigungen über das Aktiengesetz bis Hera Lind. ;)  8-)


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#5
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
  • 225 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

Danke, toller Artikel!


Zuletzt erschienen: zwischenlandungen (Arovell, 2018)


#6
Sabine

Sabine
  • 1.039 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Ja, das nennt man Positionierung. Das richtige Wording für Produkte herauszuarbeiten, ist manchmal gar nicht so leicht, aber Spaß macht es trotzdem :-D
Danke für den Artikel, Ramona!

#7
KerstinH

KerstinH
  • 118 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19

Wobei es ja manchmal richtig schiefzugehen scheint: "Der Ort ist hier, die Zeit ist jetzt", "voller Zwischentöne und Schattierungen", "atmospärisch und ergreifend" - diese ganzen "Ikonen", "Grundlagenwerke" und "ganz großen Würfe" ... am besten gefällt mir "heutig" ;D



#8
Sabine

Sabine
  • 1.039 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
„heutig“ ist wirklich der Kracher :-D.
„Der Ort ist hier. Die Zeit ist jetzt“ soll dann vielleicht die literarische Form von „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ sein. Anders interpretiert halt :-D

#9
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
  • 225 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

Wobei es ja manchmal richtig schiefzugehen scheint: "Der Ort ist hier, die Zeit ist jetzt", "voller Zwischentöne und Schattierungen", "atmospärisch und ergreifend" - diese ganzen "Ikonen", "Grundlagenwerke" und "ganz großen Würfe" ... am besten gefällt mir "heutig" ;D

Bei solchen Bezeichnungen, einem regelrechten Marktgeschrei, wird der Leser zuallererst ja misstrauisch. Oder?


Zuletzt erschienen: zwischenlandungen (Arovell, 2018)


#10
(Tom Liehr)

(Tom Liehr)
Das richtige Wording für Produkte herauszuarbeiten

 

 

"Wording" gehört nach meinem Dafürhalten zu den dämlichsten und zugleich überflüssigsten Anglizismen der letzten zwei bis vier Jahrtausende. Ich weiß, wenn man in der Branche unterwegs ist, muss man sich an solche Termini halten, aber mich gruselt's, wenn ich so etwas lese oder höre.

 

Herzlich,

Tom


Bearbeitet von Tom Liehr, 04.06.2019 - 08:34,


#11
Sabine

Sabine
  • 1.039 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14


Wobei es ja manchmal richtig schiefzugehen scheint: "Der Ort ist hier, die Zeit ist jetzt", "voller Zwischentöne und Schattierungen", "atmospärisch und ergreifend" - diese ganzen "Ikonen", "Grundlagenwerke" und "ganz großen Würfe" ... am besten gefällt mir "heutig" ;D

Bei solchen Bezeichnungen, einem regelrechten Marktgeschrei, wird der Leser zuallererst ja misstrauisch. Oder?

Erfahrungsgemäß nicht, denn diese Aussagen sind in der Werbung ganz gebräuchliche Schlüsselreize - und das nicht ohne Grund.
Sagen wir so: Die meisten lassen sich davon beeinflussen, einige hinterfragen es, aber die Neugier ist da, ob es vielleicht doch stimmt, und andere sind immun dagegen, weil sie schlechte Erfahrungen mit solchen Versprechen gemacht haben.

#12
Sabine

Sabine
  • 1.039 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

"Wording" gehört nach meinem Dafürhalten zu den dämlichsten und zugleich überflüssigsten Anglizismen der letzten zwei bis vier Jahrtausende.


*lach* Da gebe ich dir recht, aber wie du schon sagst, wenn man in dem Beruf arbeitet, bringt man damit auf den Punkt, was gemeint ist.

#13
KerstinH

KerstinH
  • 118 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19


Wobei es ja manchmal richtig schiefzugehen scheint: "Der Ort ist hier, die Zeit ist jetzt", "voller Zwischentöne und Schattierungen", "atmospärisch und ergreifend" - diese ganzen "Ikonen", "Grundlagenwerke" und "ganz großen Würfe" ... am besten gefällt mir "heutig" ;D

Bei solchen Bezeichnungen, einem regelrechten Marktgeschrei, wird der Leser zuallererst ja misstrauisch. Oder?

Glaube ich leider nicht. Misstrauisch werden nur die Germanisten - und sehr, sehr traurig ...
Ansonsten wird man ja als Konsument überall mit Wortphrasen zugemüllt. Da fällt es eher auf, wenn die mal fehlen ...

#14
Luise

Luise
  • 2.099 Beiträge
  • Dabei seit 09.11.05

Großartiger Artikel!

 

LG Luise



#15
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
  • 225 Beiträge
  • Dabei seit 03.12.15

 

 

Wobei es ja manchmal richtig schiefzugehen scheint: "Der Ort ist hier, die Zeit ist jetzt", "voller Zwischentöne und Schattierungen", "atmospärisch und ergreifend" - diese ganzen "Ikonen", "Grundlagenwerke" und "ganz großen Würfe" ... am besten gefällt mir "heutig" ;D

Bei solchen Bezeichnungen, einem regelrechten Marktgeschrei, wird der Leser zuallererst ja misstrauisch. Oder?

Erfahrungsgemäß nicht, denn diese Aussagen sind in der Werbung ganz gebräuchliche Schlüsselreize - und das nicht ohne Grund.
Sagen wir so: Die meisten lassen sich davon beeinflussen, einige hinterfragen es, aber die Neugier ist da, ob es vielleicht doch stimmt, und andere sind immun dagegen, weil sie schlechte Erfahrungen mit solchen Versprechen gemacht haben.

 

Faszinierend! Dass das bei so vielen immer noch so zieht! Du hast wahrscheinlich Recht: die meisten lassen sich davon beeinflussen. Und die zählen für Unternehmen.


Zuletzt erschienen: zwischenlandungen (Arovell, 2018)


#16
Sabine

Sabine
  • 1.039 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14


Wobei es ja manchmal richtig schiefzugehen scheint: "Der Ort ist hier, die Zeit ist jetzt", "voller Zwischentöne und Schattierungen", "atmospärisch und ergreifend" - diese ganzen "Ikonen", "Grundlagenwerke" und "ganz großen Würfe" ... am besten gefällt mir "heutig" ;D

Bei solchen Bezeichnungen, einem regelrechten Marktgeschrei, wird der Leser zuallererst ja misstrauisch. Oder?
Erfahrungsgemäß nicht, denn diese Aussagen sind in der Werbung ganz gebräuchliche Schlüsselreize - und das nicht ohne Grund.
Sagen wir so: Die meisten lassen sich davon beeinflussen, einige hinterfragen es, aber die Neugier ist da, ob es vielleicht doch stimmt, und andere sind immun dagegen, weil sie schlechte Erfahrungen mit solchen Versprechen gemacht haben.
Faszinierend! Dass das bei so vielen immer noch so zieht! Du hast wahrscheinlich Recht: die meisten lassen sich davon beeinflussen. Und die zählen für Unternehmen.
Ja, man kann nicht jedem alles verkaufen. Drum ist es immer wichtig, zu wissen, wer die Zielgruppe ist und welche Bedürfnisse sie hat, damit man im Produkt einen Nutzen findet, der sich mit dem Bedürfnis der Zielgruppe deckt. Daraus entwickelt man dann einen emotionalen Slogan, der der Zielperson quasi direkt ins Herz geht.
Auch wenn so Wörter wie Ikone allgemein immer gut ziehen. Genauso wie Bestseller :-D

Bearbeitet von Sabine, 04.06.2019 - 14:12,


#17
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
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  • Dabei seit 03.12.15

 

 

Wobei es ja manchmal richtig schiefzugehen scheint: "Der Ort ist hier, die Zeit ist jetzt", "voller Zwischentöne und Schattierungen", "atmospärisch und ergreifend" - diese ganzen "Ikonen", "Grundlagenwerke" und "ganz großen Würfe" ... am besten gefällt mir "heutig" ;D

Bei solchen Bezeichnungen, einem regelrechten Marktgeschrei, wird der Leser zuallererst ja misstrauisch. Oder?

Glaube ich leider nicht. Misstrauisch werden nur die Germanisten - und sehr, sehr traurig ...
Ansonsten wird man ja als Konsument überall mit Wortphrasen zugemüllt. Da fällt es eher auf, wenn die mal fehlen ...

 

Offenbar tatsächlich nicht. Sonst würden Spezialisten das nicht mehr anwenden. (Oder tun sies nur mehr aus Gewohnheit bzw. Ratlosigkeit? ;)


Zuletzt erschienen: zwischenlandungen (Arovell, 2018)


#18
Ramona

Ramona
  • 3.622 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Dies meinte eine Buchhandelskundin dazu:

 

"Ach ja, da werden eigentlich nur die Dinge aufgezählt, die heutzutage doch erforderlich sind für jeden Roman, ergreifend, unvergesslich, einzigartig, muss doch alles immer auf die Spitze getrieben sein. Gut was hinten rauskommt, ist dann am Ende doch der durchschnittliche lauwarme Salat, aber Hauptsache es wird erstmal so angekündigt."


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#19
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
  • 225 Beiträge
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Dies meinte eine Buchhandelskundin dazu:

 

"Ach ja, da werden eigentlich nur die Dinge aufgezählt, die heutzutage doch erforderlich sind für jeden Roman, ergreifend, unvergesslich, einzigartig, muss doch alles immer auf die Spitze getrieben sein. Gut was hinten rauskommt, ist dann am Ende doch der durchschnittliche lauwarme Salat, aber Hauptsache es wird erstmal so angekündigt."

Da haben wirs ja! Also doch eine Diskrepanz zw. Art der Ankündigung und Rezeption derselben. Daher auch mein Unverständnis darüber, warum es immer noch so gemacht wird. Ich glaub so, oder so ähnlich, denken etliche Leser/Kunden. Ich glaub zurzeit bist du laut, wenn du stiller bist.


Zuletzt erschienen: zwischenlandungen (Arovell, 2018)


#20
Sabine

Sabine
  • 1.039 Beiträge
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Dies meinte eine Buchhandelskundin dazu:

"Ach ja, da werden eigentlich nur die Dinge aufgezählt, die heutzutage doch erforderlich sind für jeden Roman, ergreifend, unvergesslich, einzigartig, muss doch alles immer auf die Spitze getrieben sein. Gut was hinten rauskommt, ist dann am Ende doch der durchschnittliche lauwarme Salat, aber Hauptsache es wird erstmal so angekündigt."


So ist es. Und ich frage mich jedes Mal, ob die Leser dann nicht enttäuscht sind, wenn sie die lauwarme Brühe aufgegessen haben. Oder erinnern sie sich dann schon gar nicht mehr an die Verpackung?
Wenn ich meine eigenen Bücher bewerbe, nutze ich natürlich auch Schlagworte und emotionale Versprechen, aber sobald ich auch nur die kleinsten Zweifel an meinem Buch habe, habe ich Angst, dass ich damit etwas verspreche, was ich nicht halten kann und zügle mich. Aber wenn es so ist, dass die Leser einem das am Ende nicht übelnehmen, bräuchte ich mich eigentlich nicht zügeln.