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Longlist Deutscher Buchpreis

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128 Antworten zu diesem Thema

#21
Sebastian Niedlich

Sebastian Niedlich
  • 617 Beiträge
  • Dabei seit 03.02.15

Welcher der negativen Rezis stammt von Frauen?

 

Kann man eigentlich auch schon Ungerechtigkeit sprechen, wenn sofort und ohne Anhaltspunkt angenommen wird, dass etwas aufgrund des Geschlechts schlechter bewertet wird? Es fällt mir schwer so etwas anders als "Na, Männer haben ja eh keine Ahnung" zu lesen. Und wenn man als Mann dann sagt, dass das im Grunde dieselbe Art von Unterdrückung ist, die Frauen den Männern vorwerfen (und die es ohne Frage gegeben hat und z.T. immer noch gibt), dann wird man gleich angebrüllt, dass das totaler Blödsinn ist.

Die Diskussion gehört vermutlich nicht hierher, aber ich finde so etwas traurig.



#22
Christa

Christa
  • 8.922 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Die Rezension von Theresa Hein von der Süddeutschen habe ich mir jetzt durchgelesen. Ihre Kritik bestätigt das, was ich beim Reinlesen auch schon empfunden habe. Zum Beispiel das "Rattern" des Textes, so dass man immer wieder Luft holen muss, und die etwas gekünstelten Wortneubildungen.


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#23
AngelikaJo_Mod

AngelikaJo_Mod
  • 16 Beiträge
  • Dabei seit 25.11.10

 

Welcher der negativen Rezis stammt von Frauen?

 

Kann man eigentlich auch schon Ungerechtigkeit sprechen, wenn sofort und ohne Anhaltspunkt angenommen wird, dass etwas aufgrund des Geschlechts schlechter bewertet wird? Es fällt mir schwer so etwas anders als "Na, Männer haben ja eh keine Ahnung" zu lesen. Und wenn man als Mann dann sagt, dass das im Grunde dieselbe Art von Unterdrückung ist, die Frauen den Männern vorwerfen (und die es ohne Frage gegeben hat und z.T. immer noch gibt), dann wird man gleich angebrüllt, dass das totaler Blödsinn ist.

Die Diskussion gehört vermutlich nicht hierher, ...

 

 

So ist es. Ich bitte dringend darum, Bedürfnisse nach Diskussionen zu diesem Thema im Kaffeehaus auszuleben.



#24
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.298 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Um nicht bei "Miroloi" stehenzubleiben (dazu nur kurz noch – die von mir zitierten Kritiken sollen um Gottes Willen niemanden davon abhalten, ein Buch zu lesen), hier noch ein paar Kritiken zu "Herkunft", erst mal in der Zeit, wo Ijoma Mangold das Buch begeistert feiert. 

 

Mehr als angetan ist auch  Volker Weidemann im Spiegel Online.

 

Der Rezensent in der Literaturkritik lobt mit einer kleinen Einschränkung am Schluss: Seiner Ansicht nach passen ein paar tagespolitische Anmerkungen des Autors nicht zu der poetischen Grundhaltung seines Buches. Das sehe ich anders. Wieso sollte sich ausgerechnet ein Buch, das den blutigen, mit ethnisch-nationalistischen Motiven geführten Krieg im alten Jugoslawien thematisiert, eines Hinweises auf eine neu erstarkende Partei am rechten Rand in Deutschland enthalten?

 

Es finden sich noch mehr Rezensionen zu diesem Buch im Netz, soweit ich bis jetzt sehen kann, sind sie alle positiv. Das muss ja nichts heißen. Allerdings habe ich "Herkunft" (im Unterschied zu "Miroloi") tatsächlich gelesen und finde es einfach hervorragend. Von der Sprache, von der Aussage, von den Bildern her - da passt alles. 


Bearbeitet von Angelika Jo, 23.08.2019 - 11:13,

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#25
Lisa

Lisa
  • 1.605 Beiträge
  • Dabei seit 14.11.06

Um nicht bei "Miroloi" stehenzubleiben (dazu nur kurz noch – die von mir zitierten Kritiken sollen um Gottes Willen niemanden davon abhalten, ein Buch zu lesen), 

 

Das habe ich auch in keinster Weise so verstanden, liebe Angelika! Ich finde es sehr spannend, alle Stimmen zum Buch zu lesen und da gehören die kritischen ja auch dazu. Die Zeit-Kritik finde ich sehr gut geschrieben! Und ich glaube, bei einem anderen Autor, einer anderen Autorin würde sie mich abwarten und das Buch im Bücherbus ausleihen lassen. Von ihrem ersten Buch hat Köhler aber einen Sonderbonus bei mir und deshalb kaufe ich mir das Buch :-)

 

"Herkunft" liegt bei mir noch auf dem SuB - das wandert aber nach deiner Empfehlung ganz nach oben! Ich fand schon die Leseprobe herrlich!

 

Liebe Grüße

Lisa



#26
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.298 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

"Herkunft" liegt bei mir noch auf dem SuB - das wandert aber nach deiner Empfehlung ganz nach oben! Ich fand schon die Leseprobe herrlich!

 

Das freut mich! Vielleicht sollte ich noch sagen, was das wirklich Besondere an dem Buch – für mich – ist. Der Autor ist ein Migrant, der sich perfekt integriert hat und nun über seinen Weg der Migration spricht. Das beginnt (logisch, nicht im Ablauf des Buches) bei Tito-Jugoslawien, als alle sich noch vertragen haben, setzt sich fort in den Kriegsereignissen, die die Familie zur Flucht veranlasst haben, beschreibt die Ankunft in Deutschland, wo man hier wohnt, wie man angesehen wird auf der Schule, auf der Ausländerbehörde, im Lokal und begibt sich gleichzeitig auf eine Reise zurück ins heutige Bosnien. Hier eine Szene in Deutschland:

 

 

Man will gelegentlich von mir wissen, ob ich in Deutschland zu Hause sei. Ich sage abwechselnd ja und nein. Die Leute meinen es selten ausgrenzend. Sie sichern sich ab. Sie sagen: "Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, meine Cousine hat einen Tschechen geheiratet."

Liebe Ausländerbehörde, ich bin am 7. März geboren in einer Regennacht. Ich lebe seit dem 24. August 1992, einem Regentag, in Deutschland. Ich bin ein höflicher Mensch. Ich möchte nicht, dass sich jemand unwohl fühlt, nur weil ich kein Tscheche bin. Ich sage: Ich komme aus ... undsoweiter. Dann sage ich: "Ist das Axl Rose von Guns N' Roses dahinten?" Wenn sich der Gesprächspartner umsieht, verwandle ich mich in einen deutschen Schmetterling und fächle davon." (p.36f)

 

Ich hoffe, man merkt es dem kurzen Auszug an, wie sehr sich der Autor der Gefahr der Larmoyanz bewusst ist. Er thematisiert das ja öfter: "Herkunftskitsch", den er notgedrungen auch produzieren wird. Eben diese Ebene der Reflexion bewahrt ihn vor Kitsch. Dies und die frische Sprache. Keine Manierismen (kein "weichweichweich" oder "Untenunten" oder "Verbotenheiten"), sondern etwas Neues, dennoch Unspektakuläres, weil es das Beobachtete trifft: den "davonfächelnden" Schmetterling; den Jungen, der seiner Englischlehrerin gegenüber "interessante Gefühle" empfindet, dann bei ihr eingeladen "selbstgemachten Englischlehrerinnenkuchen" isst, und dabei "aufgeregt [ist] wie Frühlingsanfang". 

 

Für mich nicht vollkommen neu (weil wir so etwas im Unterricht auch öfter machen: verschiedene Schlüsse für vorgegebene Geschichten schreiben lassen), aber literarisch schon erst mal ungewöhnlich – oder kennt das jemand? Den Schluss des Roman darf man sich nämlich selbst auswählen, je nachdem, ob man lieber lügt oder die Wahrheit sagt, ob man risikofreudig oder vorsichtig ist, ob der Würfel eine gerade oder ungerade Zahl zeigt.

 

Eigentlich ist mein Entzücken über "Herkunft" ziemlich grenzenlos, merke ich gerade.


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#27
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.298 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Zu Mitsu Sophie Kühmel und ihrem Roman "Kintsuge" habe ich noch nicht viel gefunden, bisher nur diese Rezension

 

Auch dieser Titel ist ein Fremdwort und bezeichnet die japanische Kunst, zersprungene Keramik mit Gold sehr sichtbar zu reparieren.


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#28
CorneliaL

CorneliaL
  • 3.263 Beiträge
  • Dabei seit 04.10.09

Ich stelle hier mal den Link zu den - mir immer sehr gefallenden, da sehr pointierten und kurzweiligen - Rezis der ersten Seiten von Malte Bremer ein. Ich bin jetzt schon gespannt, was er zu Karen Köhler sagen wird. https://www.literatu...9-teil-1-von-5/

 

LG Cornelia



#29
BarbaraS

BarbaraS
  • 2.828 Beiträge
  • Dabei seit 29.03.06

@ Barbara: Wollen wir gleichzeitig lesen? Ich lese grade noch "Dort, dort" von Tommy Orange (großartig!), dann könnte ich loslegen.

 

Das ist natürlich eine super Idee, Lisa! Ich schau gleich mal im Buchladen in den Roman hinein, und wenn ich nicht doch sofort zurückpralle, bin ich dabei.



#30
AngelikaD

AngelikaD
  • 1.607 Beiträge
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Welcher der negativen Rezis stammt von Frauen?

Zum Beispiel die von Theresa Hein von der Süddeutschen: https://www.sueddeut...roloi-1.4571187

Die von Sandra Kegel ist durchwachsen: https://www.faz.net/...i-16333646.html

Ich denke nicht, dass hier jetzt die Männer draufhauen, weil es in dem Buch um Feminismus geht. Die Kritik von Burkhard Müller richtet sich vor allem auf die literarischen Mittel, die in dem Buch zum Einsatz kommen, und die für ihn wohl nicht mit der Grundidee und der Entwicklung der Geschichte/der Hauptfigur zusammenpassen.

 

 

Danke für die Information. Ich habe mich gefragt, wer denn die Bücher für die Longlist aussucht, wenn eines davon schon jetzt wie in Angelikas Beispiel zerrissen wird. Mich hat es jedenfalls neugierig gemacht und offenbar ist der Stil nicht so furchtbar, dass man nicht mal die Leseprobe erträgt aufgrund von "Redundanzen, Stilblüten und einer erschütternd naiven Sprache."

Bin gespannt, wie es bei den Lesern und Leserinnen aus dem Forum ankommt, wenn sie durch sind.



#31
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.298 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07


 



 



Welcher der negativen Rezis stammt von Frauen?

Zum Beispiel die von Theresa Hein von der Süddeutschen: https://www.sueddeut...roloi-1.4571187

Die von Sandra Kegel ist durchwachsen: https://www.faz.net/...i-16333646.html

Ich denke nicht, dass hier jetzt die Männer draufhauen, weil es in dem Buch um Feminismus geht. Die Kritik von Burkhard Müller richtet sich vor allem auf die literarischen Mittel, die in dem Buch zum Einsatz kommen, und die für ihn wohl nicht mit der Grundidee und der Entwicklung der Geschichte/der Hauptfigur zusammenpassen.

 

 

Danke für die Information. Ich habe mich gefragt, wer denn die Bücher für die Longlist aussucht, wenn eines davon schon jetzt wie in Angelikas Beispiel zerrissen wird. Mich hat es jedenfalls neugierig gemacht und offenbar ist der Stil nicht so furchtbar, dass man nicht mal die Leseprobe erträgt aufgrund von "Redundanzen, Stilblüten und einer erschütternd naiven Sprache."

Bin gespannt, wie es bei den Lesern und Leserinnen aus dem Forum ankommt, wenn sie durch sind.

 

 

Die Bücher für die Longlist (wie dann auch Shortlist und den Gewinner) werden von einer Jury ausgesucht, die im Link im allerersten Beitrag mit Bild und Namen vorgestellt werden. Drei Frauen, vier Männer aus Deutschland und Österreich,es sind Literaturwissenschaftler und -kritiker, Journalisten, Autoren, eine Buchhändlerin ist auch darunter. Hier werden sie noch einmal im Einzelnen vorgestellt. Offenbar läuft die Auswahl so, dass mindestens vier der sieben sich auf ein Buch einigen müssen, damit es auf die Longlist gerät.

 

Die Kritiker sind andere Leute. Hier zitiert wurden bisher Literaturredakteure aus großen Zeitungen bzw. Literaturportalen. Im Unterschied zu Malte Bremer vom LC (Danke, Cornelia, übrigens, sehr amüsant!) haben sie nicht nur die erste Seite oder eine Leseprobe zur Kenntnis genommen, sondern das jeweils besprochene Buch ganz gelesen – es wird ja auch immer ausführlich zitiert.


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#32
Angelika Jo

Angelika Jo
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In Katerina Poladjans Roman "Hier sind Löwen" geht es wie bei "Herkunft" um die Suche nach den – diesmal armenischen – Wurzeln, verknüpft mit Einblicken in die Kunst der Buchbinderei. Bisher scheint der Roman bei der Kritik mehrheitlich gut wegzukommen:

 

Hier ein Lob aus der FAZ.

 

Auch in der WELT und in der NZZ ist man offenbar angetan, das habe ich bisher aber noch nicht gelesen.

 

Kritischer sieht das Buch Jürgen Deppe vom NDR.


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#33
AngelikaD

AngelikaD
  • 1.607 Beiträge
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Danke für die Erklärung, Angelika. Na klar hat die Jury und haben die Rezensenten das ganze Buch gelesen, hoffentlich. Mich hat fasziniert, dass beide zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gekommen sind. Die Jury mehrheitlich: preiswürdig    Die von dir verlinkten Rezensenten mehrheitlich: nicht preiswürdig

 

Das mit der Leseprobe habe ich erwähnt, weil man doch auch da schon den Stil und die Sprache mitbekommt, die ein Autor verwedet und dazu passte ja auch das  von dir ausgewählte Zitat.

 

Ich habe mir die Jury durchgeklickt und google bemüht.

 

Ist es üblich, dass man großteils Autoren über andere Autoren urteilen lässt?


Bearbeitet von AngelikaD, 25.08.2019 - 14:22,


#34
Christa

Christa
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Ich habe den bei Amazon sichtbaren Anfang gelesen, und ich muss sagen, ich finde ihn gar nicht so schlecht. Irgendwie zieht es mich rein. Aber ich kann mir vorstelle, welche stilistischen Eigenheiten mich nach spätestens 100 Seiten nerven würden. Also doch lieber nicht.

 

LG Cornelia

 

Bin immer noch bei der Leseprobe zu "Miroloi". Habe jetzt den Anfang der zweiten Strophe gelesen und stocke immer häufiger bei diesen Wort-Neukonstrukten. "Die Häuser eng, schattig, drübensicher ...". "Die Kinder im Nacken, zickzacke ich durch die Gassen …"

Das ist ungewollt komisch und stört mich sehr. Auch eine Amazon-Rezensentin hat das Buch sehr fundiert, u.a. mit Hinweis auf die zu häufigen sprachlichen Redundanzen und Stilblüten mit einer zwei-Sterne-Rezension abgeklopft. Da möchte ich auch nicht weiterlesen.


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#35
ClaudiaB

ClaudiaB
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Ich schätze Karen Köhler sehr, ihr Erzählband "Wir haben Raketen geangelt" hat mich begeistert, ich habe mit ihr gelitten, als Windpocken ihren Auftritt beim Bachmannpreis 2014 vereitelt haben (sie hätte garantiert einen fulminanten Auftritt hingelegt) und werde mir auf jeden Fall ein eigenes Bild über "Miroloi" machen. @ Barbara: Wollen wir gleichzeitig lesen? Ich lese grade noch "Dort, dort" von Tommy Orange (großartig!), dann könnte ich loslegen.

 

Ich wäre auch dabei! Habe bisher nur die Leseprobe gelesen, eine Kritik (die aus der Zeit, glaub ich) mit der ich nicht einverstanden bin, da mich die dort angeprangerten Worschöpfungen nicht abschrecken oder ärgern, sondern mir für diesen Beginn als passend erscheinen und ich erstmal neugierig bin, wie sich das alles entwickeln wird. Im Gegensatz zu der einen oder anderen Leseprobe im Vorschauheftchen würde dieses Buch zu denjenigen gehören, die mich interessieren.

(Es gibt zwei Leseproben, die ich als ausgesprochen künstlich empfinde, insgesamt finde ich die Auswahl bis jetzt aber sehr anregend!)


Neu: Cleo Leuchtenberg (Lisa Dickreiter & Claudia Brendler) I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich. Oetinger HC
http://www.claudiabrendler.de


#36
ClaudiaB

ClaudiaB
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Ja, und Herkunft steht schon lange auf der Liste, von Stanisic habe ich zwei Bücher mit Begeisterung gelesen.

 

Und ja, das Zickzacken bei Miroloi fiel mir auch auf, too much, für meinen Geschmack. Bei allem anderen: erstmal grundsätzlich interessant. Aber mal sehen wie es sich entwickelt und mit welcher Figur wir es genau zu tun haben. Im Vorfeld allerhand schlechte Kritiken zu lesen, nordet natürlich auch negativ ein, deshalb bin ich froh, nur eine gelesen zu haben.


Bearbeitet von ClaudiaB, 25.08.2019 - 21:56,

Neu: Cleo Leuchtenberg (Lisa Dickreiter & Claudia Brendler) I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich. Oetinger HC
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#37
CorneliaL

CorneliaL
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Heute Teil 2 von Malte Bremers Kritik. "Herkunft" bekommt als einziger gute Noten: https://www.literatu...preis-2019-2-5/

 

LG Cornelia



#38
CorneliaL

CorneliaL
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Gerade gefunden. Ich weiß nicht, ob diese Kritik schon erwähnt wurde:  Jan Drees sieht‘s ähnlich: „Miroloi ist ein naives Jugendbuch für LeserInnen ab 14 Jahre, das sich als Erwachsenenlektüre tarnt“

 

Alles hier: https://www.freitag..../kriterienkrise

 

LG Cornelia



#39
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.298 Beiträge
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Danke, Cornelia (für die Verlinkung zum LC). 

 

Amüsant, gerade auch wegen der Kürze, sicher in vielem auch treffend und niemals würde ich widersprechen, wenn jemand "Herkunft" lobt.

Oder doch, vielleicht ein kleines bisschen: Die Behauptung des Erzählers, "Großmutter ist siebenundachtzig Jahre alt und elf Jahre alt" ist – in meinen Augen – weniger frech gemeint, als die knappste Beschreibung ihrer Demenz. Denn die Großmutter in dieser ersten Szene ruft einem elfjährigen Mädchen auf der Straße hinterher, das nur in ihrem Kopf existiert und das sie selbst ist. Aber ich gebs zu, es ist eine Petitesse, vielleicht hätte ich das selbst nicht so aufgefasst, ohne im Buch weitergelesen zu haben.

 

Über das – in meinen Augen – unverhältnismäßig große Gewicht, das auf (in Malte Bremers Augen) behauptete grammatikalische Fehler (bei Streeruwitz) gelegt wird, kann man sicher streiten, natürlich auch darüber, dass nach wenigen Seiten ein Urteil über ein Buch feststehen soll. Aber warum nicht? Der kauflustige Leser geht ja, wie man aus kundigen Kreisen hört, genauso vor: Buch in die Hand nehmen, Blick aufs Cover, auf die erste Seite – und schon steht die Kaufentscheidung.


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#40
Angelika Jo

Angelika Jo
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Gerade gefunden. Ich weiß nicht, ob diese Kritik schon erwähnt wurde:  Jan Drees sieht‘s ähnlich: „Miroloi ist ein naives Jugendbuch für LeserInnen ab 14 Jahre, das sich als Erwachsenenlektüre tarnt“

 

Alles hier: https://www.freitag..../kriterienkrise

 

LG Cornelia

 

Auch noch mal danke – über den Link bin ich auf die lustigste Kritik zu "Miroloi" überhaupt gestoßen, verfasst von Moritz Baßler in der taz, der nicht ohne eine gewisse Gutmütigkeit von "einfacher Sprache", "leicht verdaulichem Feminismus" und einer "klaren Scheidung zwischen Gut und Böse" berichtet. 


Bearbeitet von Angelika Jo, 26.08.2019 - 10:23,

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