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Berufswunsch Schriftsteller/in schon als Kind?

Kinderbuch Jugendbuch lesen Louise Fitzhugh Einfluss schreiben

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25 Antworten zu diesem Thema

#21
JenniferB

JenniferB
  • 2.878 Beiträge
  • Dabei seit 17.01.11

Ich habe mit Fanfiction begonnen - ohne zu wissen, was das ist.
Aber meine Lieblingsserie - "Die dreibeinigen Herrscher" - wurde 1988 mittendrin einfach abgesetzt und da musste ich halt eine Fortsetzung schreiben. Da war ich acht, wollte Schriftstellerin werden, bis ich 15/16 war und wurde dann von meinem sehr geschätzten Deutschlehrer beraten, mir doch um Himmels willen was anderes zu suchen - meine Schreibe sei leider nicht gut.
Die damals abgewatschte Geschichte habe ich vor drei Jahren unter Pseudonym veröffentlicht - nicht mal wirklich einschneidend überarbeitet. 30.000mal verkauft.  ;D



#22
UlrikeS

UlrikeS
  • 3.273 Beiträge
  • Dabei seit 15.06.10

Ich bin schon immer mit allem eher hintendran gewesen. Deshalb ging es für mich erst mit fünfzehn oder sechzehn los. Ich las Hemingway, Green und Maugham und alles, was ich wollte, war, wie sie zu leben.

Reisen, wunderbare Abenteuer erleben, darüber schreiben und damit berühmt werden.

So hat sich das naive Hirn der sechzehnjährigen Sabine Bartsch das früher vorgestellt. Aber es war ein absoluter Traum, dessen Erfüllung mir komplett absurd vorkam. Eine Buchhändlerlehre schien mir schon unerreichbar.

Wenn mir damals jemand einen Blick in die Zukunft gewåhrt hätte, wäre ich aufrechter gegangen.

Edit: Natürlich habe ich auch Pippi geliebt und Hanni und Nanni, aber ich wäre als Kind niemals auf die Idee gekommen, so etwas schreiben zu können.

 

 

Mir erging es ähnlich wie dir - ich bin auch erst "spät" zum Schreiben gekommen, nämlich als unglücklich verliebte Fünfzehnjährige, die ihre Gefühle in Gedichte packen musste.

Ungefähr gleichzeitig habe ich auch "erwachsene" Literatur für mich entdeckt und Autorenbiographien gelesen - kennt noch jemand diese "romono"-Hefte?

 

Das Leben der Autoren hat mich sehr fasziniert, in vielem (der Sinnsuche, dem Außenseitertum, dem Grübeln und Nachdenken) habe ich mich wiedergefunden.

Am meisten beeinflusst hat mich Virginia Woolf -  ihren Kampf darum, inneres und äußeres Leben zu vereinen, Widersprüche auszuhalten, und ihren Kampfs ums Schreiben und um die Gleichberechtigung habe ich sehr bewundert, ich wollte gerne so werden wie sie.

Es ging mir nicht ums Reisen, wie dir, Sabine, sondern ich wollte etwas höchst egoistisches: Ich wollte beachtet werden.

 

Ich hatte als Kind keinen konkreten Berufswunsch. Ich konnte mir meine Zukunft nie ausmalen und habe auch nie von meiner Hochzeit geträumt, wie das heute viele Liebesromane suggerieren. Alles jenseits der Schule war unbekanntes Land für mich, unvorstellbar, unbeherrschbar. Bei uns zu Hause wurde viel über Politik gesprochen und ich hatte schon früh die Vorstellung, dass wir sowieso alle bald von der Atombombe zerstört werden würden.



#23
Bea

Bea
  • 590 Beiträge
  • Dabei seit 27.12.06

Ach, wenn ich da zurückdenke: ich glaube, es war bei mir erst der Film, also Fernsehen, Romanverfilmungen und Dokus über Schriftsteller, Büchersendungen. Hab es dann meist fertiggebracht, mich so lange ums ins-Bett-gehen zu drücken, bis diese (liefen ja eher spät im Programm) zu Ende waren.

Gelesen habe ich da noch Kinderbücher (natürlich Enid Blyton), da haben mich schon die "richtigen" Schriftsteller interessiert.

Es muss mit ca. 10 Jahren gewesen sein, da hab ich begonnen, mir Bücher aus dem spärlichen Regalen meiner Eltern und meiner Großmutter herauszusuchen. Als da waren: Simmel und Konsalik, Sandra Paretti, Wilkie Collins.

Initialzündungen kamen wohl von Vicki Baum (Marion, Flut und Flamme) und von Gabor von Vazary (Frühlingsregen). Auch wenn ich das alles nicht wirklich verstandne hatte, es hatte so einen schriftstellerischen "Atem".

Weiß Gott wieso, ich hatte nie konkret daran gedacht, wie einer dieser Autor*innen zu schreiben, schon gar keinen Krimi. Am ehesten war es wohl Vicki Baum, die mich animiert hat.

Und ja, ich muss ca. 11 gewesen sein, da spukten mir schon Stories im Kopf herum, die ich irgendwo zaghaft notierte, aber eher im Kopfkino liefen, da lag ich so am Morgen noch im Bett und dachte: ok, dann kann ich doch selbst Schriftstellerin werden.

oh, wie unbedarft, war aber echt und ohne Übertreibung, hab es auch von dem Moment an immer konsequent verfolgt, wobei ich erst mit ca. 20 Jahren begonnen hatte, ernsthaft ein Manuskript zu schreiben.


Bearbeitet von Bea, 03.02.2020 - 22:18,

"Wer nicht weiß, in welchen Hafen er will, für den ist kein Wind der richtige." Seneca


#24
JulianeB

JulianeB
  • 959 Beiträge
  • Dabei seit 26.06.12

Wow, hier muss ich mich ja mal durch die Antworten schmökern. Wie spannend!

 

Bei mir war es sehr früh. Der Schrifsteller Peter Brasch (ein Bruder von Thomas Brasch, der noch bekannter ist) war mit meinem Vater befreundet und ist bei uns oft zu Besuch gewesen. Einmal hat er meinem großen Bruder und mir ein modernes Märchen "Robert Mondflieger" geschrieben und illustriert und das dann auch noch als kleines Büchlein gebunden, in dem die Schreibmaschinenseiten zusammengekelbt waren mit den Bildern. Ich habe es immer noch und ich weiß, wie mich das als damals, noch Kindergartenkind, schon total in den Bann gezogen hat. Ich habe meiner Mutter dann Geschichten diktiert und sie illustreirt. Auch die habe ich noch.

Später dann hat mich "Onkel Florians fliegender Flohmark" sehr inspiriert - ein dickes und so wunderbar kreatives Buch von Paul Maar, das mir eine Freundin aus dem Westen (sie war Bibliothekarin) mitgebracht hat. Da sind Kurzgeschichten drin, Gedichte, Palindrome, Weitermalbilder, Rätsel, Comics, ... einfach alles. Das hat mich total beflügelt und von da ab war Schriftstellerin mein Traumberuf. Ich habe natürich auch alles mögliche gelesen, alle möglichen Klassiker verschlungen, aber auch mal mit einer Freundin zusammen "Denise-Romane" geschrieben. Das war fun! Wir haben uns unsere Dreamboys quasi lebendig werden lassen... da konnte dann natürlich kein echter gegen anstinken. :-D

Mit 15 habe ich meine erste Schreibmaschine bekommen und auch haufenweise Romane angefangen. Nur Kurzgeschichcten und Theaterstücke habe ich zuende bekommen und natürlich Gedichte. Die wurden dann in TAMIDOR - Traum Wind Worte veröffentlicht, einer Literaturzeitschrift, die wir als Gruppe von paar Jugendlichen aufgezogen haben, (ich war eine von denen und habe immer die Titelbilder gemacht).

Dann kam mir aber der Gesang dazwischen und gemalt habe ich eh auch immer grene und so ist das Schreiben unter den Tisch gefallen, bis ich dann mein erstes Kinderbuch schrieb - entstanden durch Kurzgeschichten über Spitznamen und zu denen hat mich Axel Hacke inspiriert.


"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."

Erich Kästner Vorträge und Lesungen einstudieren  und  Autorenseite Juliane Breinl

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#25
JulianeB

JulianeB
  • 959 Beiträge
  • Dabei seit 26.06.12

Die Frage kann ich ganz klar beantworten. Dieses "eine" Buch war bei mir "Der Brief für den König" von Tonke Dragt. Bis zu diesem Buch war ich auch eher Gelegenheitsleserin, danach ein absoluter Bücherwurm. Ich hab den Brief für den König in der sechsten Klasse gelesen. Fast zeitgleich habe ich für eine Kurzgeschichte über einen Löffel in der Schulmensa einen kleinen regionalen Preis bekommen. Diese zwei Dinge in Verbindung haben dann den Wunsch in mir geweckt, später auch beruflich mal zu schreiben (damals habe ich mich jedoch noch mehr als Enthüllungsjournalistin gesehen *g*). Bis ich dann bei der Belletristik gelandet bin, hat es dann noch ca. 20 Jahre gedauert, aber geschrieben habe ich tatsächlich seither immer - zum Spaß, für die Schülerzeitung, später PR- und Werbetexte. Ein komplett "schreibloser" Beruf wäre seit diesem Aha-Moment in der 6. Klasse nie für mich in Frage gekommen.

Oh ja, Tonke Dragt! Ich habe "Das Geheimnis des siebten Weges" verschlungen und kann auch huete noch verstehen, warum ich es so toll fand. Weil es einfach toll ist.


"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."

Erich Kästner Vorträge und Lesungen einstudieren  und  Autorenseite Juliane Breinl

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#26
Christine Spindler

Christine Spindler
  • 1.490 Beiträge
  • Dabei seit 11.08.05

Wirklich eine interessante Frage.

 

Es gab ein Buch, das mich total fasziniert hat und das ich als Jugendliche mehrmals gelesen, ja regelrecht studiert habe. Es hat in mir die Faszination für Sprache geweckt. "Die Stilfibel" von Ludwig Reiners.

 

Liebe Grüße

Christine

 


Hört mal rein in meinen Podcast: https://anchor.fm/tinazang




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