Inhalte aufrufen

Profilbild

Die sozialen Erwartungen an den Buchhandel


  • Zum Antworten bitte anmelden
4 Antworten zu diesem Thema

#1
Ramona

Ramona
  • 3.700 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

"Luxus, nicht Leberwurst - 

 

Auf ihrer Lesereise durch bisher 25 Orte hat die Buchhändlerin und Autorin Martina Bergmann beobachtet, dass die sozialen Erwartungen an den Buchhandel ein schwindelerregendes Niveau erreicht hat. Ihr Rat an die Kollegen: Aufwand und Risiko für Veranstaltungen auf mehrere Schultern zu verteilen."

 

https://bit.ly/2qWAxii


Bearbeitet von Ramona, 18.11.2019 - 10:05,

Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#2
DirkH

DirkH
  • 917 Beiträge
  • Dabei seit 29.04.15

Buchhändler, die jeden Wunsch des Kunden erfüllen wollen, ähneln Autoren, die versuchen, jedem Wunsch des Buchhandels nachzukommen.  


Sagt Abraham zu Bebraham: Kann ich mal dein Cebraham?


#3
AnnaW

AnnaW
  • 1.081 Beiträge
  • Dabei seit 10.08.15

Das ist ein Artikel, der für andere Buchhändler gedacht ist und sich weder an uns als eingeladene Autorinnen noch an Kunden richtet. Als Buchhandlungskundin stößt er mich sogar vor den Kopf. Ich bin eine dankbare Lesungsbesucherin und nehme das Engagement der Buchhändler bei Veranstaltungen nicht als selbstverständich - und beobachte das auch nicht bei anderen Gästen. Im Gegenteil füllen Lesungen eine Lücke und decken einen Bedarf an Austausch und Teilhabe, der so, in deiser Form, auch nur von Buchhändlerinnen übernommen werden kann. Wenn Sparkassen Lesungen organisieren, ist das etwas anderes, da fehlen meiner Meinung nach Einbettung und Hintergrundwissen.

 

Die Kosten für eine Veranstaltung auf mehrere Schultern zu verteilen, ist grundsätzlich ein guter Rat, aber keine neue Idee. Und ob er nun Lesungen veranstaltet oder nicht, das kann ja jeder Buchhändler für sich entscheiden. Viele machen es nicht. Aber wenn man es macht, dann darf man seine Gäste auch gerne als Gäste betrachten (ebenso wie den Autor, der sich über einen Haken für seinen Mantel ebenso freut wie über ein Glas Wasser nach längerer Anreise) und darf auch gerne Plätzchen backen. Dass Aufwand und Kosten für Lesungen von Stadt und Gemeinde nicht immer wertgeschätzt werden, steht meiner Meinung nach auf einem anderen Blatt. Das hat aber nichts mit den Kunden zu tun, die sich über Veranstaltungen freuen. (Abgesehen davon gehen zu Lesungen auch nur Leute, die gerne lesen, alle anderen bevorzugen andere Dabietungen.) Und auch nichts mit zunehmender 'Eventisierung' in der Gesellschaft.

 

Also: Ich verstehe das Problem nicht und finde das Niveau genau richtig. Bequemer Platz: ja. Ein Getränk: bitte. Ein gut vorbereiteter Autor und eine Buchhändlerin, die Lust hat, eingeladenen Autor und Publikum (das in der Regel entsprechend für die Veranstaltung zahlt) zusammenzubringen. Oder eben keine Lesung. Ist dann gerade an Orten, in die keine U-Bahn fährt, schade.


Bearbeitet von AnnaW, 17.11.2019 - 15:06,


#4
SabineB

SabineB
  • 2.317 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Mir kommt der Artikel eher wehleidig vor. Natürlich müssen Einzelhändler ihren Kunden heutzutage was Anderes bieten, als noch vor zehn Jahren.

#5
Nina

Nina
  • 1.041 Beiträge
  • Dabei seit 28.10.05

Ich weiß nicht genau, was einem da gesagt werden soll. Dass sie als Buchhändlerin nicht andauernd eine Lesung macht, ist doch völlig selbstverständlich. Und die Leute sind ja nicht wegen des Essens hier - in die Küche stellen muss sich da wirklich niemand! 

 

Ein paar Getränke vom Discounter, ein paar Salzstangen etc. sind aber jetzt wirklich kein Drama. Also Salzstangen und Kekse habe ich sogar als lesende Autorin und Studentin (!) mal mitgebracht, daher weiß ich um den finanziellen Aufwand Bescheid. Und man fühlt sich halt wohler. Ich gehe z.B. an einen Veranstaltungsort hier in der Stadt nicht mehr, weil es nichts gibt. Dabei geht es mir nicht drum, ein kostenloses Getränk abzustauben, ich würde mir auch eines zu Gastronomiepreisen (die deutlich über Supermarktpreisen liegen) kaufen bzw. habe das schon oft genug getan. Aber es wird die Lesung gemacht, danach strömen die Gäste und Vortragenden raus und der Saal wird zugesperrt. Aber ich bin doch da, um ein paar andere Literaturinteressenten kennen zu lernen, ein bisschen gepflegten Small Talk nach der Lesung zu genießen! - Ansonsten mache ich es mir lieber zu Hause mit einem Hörbuch gemütlich.

 

Meine Eltern gehen öfter auf Vernissagen. Denen geht es genauso. Da waren sie bei einer, nur lange Reden, nachher war alles leer und sie praktisch unter sich, dann haben sie den Standort gewechselt, andere Location, nachher noch ein Gläschen Wein, alten Bekannten getroffen, der noch ein paar Leute vorgestellt hat, nette Runde, alle glücklich.

 

Natürlich sollen auch die Texte/Bilder gefallen, aber ein Event ist halt nichts Ganzes, wenn nur das Programm runtergespult wird.