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Einprägsame Nebenfiguren


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28 Antworten zu diesem Thema

#21
AndreasG

AndreasG
  • 1.503 Beiträge
  • Dabei seit 16.09.07

Es ist schwer, dir was zu raten, Sabine, wenn die genaueren Umstände des ersten wie auch des späteren Auftritts dieser Person nicht bekannt sind. Für dein Dilemma, dass die Person unauffällig sein, man sich aber im richtigen Moment wieder an sie erinnern soll, gibt es mehrere Lösungen. Ein äußeres Merkmal zu finden, läuft auf die klasse Nummer "Mann mit auffälliger Narbe im Gesicht" hinaus. Eine andere Möglichkeit wäre, es szenisch zu lösen: In der ersten Szene tut der Mann, der selbst nicht besonders heraussticht, etwas Auffälliges. Er überfährt beinahe seine Frau und schreit sie hinterher auch noch dafür an. Die Figur taucht später auf, jemand in der Handlung erinnert sich vage und fragt: "Das ist doch dieser Typ, der neulich vor dem Supermarkt fast seine eigene Frau überfahren hätte, und statt sich zu entschuldigen, hat er sie hinterher angeschrien." Ob du das so bauen kannst, kann ich natürlich nicht beurteilen, grundsätzlich wäre das aber eine Möglichkeit.


"Stirb leise, mein Engel", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Hörst du den Tod?", Jugendthriller, Oetinger Verlag 2014, "Denn morgen sind wir tot", Jugendbuch, Oetinger Verlag 2015, "Bad Boys & Little Bitches", Jugendbuch Oetinger Verlag 2017 und 2018

"Die im Dunkeln sieht man nicht", Roman, FISCHER Scherz 2019 (ab 28.8.)


#22
Sabine

Sabine
  • 1.157 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

Es ist schwer, dir was zu raten, Sabine, wenn die genaueren Umstände des ersten wie auch des späteren Auftritts dieser Person nicht bekannt sind. Für dein Dilemma, dass die Person unauffällig sein, man sich aber im richtigen Moment wieder an sie erinnern soll, gibt es mehrere Lösungen. Ein äußeres Merkmal zu finden, läuft auf die klasse Nummer "Mann mit auffälliger Narbe im Gesicht" hinaus. Eine andere Möglichkeit wäre, es szenisch zu lösen: In der ersten Szene tut der Mann, der selbst nicht besonders heraussticht, etwas Auffälliges. Er überfährt beinahe seine Frau und schreit sie hinterher auch noch dafür an. Die Figur taucht später auf, jemand in der Handlung erinnert sich vage und fragt: "Das ist doch dieser Typ, der neulich vor dem Supermarkt fast seine eigene Frau überfahren hätte, und statt sich zu entschuldigen, hat er sie hinterher angeschrien." Ob du das so bauen kannst, kann ich natürlich nicht beurteilen, grundsätzlich wäre das aber eine Möglichkeit.

Doch, sinngemäß sieht mein Plan genau so aus wie du das vorgeschlagen hast. Das passt nämlich sehr gut. Ich denke, das ist eine gute Lösung. Danke, dass du sie mir mit deinem Beispiel nochmal bestätigt hast  :)



#23
Christa

Christa
  • 8.933 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Als Lesern habe ich gerade so etwas erlebt, Sabine. In einem sehr guten Krimi tauchte am Schluss der Name eines Teamkollegen auf,

der am Anfang kurz beschrieben und dann nur (neben sehr vielen Figuren und Handlungssträngen) selten erwähnt wurde. Hä, wer war das denn?, dachte ich erst. Dann kam mir die Erinnerung: Das war doch der Typ, der immer verbotenerweise geraucht hat, frauenfeindlich war, fremdgegangen und dann reumütig zu seiner Frau zurückgekehrt ist. Also so etwas, wie Andreas den Mann geschildert hat, der seine fast überfahrene Frau anschrie.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#24
UlrikeS

UlrikeS
  • 3.083 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Ich bin selber ganz schlecht in Namen merken, drum möchte ich da wahrscheinlich nicht drauf vertrauen, dass ein außergewöhnlicher Name automatisch unvergessen ist. Wenn ich darüber nachdenke, welche Figuren mir aus anderen Romanen im Gedächtnis blieben, sogar, wenn sie nur eine unbedeutende Nebenrolle hatten, dann waren es immer welche, die z.B. einen trockenen Humor hatten, der mich zum lachen brachte oder wenn sie etwas getan haben, das mir an Stelle des Protagonisten sauer aufgestoßen wäre. Aber diese Figuren hatten dann meistens eine bestimmte Funktion, z.B. Hausmeister oder Kindermädchen. Dann reichte die Nennung der Funktion und ich hatte bildlich vor Augen, wer gemeint war. Der Name allein hätte mir wahrscheinlich nichts genutzt. Bei meiner Figur wäre die Funktion Mann von Frau Soundso, nur muss ich da noch was mit verknüpfen, wo der Leser eine Emotion verspürt. Ich habe schon eine Idee, aber ich weiß noch nicht, ob die so zielführend ist - das werden mir dann aber vermutlich nur Testleser sagen können.

 

Es reicht ja, wenn man sich während des Lesens den Namen merken kann, er muss sich ja nicht für Jahre einprägen ;-)

Die Idee von AndreasG finde ich auch gut!!



#25
Sabine

Sabine
  • 1.157 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

Als Lesern habe ich gerade so etwas erlebt, Sabine. In einem sehr guten Krimi tauchte am Schluss der Name eines Teamkollegen auf,
der am Anfang kurz beschrieben und dann nur (neben sehr vielen Figuren und Handlungssträngen) selten erwähnt wurde. Hä, wer war das denn?, dachte ich erst. Dann kam mir die Erinnerung: Das war doch der Typ, der immer verbotenerweise geraucht hat, frauenfeindlich war, fremdgegangen und dann reumütig zu seiner Frau zurückgekehrt ist. Also so etwas, wie Andreas den Mann geschildert hat, der seine fast überfahrene Frau anschrie.


Okay, aber die Erkenntnis kam erst beim zweiten Anlauf. Besser wäre doch, wenn es sofort Klick macht, oder? Das ist nämlich immer noch meine Angst, dass der Plan, der sich sinngemäß mit Andreas’ deckt, trotzdem erstmal ein Fragezeichen hervorruft.
Oder wie erging es dir im Moment der Auflösung? Hat sie für dich trotzdem funktioniert? Warst du trotzdem überrascht?

#26
Christa

Christa
  • 8.933 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

 

Als Lesern habe ich gerade so etwas erlebt, Sabine. In einem sehr guten Krimi tauchte am Schluss der Name eines Teamkollegen auf,
der am Anfang kurz beschrieben und dann nur (neben sehr vielen Figuren und Handlungssträngen) selten erwähnt wurde. Hä, wer war das denn?, dachte ich erst. Dann kam mir die Erinnerung: Das war doch der Typ, der immer verbotenerweise geraucht hat, frauenfeindlich war, fremdgegangen und dann reumütig zu seiner Frau zurückgekehrt ist. Also so etwas, wie Andreas den Mann geschildert hat, der seine fast überfahrene Frau anschrie.


Okay, aber die Erkenntnis kam erst beim zweiten Anlauf. Besser wäre doch, wenn es sofort Klick macht, oder? Das ist nämlich immer noch meine Angst, dass der Plan, der sich sinngemäß mit Andreas’ deckt, trotzdem erstmal ein Fragezeichen hervorruft.
Oder wie erging es dir im Moment der Auflösung? Hat sie für dich trotzdem funktioniert? Warst du trotzdem überrascht?

 

Diese Nebenfigur tauchte einfach nur so auf und hatte keinen Anteil an der Auflösung. Ich hätte mich schneller erinnert, wenn der Mann zum Beispiel mal wieder eine Fluppe in der Hand gehabt hätte. Der Schluss hat funktioniert, weil der Mörder mir vorher schon nahegebracht wurde, ich aber nicht darauf gekommen wäre, dass er es ist. Das war dann überraschend, ja. Und ganz am Schluss kam nochmal eine Überraschung. Das Ganze hätte auch funktioniert, wenn die Nebenfigur am Schluss nicht erwähnt worden wäre (wie gesagt, ein Teammitglied). Andreas hat die beste Lösung aufgezeigt: Wenn die Nebenfigur eine Bedeutung hat, sollte der Lesende nochmal dran erinnert werden, wer sie eigentlich war.


Bearbeitet von Christa, 10.06.2019 - 11:47,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#27
Sabine

Sabine
  • 1.157 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Okay, dann lässt sich das nicht vergleichen. Dann mache ich das jetzt einfach mal wie geplant und schau, was dabei rauskommt :-)

#28
AngelikaD

AngelikaD
  • 1.608 Beiträge
  • Dabei seit 21.04.09

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich Leser einen Namen merken, nachdem er mindestens sieben Mal aufgetaucht ist.

Wenn du also den Namen noch ein paarmal in Gespräche einstreust, kann es sein, dass er wieder erkannt wird, am Ende.

Wenn er dazu noch in zwei Schreibweisen existiert, kann er zu Beginn jemanden darauf hinweisen (Conrad mit C, nicht mit K, bitte!)  und so den Namen für diesen Moment besonders in den Fokus rücken.



#29
Sabine

Sabine
  • 1.157 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich Leser einen Namen merken, nachdem er mindestens sieben Mal aufgetaucht ist.

Wenn du also den Namen noch ein paarmal in Gespräche einstreust, kann es sein, dass er wieder erkannt wird, am Ende.

Wenn er dazu noch in zwei Schreibweisen existiert, kann er zu Beginn jemanden darauf hinweisen (Conrad mit C, nicht mit K, bitte!)  und so den Namen für diesen Moment besonders in den Fokus rücken.

Gut zu wissen. Habe gerade mal nachgezählt. Zwischen dem ersten und dem letzten Auftritt wird sein Name drei Mal auftauchen. Da lässt sich sicher noch was machen :-)