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Longlist Deutscher Buchpreis

Buchpreis 2019

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126 Antworten zu diesem Thema

#121
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.250 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Er ist doch immer wieder aktuell: Eine Frau steht (anscheinend) vor der Wahl zwischen Beruf und Kind. Auch das Künstlermilieu, in dem der Roman spielt, finde ich interessant. Nur die Umsetzung lässt mich zweifeln. Wenn man genauer hinsieht, geht es darum, ob die Berufsausübung mit einer Schwangerschaft vereinbar ist (ist sie in diesem Fall, Mutterschutz wird nicht in Anspruch genommen). Spätere Probleme werden gar nicht auftauchen, da die künftige Mama sich natürlich eine Nanny leisten kann. Wie ich sagte, der Roman weiß eigentlich nicht recht, wovon er erzählen will. Das Thema bietet doch jede Menge Raum für Welthaltigkeit, oder?  :)

 

Das war auch der Grund, warum der Roman bei Sigrid Grün nicht ganz ankommen wollte. Frau Grün ist selbst Künstlerin, schreibt sie, und kennt solche Konflikte gut. Die Nanny ist – außer bei voll arrivierten Sängern – bestimmt nicht der Normalfall. 

 

Und zur Welthaltigkeit: Man kann halt darüber schreiben, wie die Welt ist. Dazu muss man sie nicht abpausen, Möglichkeiten gibt es viele, von Fabel bis zur Parodie. Oder man schreibt über etwas, was man sich ausgedacht hat, um seine Vorstellung davon, wie die Welt sein könnte oder sollte, in eine Form zu bringen. Ich habs mehr mit dem ersten Konzept.


Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de


#122
MartinaB

MartinaB
  • 36 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18

Ich habs auch mit dem ersten Konzept. Selbst wenn man sich was Fantastisches ausdenkt - es bleibt doch die eine Welt. Alle Fantasy-Vorstellungen können ja gar nicht anders, als sich an unserer Welt zu orientieren, sei es im Negativen oder Positiven. Wir können ja nicht über die eigene Nasenspitze hinausgucken wie z. B. Vater Äther :D .

"Der Schrifsteller beschreibt nicht die Realität, sondern die Existenz." sagt Milan Kundera, wobei die Darstellung der Existenz m.E. welthaltig ist, die Beschreibung der Realität eher platt.


 "Je näher man ein Wort ansieht, desto ferner sieht es zurück." Karl Kraus


#123
CorneliaL

CorneliaL
  • 3.216 Beiträge
  • Dabei seit 04.10.09

Die Shortlist ist da: https://www.spiegel....-a-1287157.html

 

LG Cornelia



#124
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.250 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Danke, Cornelia!

 

Wie schade, dass es Jan Peter Bremer und Angela Lehner nicht bis ins Finale geschafft haben. 

Zu "Brüder" kenne ich bis jetzt noch gar keine Stimmen. Ansonsten muss ich meinen Favoriten hier ja nicht noch einmal nennen.

 

Wen hättet ihr denn gern noch auf der Short List gesehen?


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#125
Christa

Christa
  • 8.643 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

"Vater unser" von Angela Lehner hätte ich auch gern auf der Shortlist gesehen. Von den "Winterbienen"  und "Herkunft" hatte ich eine Leseprobe gelesen. Interessieren könnte mich noch "Das flüssige Land". Mal sehen, wie die Jury im Oktober entscheidet.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn

Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#126
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.250 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Heute endlich auch was zu Jackie Thomae – eine große und hymnische Besprechung von Marie Schmidt. Quintessenz: "eine große deutsche Neuigkeit".

 

In den USA gibt es für Romane, in denen Existenzielles, Kulturelles und Zeitgeschichtliches zusammenschießt, den Ausdruck "Great American Novel". Angemessen schief übersetzt kann man sagen, dass "Brüder" wirklich eine große deutsche Neuigkeit ist: Ein Roman, der von Herkunft und nicht-weißer Identität erzählt, ohne seine Formen und Fragen von diesem Thema abhängig zu machen.

 

 

 

Thomae erzähle laut Rezensentin beiläufig, ohne die in deutscher Literatur leider beliebten literarisierenden Anstrengungen, diese Autorin interessiere sich offenkundig mehr für ihre Charaktere als für ihre eigene Stimme.

 

In dem Roman geht es um zwei in der DDR vaterlos aufgewachsene farbige Jungs, der Erzeuger ist jeweils derselbe, die Mütter nicht. Letztlich lautet auch hier das Thema "Herkunft". Ich bin gespannt, das Buch muss her!


Bearbeitet von Angelika Jo, 17.09.2019 - 16:31,

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#127
GesineS

GesineS
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  • Dabei seit 13.05.13

 

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