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"Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens


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2 Antworten zu diesem Thema

#1
SabineB

SabineB
  • 2.317 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14

„Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens
Deutsche Übersetzung: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

„Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen.“ (Ausschnitt aus dem Klappentext)

 

Kya ist gerade mal sechs Jahre alt, als sie in den Fünfzigerjahren von den Mitgliedern ihrer zerrütteten  Familie verlassen wird. Einsam und völlig auf sich gestellt, meistert sie ihr karges Leben durch einen unbedingten Überlebenswillen. Ihr zuhause ist eine verfallene Sumpfhütte in der Marsch von North Carolina. Ihre Freunde sind Vögel und Krabben.

Durch das Sammeln von Muscheln, die ihr ein freundlicher Mann für ein paar Penny abkauft, kann sie sich hin und wieder etwas zu Essen kaufen.

Als eines Tages ein Junge in das Leben des schüchternen Mädchens eindringt, braucht sie lange, sich ihm zu öffnen. Jahre später lernt sie auch noch Chase kennen …

 

Der Autorin gelingt es nicht nur, sehr eindringliche Charaktere zu erschaffen, sondern auch, die wilde Schönheit des Marschlandes bildgewaltig und tief zu beschreiben. Man hört förmlich das Schlagen von Vogelflügeln, das Huschen der Krabben über den feuchten Strand, den Wind in den Bäumen, das Rauschen des Meeres.

Ein außergewöhnliches Debüt, dessen überraschendes Ende für meinen Geschmack ein wenig überfrachtet ist.

Trotzdem möchte ich es unbedingt empfehlen.

 

Sabine Bartsch



#2
KathrinH

KathrinH
  • 17 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19

Schön, dass jemand das Buch hier besprechen will :). Also ich höre das Buch gerade als Hörbuch und bin kurz vorm Ende. Mir hat es bisher ganz gut gefallen, auch wenn ich den Hype darum trotzdem nicht ganz nachvollziehen kann. Es hat mich stellenweise doch etwas an den Roman "Mein ein und alles" von Gabriel Tallent erinnert und ist deswegen jetzt nicht unbedingt eine "Neuheit".

Die Geschichte dreht sich hier hauptsächlich um das Leben von Kaya, die ganz allein vom Kind zur Frau reifen muss, was ihr ganzes Leben prägt. Ihre Verbundenheit mit der Natur und den Tieren um sie herum ist in wunderschönen Bildern beschrieben und wirkt dadurch für mich authentisch. Wer allerdings eine "richtige" Kriminalgeschichte erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, denn meiner Meinung stellt der Todesfall von Chase Andrews eher eine Nebenhandlung in einem 2. Erzählstrang dar, der die Haupthandlung, nämlich die Geschichte um Kaya, auf struktureller und zeitlicher Ebene unterbricht und damit auflockert. Am Ende laufen die Zeitebenen und damit die beiden Erzählstränge zusammen, sodass der "Kriminalgeschichte" mehr Gewicht zuteil wird.

Ich bin schon gespannt auf das Ende, habe noch knapp 2 Stunden Hörzeit übrig :D.

 

Ich bin mir nicht sicher, ob in dem Roman ein kleiner Logikfehler ist. Vielleicht habe ich an diesen Stellen nur nicht richtig hingehört? Aber als Kaya mit Chase in die große Stadt fährt, erfährt man doch, dass sie da zum ersten Mal in einem Auto sitzt. Irgendwie dachte ich aber, dass sie schon als Kind mit einem Auto gefahren ist, nämlich als sie für den Schulbesuch abgeholt wird, oder nicht? Oder war das vielleicht ein Schulbus? Ich kann leider nicht zurückblättern, vielleicht kann mir von euch jemand helfen :)



#3
KathrinH

KathrinH
  • 17 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19

So, nun habe ich auch den Schluss gehört und kann mir jetzt vorstellen, was du mit "überfrachtet" meinst, Sabine. Mir hat der Schluss weniger gut gefallen. Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn noch etwas unbedingt bis zu Ende erzählt wird, obwohl die eigentliche Geschichte schon längst abgeschlossen ist. Die Auflösung des Todesfalls ist für mich nicht so ganz nachvollziehbar. Empfehlenswert ist es aber allemal!