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Interview mit Andreas


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72 Antworten zu diesem Thema

#41
Evelyne

Evelyne
  • 297 Beiträge
  • Dabei seit 29.04.15

Da fällt mir ein, wie meine Tochter mich vor Jahren mal gefragt hat, wie wir denn gelebt hätten ohne Handy und Internet. Wie wir an unsere Informationen kamen und wie wir uns verabredet haben.

Die Smartphones nerven mich auch. Meine Freunde machen ständig Fotos und Videos und ich muss mir dann alles anschauen! :-)

Aber vermutlich kann man tatsächlich irgendwann nicht mehr ohne. Meine Bank hat vor ein paar Monaten das Überweisungsverfahren umgestellt, mit App. Die Kunden ohne Smartphone wie ich zahlen jetzt für jede Überweisung 8 Cent. Ich überlege mir, die Bank zu wechseln, aber ob das woanders besser ist?


www.laye.org


#42
Ramona

Ramona
  • 3.952 Beiträge
  • Dabei seit 17.03.11

Smartphone, Smart-TV, SmartWatch … Das ist ja erst der Anfang. Man arbeitet inzwischen ja an Mikrochips, die unter der Haut getragen werden. Künftigen Generationen werden diese Mikrochips höchstwahrscheinlich gleich nach der Geburt unter der Haut eingepflanzt … 


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#43
KerstinH

KerstinH
  • 1.050 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19
Genau, in Schweden gibt's schon die ersten Versuche. Mikrochips in der rechten Hand zum bargeldlosen Bezahlen. Dass jedem Konto eine Person zugeordnet ist und damit die entsprechende Person immer und überall zu orten wäre (ist?), scheint unter den begeisterten Trägern niemanden zu stören.

#44
Christa

Christa
  • 9.741 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

@Olaf: Gerade erst gesehen, als ich nebenbei auf mein Smartphone schaute: Wir diskutieren lebhaft über Teilaspekte vom Interview mit Andreas, und das waren neben dem Schreiben an sich, wie man dazu kam, wie man arbeitet usw., die Stichpunkte "Smartphone", "1984" und die beängstigende Entwicklung der Digitalisierung und Überwachung. Das andere kommt bestimmt noch. ;)

 

@Eveline und Ramona: Die Smartwatch habe ich gestern im Normal-Fernsehen gesehen. Misst den Puls, man kann telefonieren und viele Dinge machen, und es fällt nicht so auf, wenn man sich die Uhr ans Ohr hält. Erinnert mich an die kinderhütende Waschmaschine von Stanislav Lem.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#45
Christa

Christa
  • 9.741 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Smartphone, Smart-TV, SmartWatch … Das ist ja erst der Anfang. Man arbeitet inzwischen ja an Mikrochips, die unter der Haut getragen werden. Künftigen Generationen werden diese Mikrochips höchstwahrscheinlich gleich nach der Geburt unter der Haut eingepflanzt … 

 

Da fällt mir ein, wie meine Tochter mich vor Jahren mal gefragt hat, wie wir denn gelebt hätten ohne Handy und Internet. Wie wir an unsere Informationen kamen und wie wir uns verabredet haben.

 

Die Mikrochips unter der Haut hören sich noch mehr nach Sience Fiction an, Ramona. Das wird wahrlich eine Schöne neue Welt!

 

Wie wir vor der Handy- und Internetzeit gelebt haben? Vor dem Jahr 2000 (mein erster Computer) hatte ich mehr mit der realen Welt zu tun. Die letzten 20 Jahre waren eine total rasante Entwicklung. Bis dahin hat man mit Telefon, Fax, Anrufbeantworter und persönlichen Gesprächen gearbeitet. Ist mehr ins Kino und in die Kneipe gegangen. Ansonsten habe ich mir einiges herübergerettet: Überweisungen persönlich auf der Bank, zum Beispiel. Dagegen viele, viele Dinge über Emails. Bei allem, was ich nicht übers Internet mache, habe ich die Kontrolle, im Internet nicht.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#46
Daniela

Daniela
  • 1.367 Beiträge
  • Dabei seit 29.08.06

Meine Bank hat vor ein paar Monaten das Überweisungsverfahren umgestellt, mit App. Die Kunden ohne Smartphone wie ich zahlen jetzt für jede Überweisung 8 Cent. Ich überlege mir, die Bank zu wechseln, aber ob das woanders besser ist?

 

Bei meiner Bank kann man alternativ zur App kostenlos das mTAN-Verfahren wählen. Sonst hätte ich als smartphone-Verweigerer auch die Bank gewechselt :-)

Aber wie lange man sich dem Druck noch entziehen kann, bleibt abzuwarten.



#47
FlorianH

FlorianH
  • 304 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18
Fein, nun kann ich den Artikel ausch lesen :)
 
Schön, dass Andreas sich auch keine Gedanken ums Genre macht. Ich dachte, das sei verpönt, aber wenn so ein Autor das auch tut, kann es zumindest nicht ganz verkehrt sein.
 
Etwa ein Roman pro Jahr bei einem Vollzeitautoren klingt so, als ob jene, die nur in der Freizeit zum Schreiben kommen, eine Dekade veranschlagen müssten.
Das, hörte ich, nimmt kein Verleger so recht hin. Wie schafft man es trotzdem? 
 
Zur Überwachung sei noch gesagt, dass ein Überwachungsnetzwerk nicht nur auf Smartphones basieren muss. Bei Internetanwendungen und insbesondere Smartphones wissen wir, dass die Datenkraken jeden Klick und das Bewegungsprofil auswerten, aber die theoretischen Möglichkeiten reichen viel weiter. Vor denen sind auch Internet- und Telefonverweigerer nicht gefeit.


#48
KerstinH

KerstinH
  • 1.050 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19
Zur Überwachung sei noch gesagt, dass ein Überwachungsnetzwerk nicht nur auf Smartphones basieren muss. Bei Internetanwendungen und insbesondere Smartphones wissen wir, dass die Datenkraken jeden Klick und das Bewegungsprofil auswerten, aber die theoretischen Möglichkeiten reichen viel weiter. Vor denen sind auch Internet- und Telefonverweigerer nicht gefeit.

 

Und würdest du angesichts dieser Aussage immer noch sagen, dass die Leute sich letztlich freiwillig und aus purer Bequemlichkeit überwachen lassen?



#49
FlorianH

FlorianH
  • 304 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18
Ja

#50
Christa

Christa
  • 9.741 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Einspruch, Euer Ehren.

Ich habe gerade einen Bericht gelesen, bei dem mir ganz schattig vor den Augen wurde. Die größte Datenkrake ist nämlich der Staat selbst! Er sammelt zunehmend Daten aller Bürger, weiß, auf welchem Platz du im Flugzeug gesessen bist und wieviel du an deine Freundin in Mexiko überwiesen hast. (Dabei wird dieser Datenbrei so groß, dass zum Beispiel der Attentäter Amri durch halb Europa reisen konnte, bevor er in Italien erschossen wurde). Und das alles zur vermeintlichen Abwehr von Straftaten!

 

Vor diesem Hintergrund schrumpft meine naive Frage, ob ich als Autorin ein Smartphone brauche, auf weniger als nichts zusammen.

Diese Art der Überwachung habe ich mir nicht freiwillig auf die Schultern gepackt. (Und ich habe es schon in den 70ern erlebt, dass unser Telefon angezapft wurde. Jeder, der sich in der Öffentlichkeit irgendwie hervortut, ist besonders gefährdet.)

https://www.internet...e-ueberwachung/

 

Ich hoffe, der Link funktioniert.

 

Zu deinen anderen Fragen: Genre, ja, Agent und Mitautoren haben mir immer zu einer ungefähren Genreeinordnung geraten.

 

Wenn man kein Vollzeitautor ist, braucht man auch nicht unbedingt Dekaden zum Romanschreiben. Ich habe in 16 Jahren 10 Romane und zwei Sachbücher veröffentlicht. Wenn man die zwei Schubladenromane nicht dazuzählt, wären das ungefähr alle 1,5 Jahre ein Buch.


Bearbeitet von Christa, 01.12.2019 - 11:47,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#51
FlorianH

FlorianH
  • 304 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18
Waere toll, wenn der Staat dann auch gleich meine Steuererklaeung proaktiv machte.
Aendert alles gar nuet dra, dass man seine Daten schon lange selbst fuer lau weggibt :)

Da ist Andreas ja ein vergleichsweise gemaechlicher Schreiber :)

Bearbeitet von FlorianH, 01.12.2019 - 12:15,


#52
KerstinH

KerstinH
  • 1.050 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19

 

Zur Überwachung sei noch gesagt, dass ein Überwachungsnetzwerk nicht nur auf Smartphones basieren muss. Bei Internetanwendungen und insbesondere Smartphones wissen wir, dass die Datenkraken jeden Klick und das Bewegungsprofil auswerten, aber die theoretischen Möglichkeiten reichen viel weiter. Vor denen sind auch Internet- und Telefonverweigerer nicht gefeit.

 

Und würdest du angesichts dieser Aussage immer noch sagen, dass die Leute sich letztlich freiwillig und aus purer Bequemlichkeit überwachen lassen?

 

 

 

Ja

 

Gut, dann sind wir da teilweise geteilter Meinung. Wer sich Alexa und ähnlichen Kram freiwillig ins Haus holt, ist selbst schuld. Da nehme ich mich auch nicht aus, denn mein Fernseher ist internetfähig. Und ich weiß, dass - zumindest theoretisch - ein Gerät nicht unbedingt aus ist, wenn es aus ist.

Bei anderen Sachen würde ich die Freiwilligkeit so nicht sehen. Ein Beispiel ist die elektronische Steuererklärung, die ich machen muss, ob ich will oder nicht. Auch andere Vorgänge, die anfangs freiwillig sind und dann immer mehr zum Muss werden, würde ich hierunter zählen, beispielsweise meine Kontenverwaltung. Noch kann ich die gute alte Überweisung per Hand vornehmen, aber wie lange noch? Der Trend geht eindeutig in Richtung Bargeldabschaffung.

Ein anderer Punkt ist, dass die Leute über das Ausmaß des Datensammelns im Unklaren gelassen werden. Ich habe nicht zugestimmt, dass mein Fernseher Daten über mein Fernsehverhalten an den Hersteller sendet. Ich habe das im Internet erfahren und weiß auch nicht, ob es auf mein Gerät zutrifft. Außerdem weiß ich nicht, wer sich da vielleicht noch zwischenschaltet (natürlich kann ich mir da meine Gedanken machen :-) ). Das Gleiche gilt für diese sprechenden Spielzeuge, gerne Puppen, die mal eben das Kinderzimmer ausspionieren. Da waren - und sind - die Käufer nicht annähnernd im Bilde, was sie sich da ins Haus holen. Bin ich wirklich selbst schuld, wenn ich mich nicht über alles und jedes informiert habe - wenn ich gar nicht drauf komme, was jeweils möglich sein könnte?

 

Aber es gibt halt verschiedene Auffassungen von den Dingen, und das ist ja ok. :-)



#53
Christa

Christa
  • 9.741 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Waere toll, wenn der Staat dann auch gleich meine Steuererklaeung proaktiv machte.
Aendert alles gar nuet dra, dass man seine Daten schon lange selbst fuer lau weggibt :)

 

Nicht nur im Internet hinterlässt jeder Spuren. Wenn man reist, Überweisungen bei der Bank oder seine Steuererklärung macht, 

gibt man seine Daten nicht freiwillig weg, sondern gezwungen. (Wie auch Kerstin ausführt). Wenn man weiß, dass über die sozialen Netzwerke (auch von Montségur) Daten gesammelt werden, sollte man sich überlegen, welche Daten man weitergibt. Oder man hält den Mund und vergräbt sich in seinem Kämmerlein. Ich unterscheide zwischen freiwillig und bewusst. Nur wer weiß, was mit seinen Daten passiert und sie trotzdem weitergibt, handelt freiwillig.


Bearbeitet von Christa, 01.12.2019 - 12:59,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#54
Christa

Christa
  • 9.741 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

@Noch was für Florian: Du kannst auch eine Dekade lang einen Roman schreiben und hast dann ausgesorgt wie Patrick Süskind. ;)

 

Ich halte mich übrigens auch nicht gern an strenge Genrevorgaben. Bloß kann es einem dann passieren, dass eine Agentur antwortet:

Da kräuseln sich unsere Fußnägel, und alle Alarmglocken schrillen. Warum? Weil die Buchhändler das so wollen, und weil anscheinend die Leser das auch so wollen.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#55
AndreasE

AndreasE
  • 2.362 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Da ist Andreas ja ein vergleichsweise gemaechlicher Schreiber :)

 

Motto der Schwaben: "No net huadla."  8-) 



#56
AndreasE

AndreasE
  • 2.362 Beiträge
  • Dabei seit 01.04.07

Ein anderer Punkt ist, dass die Leute über das Ausmaß des Datensammelns im Unklaren gelassen werden. Ich habe nicht zugestimmt, dass mein Fernseher Daten über mein Fernsehverhalten an den Hersteller sendet. Ich habe das im Internet erfahren und weiß auch nicht, ob es auf mein Gerät zutrifft. Außerdem weiß ich nicht, wer sich da vielleicht noch zwischenschaltet (natürlich kann ich mir da meine Gedanken machen :-) ). Das Gleiche gilt für diese sprechenden Spielzeuge, gerne Puppen, die mal eben das Kinderzimmer ausspionieren. Da waren - und sind - die Käufer nicht annähnernd im Bilde, was sie sich da ins Haus holen. Bin ich wirklich selbst schuld, wenn ich mich nicht über alles und jedes informiert habe - wenn ich gar nicht drauf komme, was jeweils möglich sein könnte?

 

Eine der interessantesten Fragen unserer Zeit. Natürlich bist nicht Du "schuld", dass Dein Fernseher mithört, was ihr im Wohnzimmer so redet, oder gar zuguckt (um das mit dem "Daten an den Hersteller senden" mal konkret zu machen: Wenn ein Gerät Sprachsteuerung, dann hört es zu, anders ginge es ja gar nicht. Und wenn es Gestensteuerung hat, dann schaut es zu. Und Du weißt nicht, wer am anderen Ende so sitzt und mithört/schaut). "Schuld" daran ist der Hersteller, der es genau so gebaut hat, ganz klar.

 

Andererseits produziert jeder Hersteller nur, was er für verkäuflich hält, und das Fatale ist, dass solche Geräte tatsächlich verkäuflich sind, und nicht nur dass, sie sind sogar so gefragt, dass es andere schon gar nicht mehr gibt. (Nagelt mich nicht drauf fest; wir haben seit 16 Jahren keinen Fernseher mehr und sind nicht auf dem Laufenden.) Dank dieser "Verschwörung der Mitkonsumenten" bleibt dann nur die Alternative, so einen Fernseher zu nehmen oder gar keinen.

 

Im Grunde wird einem ein "unsichtbarer Preis" abverlangt: Der Fernseher kostet nicht nur die €3000,-, die er kostet, sondern zusätzlich die Privatsphäre.

 

Gibt's eigentlich noch keinen Service, den man rufen kann, dass er einem die Mini-Kameras und Mini-Mikrofone usw. aus Konsumprodukten ausbaut? 



#57
KerstinH

KerstinH
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Na, dann bin ich ja beruhigt. Mein Fernseher hat weder Sprach- noch Gestensteuerung, ist schon knappe acht Jahre alt, und dass ich mit ihm ins Internet kann, habe ich erst Jahre später nach einem Umzug entdeckt ;-).

Bearbeitet von KerstinH, 01.12.2019 - 15:26,


#58
Michael Beisteiner

Michael Beisteiner
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Wer ein Zeit-Abo hat, oder die Zeitung zu Hause, kann diesen interessanten Artikel zur Digitalisierung "Da passt noch was dazwischen" dazu lesen:

 

https://www.zeit.de/...hina-usa-europa


Zuletzt erschienen: Der Tomatenrebell (wortweit, neu im Frühjahr 2020)

                            zwischenlandungen (Arovell)


#59
Christa

Christa
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Ein anderer Punkt ist, dass die Leute über das Ausmaß des Datensammelns im Unklaren gelassen werden. Ich habe nicht zugestimmt, dass mein Fernseher Daten über mein Fernsehverhalten an den Hersteller sendet. Ich habe das im Internet erfahren und weiß auch nicht, ob es auf mein Gerät zutrifft. Außerdem weiß ich nicht, wer sich da vielleicht noch zwischenschaltet (natürlich kann ich mir da meine Gedanken machen :-) ). Das Gleiche gilt für diese sprechenden Spielzeuge, gerne Puppen, die mal eben das Kinderzimmer ausspionieren. Da waren - und sind - die Käufer nicht annähnernd im Bilde, was sie sich da ins Haus holen. Bin ich wirklich selbst schuld, wenn ich mich nicht über alles und jedes informiert habe - wenn ich gar nicht drauf komme, was jeweils möglich sein könnte?

 

Eine der interessantesten Fragen unserer Zeit. Natürlich bist nicht Du "schuld", dass Dein Fernseher mithört, was ihr im Wohnzimmer so redet, oder gar zuguckt (um das mit dem "Daten an den Hersteller senden" mal konkret zu machen: Wenn ein Gerät Sprachsteuerung, dann hört es zu, anders ginge es ja gar nicht. Und wenn es Gestensteuerung hat, dann schaut es zu. Und Du weißt nicht, wer am anderen Ende so sitzt und mithört/schaut). "Schuld" daran ist der Hersteller, der es genau so gebaut hat, ganz klar.

 

Andererseits produziert jeder Hersteller nur, was er für verkäuflich hält, und das Fatale ist, dass solche Geräte tatsächlich verkäuflich sind, und nicht nur dass, sie sind sogar so gefragt, dass es andere schon gar nicht mehr gibt. (Nagelt mich nicht drauf fest; wir haben seit 16 Jahren keinen Fernseher mehr und sind nicht auf dem Laufenden.) Dank dieser "Verschwörung der Mitkonsumenten" bleibt dann nur die Alternative, so einen Fernseher zu nehmen oder gar keinen.

 

Im Grunde wird einem ein "unsichtbarer Preis" abverlangt: Der Fernseher kostet nicht nur die €3000,-, die er kostet, sondern zusätzlich die Privatsphäre.

 

Gibt's eigentlich noch keinen Service, den man rufen kann, dass er einem die Mini-Kameras und Mini-Mikrofone usw. aus Konsumprodukten ausbaut? 

 

Na super! Mein ziemlich neues Philips-HD-Gerät hat mit Sicherheit solche Funktionen. Anscheinend wurde von einigen Herstellern schon empfohlen, keine sensiblen Gespräche vor dem Fernseher zu führen. Aber dieses SmartTV ist ja kein bösartiger Spion, sondern sie wollen nur meine TV und Internetvorlieben kennen, Empfehlungen schicken und was verkaufen. Also wenn sie sehen, dass ich Kartoffelchips knabbere, werden sie mir die tollsten Chipsvariationen anbieten. :D Haben aber nicht mehr alle -nach Protesten der Verbraucher.

 

Man muss überhaupt niemanden rufen, um Kamera und Spracherkennung auszuschalten, sondern kann das über die Fernbedienung selber tun.

https://www.smart-wo...as-ausschaltet/


Bearbeitet von Christa, 01.12.2019 - 15:50,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


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#60
FlorianH

FlorianH
  • 304 Beiträge
  • Dabei seit 17.08.18

Naja, Daten wurden schon immer erfasst. Keiner will wirklich, dass die Bank selbst nicht weiss, wie viel sie von welchem Konto an wen überweist und der Empfänger am Ende gar nichts empfängt, weils ja nicht nachverfolgbar und auch den beteiligten Geldinstituten unbekannt bleiben soll.

Der Staat wusste schon seit jeher sehr viel über seine Bürger, was ja auch irgendwo in der Natur eines Staates liegt, der Steuern erhebt. Gehen Steuererklärungen in Deutschland echt nicht mehr auf Papier? Meine letzte ist schon eine Weile her.

 

Ein wenig sollte man schon wissen, was die benutzten Technologien machen. Ähnlich wie dem Spruch, das Unwissenheit nicht vor Strafe schütze.

Näheres steht auch oft in den Terms und Conditions, die man gerne ungelesen bestätigt.

Nicht alles ist böse Absicht, viele der geliebten Goodies funktionieren gerade deshalb, weil Datenaustausch betrieben wird und die jeweiligen Empfänger daraus lernen.

Wenn der Markt für Röhrenfernseher mit Antennenempfang und ohne Fernbedienung da wäre, gäbe es auch die Geräte noch.

In der Welt von 1984 wäre der Markt anders reguliert. Da müsste man sich so ein Gerät zulegen und ständig bei sich tragen, wenns nicht sogar staatlich verordnet implantiert würde.

 

Den Standort eines Mobiltelefons konnte der Netzwerkbetreiber schon immer auf einige Meter genau einpeilen und Telefonate sind abhörbar, seit es Telefone gibt.

Wird auch in jedem Geheimdienst Thriller mindestens einmal gezeigt. Angesichts dessen ist es erstaunlich, dass dann doch viele Geheimdienst Thriller Leser über Snowdens Enthüllungen überrascht gewesen sein sollen.

 

Das Ganze würde eine ganz andere Dimension erhalten, wenn wieder eine Staatsform an der Reihe wäre, die dem Bürger auf die Gesinnung schaut.

Wenn dann wirklich am nächsten Tag jemand an Deiner Haustür klingelt, der den systemkritischen Post des Vorabends mit Dir diskutieren will.

Oder diese Staatsform in 20 Jahren an die Macht kommt, der dann gar nicht passt, was Du gestern vielleicht irgendwo geschrieben hast.


Bearbeitet von FlorianH, 01.12.2019 - 17:45,