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Der Ruf nach mehr Förderung

Independent Förderung Buchhandel

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50 Antworten zu diesem Thema

#21
BeateB

BeateB
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Mein Versuch, die Thematik in literarischer Form abzuhandeln, lässt sich hier nachlesen:

https://www.handelsb...904048-all.html

:) Wobei man über die Idee einer Autoren-Gewerkschaft ja mal nachdenken könnte  :s01 


www.beatebaum.de                      Aktuell: Dresden rechts außen - Ein Kirsten-Bertram-Krimi https://www.bod.de/b...text=Beate Baum

 


#22
FlorianV

FlorianV
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  • Dabei seit 20.01.20

 

Mein Versuch, die Thematik in literarischer Form abzuhandeln, lässt sich hier nachlesen:

https://www.handelsb...904048-all.html

:) Wobei man über die Idee einer Autoren-Gewerkschaft ja mal nachdenken könnte  :s01

 

 

Absolut. Wäre ich sofort dabei.



#23
AlexanderW

AlexanderW
  • 138 Beiträge
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Ich finde es durchaus positiv, dass kaum, wenn politische Begriffe angekratzt werden, die Antworten emotionaler werden.

Aber der Reihe nach:

 

 

Du findest also persönlich all das, was Millionen lesen (hören, sehen, meinetwegen auch essen, trinken) gut, sinnvoll, etc. 

 

Das habe ich nicht gesagt. Vielmehr habe ich angemerkt, dass der Massengeschmack nicht damit gleichzusetzen ist, was man für wertvoll oder anspruchsvoll halten kann: "Das mag zu Ergebnissen führen, die Einigen persönlich nicht gefallen, z.B. dass man den Eindruck hat, dass der Geschmack der breiten Masse sehr schlecht ist."

 

 

Dahinter stehen, wie Florian ja oben etwas ruhiger ausführt, Markteting-Maßnahmen, gigantische Wirtschaftsunternehmen, für die nichts als Umsatz zählt - was natürlich systembedingt ist, aber eben nullkommanullgarnichts über die Qualität der Produkte (und um etwas anderes handelt es sich dann auch nicht) aussagt. Oder wenn, dann genau das Gegenteil dessen, was du sagst.

 

Diese 'gigantischen Wirtschaftsunternehmen' folgen dem Geschmack der Leser. Und der Kern meiner Aussage, dass etwas, das gefördert werden muss, um ein Publikum zu finden, es meist nicht wert ist, gelesen zu werden, ist der, dass niemand einem Autor das Lesen seiner Bücher schuldig ist. Auch und gerade, wenn es sich darum um 'wichtige' Themen handelt. 

 

Wenn ein Buch genügend Qualität hat, dann findet es auch ein Publikum. Das müssen nicht 'Millionen' sein, sondern kann auch ein sehr kleines Publikum sein. Der Punkt ist der, dass ein Buch ein Publikum, egal welcher Größe, von sich selbst aus genug begeistern muss, um freiwillig gelesen zu werden. Und wenn es niemand kauft, auch kein kleines Publikum, dann sind Förderungen für mich nicht nur unsinnig sondern können in gewisser Weise auch für die Literatur schädlich sein, denn wenn bestimmte Bereiche künstlich gefördert werden, wird dadurch für Autoren der Anreiz gegeben, sich in eine bestimmte Richtung hin zu entwickeln, die nicht unbedingt von einem selbst stammt. Die künstlerische Freiheit wird dadurch zwar nicht eingeschränkt, aber von außen in bestimmte Bahnen gelenkt, was bedenklich ist.

Förderungen haben den Charakter einer Spende.

Ein bekannter Philantrop hat einmal angemerkt: "Spenden korrumpieren auf gewisse Weise den Empfänger."

Ich finde, dieses Prinzip auch in der Literatur zu verwenden, ist kontraproduktiv.

 

 

Letztlich lässt sich das auf einen Satz eindampfen: Kapitalismus (der sogenannte "freie Markt") ist für Leute mit Geld super, für Leute ohne Geld nicht so sehr.

 

'Die da oben' gegen 'die ganz Unten.' 

'Leute, die es haben' und 'die, die es nicht haben', gibt es in jedem System, egal ob Kapitalismus oder Kommunismus.
Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass in einem freien System wenigstens jeder Einzelne mit dem (großen oder kleinen) Geldbeutel entscheidet, auch wenn das Ergebnis nicht für jeden hochwertig ist, als in einem System, das Literatur 'reguliert'.

 

Mein Versuch, die Thematik in literarischer Form abzuhandeln, lässt sich hier nachlesen:

https://www.handelsb...904048-all.html

 

AuArschG !  ;D  ;D  ;D

 

Nicht umsonst setzen sich manche Kultur-"Produkte" Bücher, Theaterstücke, Gedichte ... erst durch, wenn der Autor/die Schöpferin schon längst nicht mehr auf Erden wandeln. Weil sie einfachso gut/wichtig/zu Herzen gehend sind, dass auch ein ignoranter Markt sie nicht beiseiteschieben kann, ihre Bekanntheit trotz nicht vorhandenem Marketing wächst, durch Mund-zu-Mundpropaganda usw.

Ich selbst sitze im Aufsichtsrat unseres Stadttheaters und kann nur sagen, DA wird VIEL Geld reingesteckt, in die Förderung der Schauspielkunst, der Musik. Ohne Förderung - sofortige Schließung. Es geht nicht ohne. Außer wir befänden uns in einem System, dass nach darwinistischen Prinzipien funktioniert. Was glücklicherweise nicht der Fall ist. (Noch nicht? Nicht mehr? Nur in Teilen...) Hoffentlich nie.

 

Dein Beispiel, dass ein Buch sich trotz nicht vorhandenem Marketing durchsetzt, weil es schlicht und einfach gut ist und die Leute es gerne lesen, ist finde ich ein Beweis dafür, dass es eben nicht auf die Förderung ankommt, sondern sich Qualität alleine durchsetzen kann.

 

 

Nur gibt es keine GEZ für Literatur - und das genau ist das Problem.

 

 

Das wird es Gott sei Dank nie geben. 


Bearbeitet von AlexanderW, 05.02.2020 - 18:19,


#24
SabineB

SabineB
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Zunächst: die GEZ für Literatur heißt VG Wort, von der die meisten von uns profitieren.

Literaturförderung: In einem anderen Zusammenhang habe ich als exemplarisches Beispiel Lutz Seiler genannt, einen Dichter, der durch ein Bundesstipendium die Möglichkeit erhielt, sein Buch "Kruso" zu schreiben.

Ein Buch, das ohne finanzielle Fõrderung möglicherweise gar nicht entstanden wäre, ein Bestseller wurde und den Deutschen Buchpreis gewann.

Förderungsinstrumente für Literatur gibt es in Deutschland längst, ob sie ausreichend sind, darüber mag man trefflich streiten.
Eine 'Spende', die die Autorenschaft gar korrumpierbar macht, ist das aber ganz sicher nicht.

Sabine

Bearbeitet von SabineB, 05.02.2020 - 19:09,


#25
AndreasE

AndreasE
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Nichts gegen Lutz Seiler, aber die Frage muss erlaubt sein, wie eine alleinerziehende Mutter in England ein dickes Buch ohne jegliche Förderung geschrieben kriegt, während ein "freier Schriftsteller" und Mitglied diverser Akademien in Deutschland das nicht hinkriegen soll.

 

Überhaupt ist die Frage, wie eine solche Förderung denn aussehen soll, wenn das Ziel sein soll, bessere Bücher zu kriegen? Ist es wirklich der beste Weg, Stipendien auszuschreiben, um die man sich mit Entwürfen oder dergleichen bewirbt, und dann entscheidet eine Jury, ok, der/die kriegt jetzt ein Jahr Geld? Das funktioniert ohnehin nur für Leute, die sowieso keinen Job haben, denn was soll jemand machen, der im Brotberuf Lehrer, Abteilungsleiter oder Programmierer ist? (Ein ähnliches Dilemma wie bei den diversen "Stadtschreibern".) Ein Jahr aussetzen? Für Programmierer kann das das Berufs-Aus bedeuten, in anderen Jobs das Ende der Karriere. Ohnehin unterschätzt man, wie schwierig es ist, sich daran zu gewöhnen, nur noch schreiben zu müssen; das ist zunächst meist erst mal extrem kontraproduktiv.

 

Und dann ist da was geschrieben, und dann? Dann sollte das ja veröffentlicht werden. Und wenn es veröffentlicht ist, sollte es sichtbar sein, was heutzutage das größte Problem ist, wo Buchhandelsketten ihr Angebot nicht mehr nach Gutdünken eines Buchhändlers zusammenstellen, sondern Präsentationsplätze verkaufen und ansonsten den Computer entscheiden lassen.



#26
SabineB

SabineB
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Nichts gegen Lutz Seiler, aber die Frage muss erlaubt sein, wie eine alleinerziehende Mutter in England ein dickes Buch ohne jegliche Förderung geschrieben kriegt, während ein "freier Schriftsteller" und Mitglied diverser Akademien in Deutschland das nicht hinkriegen soll.

Überhaupt ist die Frage, wie eine solche Förderung denn aussehen soll, wenn das Ziel sein soll, bessere Bücher zu kriegen? Ist es wirklich der beste Weg, Stipendien auszuschreiben, um die man sich mit Entwürfen oder dergleichen bewirbt, und dann entscheidet eine Jury, ok, der/die kriegt jetzt ein Jahr Geld? Das funktioniert ohnehin nur für Leute, die sowieso keinen Job haben, denn was soll jemand machen, der im Brotberuf Lehrer, Abteilungsleiter oder Programmierer ist? (Ein ähnliches Dilemma wie bei den diversen "Stadtschreibern".) Ein Jahr aussetzen? Für Programmierer kann das das Berufs-Aus bedeuten, in anderen Jobs das Ende der Karriere. Ohnehin unterschätzt man, wie schwierig es ist, sich daran zu gewöhnen, nur noch schreiben zu müssen; das ist zunächst meist erst mal extrem kontraproduktiv.

Und dann ist da was geschrieben, und dann? Dann sollte das ja veröffentlicht werden. Und wenn es veröffentlicht ist, sollte es sichtbar sein, was heutzutage das größte Problem ist, wo Buchhandelsketten ihr Angebot nicht mehr nach Gutdünken eines Buchhändlers zusammenstellen, sondern Präsentationsplätze verkaufen und ansonsten den Computer entscheiden lassen.

Ich habe ja nicht gesagt, dass man es nicht auch ohne Unterstützung hinbekommen kann, halte aber Förderung von Kunst und Kultur für eine große Errungenschaft Deutschlands. Das Aufenthaltsstipendien mehrere, wie von Dir beschriebene Probleme beinhaltet, sehe ich auch so. Ich könnte kein Stipendium annehmen.

Und klar ist, glaube ich, bei jeder Art von Kulturförderung, dass die geförderte Kultur auch scheitern darf, eben nicht unbedingt ein Buch entstehen muss.

Bearbeitet von SabineB, 05.02.2020 - 20:41,


#27
Susann

Susann
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Und dann ist da was geschrieben, und dann? Dann sollte das ja veröffentlicht werden. Und wenn es veröffentlicht ist, sollte es sichtbar sein, was heutzutage das größte Problem ist, wo Buchhandelsketten ihr Angebot nicht mehr nach Gutdünken eines Buchhändlers zusammenstellen, sondern Präsentationsplätze verkaufen und ansonsten den Computer entscheiden lassen.

 

Ich denke auch, dass nicht der Markt an sich das Problem ist, sondern die Art, wie er derzeit betrieben wird. Es wird eine Masse an Büchern produziert, die einen als Leser platt schlägt, die oft nach Gesichtspunkten ausgewählt werden, die ich als Leser nicht nachvollziehen kann (ich lese z.B. keine Urlaubskrimis, nur weil ich Frankreich als Schauplatz so toll finde, sondern weil ich in eine spannende Geschichte mit interessanten Figuren eintauchen will, die gerne in Frankreich spielen kann (aber nicht muss)).


Eat the frog in the morning (Mark Twain)

#28
Daniela

Daniela
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Mein Versuch, die Thematik in literarischer Form abzuhandeln, lässt sich hier nachlesen:

https://www.handelsb...904048-all.html

:) Wobei man über die Idee einer Autoren-Gewerkschaft ja mal nachdenken könnte  :s01

 

 

Absolut. Wäre ich sofort dabei.

 

Es gibt eigentlich schon eine Autoren-Gewerkschaft: den Verband deutscher Schriftsteller (VS).



#29
FlorianH

FlorianH
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Goethe, Eichendorff, Kafka oder Nietzsche .


Ich weiss nicht, ob das die angemessenen Referenzgroessen sind, um jeden zu bepreisen, der irgendwie zwei Publikationen bei einem Verlag unterkriegt, der unter Umstaenden gleich Foerdergelder miteinplant :)

Bearbeitet von FlorianH, 05.02.2020 - 22:34,


#30
FlorianH

FlorianH
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer hier gegen eine grundsätzliche Kulturförderung ist. Die Frage ist ja vielmehr, wie man das Buch oder die Schriftsteller fördern könnte. Mir persönlich fällt dazu keine objektive Möglichkeit ein, denn jedes Kriterium kann man relativ schnell zerpflücken. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich vom Staat Geld bekommen würde, um nicht mehr ganz so viele Sorgen zu haben, aber sicherlich ist das, was ich schreibe, nicht hohe Literatur. So wenig wie ich Autoren, die Dinge wie "Evil Dick - Sex-Sklavinnen im BDSM-Keller des Grauens" gefördert sehen will, so wenig wollen andere einen Autoren wie mich gefördert sehen, der halbwegs witzigen Kram schreibt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich da jemals ein Konsens herauskristallisieren könnte.

Ich fand, dass die Chinesen das schoen gemacht haben. Zumindest in der SF. Ich war im November eine von 60 geladenen Langnasen und einer ziemlichen Anzahl chinesischer Autoren beim Con in Chengdu. Das war eine hoechst beeindruckende Veranstaltung, die vom Staat bezuschusst wurde.
Natuerlich schlugen dabei finazielle Vorteile auf die Gaeste zurueck (die haben sogar die Schnapsrechnung uebernommen), aber im Prinzip geht es darum SF zu pushen, weil ein Land im Aufbruch Visionen braucht.
Diese Art der Foerderung - einer Gattung also, nicht die jedes Einzelnen, der irgendetwas hinrotzt - finde ich einen guten Weg.

#31
Ramona

Ramona
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Ich fand, dass die Chinesen das schoen gemacht haben. Zumindest in der SF. Ich war im November eine von 60 geladenen Langnasen und einer ziemlichen Anzahl chinesischer Autoren beim Con in Chengdu. Das war eine hoechst beeindruckende Veranstaltung, die vom Staat bezuschusst wurde.

Natuerlich schlugen dabei finazielle Vorteile auf die Gaeste zurueck (die haben sogar die Schnapsrechnung uebernommen), aber im Prinzip geht es darum SF zu pushen, weil ein Land im Aufbruch Visionen braucht.

 

Absolut, also von wegen "Land im Aufbruch, das Visionen braucht". Es gibt da ja auch gigantische gesellschaftliche Experimente, aber gerade in Forschung und Wissenschaft geht es darum, nicht mehr nur Aufzukaufen und zu kopieren. Man will in der Zukunft ganz vorne mit dabei sein. Deshalb wird im Bildungssystem allmählich umgedacht, weil man gesehen hat, dass Kreativität auch Freiraum braucht. Und gerade die Sciencefiction war ja schon immer eine Muse der Wissenschaft. (Man überlege sich mal, dass es in China Universitäten gibt, die nichts anderes lehren als Informatik und über 100.000 Studenten haben.)
 

 

Diese Art der Foerderung - einer Gattung also, nicht die jedes Einzelnen, der irgendetwas hinrotzt - finde ich einen guten Weg.


Gut auf den Punkt gebracht.


Inspiration exists, but it has to find us working! (Pablo Picasso)


#32
Christa

Christa
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Und dann ist da was geschrieben, und dann? Dann sollte das ja veröffentlicht werden. Und wenn es veröffentlicht ist, sollte es sichtbar sein, was heutzutage das größte Problem ist, wo Buchhandelsketten ihr Angebot nicht mehr nach Gutdünken eines Buchhändlers zusammenstellen, sondern Präsentationsplätze verkaufen und ansonsten den Computer entscheiden lassen.

 

Ich denke auch, dass nicht der Markt an sich das Problem ist, sondern die Art, wie er derzeit betrieben wird. Es wird eine Masse an Büchern produziert, die einen als Leser platt schlägt, die oft nach Gesichtspunkten ausgewählt werden, die ich als Leser nicht nachvollziehen kann (ich lese z.B. keine Urlaubskrimis, nur weil ich Frankreich als Schauplatz so toll finde, sondern weil ich in eine spannende Geschichte mit interessanten Figuren eintauchen will, die gerne in Frankreich spielen kann (aber nicht muss)).

 

Hier sehe ich einen Anhaltspunkt. Gestern Abend habe ich versucht, eine Umfrage zu finden: Was wollen Leser wirklich lesen?

Fehlanzeige! Da gab es nur Statistiken, in welchen Ländern wie viel gelesen wird und welche Genres am beliebtesten sind. Leserschwund usw. Dann stieß ich auf eine erfrischend andere Diskussion während der letzten Frankfurter Buchmesse. Es gäbe durchaus noch die Liebe zum Buch, aber nicht die zum Leser. Verlage würden nur bis zum Buchhandel denken und Reißaus nehmen, wenn Leser mit ihnen reden wollen. Dagegen sei Amazon gern mit den Lesern in Kontakt gegangen. Alles eine Sache der Kommunikation!

https://www.faz.net/...e-16440317.html

 

Das mit China ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenigstens ein dort beliebtes Genre gefördert wird. In den USA haben wir Kreativkurse an den Unis, also auch gefördert. Vielleicht bräuchten wir staatlich geförderte Leserumfragen darüber, was die Leser tatsächlich brauchen. Bevor man Fördermittel an einzelne Autoren vergibt, die sozusagen "ins Blaue" oder auf einen Buchpreis hinschreiben, von dem niemand weiß, ob die Leser es überhaupt annehmen werden.


Bearbeitet von Christa, 06.02.2020 - 11:10,

Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Mörderische Förde ab 5.10. 20 https://www.thalia.d...D149527193.html Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#33
Susann

Susann
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Hier sehe ich einen Anhaltspunkt. Gestern Abend habe ich versucht, eine Umfrage zu finden: Was wollen Leser wirklich lesen?

Fehlanzeige! Da gab es nur Statistiken, in welchen Ländern wie viel gelesen wird und welche Genres am beliebtesten sind. Leserschwund usw. Dann stieß ich auf eine erfrischend andere Diskussion während der letzten Frankfurter Buchmesse. Es gäbe durchaus noch die Liebe zum Buch, aber nicht die zum Leser. Verlage würden nur bis zur nächsten Buchhandlung denken und Reißaus nehmen, wenn Leser mit ihnen reden wollen. Dagegen sei Amazon gern mit den Lesern in Kontakt gegangen. Alles eine Sache der Kommunikation!

https://www.faz.net/...e-16440317.html

 

Das mit China ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenigstens ein dort beliebtes Genre gefördert wird. In den USA haben wir Kreativkurse an den Unis, also auch gefördert. Vielleicht bräuchten wir staatlich geförderte Leserumfragen darüber, was die Leser tatsächlich brauchen. Bevor man Fördermittel an einzelne Autoren vergibt, die sozusagen "ins Blaue" oder auf einen Buchpreis hinschreiben, von dem niemand weiß, ob die Leser es überhaupt annehmen werden.

 

 

Danke für den Link, Christa, sehr interessant!

Ich denke, uns Lesern bleibt derzeit nur die Abstimmung mit den Füßen. Und die passiert ja auch. Tausende Metoo-Titel - braucht kein Mensch.


Eat the frog in the morning (Mark Twain)

#34
Christa

Christa
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Mit den Füßen? Meinst du die Tonne? 8-)  ;)  :D


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Mörderische Förde ab 5.10. 20 https://www.thalia.d...D149527193.html Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#35
Susann

Susann
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Mit den Füßen? Meinst du die Tonne? 8-)  ;)  :D

 

Nein, wir rennen weg ;)


Eat the frog in the morning (Mark Twain)

#36
AndreasE

AndreasE
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Umfragen, was Leser wirklich wollen?

 

Da möchte ich widersprechen: Als Leser weiß nicht mal ich, was ich will, ehe ich es lese. Hätte man mich vor "Harry Potter" gefragt: "Was fänden Sie toll zu lesen?", nie im Leben hätte ich gesagt: "Hmm, so eine Story an einem Internat für Zauberer, das wär schon was." Im Gegenteil, als ich diese Beschreibung das erste Mal hörte, dachte ich: Nicht mein Fall. Und nun hab ich die 7 Bände schon 2x gelesen und alle Filme im Regal …



#37
FlorianV

FlorianV
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Ich find das amerikanische Model ganz interessant. Dort gibt es an jeder Wald- und Wiesen-Uni eine Professur für Kreatives Schreiben + Dozenturen. Als schlecht verkaufter aber dennoch halbwegs bedeutender Schriftsteller kann man dort von solchen Stellen gut leben.

In Deutschland gibt es leider nur eine Handvoll solcher Stellen: DLL in Leipzig, UDK in Berlin (Szenisches Schreiben) und Uni in Hildesheim. Dann noch wenige private Hochschulen, die so etwas anbieten.

Das ist zu wenig. Das könnte gefördert werden.



#38
Christa

Christa
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Umfragen, was Leser wirklich wollen?

 

Da möchte ich widersprechen: Als Leser weiß nicht mal ich, was ich will, ehe ich es lese. Hätte man mich vor "Harry Potter" gefragt: "Was fänden Sie toll zu lesen?", nie im Leben hätte ich gesagt: "Hmm, so eine Story an einem Internat für Zauberer, das wär schon was." Im Gegenteil, als ich diese Beschreibung das erste Mal hörte, dachte ich: Nicht mein Fall. Und nun hab ich die 7 Bände schon 2x gelesen und alle Filme im Regal …

 

Ja, sicher wäre es eine Überforderung auch für mich als Leserin, mir den nächsten großen Wurf auszudenken. Aber wenn die Verlage dem Lesevolk ein wenig aufs Maul schauen würden, wüssten sie wenigstens, dass die 100. Kopie von Harry Potter nur noch zum Gähnen ist. :s14 Dass sie also mal was Anderes, Neues ausprobieren könnten - Autoren gibt es ja wie Sand am Meer. 


Schwarzwaldkrimis Tod am schwarzen Fluss. Taschenbuch und E-Book:https://t1p.de/2mhn


Martinsmorde:- https://www.thalia.d...pe=suchhistorie Mörderische Förde ab 5.10. 20 https://www.thalia.d...D149527193.html Blog:http://schreibteufel...a.blogspot.com/


#39
Sebastian Niedlich

Sebastian Niedlich
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Ich find das amerikanische Model ganz interessant. Dort gibt es an jeder Wald- und Wiesen-Uni eine Professur für Kreatives Schreiben + Dozenturen. Als schlecht verkaufter aber dennoch halbwegs bedeutender Schriftsteller kann man dort von solchen Stellen gut leben.

In Deutschland gibt es leider nur eine Handvoll solcher Stellen: DLL in Leipzig, UDK in Berlin (Szenisches Schreiben) und Uni in Hildesheim. Dann noch wenige private Hochschulen, die so etwas anbieten.

Das ist zu wenig. Das könnte gefördert werden.

Also gehst du davon aus, dass jeder Autor auch eine Professur will? Ich weiß nicht recht, ich würde in erster Linie schreiben wollen und hätte keine Lust mir die Geschichten von irgendwelchen Leuten anzuhören bzw. zu lesen und zu zensieren, die glauben sie hätten "es", wenn sie "es" gar nicht haben. Ganz abgesehen davon, dass man wohl kaum 100 Professuren für kreatives Schreiben in Deutschland bräuchte. Und so viele Autoren gibt es ja schon in einem Bezirk von Berlin ...
Und was genau bedeutet "halbwegs bedeutender Schriftsteller"? Was sind denn da die Kriterien? Da geht es doch schon wieder los.
Außerdem: Wir fördern die Schriftstellerei, indem wir die Autoren etwas anderes machen lassen, als das, was sie eigentlich tun sollten? Auch ein merkwürdiger Ansatz. Oder geht nur mir das so?

 

 

Umfragen, was Leser wirklich wollen?

 

Da möchte ich widersprechen: Als Leser weiß nicht mal ich, was ich will, ehe ich es lese. Hätte man mich vor "Harry Potter" gefragt: "Was fänden Sie toll zu lesen?", nie im Leben hätte ich gesagt: "Hmm, so eine Story an einem Internat für Zauberer, das wär schon was." Im Gegenteil, als ich diese Beschreibung das erste Mal hörte, dachte ich: Nicht mein Fall. Und nun hab ich die 7 Bände schon 2x gelesen und alle Filme im Regal …

Sehe ich genauso. Die Leser wissen nicht, was sie wollen. Sie DENKEN, sie wissen es, aber die meisten haben nicht mal genug Vorstellungskraft dafür, dass sie vielleicht etwas anderes wollen könnten. Zumal noch dazukommt, dass das Anbiedern an das, was Leser oder Zuschauer wollen, nicht dazu führt, dass die Geschichten besser werden. Bestes Beispiel dafür wäre die Star-Wars-Sequel-Trilogie und ganz besonders deren letzter Teil, der gerade in den Kinos läuft. Da dachte man auch, man gibt den Fans, was sie sich wünschen, aber im Grunde hat man alle nur enttäuscht. (Und ich rede jetzt von der groben Mehrheit. Einzelne Meinungen mögen abweichen.)



#40
BeateB

BeateB
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Mein Versuch, die Thematik in literarischer Form abzuhandeln, lässt sich hier nachlesen:

https://www.handelsb...904048-all.html

:) Wobei man über die Idee einer Autoren-Gewerkschaft ja mal nachdenken könnte  :s01

 

 

Absolut. Wäre ich sofort dabei.

 

Es gibt eigentlich schon eine Autoren-Gewerkschaft: den Verband deutscher Schriftsteller (VS).

 

Ist das vergleichbar? Sind die nicht eher sehr schön-geistig? (Habe mich noch nie damit beschäftigt)


www.beatebaum.de                      Aktuell: Dresden rechts außen - Ein Kirsten-Bertram-Krimi https://www.bod.de/b...text=Beate Baum

 




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