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Longlist Deutscher Buchpreis

Buchpreis 2019

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128 Antworten zu diesem Thema

#81
Christa

Christa
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Was ich nicht verstehe: Warum Wolfgang Tischer ihn so drauflosschreiben lässt. Das bringt doch auch das Literaturcafé in Verruf, wenn dermaßen selbstdiskreditierende Texte von einem Textkritiker veröffentlicht werden.

Ich denke, weil Bremers Kritiken so schön Effekte haschen und ins Publikum werfen. Und wenn dieses dann mit den Affekten befasst ist, die dadurch ausgelöst werden: wer mag sich da noch um Grammatik scheren?

 

Gut beobachtet, Karin. Ich nehme solche Kritiken denn auch als das, wie sie (gemeint?) sind, nämlich als flapsig.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#82
KarinKoch

KarinKoch
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Flapsig!

Danke für dieses schöne Wort, ich hatte es schon fast vergessen.


Wenn du weißt, was du tust

kannst du tun, was du willst. (Moshe Feldenkrais)
http://www.peter-ham...ils/karin_koch/


#83
KerstinH

KerstinH
  • 1.061 Beiträge
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Naja, aber "flapsig" und "Kritik" passt für mich nicht so recht zusammen. Hier wird ja über Leistungen geurteilt.

Gibt's eigentlich auch ne Art Autorenschutz im Sinne von "sensitive critizising"? ;-)

Bearbeitet von KerstinH, 04.09.2019 - 12:59,


#84
Christa

Christa
  • 9.754 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Vielleicht ist "flapsig" ein vergessenes Wort - bei mir tauchen solche Wörter bei gegebenen Anlässen einfach wieder auf. ;)

 

"Sensitive critising", Kerstin. Da sagst du was. Erst kürzlich hatte ich eine kleine Diskussion über die Flapsigkeit und das Mokieren selbst der Feuilletonisten großer Zeitungen. Aber das führt zu weit vom Thema weg. 

 

Insgesamt: "Herausgehen und Hinausgehen", durch das Fenster hindurchsehen usw., das wurde mir zwar auch ordentlich vom Lektorat beigebracht, wie man das handhabt, aber als Kriterium einer Buchkritik kann das ja kaum marginaler sein.


Bearbeitet von Christa, 04.09.2019 - 13:10,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#85
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.419 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Zwei lange Rezensionen in der heutigen SZ zu Büchern auf der Longlist, die bei mir den jeweils gegenteiligen Effekt hervorgerufen haben.

 

Die erste zu Nora Bossongs "Schutzzone"von Christoph Schröder ist ausgesprochen wohlwollend geraten. So würde die Autorin "über hochtönende Sonntagswörter (wie "Frieden", "Wahrheit", Gerechtigkeit" – es sind jeweils Kapitelüberschriften) nicht in julizehhafter Gewissheit verfügen, sondern im Gegenteil deren Bedeutung dekonstruieren, und das in einer nuancen- und vokabelreichen Diktion und in einem imponierenden sprachlichen Variantenreichtum."

 

Abgesehen davon, dass die beiden letzten Attribute ein wenig pleonastisch sind (oder ist die vokabelreiche Diktion wirklich etwas anderes als ein sprachlicher Variantenreichtum?) verstehe ich nicht ganz, wieso das Lob einer Autorin nicht ohne die Gehässigkeit gegenüber einer anderen (Juli Zeh) auskommen kann. Kurz – ich bin verstimmt. Was mich natürlich nicht von Nora Bossong abhalten sollte.

 

Hubert Winkels erteilt dagegen Miku Sophie Kühmel eine sachte Ohrfeige. Von "Kunsthandwerk"und "Erlösung light" ist die Rede Ebenso wie von "formalem Kalkül, das das inhaltliche Chaos nie in den Griff kriegt." Dass formal viel zu diesem Roman gedacht wurde, entnehme ich der Kritik allerdings. Es gibt offenbar vier Ich-Erzähler + zwei auktorial erzählte Kapitel + vier theatermäßige Gesprächsszenen – wie überhaupt diese Viereranordnung mit Goethes "Wahlverwandtschaften" korrelieren soll.

 

Uninteressant klingt das nicht, finde ich. Übrigens gibt es auf youtube eine sehr unterhaltsame Präsentation der jungen Autorin, die am Beispiel der Verfilmung von Kehlmanns "Vermessung der Welt" erklärt, wie Verfilmung notwendigerweise die schriftliche Vorlage verändert.


Bearbeitet von Angelika Jo, 04.09.2019 - 14:33,

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

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#86
ClaudiaB

ClaudiaB
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Ah, beides sind Kritiker, die sich sehr mag. Schröder ist ja auch bei der hiesigen FR (gewesen?) und Hubert Spiegel für mich einer der allerbesten, oft bei den "schönen Aussichten" im Literaturhaus.

 

Über julizehhaft als Adjektiv (oder ist das dann ein Adverb?) muss ich lachen, obwohl es stimmt, man muss ja nicht die eine niedermachen um die andere zu loben, ich mag auch die Julizehhaftigkeit bei Juli Zeh sehr. Bossong (nicht Bossing) steht auf meiner Leseliste, aufgrund der Leseprobe, die es, krittel, krittel, :) übrigens nicht umsonst gibt, das Büchlein kostet 2 Euro im Buchladen, aber der Buchhändler unseres Vertrauens schenkt sie vermutlich den guten Kunden, deshalb glauben wir, es gäbe sie umsonst.

 

Das Formale von Kintsuge und die sicher intelligent-erfrischenden und überraschenden Überlegungen der jungen Autorin dazu verlocken mich nicht, die Sprache gähnt mich sozusagen an ... Kunsthandwerk, ja, vielleicht ist da etwas dran.  Aber die Autorin ist ja noch jung und vielversprechend und hoffentlich gegen die wohlmeinende Kritik und sachte Ohrfeigen gewappnet.

Den Youtubeclip kenne ich übrigens, hat mich, ehrlich gesagt, nicht begeistert, könnte am Alter liegen, ich dachte: Warum erzählt sie uns das denn alles, ist doch nicht neu, aber wichtig ist vielleicht das Unterhaltsame dabei, das ist schon witzig und gut gemacht. Bin wohl nicht die Zielgruppe.

 

Lesen will ich (bis jetzt)

Herkunft (bin gerade dabei!)

Schutzzone

Winterbienen
Wo wir waren

 

Interessant fand ich auch: Die untalentierte Lügnerin (nur von der Leseprobe her und aus bestimmten Gründen)


Bearbeitet von ClaudiaB, 04.09.2019 - 14:25,

Neu: Cleo Leuchtenberg (Lisa Dickreiter & Claudia Brendler) I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich. Oetinger HC
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#87
Angelika Jo

Angelika Jo
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Dear Claudia, 

 

- Der Kritiker, den ich zitiere, scheint ein anderer zu sein, er heißt nicht Hubert Spiegel, sondern Winkels.

- Ja, es war ein Adjektiv (julizehhaft)  :)

- Bossong – oh, peinlich, ich korrigiers gleich.

- Die Präsentation zur Verfilmung hat, glaube ich, den Obertitel: Wissenschaftsslam o.ä. Man scheint zeitlich begrenzt zu sein und soll rasch dem bestimmt nicht sachkundigen Publikum etwas aus seinem Fachgebiet nahe bringen. Ich fand es sehr nett.

 

- Du liest jetzt "Herkunft"? Und? Erster Eindruck???

 

P.S: Tut mir Leid wegen der falschen Auskunft, es gäbe die Leseproben umsonst. Mein Buchhändler hat sie mir auch geschenkt, deshalb dachte ich ...


Bearbeitet von Angelika Jo, 04.09.2019 - 14:35,

Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

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#88
ClaudiaB

ClaudiaB
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Ah, verdammt, die verwechsel ich dauend, die Huberts. Winkels mag ich aber auch. Ja, ich weiß, Wissenschaftsslam. Find ich nur manchmal so unwissenschaftlich. Ich alte Meckerziege. Mäh, mäh, mäh.

Herkunft: Das Anschreiben an das Ausländeramt hatte ich vor ziemlich langer Zeit schon mal im Radio als Lesung gehört (er schrieb ja schon etwas länger an dem Buch :)) und war begeistert. Bins auch jetzt wieder, aber da rennt man eh bei mir offene Türen ein, ich mochte schon den "Soldat, der das Grammophon repariert" so sehr. Den Soldaten, ja, mit schönem Gruß an M.B. aber das war halt ein Zitat, gell.


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#89
ClaudiaB

ClaudiaB
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Selbstkorrektur: Wie der Soldat das Grammophon repariert. Kein Zitat. Trotzdem!


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#90
Angelika Jo

Angelika Jo
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Selbstkorrektur: Wie der Soldat das Grammophon repariert. Kein Zitat. Trotzdem!

:D  :D  :D


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#91
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
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Drittes Beispiel. Aus der Besprechung von Marelne Streeruwitz' "Die Flammenwand"


 

Dann ging eine sie schnell »aus der Mall hinaus«. Eiwei: Aus dem Haus heraus! Immer wieder diese sprachlichen Schlampereien: man bzw. frau geht nicht aus dem Haus, sondern aus dem Haus heraus! Oder durch die Tür hindurch, wie man ja auch durch das Fenster hindurch schaut usw.

 

 

Danke, Angelika! Ich muss gestehen, jetzt finde ichs schon amüsant. So etwas ist jedenfalls nicht ernst zu nehmen.


Zuletzt erschienen: Der Tomatenrebell (wortweit, neu im Frühjahr 2020)

                            zwischenlandungen (Arovell)


#92
CorneliaL

CorneliaL
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Nur der Vollständigkeit halber hier Maltes letzte Beurteilung der Romananfänge der Longlist. https://www.literatu...preis-2019-5-5/

 

LG Cornelia



#93
Christa

Christa
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Nur der Vollständigkeit halber hier Maltes letzte Beurteilung der Romananfänge der Longlist. https://www.literatu...preis-2019-5-5/

 

LG Cornelia

 

Die fünf Beiträge von Malte Bremer habe ich jetzt noch mal durchgelesen. Eines muss ich ihm -bei aller Kürze -lassen: Die Buchanfänge, die er gut findet, finde ich ebenfalls gut. Und eines habe ich bei ihm nicht gefunden: einen Vergleich mit anderen Literaten, was jeweils den einen oder anderen anstichelt. Von Juli Zeh habe ich zwei, drei Bücher gelesen, und wenn sie dabei eine julizehhafte Gewissheit ausstrahlt, dann soll es mir nur recht sein. ;)

 

Was die Leseproben betrifft: In vielen Buchhandlungen sind sie kostenlos zu haben. In diesem Link kann man herausfinden, ob die Buchhandlung des Vertrauens sie hat. Meine Buchhandlungen sind auf jeden Fall dabei.

https://www.deutsche...s.de/leseproben


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#94
Angelika Jo

Angelika Jo
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Wieder eine schön zu lesende und intelligente Besprechung von Sigrid Grün auf FB. Diesmal geht es um Tom Zürchers "Mobbing Dick", laut Frau Grün eine Groteske aus der Arbeitswelt: "Kafka ist im 21. Jahrhundert angekommen und hat einen Clown gefrühstückt", schreibt sie.

 

Ich habe inzwischen mit Angela Lehners "Vater unser" angefangen und bin schon sehr entschlossen, es hervorragend zu finden.


Bearbeitet von Angelika Jo, 07.09.2019 - 10:04,

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#95
ClaudiaB

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Ja, die hatte ich auch gelesen. Die Besprechung finde ich besser als die Textprobe. :) Die erscheint mir persönlich als sehr glatt, die Skurrilität gewollt und nicht aus den Figuren kommend. Dabei sehr gut gemacht, auch witzig, gute Ideen - aber ich hab den Eindruck, nur auf diesen wenigen Seiten, dass hier der Autor an den Fäden zieht und die Puppen tanzen lässt. (Das Thema bzw "Literatur der Arbeitswelt goes Wahnsinn" hätte mich interessiert.) Aber danke für den Link (bin der Gruppe längst beigetreten, Frau Grün schreibt tolle, intelligente und anregende Kritiken!! Und "einen Clown gefrühstückt" passt natürlich.)


Bearbeitet von ClaudiaB, 07.09.2019 - 21:40,

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#96
Angelika Jo

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Die Gruppe – du wirst es bemerkt haben, Claudia – ist sehr heterogen. Da fliegen Herzenssmileys in wirklich alle möglichen Richtungen. Diese eine Rezensentin lohnt sich aber wirklich: unbeschränkt, ernsthaft, ohne Gehässigkeit – wo findet man das denn sonst noch?


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#97
ClaudiaB

ClaudiaB
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Ja, das habe ich bemerkt. Ab und zu taucht aber noch die eine oder andere gut geschriebene Kritik zu dem einen oder anderen Buch auf, das mich interessiert. Bei den anderen sehe ich es ja schon am Genre/Cover ... Und an den Smileys :-*  :-*  :-* 

Ich finde die Kritiken dieser Rezensentin auch bemerkenswert. Ja, geht ohne Gehässigkeit und mit Klugheit.


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#98
Angelika Jo

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Auf FB ist Sigrid Grün inzwischen bei Ulrich Woelks Roman "Der Sommer meiner Mutter angekommen und hat für das Coming of Age-Buch lobende Worte gefunden:

 


Ulrich Woelk hat mit „Der Sommer meiner Mutter“ einen Coming-of-Age-Roman geschrieben, der eine aufregende Zeit lebendig werden lässt. Die Welt ist beseelt vom Fortschrittsglauben, der sich in der ersten Mondlandung ausdrückt. Gleichzeitig verzweifelt man über der Engstirnigkeit der damaligen Zeit, in der Menschen, die sich nicht an die traditionellen Geschlechterrollen angepasst haben, in einem bürgerlichen Umfeld nicht überleben konnten. 

Eine Geschichte vom Erwachsenwerden, deren dramatische Entwicklung mich zutiefst berührt hat.

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#99
ClaudiaB

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Sehr gelungene Besprechung, die große Lust auf das Buch macht. Schade, dass ich so langsam lese, bzw beruflich so viel lese, dass ich kaum mit dem Lesetempo der anderen mitkomme, wenns nach mir ginge, hätte ich schon einige auf der Liste durch. :)

Wollte die Kritik gestern schon verlinken, weiß aber nicht, wie man das so elegant macht wie ihr ... (zu doof! Also ich.) Übrigens habe ich in dieser Gruppe auch mindestens zwei ernstzunehmende positive Kritiken von "Miroloi" gesehen (zum Thema verlinken: siehe oben.)


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#100
Angelika Jo

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Verlinken geht so: Du gehst mit der Maus auf die Internetadresse oben auf der Seite (in diesem Falle von FB) und kopierst es. Wie man das mit Windows macht, weiß ich nicht mehr, bei Apple geht das mit Apfel+c.

 

Dann auf die Seite hier im Forum zu deinem Posting. Da schreibst du [url=undhierkommtderLinkrein mit copy und paste und dann ohne weiteres Lehrzeichen] Dann – auch hier ohne Leerzeichen das, was du blau unterringelt haben möchtest und anschließend wieder ohne Leerzeichen [ / url ].

 

Capito?

 

Dass es zu Miroloi auch begeisterte Stimmen gibt, war ja klar. Meine Buchhändlerin fand den Roman "heftig, aber toll". Ich finde ihn albern und schon deswegen nicht toll. Irgendeine andere Persönlichkeit aus der Bücherwelt hat es gelobt als Urlaubsbuch, sie hätte es gerade auf einer griechischen Insel gelesen, da würde das Buch großartig passen. Auch klar: Die Autorin versäumt ja nichts, um diese Assoziation herzustellen – Insel im Meer, Häuschen in blau-weiß, Männer vor Kafeneia mit Kaffeetässchen und Gebetsperlen in der Hand etc.etc. In einer ersten Ankündigung hatte sie sich selbst auf Kreta gefilmt und auf all die realen Dinge hingewiesen, die sie an ihrem Aufenthaltsort sozusagen abgemalt hat: Hier ist die Kirche , da der Friedhof, hier sitzen immer die alten Frauen in Schwarz ... Die letzte Aufnahme zeigte im Gras liegend ihr Buch, dazu hieß es: "Und das ist mein Buch ... hach!"

 

Hach habe ich damals auch gedacht: Me-too ist Thema, dann wird man flink Feministin, wo gibts denn noch unterdrückte Frauen auf der Welt? Wäre Kreta was? Immerhin gibts ein Aufenthaltsstipendium, dann nimmt man halt Kreta. Wird dort dann recherchiert? Laut einem Interview ja: Sie hat recherchiert und rausgefunden, dass elektrischer Strom relativ spät auf die Insel gelangte. Hat jetzt nichts mit Frauenunterdrückung zu tun, war aber Recherche. Dann denkt man sich ein Mischmasch aus Christentum, Judentum und Islam aus, baut ein paar mittelalterliche Szenen in das Konstrukt ein (die Insel untersteht einem Staat, der dort aber nicht gerichtsbar auftritt, Lebensmittel werden wundersamerweise von "drüben" eingeflogen ... alles so, dass es gerade passt). Und dann nimmt man noch ein Leseverbot für Frauen hinzu – Lesen als Thema kommt schließlich gut bei lesenden Leuten, also den Käufern halt und zuletzt noch Liebe – hach!

 

Als ob es, nebenbei gesagt, auf Kreta nicht wahnsinnig viel sehr reale Unterdrückung von Frauen gäbe. Immer noch. Aber das hat die Verfasserin bei aller Recherche wohl nicht mitgekriegt...


Bearbeitet von Angelika Jo, 10.09.2019 - 18:21,

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