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Berufswunsch Schriftsteller/in schon als Kind?

Kinderbuch Jugendbuch lesen Louise Fitzhugh Einfluss schreiben

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25 Antworten zu diesem Thema

#1
GesineS

GesineS
  • 982 Beiträge
  • Dabei seit 13.05.13

Liebe Montis,

 

gibt es ein Kinder- oder Jugendbuch, das Euch einst ermutigt hat, mit dem eigenen Schreiben fortzufahren oder Euch überhaupt erst auf die Idee brachte, ausgedachte Geschichten und Beobachtungen aufzuschreiben – oder das in Euch früh den Wunsch weckte, Schreiben einmal zum Beruf zu machen?
Mir geht es hier um Bücher, die Ihr im Alter von etwa neun bis vierzehn Jahren gelesen habt.

Für viele anglo-amerikanische Autorinnen war Harriet the Spy von Louise Fitzhugh solch ein Auslöser. (Die deutschen Ausgaben heißen Harriet, Spionage aller Art bzw. – irreführend, finde ich – Harriet, die kleine Detektivin.) Von einigen deutschsprachigen Autorinnen wird Harriet ebenfalls angeführt; von denen fällt mir gerade nur Amelie Fried ein.

Bin gespannt auf Eure Antworten!

 

 

Herzlich

Gesine



#2
CorneliaL

CorneliaL
  • 3.542 Beiträge
  • Dabei seit 04.10.09

Also ich habe ja auch schon geschrieben, sobald ich überhaupt schreiben konnte. Und gelesen wie eine Verrückte. Aber bestimmte Bücher gab es, glaub ich, nicht, die mich dazu hätten animieren müssen. Der Drang in mir war einfach da, Eigenes in kleine blaue Vokabelhefte zu bringen. Allerdings kann ich mich an den Beginn meiner "utopischen" Phase erinnern, die wurde eindeutig von Stanislaw Lem angestoßen, nachdem ich seinen Roman "Der Unbesiegbare" gelesen hatte.

 

LG Cornelia



#3
MajaSch

MajaSch
  • 120 Beiträge
  • Dabei seit 20.01.20

Mich hat mein damaliger Deutschlehrer in der fünften Klasse ermutigt - damals hatte ich "die unendliche Geschichte" gelesen und gesehen und dann ein

Deutschheft mit einer eigenen Geschichte vollgeschrieben... 

 

Hab sehr viel gelesen als Kind, später auch, wirklich konsequent geschrieben erst seit 2017 :-)



#4
SusanneL

SusanneL
  • 2.132 Beiträge
  • Dabei seit 14.05.12

Spannende Frage, Gesine.
Bei mir waren es damals ganz eindeutig die "Trixie Belden-Bücher" von Julie Campbell. Nicht nur, dass ich unbedingt so sein wollte wie Trixie, ich habe damals auch einfach "beschlossen", später ebenfalls Schriftstellerin zu werden.



#5
MartinaA

MartinaA
  • 362 Beiträge
  • Dabei seit 21.02.17

Bei mir war es eine erste Enttäuschung, die mich zum Schreiben gebracht hat:

Ich habe als Kind „Hanni und Nanni“ geliebt und geradezu verschlungen. Allerdings hat mich der zeitliche Ablauf der einzelnen Bände verwirrt. Erst kam die gesamte Schullaufbahn chronologisch und anschließend gab es noch einige Bände, die irgendwo zwischendrin angesiedelt sind. Ich habe ewig nach Erklärungen dafür gesucht, warum die Zwillinge jetzt in der Zeit zurückgesprungen sind. In einer Ausgabe stand zur Erklärung hintendrin, dass diese weiteren Bände nach dem Tod von Enid Blyton in ihrem Schreibtisch gefunden worden seien. Und irgendwann hat mir eine Lehrerin in der Grundschule erzählt, dass ein Buch nicht immer von dem geschrieben wird, dessen Name auf dem Titel steht und dass „Hanni und Nanni“ von fremden Autoren fortgeführt wurde. 
Ich war so sehr enttäuscht. Ich kam mir so richtig veräppelt vor und habe dann beschlossen, meine eigenen Internatszwillinge zu schreiben – und darauf zu achten, dass die zeitliche Abfolge der einzelnen Klassen korrekt ist. Allerdings habe ich diese Geschichten nie fertiggeschrieben.



#6
CorneliaL

CorneliaL
  • 3.542 Beiträge
  • Dabei seit 04.10.09

Martina, das mit dem nicht-fertig-schreiben war sozusagen mein Markenzeichen. Ich hab meistens irgendwo mittendrin aufgehört, weil ich erstens nicht wusste, wie es weitergehen könnte und mir zweitens schon wieder die nächste Geschichte im Kopf herumgespukt ist.  ;D

 

LG Cornelia



#7
Yvonne

Yvonne
  • 1.917 Beiträge
  • Dabei seit 02.10.10

Mir ging es ähnlich wie Cornelia - geschrieben habe ich, sobald ich mit den Buchstaben umgehen konnte, davor habe ich meine Geschichten gemalt. Und gelesen habe ich sowieso, was auch immer mir in die Finger kam. 

Was mich aber so richtig begeistert und den Wunsch geweckt hat, selbst Autorin zu werden, ist die Begegnung mit einer "echten" Schriftstellerin: In der zweiten Klasse war bei uns in der Schule Irina Korschunow und hat aus den Wawuschels gelesen. Dass ein lebender, echter Mensch das Geschichtenschreiben zum Beruf gemacht hat, so wie mein Vater jeden Tag in die Firma gefahren ist, das fand ich so großartig - das wollte ich auch. Unbedingt. 

Und da ich ein sturer Mensch bin, bin ich dabei geblieben.  ;D


Neu: "Rosenwein und Apfeltarte" Roman, Juni 2018

http://www.yvonnes-romanwelten.de

Mit wem das Pferd nie durchgeht, der reitet einen hölzernen Gaul (Friedrich Hebbel)


#8
Christa

Christa
  • 9.733 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Wenn es eine "Initialzündung" für mich gegeben hat, Autorin zu werden, dann müssen es die Abenteuerbücher von Enid Blyton gewesen sein! Später, als Mutter eines Kleinkindes und der kurzen Tätigkeit in einer Kita, waren es Bücher von Janosch und Jörg Müller "Alle Jahre wieder geht der Presslufthammer nieder"-das 2016 wieder aufgelegt worden ist. Da wollte ich Autorin werden, was dann aber erst viel später stattfand. In der Zeit damals wurden dann sogar Fotos und Texte von mir in einem Ravensburger Verlag veröffentlicht.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#9
NicoleW

NicoleW
  • 271 Beiträge
  • Dabei seit 13.07.15

Die Frage kann ich ganz klar beantworten. Dieses "eine" Buch war bei mir "Der Brief für den König" von Tonke Dragt. Bis zu diesem Buch war ich auch eher Gelegenheitsleserin, danach ein absoluter Bücherwurm. Ich hab den Brief für den König in der sechsten Klasse gelesen. Fast zeitgleich habe ich für eine Kurzgeschichte über einen Löffel in der Schulmensa einen kleinen regionalen Preis bekommen. Diese zwei Dinge in Verbindung haben dann den Wunsch in mir geweckt, später auch beruflich mal zu schreiben (damals habe ich mich jedoch noch mehr als Enthüllungsjournalistin gesehen *g*). Bis ich dann bei der Belletristik gelandet bin, hat es dann noch ca. 20 Jahre gedauert, aber geschrieben habe ich tatsächlich seither immer - zum Spaß, für die Schülerzeitung, später PR- und Werbetexte. Ein komplett "schreibloser" Beruf wäre seit diesem Aha-Moment in der 6. Klasse nie für mich in Frage gekommen.



#10
HeikeF

HeikeF
  • 1.437 Beiträge
  • Dabei seit 22.02.12

Ja, von mir ein klares Ja. Und wer mich dazu gebracht hat, war Karl May, die Bücher haben mich zur begeisterten Leseratte werden lassen nach dem anfänglichen Massenkonsum von Donald Duck - Comics :). Und da kam auch der Wunsch auf, selbst "richtig" zu schreiben, nicht nur kurze Geschichten.

 

LG

Heike



#11
CarinaR

CarinaR
  • 179 Beiträge
  • Dabei seit 20.01.20

Bei mir hat sich schon in der Grundschule der Traum vom Schriftstellerleben entwickelt, als ich die ersten Kurzgeschichten im Deutschunterricht verfassen sollte. Seitdem lässt mich die Schreibwut nicht mehr los. Den Anstoß für meinen ersten Roman hat mir "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams gegeben. Dadurch habe ich mich dazu ermutigt gefühlt, experimentell und gesellschaftskritisch zu schreiben. Lustigerweise bin ich heutzutage jedoch für vorhersehbaren, seichten Mainstream bekannt. ;D


~~~ Carina alias C. R. Scott ~~~


#12
CorneliaL

CorneliaL
  • 3.542 Beiträge
  • Dabei seit 04.10.09

Auch ich hatte, wie jemand vorher schon schrieb, einen Kontakt zu einem "echten" Kinderbuchautoren, dessen Buch mich damals sehr begeistert hatte. Wir haben uns längere Zeit Briefe geschrieben, er hat Geschichten von mir beurteilt und mich behutsam auf Fallen aufmerksam gemacht. Was den Berufswunsch anbetrifft, den hatte ich, glaub ich, nicht. Weil meine Eltern zu allem, was ich gern tat und hätte werden können, immer nur sagten: Traumberuf. Das waren all die kreativ-künstlerischen Berufe, zu denen eben auch Schriftsteller gehörte. Dass ich es dann dennoch geworden bin, ist für mich fast ein kleiner Sieg über den ewigen Pessimismus der Elterngeneration, und ich bin sehr glücklich darüber, dass es meinem Sohn, der ebenfalls einen kreativen Beruf - freiberuflich - ausübt, da anders gegangen ist. 

 

LG Cornelia



#13
Dania

Dania
  • 472 Beiträge
  • Dabei seit 13.01.16

Ich könnte nicht behaupten, dass bestimmte Autoren oder Bücher mich zum Schreiben inspiriert haben im Sinne von "ich möchte auch solche Geschichten erzählen". Nicht bewusst jedenfalls. Aber ich geselle mich zu denjenigen, die Enid Blyton anführen. Ich habe ihre Bücher auch geradezu verschlungen und stelle bis heute manchmal fest, dass ihre Art zu erzählen mich beeinflusst hat. Der Wunsch zu schreiben kam aber unabhängig – behaupte ich jedenfalls. Und ich habe viel von der Erzählweise Walt Disneys übernommen. 


Profiling Murder und Die Profilerin bei beTHRILLED
Libby Whitman ermittelt in "Brave Mädchen schreien nicht" (12/2019)
blog-und-stift.de   Facebook


#14
Christa

Christa
  • 9.733 Beiträge
  • Dabei seit 18.11.05

Ich könnte nicht behaupten, dass bestimmte Autoren oder Bücher mich zum Schreiben inspiriert haben im Sinne von "ich möchte auch solche Geschichten erzählen". Nicht bewusst jedenfalls. Aber ich geselle mich zu denjenigen, die Enid Blyton anführen. Ich habe ihre Bücher auch geradezu verschlungen und stelle bis heute manchmal fest, dass ihre Art zu erzählen mich beeinflusst hat. Der Wunsch zu schreiben kam aber unabhängig – behaupte ich jedenfalls. Und ich habe viel von der Erzählweise Walt Disneys übernommen. 

 

Es sind die Abenteuer, an die ich mich bis heute erinnere. Diese Szene im Blaubeerwald, als sie ganz allein auf der Insel waren, verfolgt wurden, sich verirrt hatten und nichts zu essen hatten als Blaubeeren. Und der Kakadu Kiki. Bewusst habe ich da auch keinen Entschluss gefasst, solche Geschichten zu schreiben. Aber ich wollte später Geschichten schreiben, die irgendwie abenteuerlich waren.

 

Mit dem Schreiben insgesamt ging es mir wie NicoleW. Ich schreibe, so lange ich zurückdenken kann. Tagebuch, Schülerzeitung, Zeitungsberichte über die Friedens- und Umweltbewegung. Als ich dann zusammen mit meinem Partner einen Wander-und Ausflugskalender veröffentlicht hatte und einfach mehr und anders schreiben wollte. So kam ich wesentlich später zur Belletristik.


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#15
KarinKoch

KarinKoch
  • 698 Beiträge
  • Dabei seit 07.10.17

Es waren zwei Bücher: die Bibel und Pippi Langstrumpf. Zuerst waren da die lehrreichen und mahnenden biblischen Geschichten im Kindergottesdienst und gleich danach kam mit Astrid Lindgren, meiner Göttin, deren Antithese. Dass Geschichten innere Welten auf derart konträre Art erschaffen und beleben können hat mich umgehauen, und während ich weiter zur Kinderkirche ging und von Jesu Schäflein sang, eignete ich mir heimlich das rebellische und sorglose Narrativ von Pippi an. Ich hatte also erfahren, wie Geschichten das Denken bereichern und so das Leben verändern können, ich war angefixt und sofort süchtig. 

Und als ich selbst schreiben konnte, habe ich Frau Lindgren imitiert, hat keiner gemerkt: im Aufsatz immer eine Eins. Leider mussten später Erörterungen folgen, die meinen öffentlichen Schreibfluss abrupt zum Erliegen brachten. Tagebücher gab es dann noch in Massen und die erste veröffentliche Geschichte, als mein Sohn soweit war, selber Geschichten einzufordern, in einer Zeitschrift, wieder ein Lindgren-Plagiat, hat immer noch keiner gemerkt.


Wenn du weißt, was du tust

kannst du tun, was du willst. (Moshe Feldenkrais)
http://www.peter-ham...ils/karin_koch/


#16
SabineB

SabineB
  • 2.486 Beiträge
  • Dabei seit 01.08.14
Ich bin schon immer mit allem eher hintendran gewesen. Deshalb ging es für mich erst mit fünfzehn oder sechzehn los. Ich las Hemingway, Green und Maugham und alles, was ich wollte, war, wie sie zu leben.

Reisen, wunderbare Abenteuer erleben, darüber schreiben und damit berühmt werden.

So hat sich das naive Hirn der sechzehnjährigen Sabine Bartsch das früher vorgestellt. Aber es war ein absoluter Traum, dessen Erfüllung mir komplett absurd vorkam. Eine Buchhändlerlehre schien mir schon unerreichbar.

Wenn mir damals jemand einen Blick in die Zukunft gewåhrt hätte, wäre ich aufrechter gegangen.

Edit: Natürlich habe ich auch Pippi geliebt und Hanni und Nanni, aber ich wäre als Kind niemals auf die Idee gekommen, so etwas schreiben zu können.

Bearbeitet von SabineB, 31.01.2020 - 20:00,


#17
ClaudiaB

ClaudiaB
  • 2.387 Beiträge
  • Dabei seit 11.12.09

Gelesen sehr früh, geschrieben auch, Berufswunsch Ärztin, Schriftstellerin, Schlagersängerin, die Gitarre kam dann später, da war die Schlagersängerin vergessen. Astrid Lindgren mochte ich als ich klein war, wollte aber nie diese Art Geschichten erzählen, kleiner König Kalle Wirsch und Urmel aus dem Eis und all diese Art Kinderfantasy (auch viel aus dem östlichen Ausland, wir bekamen das immer geschickt) fand ich faszinierend, Enid Blyton ging nur heimlich (sollte ich nicht) - Hanni und Nanni fand ich dann später schon irgendwie gut, aber nachahmen wollte ich das auf gar keinen Fall, Asterix konnte ich mehr oder weniger auswendig. Dazu auch immer viel für Erwachsene, und das hat mich tatsächlich mehr beeinflusst als die Bücher, die sich oft so direkt an Kinder wandten, manchmal die kleinen Leser direkt ansprachen, was ich immer albern und irgendwie unwürdig fand. Ein Buch mit kindlichem Protagonisten, das sich jedoch an Erwachsene richtete, muss in mir den Wunsch geweckt haben, so zu schreiben: Als Vaters Bart noch rot war von Wolfdietrich Schnurre. Unter all den lakonischen Geschichten, die dieser Junge mit seinem (kommunistischen) Vater im Berlin der Endzwanziger und dreißiger Jahre erlebte, war ein ernster, ja todernster Unterton zu spüren, den ich als Grundschulkind nicht deuten konnte, ich wusste nichts von Nazis und Judenverfolgung, und natürlich auch nicht darüber, wie gefährlich das Leben für den - eher unkonventionell lebenden, sehr verständnisvollen - Vater mit dem Sohn war, es ging auch nicht in erster Linie - oder mit dem Holzhammer - darum, es sind Alltagsmomente, die manchmal ganz kindlich daherkommen (undenkbar, das heute so für Erwachsene zu schreiben, bzw damit durchzukommen, was, das ist doch ein Kinderbuch :)), ganz kleine, poetische Momente, dabei sehr unterhaltsam. Und darunter immer das Grauen. Das hat mich nachhaltig beeinflusst, so wollte ich schreiben (auch wenn ich gar nicht kapierte, was ich da imitieren wollte).
Nach der Schule habe ich ganz kurz noch mal an meinen Ärztinnenwunsch gedacht. Aber da war alles andere längst stärker.


Neu: Cleo Leuchtenberg (Lisa Dickreiter & Claudia Brendler) I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich. Oetinger HC
http://www.claudiabrendler.de


#18
GesineS

GesineS
  • 982 Beiträge
  • Dabei seit 13.05.13

Danke für die vielfältigen Antworten und den Blick in Eure Lesebiografien. :s13 Spannend.

 

Ach ja, Enid Blyton! Vor allem ihre 5-Freunde und Abenteuer-Reihen habe ich verschlungen. Zweifellos haben die, Kästners Emil-Bücher und die Kalle-Blomquist-Geschichten von Astrid Lindgren meine bis heute währende Krimi-Leidenschaft entfacht.
Meine erste längere Geschichte, mit zehn oder elf, war dann auch ein Schulkrimi. Er blieb unvollendet. Möglicherweise weil ich ein neues Kasperle-Stück schreiben wollte. ::)



#19
Margot

Margot
  • 2.482 Beiträge
  • Dabei seit 10.09.10

Ich habe als Kind zwar gern gelesen, selber Geschichten erfunden und natürlich war Deutsch mein Lieblingsfach, aber auf die Idee, Schriftstellerin zu werden, kam ich nie. Meine Eltern hätten die Krise bekommen, wenn ich mit so einem Berufswunsch angekommen wäre. In unserer Familie lernt man etwas Ordentliches!

 

Meine Lehrer*innen haben zwar - zum Missfallen meiner Mitschüler*innen - oft meine Aufsätze vorgelesen, was mir jedoch eher peinlich war. Erst in der Berufsschule, als mein damaliger Deutschlehrer mal etwas von "druckreif" gesagt hat, habe ich mir vorgestellt, wie das wäre, eine Schriftstellerin zu sein. Es ging jedoch noch sehr lange, bis ich den Schritt wagte, und auch eher aus dem Grund, mir in der Freizeit etwas dazuverdienen zu können.



#20
Angelika Jo

Angelika Jo
  • 3.417 Beiträge
  • Dabei seit 03.07.07

Als Kind wollte ich entweder Zirkusreiterin, Indianerhäuptling oder Japanerin sein. Mein Großvater hatte ein Buch über ferne Länder, darin kamen mir die Japaner sehr edel vor, Indianer kannte ich aus dem Buch meines Vaters "Häuptling Büffelkind Langspeer erzählt", das mit den Pferden war schon immer da gewesen. Mit zehn las ich dann zwei Bücher von besonderer Wirkkraft, leider weiß ich beider Titel nicht mehr:

 

In dem einen ging es um ein stilles Mädchen namens Isabella, das sich – Buchstabe für  Buchstabe ihres Namens – verändern möchte. Als sie beim e angekommen ist, zieht eine Frau mit ihrer Tochter in ihrem Haus ein. Die Frau ist Schriftstellerin, sehr, sehr, sehr nett und "sah ein bisschen aus wie eine Japanerin". WONG! Der erste Trigger.

 

In dem zweiten Buch ging es um ein Mädchen, das von Indianern entführt wird und mit ihnen ein herrliches Leben führen darf. Sogar einen indianischen Blutsbruder hat sie. Mit dem zusammen besucht sie eine Hazienda, die Besitzerin ist eine stolze Frau, sie trägt ein rotes Halstuch, einen Sombrero und sitzt kerzengerade auf einem steigenden Grauschimmel. Tief beeindruckt wollte ich dieses Bild malen – ich sah die Szene genau vor mir. Dann geschah etwas Schreckliches: Mein Bild misslang vollständig und was noch schlimmer war – ich hatte es auch nicht mehr in der Vorstellung. Das geschriebene Wort hatte die Imagination geschaffen, die mangelhafte Malkunst zerstört. Also sollte man beim Schreiben bleiben. WONG! Ich hatte schon mit sechs immer was geschrieben (Nacherzählungen und Fortsetzungen von Sagen) Nach dem Erlebnis mit dem missratenen Bild habe ich angefangen, eigene kleine Geschichten zu schreiben. Natürlich handelten sie alle von Pferden.


Alicia jagt eine Mandarinente. dtv premium März 2018

Die Grammatik der Rennpferde. dtv premium Mai 2016

www.angelika-jodl.de




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