Inhalte aufrufen

Profilbild

Herab/hinab


  • Zum Antworten bitte anmelden
25 Antworten zu diesem Thema

#21
AngelikaJo_Mod

AngelikaJo_Mod
  • 17 Beiträge
  • Dabei seit 25.11.10

Inez, vielleicht magst du einen neuen Thread dazu eröffnen? Vielleicht im Kaffeehaus?

 

Herzlich

Angelika



#22
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.314 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Darf ich mich hier noch einmal fragend einschalten (statt mich herauszuhalten? :)) Ich verfahre mit hin und her so wie von euch beschrieben, etwas, das relativ selbstverständlich abläuft.

Aber ich habe immer wieder ein Sprachgefühlproblem, wenn ich mich aus etwas herausbewege. Es müsste hinaus heißen, denn ich ziehe ja irgendwo hin. Und ich will dennoch immer wieder schreiben: Ich fahre aus der Stadt heraus. (Warum, vielleicht, weil eine Stadt den Hinausziehenden noch eine Weile begleitet, weil es dauert, bis man die letzten Häuser hinter sich lässt und hinter dem Ortsschild noch ein Bushäuschen steht?)

Ich verbessere es - da ich ja hinaus und weiterfahre - da erscheint es mir falsch. Kehre also zurück zum ursprünglichen, eigentlich von der Logik falschen, vom Gefühl aber richtigen her - und auch das schaut mich nun fragend an. Beides irgendwie "falsch". Ich weiß, dass das Sprachgefühl mitunter in die Irre führt, aber ...  Was tun?

 

Das erste, was mir dazu einfällt, dass in solchen Fällen – auch in dem von Christas Bett – ein Pleonasmus vorliegt. Die Sache mit her und hin ist nötig und gebräuchlich, wenn ein Ortswechsel besprochen wird, der explizit von einer bestimmten Perspektive belegt ist. Von daher das obligatorische:

 

- "Komm mal her!" (du bitte zu mir, hierher, an diesen Platz, wo ich stehe.)

"Willst du nicht? Gut, dann gehe ich eben hinüber." (zu dir, bewege mich weg von meinem Platz. )

 

Das kann man kombinieren mit Präpositionen: her-, hinauf, -unter, -über etc., was dann sinnvoll ist, wenn eine Verkürzung vorliegt, die eine eigentlich Präposition nicht erlaubt (Präposition heißt genau genommen: ein Wort auf einer Position vor – prä – einem Nomen). 

Mit Nomen würde ich also sagen: Ich gehe über die Straße. Ohne Nomen: Ich gehe hinüber. Eine eher überflüssige Wortverdoppelung dagegen: Ich gehe über die Straße hinüber. – Kann man trotzdem beim Sprechen hören, da sind Redundanzen ja begründet und beliebt.

 

Bei Stadt und Bett habt ihr aber ein Nomen: Ich falle aus dem Bett. Ich fahre aus der Stadt. Das würde reichen.

 

Ich versteh aber dein Bedürfnis nach dem heraus schon, Claudia, würde wie Kerstin auch mit der Gemütsverfassung des Perspektvträgers argumentieren, allerdings nicht rückwärtsgerichtet, dass Gedanken und Gefühle des Ichs noch in der Stadt weilen, sondern dass das Ziel schon das neue Hier ist. Ich fahre ... heraus. – So wie eine Maus, die erst in ihrem Häuschen sitzt und dann herauskommt – dahin, wo jetzt die Musik spielt, die Leute sie sehen oder die Katz – o, letzteres wäre natürlich fatal.

 

Kannst du damit was anfangen?


Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de


#23
ClaudiaB

ClaudiaB
  • 2.340 Beiträge
  • Dabei seit 11.12.09

Danke Angelika, und danke, Kerstin, ich kann mit beidem viel anfangen. Die psychologische Dimension leuchtet mir ein (die hatte ich ja unbewusst auch bemüht, als ich dachte, dass die Stadt noch da ist, immer noch ein bisschen da ... und ebenso hat es Christa mit dem Bett beschrieben.) Mir leuchtet auch die Redundanz ein. Ich weiß auch nicht, ob ich wirklich: aus der Stadt heraus/hinaus geschrieben hätte, ich wollte nicht so deutlich werden, weil ich aus einem entstehenden Projekt zitiere. Die Stadt hat einen Namen und den benutze ich: Ich fahre aus München/Stuttgart/Oestrich-Winkel ... hinaus, heraus? Herrgottsakrament ... I kann do ned sogn: I foar aus München. Kreizifix!

Und ich will auch nicht sagen: Ich verlasse München. Nein ich fahre aus München/Bergisch Gladbach heraus ... und ja, auf etwas zu, das ist schon da, aber mehr als Ahnung. Die Bewegung des Fahrens - und des langsamen Vorankommens - ist wichtig.

Natürlich ist es immer noch redundant, wenn die Stadt oder der Ort einen konkreten Namen hat - aber es würde doch niemand sagen: Ich fahre aus Frankfurt, immer Richtung Offenbach und dann nach Offenbach (hinein - ist aber redundant), hoffentlich komme ich auch wieder heraus (redundant, obwohl, nein, ich habe das Nomen ja nicht mehr benannt) denn die Offebäscher sind gefährlisch.

 

Ich werde mit meinem aus ... heraus-Satz schon fertig, aber es interessiert mich allgemein. Danke!!


Neu: Cleo Leuchtenberg (Lisa Dickreiter & Claudia Brendler) I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich. Oetinger HC
http://www.claudiabrendler.de


#24
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.314 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

I foa aus Minga ausse — Kreizteifi, des song mia scho!

 

Dies ist jetzt allerdings– nach einem schönen Abend bei (dir, Claudia, wohl bekannten und exzellente Weine kredenzenden) Freunden eine Aussage, die nichts als Faktizität auf ihrer Seite hat. Falls mehr Analyse gewünscht wird, müssen wir dazu wohl auf morgen vertagen.  :D


Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de


#25
ClaudiaB

ClaudiaB
  • 2.340 Beiträge
  • Dabei seit 11.12.09

Ja, eben, Kreizteifi! Oh, bei den kredenzenden Freunden, wie schön ... die musst du beim nächsten Mal von mir grüßen! Ich komme ja selbst gerade aus dem Weingebiet ... wo man eher für die Außenstehenden bzw Kommenden kredenzfreudig, ansonsten aber alltagstrunken ist.

Und ja, ich wünsche mehr Analyse, Madame, aber nur, wenn es Ihnen möglich ist, diese zu kredenzen!

Ich verharre, ergebenst, mit Kratzfuß (oder Kredenzfuß) und schon im Voraus dankend!

Claudia


Neu: Cleo Leuchtenberg (Lisa Dickreiter & Claudia Brendler) I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich. Oetinger HC
http://www.claudiabrendler.de


#26
KerstinH

KerstinH
  • 720 Beiträge
  • Dabei seit 08.04.19
Kredenzfuß! ;D ;D ;D Dafür führe ich sogar zum Städtele hinaus ...

Bearbeitet von KerstinH, 15.12.2019 - 12:46,