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Diversität in Romanen und Sensitivity Reading


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58 Antworten zu diesem Thema

#41
Christa

Christa
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Haben bestimmte Leser bestimmter Genres quasi einen Anspruch darauf, nicht mit Diversitäten wie Kriegen, Behinderten oder syrischen Assistenzärzten belästigt zu werden?


Leser haben keinerlei Anspruch darauf, dass ein Autor so schreibt, wie sie es sich wünschen. Sie haben nur das Recht, sich Bücher und Autoren frei auszuwählen und jedwedes Buch gut oder schlecht zu finden.
Gilt meiner Meinung nach nicht für Serien- oder Reihentitel, wo bestimmte (ungeschriebene) Versprechen bestehen, aufgrund derer die Zielgruppe überhaupt kauft. Ich wette, Perry Rhodans leidenschaftliches Plädoyer für den Feminismus oder für mehr Barrierefreiheit an Bord würde aus dem Manuskript gestrichen.
Perry Rhodan koennte sich auch in seinen best Buddy verlieben und die naechsten 50.000 Baende als Hausmann verbringen. Dass er das vermutlich nicht tun wird, hat aber mehr mit den Verkaufsaussichten zu tun, als mit dem Recht der Leser, dass die Autoren schreiben muessen, was sie wollen.
Muessen sie sicher nicht, aber sollten sie nach Moeglichkeit, wenn sie weiter Geld mit Herrn Rhodan verdienen wollen.
Ich glaube, das ist in etwa was Andreas mit dem Recht des Lesersmeinte, sich die Autoren frei auszuwaehlen.

 Genau. Ich selbst zum Beispiel bin eine Leserin, die gern über Abgründen hängt. Und suche mir danach meine Autoren aus.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#42
KerstinH

KerstinH
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Na, ich glaube, im Grunde meinen wir das gleiche. Leser haben bestimmte Erwartungen. Bei Serien und Reihen sind diese Erwartungen relativ eng. Natürlich dürften sie daraus kein Recht ableiten, dem Autor irgendwas vorzuschreiben, aber manchmal beschweren sie sich vielleicht recht heftig in Leserbriefen. Wenn der Verlag die Reihe dann weiterhin verkaufen will, gibt er das in seinen Richtlinien an die Serien- und Reihenautoren weiter. Dann sind es pro forma zwar die Wünsche der Verlage an die Autoren, aber eigentlich die Erwartungen der Leser. Mir sind schon mehrere Exposés nicht abgesegnet worden, weil sie in kleinen Dingen doch mal ein bisschen experimenteller waren.

Die Frage ist eben, wie weit man trotzdem gehen kann. In meinem Fall war der syrische Assistenzarzt wohl zu viel für die heile Welt dieses Arztromanlesers. (@ Christa: Das war keine Kritik mit dem "belästigen", ich wollte nur anmerken, dass ich das Wort selbst nicht in einer direkten Frage benutzt habe, weil ich selbst die Thematik ja nicht als Belästigung empfunden hatte, sonst hätte ich sie in dem Heftroman nicht aufgegriffen. Die Klarstellung war nur für hier, damit es im Thread nicht falsch aufgefasst wird :) ).

@ Florian: Ja, ich verstehe, aber gerade deswegen habe ich den Einwand mit den Serien ja gemacht. Ein Buchautor muss sich gar nichts von seinen Lesern vorschreiben lassen, wenn sein Buch nicht gefällt, ist es nicht seine Schuld, er hat geschrieben, was er wollte, und der Leser hat gekauft, was er wollte. Wenn es dann doch nicht gefiel, ist es Pech für den Leser. Wenn man aber Hefte einer Reihe kauft, gibt es eben doch (starke) Erwartungen an den Inhalt. Deshalb habe ich auf den Unterschied zu Serien- bzw. Reihentiteln im Vergleich zu Büchern hingewiesen. Bei Reihen kauft man keinen Text eines bestimmten Autors, sondern das Versprechen auf eine ganz bestimmte Art von Story.

Und damit sind wir beim Anfang des Threads. Für mich kristallisiert sich aus der bisherigen Diskussion heraus, dass die Sichtbarkeit von Themen wie Diversität, Repräsentation von marginalisierten Gruppen, Gender- und Migrationsthematiken wohl -  neben weiteren Gesichtspunkten - auch ziemlich stark vom Genre abhängt.



#43
Christa

Christa
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Kerstin

Für mich kristallisiert sich aus der bisherigen Diskussion heraus, dass die Sichtbarkeit von Themen wie Diversität, Repräsentation von marginalisierten Gruppen, Gender- und Migrationsthematiken wohl -  neben weiteren Gesichtspunkten - auch ziemlich stark vom Genre abhängt.

 

Diese Themen wären dann in Genres, die ziemlich enge "Regeln" haben, wohl ein Regelbruch. Und der muss gekonnt sein, um LeserInnen zu überzeugen. Wahrscheinlich kann man Genres auch nicht damit aufpeppen, sondern es wäre eine ganz neue Herangehensweise an die Themen. Und dann hängt ihre Sichtbarmachung nicht von den Genres ab, sondern von der Art, wie Autoren die Welt wahrnehmen und beschreiben wollen. Das Beste wäre wohl, wenn die marginalisierten Gruppen sich selbst Gehör verschaffen und sich in Büchern repräsentieren würden, denn anders als die Autoren wissen sie ja, worum es wirklich geht.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

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#44
UlrikeS

UlrikeS
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Und damit sind wir beim Anfang des Threads. Für mich kristallisiert sich aus der bisherigen Diskussion heraus, dass die Sichtbarkeit von Themen wie Diversität, Repräsentation von marginalisierten Gruppen, Gender- und Migrationsthematiken wohl -  neben weiteren Gesichtspunkten - auch ziemlich stark vom Genre abhängt.

 

 

Ich lese erst heute diesen Thread, finde ihn aber interessant, v.a. dein Punkt, Kerstin, mit dem Genre.

 

Bei mir in der Frauenunterhaltung sieht es mit der Diversität nämlich auch nicht berauschend aus. Margot sprach weiter oben auch schon davon - die heile Welt der Liebesromane. Und für unser Genre finde ich es sehr wichtig, über Diversität nachzudenken und zu versuchen, die Grenzen auszuloten und zu dehnen - behutsam.

Im Krimi klappt das ja schon - warum dann auch nicht bei uns?

 

Ich habe in meinen Romanen bislang immer die üblichen Heldinnen - hübsch und völlig undivers. Natürlich sind sie irgendwo "beschädigt" (schließlich braucht es ja eine Entwicklung für den Roman). Aber im LiRo würde ich einen diversen Helden nicht über die Diversität "beschädigen" (blödes Wort, aber so nennt man das eben). Sprich: wenn der Konflikt der ist, dass eine Frau über den Tod ihres Mannes hinwegkommen soll, kann die Frau auch einen Migrationshintergrund haben, Contergan-geschädigt sein oder sonst was. Der Tod des Partners bleibt der Konflikt, der die Handlung in Gang bringt.

Deshalb könnte es möglich sein. Bei meinen Heldinnen habe ich bislang sehr selten so weit gedacht, nehme das aber hier als Anlass, mal darüber nachzudenken, in wieweit das möglich wäre. Ich hatte bislang einmal so eine Idee, da hing die körperliche Beeinträchtigung aber mit dem Plot zusammen und existiert auch weiterhin, aber kleiner, als ursprünglich gedacht.

 

Beim Nebenpersonal habe ich das Spektrum erweitert - da ist das eine Mal die beste Freundin türkisch-stämmig, das andere Mal gibt es ein schwules Pärchen als Nachbarn, etc., etc. So, wie in der Realität eben auch.

 

Ich bin dir sehr dankbar, Melanie, dass diese Diskussion im öffentlichen Bereich steht. Je mehr darüber gesprochen wird, dass sehr wohl  LeserInnen gerne divers lesen wollen und AutorInnen das gerne schreiben möchten, (es sogar schon als so selbstverständlich ansehen, dass sie diese Diskussion überflüssig finden) - desto eher bewegen sich vielleicht die Verlage.

 

Und das Beispiel mit dem Syrer in den Arztromanen - da war die Entwicklung vielleicht einfach zu schnell für die Leser ;-)

 

Edit: ist Alter im LiRo schon divers? Meine letzte Heldin ist 52 und das Alter ist nicht plot-tragend, nur die Tatsache, dass sie erwachsene Kinder hat ;-) (und selbstverständlich finde ich sie mit 52 hübsch :-)


Bearbeitet von UlrikeS, 09.07.2019 - 16:49,


#45
AnnaW

AnnaW
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Beim Lesen dieser interessanten Liste wird mir klar, dass die Forderung nach "Diversität" ("es müssen auch Angehörige der Gruppe X, Y und Z vorkommen, die bisher viel zu selten vorgekommen sind, was ungerecht ist") der ganz falsche Ansatz ist. Der entscheidende Satz war die Anmerkung, dass sich Kapitän Ahab nicht als Mitglied der Gruppe der Einbeinigen versteht, sondern als das Individuum Ahab, das unter anderem ein Bein verloren hat – und wenn man genauer darüber nachdenkt, merkt man, dass das etwas gänzlich anderes ist!

 

Die Forderung, die man meiner Meinung nach legitim stellen kann, ist nicht die nach "diversen Helden", sondern danach, seinen Blick für die Bandbreite menschlichen Lebens zu weiten. Gute Romanfiguren stammen nicht aus fein unterteilten Schubladen, sondern sind Individuen. Damit befinden wir uns im "Arbeitsbereich Klischeevermeidung", was auch das schon genannte Rätsel auflöst, wieso entsprechende Bemühungen im Heftroman mitunter nicht auf Gegenliebe stoßen: weil man dort Klischees lesen will.

 

Ja, genau darum geht - mir zumindest.

Die möglichst unspektakuläre Einflechtung der menschlichen Bandbreite. Wenn eine Besonderheit für den Plot relevant ist, soll sie auch relevant sein.

Ansonsten sind die alltäglichen (Neben-)Figuren, die einfach da sind, weil sie da sind, schon mal ein ziemlich guter Anfang.
 

Wenn die Nachbarn, Busfahrer, Arbeitskollegen, Freunde, Zahnärzte, Kneipenwirte und Friseure einfach aus dem Leben gegriffen sind. Und dazu gehören eben Türken und Italiener, homosexuelle Pärchen und Leute mit nur einem Arm oder Rollstuhlfahrer und Blinde.
Es ist nur leider nicht so selbstverständlich, wie es klingt, weil viele zeitgenössische Romane doch oft sehr "weiß" gedacht sind.
 

(Das passt jetzt allerdings wieder besser in den anderen Thread)

 

 

(Melanie, ich hab das aus dem anderen Thread rüberkopiert, ich finde meinen Beitrag hier auch besser aufgehoben:)

 

Ich stelle fest, dass mir das Thema überraschend nahe geht und mich unterschwellig begleitet, seitdem es hier zur Sprache kam, und würde die Kunstfreiheit gerne hochhalten.

 

Während des Germanistik-Studiums habe ich mich mit Sprache als Repräsentation von Wirklichkeit beschäftigt, als Ethnologin mit kultureller Diversität in verschiedenen Facetten – und erinnere mich, dass in der Wissenschaft moderne, neue Theorien oft automatisch als „richtig“ angesehen wurden. Das ist auch gut, sonst hätten wir manche kruden Denkweisen nicht überwunden. Gesellschaft ist Weiterentwicklung.

 

Aber als Autorin, da möchte ich frei sein. In die Klischeekiste greifen dürfen, dass es quietscht und kracht, wenn ich das möchte; die Klischees weglassen und zu überwinden versuchen, wenn es mir passt – aber bitte so, wie es für mich mit der Geschichte in diesem Moment funktioniert. Vor niemandem möchte ich mich davor rechtfertigen müssen, auch nicht vorab die Gedankenschere aufmachen.

 

In einem meiner Romane habe ich eine Männer-Figur (und es war ein typischer „alter weißer Mann“) so klischeehaft dargestellt, dass es mir später unangenehm war. Während des Schreibens fand ich es allerdings klasse, das Bild, das mir vor Augen stand, sprachlich so zu greifen bekommen zu haben. Der Geschichte gebracht hat das Klischee nichts, aber ich musste es einmal genüsslich durchgekaut haben, um es ein anderes Mal wieder anders machen zu können. - Beim folgenden Buch habe ich andere Männerbilder eingebaut, auch nicht weit entfernt vom Klischee, nur sympathischer, mit Blick auf die Leserin, die haben soll, was das Herz begehrt.

 

Wir arbeiten permanent mit Klischees bzw. arbeiten uns an Klischees ab, und ich erschrecke tatsächlich sehr, wenn ich an eine PC-Schere im Kopf denke, was die Darstellung von marginalisierten Gruppen betrifft. Was möglicherweise auch daran liegt, dass ich nicht weiß, wo man die Grenze ziehen soll.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass es dem Schreiben förderlich ist, alle Scheren im Kopf über den Haufen zu werfen, sich auch Dinge zu denken zu erlauben, die man normalerweise nicht denken würde - um dann den richtigen Weg zu finden, und zwar für die Geschichte.

 

Abgesehen davon schließe ich mich dem an, was auch andere auch schon sagten: Ich schreibe natürlich über das, was ich einigermaßen kenne oder einschätzen kann und lasse Figuren auftrete, die ich mir zutraue. Und die sind manchmal sogar divers. Trotzdem: Eine vorherige Überlegung, wie ich eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe repräsentiere und ob das so sein sollte, würde mich schreiberisch extrem ins Straucheln bringen, auf eine Weise, die ich nicht möchte.

 

Mein Traum beim Schreiben wäre eher, mich von „Richtigkeit“ jeder Art so weit zu befreien, das das Undenkbare möglich wird.

 

Vielleicht liegt meine Abwehr auch darin begründet, dass ich beim Schreiben sowieso überlege, wer sich durch eine bestimmte Darstellung möglicherweise auf den Schlips getreten fühlt – das kann aber genauso Settings, Berufsgruppen, Vornamen oder Familienkonstellationen betreffen.

 

War das konstruktiv? Emotional auf jeden Fall, einfach eine subjektive Stellungnahme zur Ausgangsfrage, ob wir auf Repräsentationen und Diversität achten. Die Antwort also: Ja, nein, viel zu oft und bitte nicht ;-)

 

LG Anna


Bearbeitet von AnnaW, 09.07.2019 - 17:17,


#46
MartinC

MartinC
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Liebe Anna,
ich finde deinen Beitrag emotional und konstruktiv. Du lässt uns an deinen Gedanken und Gefühlen zu dem Thema teilhaben. Vielen Dank dafür.

LG
Martin

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www.martinconrath.de

Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)


#47
Ramona

Ramona
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Liebe Anna,
ich finde deinen Beitrag emotional und konstruktiv. Du lässt uns an deinen Gedanken und Gefühlen zu dem Thema teilhaben. Vielen Dank dafür.

LG
Martin

Dem kann ich mich nur anschließen.
Danke für deine Beiträge, Anna.

Danke auch für deine Beiträge, Andreas.

Edit: Die Filmindustrie stößt hierbei ja auch an ihre Grenzen.


Bearbeitet von Ramona, 10.07.2019 - 06:48,

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#48
Christa

Christa
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Beim Lesen dieser interessanten Liste wird mir klar, dass die Forderung nach "Diversität" ("es müssen auch Angehörige der Gruppe X, Y und Z vorkommen, die bisher viel zu selten vorgekommen sind, was ungerecht ist") der ganz falsche Ansatz ist. Der entscheidende Satz war die Anmerkung, dass sich Kapitän Ahab nicht als Mitglied der Gruppe der Einbeinigen versteht, sondern als das Individuum Ahab, das unter anderem ein Bein verloren hat – und wenn man genauer darüber nachdenkt, merkt man, dass das etwas gänzlich anderes ist!

 

Die Forderung, die man meiner Meinung nach legitim stellen kann, ist nicht die nach "diversen Helden", sondern danach, seinen Blick für die Bandbreite menschlichen Lebens zu weiten. Gute Romanfiguren stammen nicht aus fein unterteilten Schubladen, sondern sind Individuen. Damit befinden wir uns im "Arbeitsbereich Klischeevermeidung", was auch das schon genannte Rätsel auflöst, wieso entsprechende Bemühungen im Heftroman mitunter nicht auf Gegenliebe stoßen: weil man dort Klischees lesen will.

 

Ja, genau darum geht - mir zumindest.

Die möglichst unspektakuläre Einflechtung der menschlichen Bandbreite. Wenn eine Besonderheit für den Plot relevant ist, soll sie auch relevant sein.

Ansonsten sind die alltäglichen (Neben-)Figuren, die einfach da sind, weil sie da sind, schon mal ein ziemlich guter Anfang.
 

Wenn die Nachbarn, Busfahrer, Arbeitskollegen, Freunde, Zahnärzte, Kneipenwirte und Friseure einfach aus dem Leben gegriffen sind. Und dazu gehören eben Türken und Italiener, homosexuelle Pärchen und Leute mit nur einem Arm oder Rollstuhlfahrer und Blinde.
Es ist nur leider nicht so selbstverständlich, wie es klingt, weil viele zeitgenössische Romane doch oft sehr "weiß" gedacht sind.
 

(Das passt jetzt allerdings wieder besser in den anderen Thread)

 

 

Abgesehen davon schließe ich mich dem an, was auch andere auch schon sagten: Ich schreibe natürlich über das, was ich einigermaßen kenne oder einschätzen kann und lasse Figuren auftrete, die ich mir zutraue. Und die sind manchmal sogar divers. Trotzdem: Eine vorherige Überlegung, wie ich eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe repräsentiere und ob das so sein sollte, würde mich schreiberisch extrem ins Straucheln bringen, auf eine Weise, die ich nicht möchte.

 

Mein Traum beim Schreiben wäre eher, mich von „Richtigkeit“ jeder Art so weit zu befreien, das das Undenkbare möglich wird.

 

Vielleicht liegt meine Abwehr auch darin begründet, dass ich beim Schreiben sowieso überlege, wer sich durch eine bestimmte Darstellung möglicherweise auf den Schlips getreten fühlt – das kann aber genauso Settings, Berufsgruppen, Vornamen oder Familienkonstellationen betreffen.

 

Das ist genau das, was ich auch die ganze Zeit gedacht habe, Anna. Für mich als Autorin ändert sich die Weltsicht ständig mit dem, was ich täglich um mich herum wahrnehme. Und ich denke nicht, dass andere Autoren völlig eingesponnen in ihre eigene Welt im Kämmerlein sitzen. Eines Tages bemerkte ich zum Beispiel, dass der Postbote eine andere Hautfarbe hatte. Und dass er sehr kompetent und liebenswert wirkte. Ich bin aber nicht auf die Idee gekommen, ihn als Statisten in meinen Roman einzubauen. Auch nicht als Täter oder Opfer. Das wäre einerseits Staffage gewesen, andererseits wäre die Gefahr einer Diskriminierung zu groß gewesen. In Filmen sehe ich schon länger den Trend, sich diverser Themen und Personenkreise anzunehmen.

 

Mein Traum beim Schreiben wäre eher, mich von "Richtigkeit" jeder Art so weit zu befreien, das das Undenkbare möglich wird.

 

Das ist für mich ein entscheidender Satz! Diskussionen dieser Art können unseren Blick schärfen, und wir können uns mit der Frage befassen, was für eine gesellschaftliche Wirklichkeit wir abbilden wollen. Und für wen wir es dann schreiben. Das gilt nicht nur für die heutige Zeit, auch bei den historischen Romanen habe ich gemerkt, dass die "authentische" (und "richtige?) Darstellung der Figuren wichtig ist, sofern das überhaupt zu bewerkstelligen ist. Was die "Richtigkeit" von Denk-und Darstellungsweisen betrifft, sollte man wohl immer darauf achten, von wem das kommt.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

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#49
AndreasE

AndreasE
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Übrigens finde ich das englische "diverse" mit dem deutschen Wort "divers" schlimm übersetzt; ich halte das sogar für einen "falschen Freund". Korrekt und auch viel sinntragender wäre es, es mit "vielfältig" zu übersetzen.

 

Man hat "diverse Schrauben" in seinem Werkzeugkasten, aber nicht "diverse Helden".



#50
Christa

Christa
  • 8.586 Beiträge
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Sagt auch der Duden:

divers bedeutet verschieden, Diversität Vielfalt, Vielfältigkeit

 

(beim Wort divers klingt immer so war Kontroverses mit. So war der Diversant bei den Kommunisten laut Duden ein Saboteur 8-) )

 

Vielfältigkeit der Figuren schreibe ich mir gern auf den Laptopdeckel. 


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

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#51
KarinKoch

KarinKoch
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Übrigens finde ich das englische "diverse" mit dem deutschen Wort "divers" schlimm übersetzt; ich halte das sogar für einen "falschen Freund". Korrekt und auch viel sinntragender wäre es, es mit "vielfältig" zu übersetzen.

 

Man hat "diverse Schrauben" in seinem Werkzeugkasten, aber nicht "diverse Helden".

Das stimmt, aber ich fand das auch grad ein schönes Wortspiel wegen der Doppeldeutigkeit


Es gibt nichts Gutes
außer man tut es
http://www.peter-ham...ils/karin_koch/

#52
AngelikaD

AngelikaD
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,

 

Gilt meiner Meinung nach nicht für Serien- oder Reihentitel, wo bestimmte (ungeschriebene) Versprechen bestehen, aufgrund derer die Zielgruppe überhaupt kauft. Ich wette, Perry Rhodans leidenschaftliches Plädoyer für den Feminismus oder für mehr Barrierefreiheit an Bord würde aus dem Manuskript gestrichen.

 

Perry Rhodan hat sehr viel Diversität, soviel ich mich erinnere. Sein Mutantenkorps stammt aus allen Teilen der Erde, also diverse Hautfarben, dann gibt es diese Reihe um Atlans Zeitabenteuer, die auch in verschiedenen Teilen der Erde spielt mit den passenden Figuren, und soweit ich weiß. Und war nicht im ersten Sammelband Perry Rhodans Thora als Raumschiffkommandantin ihm an Wissen und Fähigkeiten massiv überlegen. und für eine Zivilisation, die den Leerraum zwischen den Galaxien überwinde, ist aufgrund der technischen Möglichkeiten Behinderung kein Hindernis. Zudem wird die Menschheit dort selbst zu Migraten auf vielen Planeten.


Bearbeitet von AngelikaD, 13.07.2019 - 17:12,


#53
KerstinH

KerstinH
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Gilt meiner Meinung nach nicht für Serien- oder Reihentitel, wo bestimmte (ungeschriebene) Versprechen bestehen, aufgrund derer die Zielgruppe überhaupt kauft. Ich wette, Perry Rhodans leidenschaftliches Plädoyer für den Feminismus oder für mehr Barrierefreiheit an Bord würde aus dem Manuskript gestrichen.

 

Perry Rhodan hat sehr viel Diversität, soviel ich mich erinnere. Sein Mutantenkorps stammt aus allen Teilen der Erde, also diverse Hautfarben, dann gibt es diese Reihe um Atlans Zeitabenteuer, die auch in verschiedenen Teilen der Erde spielt mit den passenden Figuren, und soweit ich weiß. Und war nicht im ersten Sammelband Perry Rhodans Thora war schon im ersten Band als Raumschiffkommandantin ihm an Wissen und Fähigkeiten massiv überlegen. und für eine Zivilisation, die den Leerraum zwischen den Galaxien überwinde, ist aufgrund der technischen Möglichkeiten Behinderung kein Hindernis. Zudem wird die Menschheit dort selbst zu Migraten auf vielen Planeten.

 

 

Mein Beitrag oben war eine unmittelbare Antwort auf den Post von Andreas E.: "Leser haben keinerlei Anspruch darauf, dass ein Autor so schreibt, wie sie es sich wünschen. Sie haben nur das Recht, sich Bücher und Autoren frei auszuwählen und jedwedes Buch gut oder schlecht zu finden" - und damit eine Antwort auf die weiter oben aufgeworfene Frage, ob Leser vom Autor bestimmte Haltungen, Themen, Meinungsäußerungen usw. einfordern können oder umgekehrt verlangen dürfen, dass bestimmte Themen nicht aufgegriffen werden.

 

Die Autoren von Heftromanen haben relativ wenig Raum für Experimente, sondern müssen sich streng ans Serienexposé - und damit an die Lesererwartungen - halten. Weil, wie Andreas in einem anderen Post anmerkte, die Leser dieser Hefte Klischees lesen wollen, und da hat jede Reihe ihre eigenen. Leser von Heftromanen wählen nicht den Autor, sondern die Story, und die spielt sich innerhalb bestimmter, eng gesetzter Grenzen ab.

 

Überdies würde ich Mutanten in einer SF-Reihe nicht als "divers" wahrnehmen, und mein Ausdruck von der "Barrierefreiheit an Bord" war eher ironisch gemeint, um auszudrücken, dass bestimmte Genres sich mit bestimmten Themen eben nicht beschäftigen - ohne dass man dem einzelnen Autor gleich eine bestimmte Haltung zu diesen Themen attestieren/unterstellen kann.


Bearbeitet von KerstinH, 11.07.2019 - 22:51,


#54
Petralit

Petralit
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LGBTQ-Personen wollen repräsentiert sein und das ist auch gut und richtig. Das heißt aber nicht, dass man sie deshalb nur als "schwul" oder "lesbisch" definieren muss. Wenn nebenbei herauskommt: "Oh, der ist mit 'nem Typen zusammen" oder "Oh, die hat 'ne Freundin", dann ist das halt so. Aber man muss oder sollte darum kein großes Gewese machen. Die Figuren sollten die Figuren sein. Sind sie zufällig schwul oder lesbisch, okay, aber ich brauche vermutlich keine zwölfseitige Sex-Szene, die das noch einmal unterstreicht. 

 

Hier stimme ich vollkommen zu. Ich habe in meinen Romanen auch immer Menschen aller möglichen Couleur und sexueller Ausrichtung, aber sie sind eben einfach da, und wenn es nicht für den Plot wichtig ist, dann wird es oft auch nur am Rande erwähnt, ganz einfach weil die Figuren sich mir halt genauso vorgestellt haben, als sie in die Geschichte hinein wollten.

 

So hab ich z.B. in einer meiner Krimiserien ein schwules Pärchen, dass einen Irish Pub in Bonn besitzt und gerne mit meinem männlichen Protagonisten Skat spielt. Die zwei sind glücklich miteinander (soll ja vorkommen) und werden zumindest innerhalb ihrer Community/Umgebung auch akzeptiert und respektiert. Kann sein, dass auch mal jemand stänkert, das ist aber innerhalb meiner Plots noch nicht vorgekommen.

 

Es war nun einmal einfach so, dass, als ich zum ersten mal über den Pub schrieb, mir gleich Brian und Michael als die beiden Besitzer "zufielen". Ich sah sie einfach vor mir, als Paar. Also habe ich sie so geschrieben. Sie haben übrigens einen Koch, dessen Hauptfarbe sehr dunkel ist und der gleichzeitig im breitesten Kölsch redet und besonders schimpfen kann. Ist das nun divers oder normal? Sicher ist: Er hat sogar eine lebende Vorlage und auch er passte einfach in diesen Pub hinein. 

 

Wenn meine Figuren (egal ob Haupt- oder Nebenfigur) sonst in irgendeiner Art divers, queer oder was auch immer sind, dann entweder, weil der Plot genau auf das Thema abzielt oder weil sie mir einfach beim Plotten so vor Augen stehen. Warum sollte ich sie in eine andere Richtung verbiegen, wenn sie so sein möchten?

 

Ich versuche, mit solchen Themen unverkrampft umzugehen und nicht zu versuchen, möglichst viele diverse Charaktere mit Gewalt in eine Story zu pressen und dann auch noch zu versuchen, jede von ihnen durch besondere Hervorhebungen (ob nun mehrseitige Sexszenen oder anderes) in den Fokus zu rücken, nur damit sich am Ende auch nur ja jeder repräsentiert fühlt. So etwas merkten die LeserInnen ja auch früher oder später. Ich will einzig spannende und unterhaltsame Geschichten schreiben, in denen es bunt zugeht, aber nicht zwingend zu bunt.


Petra Schier / Mila Roth: Zwei Namen, eine Autorin - Lesefutter für (fast) jeden Geschmack

 

www.petra-schier.de +++++++ www.mila-roth.de


#55
KarinKoch

KarinKoch
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Einen bedenkenswerten Ansatz fand ich im Deutschlandfunk

https://srv.deutschl...audio_id=758641

 

Ein Zitat:

"Interessanterweise sehen solche (sprachlichen) Reinheitswünsche regelmäßig davon ab, wie verletzend objektive Ungleichheiten in der Gesellschaft sind."

Meint: man bleibt in der Empörung über die sprachlichen Unreinheiten stecken, statt sich aktiv an der Beseitigung von Ungleichheit zu beteiligen. Man hängt sich an Fragmenten der Ungleichheit auf, statt einen Schritt weiter zu gehen und sich an die Beseitigung der Ursachen zu machen.

Natürlich ist auch hier das "wenn alle" wieder einmal eine Falle in die man tappen kann. Denn sicher werden nie "Alle" bereit und in der Lage sein, die Sprache derart zu bereinigen, dass niemand mehr verletzt wird. Aber die Vorstellung, wie es wäre, wenn, zeigt dann doch Konsequenzen auf, die der Sache nicht dienen.


Es gibt nichts Gutes
außer man tut es
http://www.peter-ham...ils/karin_koch/

#56
AngelikaD

AngelikaD
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Ich denke, das Thema wird uns auch weiterhin beschäftigen.

Derzeit gehen die Wogen auf Twitter wieder hoch.


Bearbeitet von AngelikaD, 14.08.2019 - 13:12,


#57
Thomas R.

Thomas R.
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Hallo zusammen,

 

für mich gibt es drei völlig unterschiedliche Themen:

 

Die ungehörten Geschichten, die Toni Morrison als Erste erzählt hat, haben viele Menschen inspiriert ihr Geschichte zu erzählen. Somit bedeutet Diversität sehr vielen Menschen eine Stimme zu geben und ihnen zuzuhören. Das spricht sehr dafür.

 

Sobald Menschen ihre Stimmen finden, beginnen sie Ansprüche zu stellen oder IhreRechte zu nutzen, und das hat auch seine Berechtigung. Aber gerade sieht man sehr schön, dass auf einmal nur noch die Minderheiten selber über sich sprechen, repräsentieren, sich beleidigen und/oder darstellen dürfen. Hier kippt alles wieder, weil etwas erlebt zu haben, nicht bedeutet, dass man es auch künstlerisch bearbeitet kann. 

 

Den Anspruch nicht verstört und/oder beleidigt zu werden zu verabsolutieren, führt dazu, dass über nichts mehr diskutiert werden kann. Und Kunst muss oft provozieren, weil gerade alle versuchen Texte und Diskussionen zu "framen", also durch die Wortwahl den Ausgang der Diskussion zu beeinflussen oder durch gezielte Störung wie z.B. "ich fühle mich beleidigt" oder anderen Techniken zu manipulieren. Es ist schlicht Tricks, wo es nicht um die Themen geht, sondern nur über eine Metaebene, und zu gewinnen und nicht recht zu haben.

 

So sehr ich immer noch auch Diversität achte, auf den Bechteltest, habe ich ein ernstes Problem mit dem Anspruch niemanden zu beleidigen. Denn das gehört halt auch dazu.

 

Gruss

 

Thomas


"Als meine Augen alles // gesehen hatten // kehrten sie zurück // zur weißen Chrysantheme". Matsuo Basho

#58
MartinC

MartinC
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Ich versuche zu differenzieren zwischen: Will ich jemanden angreifen, in seiner Ehre verletzten, indem ich ihn beleidige? Denn "beleidigen" setzt Vorsatz voraus, ansonst ist es keine Beleidigung. Oder fühlt sich jemand beleidigt und ich habe es gar nicht beabsichtigt?

 

Im ersten Fall ist die Sache klar: Ich will Kampf, Eskalation und im Endeffekt die Unterwerfung meines Gegners oder Feindes und muss mit den Konsequenzen leben. Es geht also um einen Machtkampf.

 

Der zweite Fall ist deutlich schwieriger. Wenn mir das im persönlichen Umfeld passiert, versuche ich zu klären und ich bin gerne bereit meine Wortwahl zu verändern, um auf jemanden Rücksicht zu nehmen. Auch das hat natürlich Grenzen.

 

Passiert mir das im künstlerischen Bereich, nehme ich das ernst, aber ich würde niemals auf die Idee kommen, meine künstlerische Aussage zu verändern, wenn ich nicht beleidigt habe, was bei mir der Regelfall ist. Provokation im künstlerischen Bereich ist für mich keine Beleidigung, denn Provokation und Überspitzung sind mit die wichtigsten Mittel  der Kunst.

 

Jan Böhmermann hat mit seinem Erdogan-Gedicht die Grenzen ausgelotet. Ich bin ihm dankbar dafür. (Am 4. Oktober 2016 gab die Staatsanwaltschaft Mainz bekannt, dass das Strafverfahren gegen Böhmermann eingestellt wurde. Es seien keine „strafbaren Handlungen […] mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen“, teilte die Behörde mit. Eine Karikatur oder Satire sei keine Beleidigung, sofern „die Überzeichnung menschlicher Schwächen [keine] ernsthafte Herabwürdigung der Person“ enthalte. - Wikipedia)

 

Insofern kann ich ruhig schlafen, denn in Deutschland ist die Freiheit der Kunst ein hohes Gut, das ich nicht in Gefahr sehe.

 

Den schlimmsten Shitstorm, den ich je erlebt habe, brach los, weil ich in einem historischen Roman von einem Bösewicht ein kleines Kätzchen habe umbringen lassen. Er hat ihr einfach das Genick gebrochen und sie in die Ecke geworfen. Ich wurde als Katzenhasser diffamiert ...

 

 

LG

Martin


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Jede Art des Schreibens ist erlaubt - nur nicht die langweilige (Voltaire)


#59
KerstinH

KerstinH
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Gerade die Böhmermanngeschichte zeigt sehr gut, was hier mittlerweile an Geschmacklosigkeit toleriert wird. Juristisch war es vielleicht im Rahmen, aber persönlich finde ich, dass er nicht Grenzen ausgelotet, sondern sie eindeutig überschritten hat. Es waren erstens sehr boshafte Beleidigungen, und sie haben zweitens nicht dazu geführt, dass sich das politisch sowieso schon aufgeheitzte Klima wieder ein bisschen abgekühlt hätte. Im Gegenteil, er hat dermaßen gezündelt, dass eine Staatsaffäre daraus wurde. Selbst wenn damit nach Meinung der Staatsanwälte die Person nicht herabgewürdigt wurde (was ich nicht so sehe), frage ich mich, warum man so etwas tut? Hatte das irgendeinen anderen Wert außer boshafter Schadenfreude?

 

PS: Welche menschliche Schwäche wurde mit: Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner, selbst ein Schweinefurz riecht schöner überzeichnet? Oder mit Ziegen ficken und Schrumpelklöten?

Und gleichzeitig gibt's hier in diesem Forum eine heiße Diskussion über politisch korrektes Schreiben und sensitivity reading. Ich fühle mich irgendwie wie im falschen Film.


Bearbeitet von KerstinH, 15.08.2019 - 08:44,